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Satzarten im Deutschen

Lerne die verschiedenen Satzarten kennen und erfahre, wo das Verb steht und welches Satzschlusszeichen am Ende gesetzt wird.

Wenn du Sätze schreibst, zeigst du mit der Satzart, was du eigentlich tun willst: etwas erzählen, etwas fragen oder jemanden zu etwas auffordern. Dafür brauchst du nicht nur Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen. Du achtest auch auf die Stellung des Verbs und auf die Wirkung des Satzes.

Deine Lernziele
  • Ich kann Aussagesatz, Fragesatz und Aufforderungssatz unterscheiden.
  • Ich kann passende Satzschlusszeichen setzen.
  • Ich kann Entscheidungsfragen und Ergänzungsfragen erkennen.
  • Ich kann die Stellung des Verbs als Hinweis nutzen.
  • Ich kann Satzarten in kleinen Texten sicher bestimmen und umformen.

Was sind Satzarten?

Satzarten zeigen, welche Absicht ein Satz hat. Ein Satz kann etwas mitteilen, eine Frage stellen, jemanden auffordern, ein Gefühl ausdrücken oder einen Wunsch äußern.

In diesem Thema stehen drei Satzarten im Mittelpunkt: Aussagesatz, Fragesatz und Aufforderungssatz. Sie kommen im Alltag ständig vor: in Gesprächen, Aufgaben, Briefen, Geschichten und Chats.

Definition

Satzart

Eine Satzart beschreibt, welche Funktion ein Satz hat, zum Beispiel Aussage, Frage oder Aufforderung. Hinweise sind Satzzeichen, Verbposition und Betonung.

Beispiel

Drei Satzarten mit ähnlichem Inhalt:

Du öffnest das Fenster.

Öffnest du das Fenster?

Öffne bitte das Fenster!

Fast dieselben Wörter, aber drei verschiedene Absichten: mitteilen, fragen, auffordern.

Merke

Bestimme Satzarten nicht nur nach dem Satzzeichen. Frage auch: Was will der Satz bewirken?

Der Aussagesatz

Ein Aussagesatz informiert, erzählt, beschreibt oder behauptet etwas. Am Ende steht meistens ein Punkt. Die Stimme fällt beim Vorlesen oft nach unten.

Im einfachen deutschen Aussagesatz steht die Personalform des Verbs meist an zweiter Stelle. Diese Personalform heißt auch finites Verb: Es ist an eine Person und Zeit angepasst, zum Beispiel gehe, gehst, ging oder hat.

Definition

Aussagesatz

Ein Aussagesatz macht eine Aussage, berichtet etwas oder stellt etwas fest. Meist endet er mit einem Punkt, und das finite Verb steht im Hauptsatz an zweiter Stelle.

Beispiel

Aussagesätze:

Mila liest ein Buch.

Heute regnet es.

Im Garten steht ein alter Baum.

Verbposition:

Mila liest ein Buch. Das Verb liest steht an zweiter Stelle.

Heute regnet es. Auch hier steht regnet an zweiter Stelle, weil Heute die erste Stelle besetzt.

Der Fragesatz

Ein Fragesatz stellt eine Frage. Am Ende steht ein Fragezeichen. Es gibt zwei wichtige Arten: Entscheidungsfragen und Ergänzungsfragen.

Eine Entscheidungsfrage kann man mit Ja oder Nein beantworten. Das finite Verb steht meistens am Anfang: Kommst du mit?

Eine Ergänzungsfrage beginnt mit einem Fragewort wie wer, was, wann, wo, warum oder wie. Danach steht das finite Verb meist an zweiter Stelle: Warum kommst du mit?

Definition

Fragesatz

Ein Fragesatz fragt nach einer Information oder Entscheidung. Er endet mit einem Fragezeichen.

Beispiel

Entscheidungsfrage:

Hast du deine Mappe dabei?

Mögliche Antwort: Ja oder nein.

Ergänzungsfrage:

Warum hast du deine Mappe nicht dabei?

Mögliche Antwort: eine Erklärung.

Prüfung:

Wenn Ja oder Nein reicht, ist es eine Entscheidungsfrage. Wenn ein Fragewort eine genauere Information verlangt, ist es eine Ergänzungsfrage.

