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Kovalente Bindung

Kovalente Bindung in der Chemie verständlich erklärt: Definition, Eigenschaften, Beispiele und Bedeutung für den Unterricht.

Atome koennen zusammenhalten, ohne dass ein Atom dem anderen ein Elektron komplett wegnimmt. Bei einer kovalenten Bindung teilen sie sich Elektronenpaare. Nach dieser Seite kannst du erklaeren, warum besonders Nichtmetalle Molekuele bilden, wie Lewis-Formeln helfen und wann eine kovalente Bindung polar wird.

Deine Lernziele
  • Ich kann die kovalente Bindung als gemeinsames Elektronenpaar beschreiben.
  • Ich kann Einfach-, Doppel- und Dreifachbindungen unterscheiden.
  • Ich kann die Oktettregel auf einfache Molekuele anwenden.
  • Ich kann polare und unpolare kovalente Bindungen unterscheiden.
  • Ich kann erklaeren, warum Molekuelform und Polaritaet zusammenhaengen.

Elektronen gemeinsam nutzen

Atome reagieren, weil ihre Aussenelektronen eine stabilere Anordnung erreichen koennen. Bei einer kovalenten Bindung teilen zwei Atome ein oder mehrere Elektronenpaare. Diese Elektronen befinden sich zwischen den Atomkernen und halten die Atome zusammen.

Definition

Kovalente Bindung

Eine kovalente Bindung ist eine chemische Bindung, bei der Atome gemeinsame bindende Elektronenpaare nutzen. Sie tritt besonders zwischen Nichtmetallatomen auf.

Beispiel

Wasserstoff bildet \(H_2\).

  1. Jedes Wasserstoffatom besitzt ein Elektron.
  2. Zwei Wasserstoffatome teilen ihre beiden Elektronen.
  3. So entsteht ein gemeinsames Elektronenpaar.
  4. In der Valenzstrichformel schreibt man \(H-H\).
  5. Jedes H-Atom erreicht damit die Helium-Anordnung mit zwei Elektronen.
Merke

Bei kovalenten Bindungen werden Elektronen geteilt, nicht vollstaendig uebertragen.

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Lewis-Formeln und Oktettregel

Die Valenzelektronen sind die Aussenelektronen eines Atoms. Lewis-Formeln zeigen diese Elektronen als Punkte oder Striche. Ein Strich zwischen zwei Atomen steht fuer ein bindendes Elektronenpaar.

Definition

Oktettregel

Viele Hauptgruppenelemente sind in Verbindungen besonders stabil, wenn sie acht Valenzelektronen in ihrer Aussenschale erreichen. Wasserstoff folgt der Duettregel und braucht nur zwei Elektronen.

Beispiel

Chlorwasserstoff \(HCl\):

  1. Wasserstoff hat 1 Valenzelektron.
  2. Chlor hat 7 Valenzelektronen.
  3. Beide teilen ein Elektronenpaar.
  4. Wasserstoff erreicht 2 Elektronen.
  5. Chlor erreicht 8 Elektronen um sich herum.

Die Bindung wird als \(H-Cl\) geschrieben.

Beispiel

Wasser \(H_2O\):

Sauerstoff hat 6 Valenzelektronen. Er bildet zwei Einfachbindungen zu zwei Wasserstoffatomen. Dadurch zaehlt Sauerstoff in der Lewis-Betrachtung 8 Elektronen um sich herum: zwei bindende Elektronenpaare und zwei freie Elektronenpaare.

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Einfach-, Doppel- und Dreifachbindungen

Zwei Atome koennen mehr als ein Elektronenpaar teilen. Ein geteiltes Elektronenpaar ergibt eine Einfachbindung. Zwei geteilte Paare ergeben eine Doppelbindung. Drei geteilte Paare ergeben eine Dreifachbindung.

Definition

Mehrfachbindung

Eine Mehrfachbindung ist eine kovalente Bindung mit mehr als einem gemeinsamen Elektronenpaar zwischen denselben zwei Atomen.

Beispiel

Vergleiche drei Molekuele.

\(H_2\) hat eine Einfachbindung: \(H-H\).

\(O_2\) hat eine Doppelbindung: \(O=O\).

\(N_2\) hat eine Dreifachbindung: \(N \equiv N\).

Mit steigender Zahl geteilter Elektronenpaare wird die Bindung zwischen gleichartigen Atomen meist kuerzer und staerker.

Gut zu wissen

Eine Doppelbindung ist nicht einfach "zwei einzelne Striche nebeneinander". Sie macht die Molekuelgeometrie oft starrer, weil sich die Bindung nicht frei drehen kann.

Polare kovalente Bindungen

Wenn zwei unterschiedliche Atome ein Elektronenpaar teilen, ziehen sie meist nicht gleich stark daran. Die Elektronegativitaet beschreibt, wie stark ein Atom Bindungselektronen anzieht. Je groesser der Unterschied, desto polarer wird die Bindung.

Definition

Polare kovalente Bindung

Eine polare kovalente Bindung ist eine Elektronenpaarbindung, bei der das gemeinsame Elektronenpaar naeher bei einem Bindungspartner liegt. Dadurch entstehen Teilladungen.

Beispiel

Vergleiche \(H-H\) und \(H-Cl\).

Bei \(H-H\) sind beide Atome gleich. Sie ziehen gleich stark am Elektronenpaar. Die Bindung ist unpolar.

Bei \(H-Cl\) zieht Chlor staerker am Elektronenpaar als Wasserstoff. Chlor traegt eine teilweise negative Ladung, Wasserstoff eine teilweise positive Ladung. Die Bindung ist polar.

Merke

Gleiche Atome teilen fair. Unterschiedliche Elektronegativitaeten machen eine kovalente Bindung polar.

Molekuelform und Dipole

Ob ein ganzes Molekuel polar ist, haengt nicht nur von einzelnen Bindungen ab. Auch die raeumliche Form ist wichtig. Bindungsdipole koennen sich verstaerken oder gegenseitig aufheben.

Definition

Dipolmolekuel

Ein Dipolmolekuel besitzt eine dauerhafte positive und negative Seite. Dafuer braucht es polare Bindungen und eine unsymmetrische Molekuelform.

Beispiel

Warum ist \(CO_2\) insgesamt unpolar?

  1. Jede \(C=O\)-Bindung ist polar.
  2. Das Molekuel ist linear: \(O=C=O\).
  3. Die beiden Bindungsdipole zeigen in entgegengesetzte Richtungen.
  4. Sie heben sich auf.
  5. Das Molekuel hat insgesamt keinen dauerhaften Dipol.
Beispiel

Warum ist Wasser polar?

Wasser hat zwei polare \(O-H\)-Bindungen. Das Molekuel ist gewinkelt, weil am Sauerstoff auch freie Elektronenpaare sitzen. Die Bindungsdipole heben sich deshalb nicht auf. Wasser ist ein Dipolmolekuel.

Gut zu wissen

Das ist der Grund, warum Strukturformeln mehr koennen als Summenformeln: \(CO_2\) und \(H_2O\) zeigen erst durch ihre Form, ob sich Dipole aufheben.

Pruefungsmodus

In Aufgaben musst du kovalent, ionisch und metallisch sauber trennen. Suche zuerst die beteiligten Elemente. Dann fragst du: Werden Elektronen geteilt, uebertragen oder in einem Metallgitter frei beweglich?

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Zusammenfassung

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