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Paraphrasieren

Texte sinngemäß mit eigenen Worten wiedergeben ohne abzukupfern. Wichtige Technik für Inhaltsangaben und wissenschaftliche Facharbeiten.

Manchmal darfst du einen fremden Gedanken nutzen, sollst ihn aber nicht wörtlich zitieren. Dann brauchst du eine Paraphrase: Du gibst den Inhalt in eigenen Worten wieder und zeigst trotzdem, woher der Gedanke stammt.

Nach dieser Seite kannst du sicher paraphrasieren, typische Plagiatsfallen vermeiden und entscheiden, wann ein direktes Zitat besser ist.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was Paraphrasieren bedeutet.
  • Ich kann einen Satz sinngemäß in eigenen Worten wiedergeben.
  • Ich kann Synonymtausch von echter Paraphrase unterscheiden.
  • Ich kann direkte Zitate und Paraphrasen sinnvoll auswählen.
  • Ich kann eine Paraphrase mit Quellen- oder Zeilenangabe absichern.

Was Paraphrasieren bedeutet

Paraphrasieren heißt: Du übernimmst einen Gedanken, aber nicht die Formulierung. Der Inhalt bleibt gleich, die Sprache wird deine eigene.

Definition

Paraphrase

Eine Paraphrase ist die sinngemäße Wiedergabe eines fremden Gedankens in eigenen Worten. Sie braucht in schulischen Arbeiten meistens eine Fundstelle oder Quellenangabe.

Wenn du eine Paraphrase mit Fundstelle in einem Aufsatz nutzt, wird sie oft auch indirektes Zitat genannt.

Eine echte Paraphrase verändert mehr als einzelne Wörter. Du musst den Gedanken verstanden haben, ihn neu ordnen und dann selbst formulieren.

Merke

Nur Wörter austauschen ist noch keine Paraphrase. Verändere Wortwahl, Satzbau und Blickrichtung.

Die Vier-Schritt-Methode

Arbeite langsam genug, damit du nicht am Original klebst.

  1. Lies die Stelle und kläre unbekannte Wörter.
  2. Decke den Originalsatz ab.
  3. Erkläre dir den Inhalt mündlich in einfachen Worten.
  4. Schreibe deine Version und prüfe danach: gleicher Sinn, andere Form.
Beispiel

Originalgedanke: In der Kurzgeschichte zeigt der enge Raum, dass die Figur sich eingeengt fühlt.

Schwache Version: In der Kurzgeschichte demonstriert der enge Raum, dass die Figur eingeengt ist.

Bessere Paraphrase: Der begrenzte Raum macht sichtbar, dass die Figur kaum Handlungsspielraum erlebt (vgl. Z. 8).

Warum besser? Die zweite Version übernimmt nicht einfach die Struktur. Sie erklärt denselben Gedanken mit anderer Wortwahl und anderem Satzbau.

Wann paraphrasieren, wann zitieren?

Paraphrasieren eignet sich, wenn der Gedanke wichtig ist, aber die genaue Formulierung nicht entscheidend ist. Direkt zitieren solltest du, wenn die Wortwahl selbst untersucht wird.

Definition

Direktes Zitat

Ein direktes Zitat übernimmt eine Textstelle wortgenau. Es steht in Anführungszeichen und braucht eine genaue Fundstelle.

Beispiel

Du analysierst einen Sachtext.

Paraphrase: Die Autorin kritisiert, dass Jugendliche oft nur als Problemgruppe beschrieben werden (vgl. Z. 14-16).

Direktes Zitat: Die Formulierung "Problemgruppe der Zukunft" ist wichtig, weil sie abwertend klingt.

Entscheidung: Der allgemeine Gedanke kann paraphrasiert werden. Die auffällige Formulierung solltest du zitieren, weil du genau diese Sprache untersuchst.

Gut zu wissen

In Inhaltsangaben und Analysen brauchst du häufig Paraphrasen. Sie zeigen, dass du verstanden hast und nicht nur Textstücke sammelst.

Plagiatsfallen vermeiden

Ein Plagiat entsteht, wenn ein fremder Gedanke so wirkt, als wäre er von dir. Das kann auch passieren, wenn du keine wörtliche Kopie verwendest.

Gefährlich sind diese Fehler:

  • Du änderst nur zwei Wörter.
  • Du behältst die Satzstruktur fast vollständig.
  • Du vergisst die Fundstelle.
  • Du mischst eigene Meinung und fremden Gedanken ohne Kennzeichnung.
Beispiel

Originalgedanke: Die Erzählerin berichtet unzuverlässig, weil sie wichtige Informationen verschweigt.

Zu nah: Die Erzählerin erzählt unzuverlässig, da sie wichtige Informationen nicht nennt.

Sauber: Die Darstellung wirkt nicht vollständig verlässlich: Die Erzählerin lässt entscheidende Informationen aus, sodass Lesende ihre Sicht prüfen müssen (vgl. Z. 22-24).

Prüfungsmodus

In Prüfungen brauchst du Paraphrasen vor allem bei Inhaltsangaben, Textanalysen, Erörterungen und Facharbeiten. Unter Zeitdruck hilft eine klare Entscheidung.

Frage dich:

  • Geht es um den Inhalt? Dann paraphrasiere.
  • Geht es um ein einzelnes Wort, Bild oder Stilmittel? Dann zitiere direkt.
  • Ist der Gedanke nicht von dir? Dann belege ihn.
  • Ist deine Version noch sehr nah am Original? Dann formuliere neu.
Merke

Eine gute Paraphrase ist treu im Sinn und frei in der Form.

Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung: Paraphrasieren heißt, fremde Gedanken in eigenen Worten wiederzugeben. Du änderst nicht nur einzelne Wörter, sondern erklärst den Sinn selbstständig. In Prüfungen entscheidest du: Inhalt paraphrasieren, auffällige Sprache zitieren, fremde Gedanken belegen.