Wenn du erzählst, was gestern, letzte Woche oder eben gerade passiert ist, benutzt du im Deutschen sehr oft das Perfekt. Es klingt im Alltag natürlicher als viele Präteritumformen. Nach dieser Seite kannst du das Perfekt bilden, das richtige Hilfsverb wählen und typische Prüfungsfallen erkennen.
- Ich kann erklären, wann man das Perfekt verwendet.
- Ich kann das Perfekt mit einer Form von "haben" oder "sein" und dem Partizip II bilden.
- Ich kann entscheiden, wann "haben" und wann "sein" passt.
- Ich kann regelmäßige, starke, trennbare und untrennbare Partizipien erkennen.
- Ich kann Perfektformen in Sätzen prüfen und verbessern.
Was ist das Perfekt?
Das Perfekt ist eine Zeitform der Vergangenheit. Du verwendest es besonders oft beim Sprechen, in Nachrichten, in Erzählungen aus dem Alltag und in persönlichen Texten. Es beschreibt meistens etwas, das abgeschlossen ist.
Perfekt
Das Perfekt ist eine zusammengesetzte Zeitform. Es besteht aus einer Personalform von haben oder sein im Präsens und dem Partizip II des Vollverbs.
Satz: Ich habe meine Mappe gesucht.
- habe = Hilfsverb im Präsens
- gesucht = Partizip II von suchen
- Zusammen zeigt die Form: Die Suche liegt in der Vergangenheit.
Satz: Wir sind nach Hause gegangen.
- sind = Hilfsverb im Präsens
- gegangen = Partizip II von gehen
Grundformel: haben/sein im Präsens + Partizip II = Perfekt.
Selten kann das Perfekt auch etwas Zukünftiges meinen, wenn eine Zeitangabe zeigt, dass es bis dahin abgeschlossen sein wird: Bis Freitag habe ich das Buch gelesen. Für die meisten Schulaufgaben ist aber die Vergangenheit die wichtigste Verwendung.
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Die Bauteile: Hilfsverb und Partizip II
Das Hilfsverb passt sich an die Person an: ich habe, du hast, er hat, wir haben oder ich bin, du bist, sie ist, wir sind. Das Partizip II bleibt im Satz unverändert.
Mit haben:
- ich habe gelernt
- du hast gelernt
- sie hat gelernt
- wir haben gelernt
Mit sein:
- ich bin gekommen
- du bist gekommen
- er ist gekommen
- wir sind gekommen
Das Hilfsverb heißt Hilfsverb, weil es die Zeitform trägt. Die eigentliche Handlung steckt im Vollverb, also im Partizip II: gelernt, gekommen, geschrieben, gefahren.
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Das Partizip II bilden
Das Partizip II ist die Verbform, die im Perfekt meistens am Satzende steht. Bei regelmäßigen Verben ist die Bildung sehr gut erkennbar. Bei starken und gemischten Verben musst du die Form oft lernen.
Regelmäßige Verben:
- lernen -> gelernt
- spielen -> gespielt
- warten -> gewartet
Starke Verben:
- gehen -> gegangen
- schreiben -> geschrieben
- sehen -> gesehen
Gemischte Verben:
- bringen -> gebracht
- denken -> gedacht
Regelmäßige Verben bilden oft ge- + Stamm + -t. Starke Verben enden oft auf -en und verändern manchmal den Stamm: schreiben -> geschrieben.
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Besonderheiten bei Vorsilben und -ieren
Nicht jedes Partizip II beginnt mit ge-. Bei vielen Verben mit Vorsilbe musst du genau hinsehen. Entscheidend ist, ob die Vorsilbe trennbar ist.
Trennbare und untrennbare Verben
Bei trennbaren Verben kann die Vorsilbe im Satz allein stehen: "Ich stehe früh auf." Bei untrennbaren Verben bleibt die Vorsilbe fest am Verb: "Ich verstehe die Aufgabe."
Trennbare Verben: ge steht zwischen Vorsilbe und Verb.
- aufräumen -> aufgeräumt
- mitbringen -> mitgebracht
- einkaufen -> eingekauft
Untrennbare Verben: kein ge-.
- verstehen -> verstanden
- besuchen -> besucht
- erklären -> erklärt
Verben auf -ieren: ebenfalls ohne ge-.
- trainieren -> trainiert
- kontrollieren -> kontrolliert
Bei be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp- steht im Partizip II normalerweise kein zusätzliches ge-. Bei Verben auf -ieren auch nicht.
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Haben oder sein?
Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben. Sein brauchst du vor allem bei Verben, die eine Bewegung zu einem Ziel oder eine Veränderung ausdrücken. Außerdem bilden einige wichtige Verben ihr Perfekt mit sein.
Perfekt mit haben:
- Ich habe ein Foto gemacht.
- Sie hat Musik gehört.
- Wir haben über den Ausflug gesprochen.
Perfekt mit sein:
- Ich bin zur Schule gegangen.
- Der Ball ist ins Wasser gefallen.
- Meine Schwester ist müde geworden.
- Wir sind zu Hause geblieben.
Nicht jede Bewegung nimmt automatisch "sein". Wenn ein Verb ein Akkusativobjekt hat, steht oft haben: "Ich habe den Wagen gefahren." Ohne Objekt und mit Ortswechsel heißt es dagegen häufig: "Ich bin nach Berlin gefahren."
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Wortstellung im Perfekt
Im normalen Aussagesatz steht das Hilfsverb an zweiter Stelle. Das Partizip II steht meistens am Ende. Wenn du nur auf das Ende schaust, übersiehst du leicht das Hilfsverb.
Normaler Aussagesatz:
Lea hat gestern ihr Zimmer aufgeräumt.
- Stelle 1: Lea
- Stelle 2: hat
- Satzende: aufgeräumt
Frage:
Hat Lea gestern ihr Zimmer aufgeräumt?
Nebensatz:
..., weil Lea gestern ihr Zimmer aufgeräumt hat.
Im Nebensatz wandert die finite Verbform, also hat, ans Ende.
Aussagesatz: Hilfsverb auf Position 2, Partizip II am Ende. Nebensatz: beide Verbteile stehen am Ende, das Hilfsverb ganz zuletzt.
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Prüfungsmodus: Formen prüfen und verbessern
In Aufgaben zum Perfekt musst du oft nicht nur Formen bilden, sondern Fehler finden. Prüfe dann drei Dinge: Hilfsverb, Partizip II und Wortstellung.
Fehlerhafter Satz: Wir haben gestern ins Kino gegangen.
- Partizip II: gegangen ist richtig.
- Hilfsverb: gehen mit Ortswechsel bildet das Perfekt mit sein.
- Korrektur: Wir sind gestern ins Kino gegangen.
Fehlerhafter Satz: Ich bin den Kuchen gebacken.
- Partizip II: gebacken ist richtig.
- "Den Kuchen" ist ein Akkusativobjekt.
- Korrektur: Ich habe den Kuchen gebacken.
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Alles auf einen Blick
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Zusammenfassung
Das Perfekt ist eine zusammengesetzte Vergangenheitsform. Du bildest es mit haben oder sein im Präsens und dem Partizip II: "ich habe gelernt", "ich bin gegangen".
Die meisten Verben stehen mit haben. Sein passt häufig bei einer Bewegung zu einem Ziel, bei einer Zustandsänderung und bei Verben wie sein, bleiben und werden. Wenn du Hilfsverb, Partizip II und Wortstellung einzeln prüfst, kannst du Perfektformen sicher bilden und Fehler erklären.
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