Merke

Fragesatz ist nicht gleich Fragesatz: Ja-Nein-Fragen beginnen oft mit dem Verb, W-Fragen beginnen mit einem Fragewort.

Der Aufforderungssatz

Ein Aufforderungssatz fordert jemanden zu etwas auf. Das kann ein Befehl, eine Bitte, ein Rat, eine Warnung oder eine Einladung sein. Oft steht am Ende ein Ausrufezeichen. Bei sehr höflichen Bitten kann auch ein Punkt stehen, aber in Schulaufgaben wird meist das Ausrufezeichen erwartet.

Das Verb steht häufig am Anfang und steht im Imperativ, also in der Befehlsform: Komm! Lies! Schreibt! Sei vorsichtig!

Definition

Aufforderungssatz

Ein Aufforderungssatz fordert eine Person oder Gruppe zu einer Handlung auf. Häufig beginnt er mit einem Verb im Imperativ und endet mit einem Ausrufezeichen.

Beispiel

Aufforderungssätze:

Schließ bitte die Tür!

Lies den Satz noch einmal!

Seid leise!

Bitte warten Sie hier.

Die Wirkung kann unterschiedlich sein: freundlich, streng, warnend oder höflich. Die Satzart bleibt Aufforderung, weil jemand etwas tun soll.

Gut zu wissen

Nicht jeder Satz mit Ausrufezeichen ist ein Aufforderungssatz. "Das ist aber schön!" ist ein Ausrufesatz, weil ein Gefühl ausgedrückt wird. "Komm sofort her!" ist ein Aufforderungssatz, weil jemand handeln soll.

Satzzeichen und Verbposition zusammen nutzen

In leichten Aufgaben genügt oft das Satzzeichen. In schwierigeren Sätzen brauchst du mehr Hinweise. Achte auf Satzschlusszeichen, Verbposition und Absicht.

Manchmal fehlt das Satzzeichen in Übungen. Dann musst du aus der Satzstruktur schließen. "Gehen wir heute schwimmen" kann eine Frage sein, wenn man etwas wissen möchte. "Geh heute schwimmen" ist eine Aufforderung.

Beispiel

Bestimme Schritt für Schritt:

Satz: Stell deine Tasche unter den Tisch!

  1. Satzzeichen: Ausrufezeichen.
  2. Verb am Anfang: Stell.
  3. Absicht: Jemand soll etwas tun.
  4. Ergebnis: Aufforderungssatz.

Satz: Stellst du deine Tasche unter den Tisch?

  1. Satzzeichen: Fragezeichen.
  2. Verb am Anfang: Stellst.
  3. Antwort wäre ja oder nein.
  4. Ergebnis: Fragesatz, genauer Entscheidungsfrage.
Merke

Drei Fragen helfen: Was steht am Ende? Wo steht das Verb? Was will der Satz erreichen?

Satzarten umformen

Wenn du Satzarten umformst, bleibt der Inhalt ähnlich, aber die Absicht ändert sich. Das ist eine gute Übung, weil du dabei Verbposition und Satzzeichen bewusst benutzt.

Beispiel

Ausgangssatz:

Du machst die Hausaufgaben.

Als Fragesatz:

Machst du die Hausaufgaben?

Als Aufforderungssatz:

Mach die Hausaufgaben!

Als Aussagesatz mit anderer erster Stelle:

Heute machst du die Hausaufgaben.

Beachte: Das finite Verb steht im Aussagesatz wieder an zweiter Stelle, auch wenn "Heute" vorne steht.

Gut zu wissen

Bei Aufforderungen fehlt das Subjekt "du" oft: "Komm her!" Trotzdem ist klar, wer gemeint ist. Bei "Kommen Sie bitte herein!" ist die höfliche Anrede sichtbar.

Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Aussagesätze teilen etwas mit, Fragesätze fragen nach etwas, Aufforderungssätze wollen eine Handlung auslösen. Die Satzzeichen helfen: Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen.

Noch sicherer wirst du, wenn du zusätzlich die Verbposition und die Absicht prüfst. So kannst du auch Sätze bestimmen, bei denen das Satzzeichen fehlt oder bei denen ein Ausrufezeichen nicht automatisch eine Aufforderung bedeutet.