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Partizipien (Mittelwörter)

Mittelwort der Gegenwart vs. Mittelwort der Vergangenheit: Bildung, Verwendung als Adjektiv und Rolle bei zusammengesetzten Zeitformen.

Aus Verben können Formen entstehen, die sich fast wie Adjektive verhalten: ein lachendes Kind, ein gelöster Fall, ein geschriebener Text. Diese Formen heißen Partizipien.

Du lernst hier den Unterschied zwischen Partizip I und Partizip II. Danach kannst du sie bilden, in Sätzen erkennen und in Prüfungsaufgaben passend auswählen.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was ein Partizip ist.
  • Ich kann das Partizip I bilden und seine aktive Bedeutung erkennen.
  • Ich kann das Partizip II bei regelmäßigen und unregelmäßigen Verben bilden.
  • Ich kann Partizipien als Adjektive und in Zeitformen erkennen.
  • Ich kann zwischen laufender und abgeschlossener Handlung unterscheiden.

Was Partizipien sind

Ein Partizip ist eine Verbform, die Eigenschaften eines Verbs und eines Adjektivs verbindet. Sie wird aus einem Verb gebildet, kann aber ein Nomen genauer beschreiben.

Definition

Partizip

Ein Partizip ist eine vom Verb abgeleitete Form. Im Deutschen gibt es Partizip I und Partizip II. Partizipien können wie Adjektive vor Nomen stehen oder bei Zeitformen gebraucht werden.

Beispiel

Verb: lachen

Partizip I: lachend

Satz: Das lachende Kind winkt.

Verb: lösen

Partizip II: gelöst

Satz: Die gelöste Aufgabe liegt auf dem Tisch.

Merke

Partizip I zeigt oft: etwas geschieht gerade oder aktiv. Partizip II zeigt oft: etwas ist abgeschlossen oder passiv betroffen. Prüffrage: Handelt das Nomen selbst, oder ist mit ihm etwas passiert?

Partizip I: Bildung und Bedeutung

Das Partizip I heißt auch Partizip Präsens. Du bildest es fast immer, indem du an den Infinitiv ein -d anhängst.

Definition

Partizip I

Das Partizip I wird mit Infinitiv + d gebildet. Es beschreibt meistens eine laufende, gleichzeitige oder aktive Handlung. Beispiele: lachend, wartend, schreibend.

Beispiel

Infinitiv: spielen

Partizip I: spielend

Als Adjektiv: die spielenden Kinder

Umformung: die Kinder, die spielen

Das Partizip I beschreibt die Kinder aktiv: Sie spielen selbst.

Beispiel

Infinitiv: rennen

Partizip I: rennend

Satz: Rennend erreichte er den Bus.

Bedeutung: Er rannte und erreichte dabei den Bus. Die Handlung läuft gleichzeitig ab.

Gut zu wissen

Bei „sein“ und „tun“ lautet die Form „seiend“ und „tuend“. Diese Formen sind selten. In Klassenarbeiten sind häufigere Verben wie lesen, schreiben, lachen, warten und arbeiten wichtiger.

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Partizip II: Bildung und Bedeutung

Das Partizip II heißt auch Partizip Perfekt. Du brauchst es für das Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II, Passiv und als Adjektiv.

Definition

Partizip II

Das Partizip II ist eine Verbform für abgeschlossene oder passive Bedeutungen. Bei regelmäßigen Verben steht oft ge- + Stamm + -t: gemacht. Bei starken Verben steht oft ge- + veränderter Stamm + -en: geschrieben.

Beispiel

Regelmäßige Verben:

machen -> gemacht

lernen -> gelernt

arbeiten -> gearbeitet

Bei „arbeiten“ kommt ein -e- vor die Endung, damit die Form aussprechbar bleibt.

Beispiel

Starke Verben:

schreiben -> geschrieben

finden -> gefunden

gehen -> gegangen

Diese Formen musst du oft lernen, weil sich der Stamm verändern kann.

Beispiel

Partizip II in Zeitformen:

Ich habe den Text geschrieben.

Wir waren früh gegangen.

Partizip II als Adjektiv:

der geschriebene Text

die geöffnete Tür

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Besondere Formen beim Partizip II

Beim Partizip II gibt es wichtige Ausnahmen. Sie sind prüfungsrelevant, weil viele Fehler genau hier entstehen.

Beispiel

Verben auf -ieren:

studieren -> studiert

reparieren -> repariert

markieren -> markiert

Diese Verben bekommen kein ge-.

Beispiel

Untrennbare Vorsilben:

besuchen -> besucht

erzählen -> erzählt

verstehen -> verstanden

Auch bei be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp-, miss- steht normalerweise kein ge- vor dem Verb.

Beispiel

Trennbare Verben:

aufmachen -> aufgemacht

einkaufen -> eingekauft

ankommen -> angekommen

Bei trennbaren Verben rutscht „ge“ zwischen Vorsilbe und Verb.

Merke

Nicht jedes Partizip II beginnt mit ge-. Achte auf -ieren, untrennbare Vorsilben und trennbare Verben.

Verwendung: Adjektiv, Zeitform, Passiv

Partizipien können vor einem Nomen stehen. Dann verhalten sie sich wie Adjektive und bekommen passende Endungen.

Beispiel

Partizip I als Adjektiv:

der singende Vogel

die singende Schülerin

die singenden Kinder

Bedeutung: Sie singen selbst.

Beispiel

Partizip II als Adjektiv:

der geöffnete Brief

die gelöste Aufgabe

das gekochte Essen

Bedeutung: Mit dem Brief, der Aufgabe oder dem Essen ist etwas passiert.

Partizip II steht auch in zusammengesetzten Zeitformen und im Passiv.

Beispiel

Perfekt: Ich habe die Aufgabe gelöst.

Plusquamperfekt: Ich hatte die Aufgabe gelöst.

Passiv: Die Aufgabe wird gelöst.

In allen drei Sätzen ist „gelöst“ das Partizip II.

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Prüfungsmodus

In Klassenarbeiten musst du häufig entscheiden, ob Partizip I oder Partizip II passt. Die wichtigste Frage lautet: Handelt das Nomen selbst, oder ist mit ihm etwas passiert?

Beispiel

Aufgabe: Setze das passende Partizip ein.

Verb: kochen

Das kochende Wasser sprudelt.

Bedeutung: Das Wasser kocht gerade.

Das gekochte Gemüse liegt auf dem Teller.

Bedeutung: Das Gemüse wurde gekocht.

Beispiel

Umformung:

Relativsatz: Die Schülerin, die schreibt, hebt die Hand.

Partizipialform: Die schreibende Schülerin hebt die Hand.

Relativsatz: Der Text, der geschrieben wurde, ist lang.

Partizipialform: Der geschriebene Text ist lang.

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Partizipien sind Verbformen mit Adjektiv-Eigenschaften. Das Partizip I bildest du mit Infinitiv + d und nutzt es oft für aktive, gleichzeitige Handlungen: „das lachende Kind“.

Das Partizip II brauchst du für abgeschlossene oder passive Bedeutungen, für Perfektformen und für das Passiv: „der geschriebene Text“, „ich habe geschrieben“, „der Text wird geschrieben“. In Prüfungen entscheidest du zuerst nach der Bedeutung und dann nach der richtigen Form.