Wenn du über morgen, nächste Woche oder eine Vermutung sprichst, brauchst du oft Zukunftsformen. Im Deutschen heißen sie Futur I und Futur II.
Nach dieser Erklärung kannst du beide Formen bilden, ihre Bedeutung unterscheiden und in gemischten Aufgaben sicher entscheiden, welche Form passt.
- Ich kann erklären, was Futur I und Futur II ausdrücken.
- Ich kann Futur I mit „werden“ und Infinitiv bilden.
- Ich kann Futur II mit „werden“, Partizip II und „haben“ oder „sein“ bilden.
- Ich kann Zukunft, Vermutung und abgeschlossene Zukunft unterscheiden.
- Ich kann in Prüfungsaufgaben die passende Futurform erkennen und begründen.
Futur I: Zukunft oder Vermutung
Das Futur I ist eine Zeitform des Verbs. Es kann zeigen, dass etwas erst später passiert. Es kann aber auch eine Vermutung ausdrücken.
Futur I
Das Futur I besteht aus einer konjugierten Form von „werden“ und dem Infinitiv des Vollverbs. Es beschreibt häufig Zukünftiges oder eine Vermutung.
Die Form ist: werden + Infinitiv. Das finite Verb „werden“ steht an der normalen Verbposition. Der Infinitiv steht meist am Satzende.
Verb: lernen
- ich werde lernen
- du wirst lernen
- er/sie/es wird lernen
- wir werden lernen
- ihr werdet lernen
- sie werden lernen
Satz: Morgen werde ich für die Prüfung lernen.
Vermutung in der Gegenwart:
Satz: Es ist schon spät. Tom wird zu Hause sein.
Der Satz meint nicht sicher die Zukunft. Er bedeutet: Ich vermute jetzt, dass Tom zu Hause ist.
Futur I erkennst du oft an „werden“ plus Infinitiv: „ich werde schreiben“, „du wirst üben“, „sie werden kommen“.
Futur II: abgeschlossene Zukunft
Das Futur II beschreibt, dass etwas zu einem zukünftigen Zeitpunkt schon abgeschlossen ist. Es schaut also aus der Zukunft auf eine fertige Handlung.
Futur II
Das Futur II besteht aus „werden“, dem Partizip II des Vollverbs und „haben“ oder „sein“. Es beschreibt eine Handlung, die in der Zukunft abgeschlossen sein wird, oder eine Vermutung über Vergangenes.
Die Form ist: werden + Partizip II + haben/sein.
Verb: machen
- Präsens: Ich mache die Hausaufgaben.
- Futur I: Ich werde die Hausaufgaben machen.
- Futur II: Ich werde die Hausaufgaben gemacht haben.
Der Futur-II-Satz meint: Zu einem späteren Zeitpunkt sind die Hausaufgaben fertig.
Mit „sein“:
Satz: Bis acht Uhr wird der Bus angekommen sein.
„Angekommen“ ist das Partizip II. Bei Bewegungsverben und Zustandswechseln steht häufig „sein“.
Futur II kann auch eine Vermutung über die Vergangenheit ausdrücken: „Sie wird den Text gelesen haben.“ Das heißt: Ich vermute, dass sie ihn gelesen hat.
So entscheidest du zwischen Futur I und Futur II
Der wichtigste Unterschied ist nicht nur „Zukunft“. Entscheidend ist, ob die Handlung zu einem späteren Zeitpunkt noch passiert oder dann schon fertig ist.
| Frage | passende Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Was wird später passieren? | Futur I | Ich werde den Aufsatz schreiben. |
| Was wird später schon fertig sein? | Futur II | Ich werde den Aufsatz geschrieben haben. |
| Was vermute ich jetzt? | Futur I | Er wird krank sein. |
| Was vermute ich über Vergangenes? | Futur II | Er wird krank gewesen sein. |
Zeitpunkt: Freitagabend
- „Am Freitag werde ich den Vortrag halten.“ Die Handlung liegt dann noch als Ereignis vor dir.
- „Am Freitagabend werde ich den Vortrag gehalten haben.“ Dann ist der Vortrag schon vorbei.
Die zweite Form braucht Futur II, weil die Handlung abgeschlossen ist.
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Prüfungsmodus: gemischte Futur-Aufgaben
In Klassenarbeiten musst du oft erkennen, ob „werden“ wirklich eine Zukunftsform bildet. Manchmal ist „werden“ auch ein Vollverb: „Sie wird Ärztin.“ Dann bedeutet es „sich entwickeln zu“.
Gehe in drei Schritten vor:
- Suche die Form von werden.
- Prüfe das Verb am Satzende: Infinitiv oder Partizip II plus haben/sein?
- Entscheide die Bedeutung: Zukunft, abgeschlossene Zukunft oder Vermutung?
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Alles auf einen Blick
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Zusammenfassung
Futur I und Futur II sind Zukunftsformen, aber sie leisten Verschiedenes. Futur I sagt, was später passiert oder vermutlich gilt. Futur II sagt, was später schon abgeschlossen sein wird oder was vermutlich schon passiert ist.
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