Manche Sätze sagen nicht direkt, was gemeint ist, und sind trotzdem sofort verständlich: „Sie hat ein Herz aus Stein.“ Niemand denkt dabei an echtes Steinmaterial. Du verstehst: Die Person wirkt kalt oder gefühllos.
Nach dieser Erklärung kannst du Metaphern erkennen, ihre Bedeutung erschließen und ihre Wirkung in einer Textanalyse erklären.
- Ich kann erklären, was eine Metapher ist.
- Ich kann Metaphern von Vergleichen unterscheiden.
- Ich kann Bildspender und Bildempfänger erkennen.
- Ich kann die Wirkung einer Metapher begründen.
- Ich kann Metaphern in Alltagssprache und Literatur deuten.
Was ist eine Metapher?
Eine Metapher überträgt Bedeutung von einem Bereich auf einen anderen. Ein Wort oder Bild wird nicht wörtlich gemeint, sondern im übertragenen Sinn. Dadurch entsteht ein anschauliches Bild im Kopf.
Metapher
Eine Metapher ist ein sprachliches Bild ohne Vergleichswort wie „wie“ oder „als“. Ein Ausdruck wird aus seinem normalen Bereich gelöst und auf einen anderen Bereich übertragen.
„Ein Meer aus Lichtern lag vor uns.“
Wörtlich gibt es kein Wasser. Gemeint sind sehr viele Lichter.
Das Wort „Meer“ bringt Eigenschaften mit: Weite, Menge, Bewegung. Diese Eigenschaften werden auf die Lichter übertragen.
Wenn ein Satz wörtlich unlogisch ist, aber bildlich Sinn ergibt, kann eine Metapher vorliegen.
Metapher oder Vergleich?
Metapher und Vergleich sind nah verwandt. Beide verbinden zwei Bereiche. Der Unterschied ist das Vergleichswort. Ein Vergleich benutzt meist „wie“ oder „als“. Eine Metapher setzt die Bereiche direkter gleich.
Vergleich: „Ihre Stimme ist weich wie Samt.“
Metapher: „Ihre Stimme ist Samt.“
Bei beiden wird die Stimme als angenehm und weich beschrieben. Die Metapher wirkt dichter und stärker, weil sie das Vergleichswort weglässt.
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Bedeutung erschließen: Bildspender und Bildempfänger
Bei einer Metapher gibt es zwei Seiten. Der Bildspender liefert das Bild. Der Bildempfänger ist das, worüber eigentlich gesprochen wird.
Bildspender und Bildempfänger
Der Bildspender ist der Bereich, aus dem das Bild kommt. Der Bildempfänger ist der Bereich, auf den die Bedeutung übertragen wird.
Metapher: „Der Streit war ein Pulverfass.“
Bildspender: Pulverfass. Es kann explodieren und ist gefährlich.
Bildempfänger: Streit.
Übertragene Bedeutung: Der Streit ist sehr angespannt und kann plötzlich eskalieren.
Wirkung: Die Situation wirkt bedrohlich und instabil.
Du musst die Begriffe Bildspender und Bildempfänger nicht immer verwenden. Sie helfen dir aber, sauber zu denken: Welches Bild wird benutzt, und worauf wird es übertragen?
Welche Wirkung hat eine Metapher?
Metaphern machen Aussagen anschaulich, dichter und emotionaler. „Er ist traurig“ ist klar. „In ihm war Winter“ lässt die Traurigkeit kälter, leerer und stärker wirken.
Metaphern können auch bewerten. Wenn ein Politiker als „Fels in der Brandung“ bezeichnet wird, wirkt er standhaft. Wenn eine Entscheidung „ein Eigentor“ heißt, wirkt sie unklug und selbstschädigend.
Textstelle: „Ihre Hoffnung war ein dünner Faden.“
Bild: ein dünner Faden.
Bedeutung: Die Hoffnung ist noch da, aber schwach und leicht zu verlieren.
Wirkung: Die Lage wirkt unsicher und zerbrechlich.
Eine gute Metapher-Analyse beantwortet drei Fragen: Welches Bild? Welche übertragene Bedeutung? Welche Wirkung?
Prüfungsmodus: Metaphern sicher analysieren
In Klassenarbeiten stehen Metaphern oft in Gedichten, Erzählungen, Reden oder Werbung. Markiere zuerst die wörtlich auffällige Stelle. Frage dann, welche Eigenschaften des Bildes übertragen werden.
Schreibe nicht: „Das macht den Text schöner.“ Das ist zu ungenau. Benenne die konkrete Wirkung: bedrohlich, zärtlich, hektisch, kalt, mächtig, verletzend, hoffnungsvoll.
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Metaphern sind sprachliche Bilder. Sie machen Texte nicht nur schöner, sondern steuern, wie du eine Situation verstehst und fühlst.
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