‹ Deutsch

Prädikat (Satzaussage)

Was ist ein Prädikat und wie bestimmt man es? Lerne einteilige und mehrteilige Prädikate (Verbformen) im Satz sicher zu erkennen.

Wenn das Subjekt sagt, um wen oder was es geht, sagt das Prädikat, was dazu ausgesagt wird. Es ist der Verbkern des Satzes und zeigt Handlung, Zustand oder Geschehen. Nach dieser Seite kannst du einteilige und mehrteilige Prädikate erkennen und von anderen Satzgliedern trennen.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was ein Prädikat ist.
  • Ich kann die Prädikatsfrage anwenden.
  • Ich kann einteilige und mehrteilige Prädikate unterscheiden.
  • Ich kann trennbare Verben, Hilfsverben und Modalverben im Prädikat erkennen.
  • Ich kann Prädikat und Objekt nicht verwechseln.

Was das Prädikat ist

Ein Satz wie "Der Hund" ist noch keine vollständige Aussage. Erst "Der Hund schläft" oder "Der Hund hat gebellt" sagt wirklich etwas aus. Das Prädikat ist dabei der Teil mit dem Verb.

Definition

Prädikat

Das Prädikat ist der verbale Kern eines Satzes. Es sagt aus, was das Subjekt tut, was geschieht oder in welchem Zustand das Subjekt ist.

In der Schulgrammatik fragst du oft: Was tut das Subjekt? Manchmal passt auch: Was geschieht mit dem Subjekt? oder Wie ist das Subjekt?

Beispiel

Satz: "Die Klasse lacht."

  1. Subjekt: Wer oder was lacht? die Klasse.
  2. Prädikatsfrage: Was tut die Klasse?
  3. Antwort: lacht.

Das Prädikat ist lacht.

Merke

Das Prädikat enthält immer mindestens eine Verbform. Ohne Prädikat entsteht normalerweise kein vollständiger Satz.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Einteiliges Prädikat

Das einfachste Prädikat besteht aus nur einer Verbform. Diese Verbform ist finit, also an Person und Zahl angepasst.

Definition

Einteiliges Prädikat

Ein einteiliges Prädikat besteht aus einer einzigen Verbform: Lea liest. Der Ball rollt. Wir warten.

Beispiel

Satz: "Die Sonne scheint."

Subjekt: die Sonne Prädikat: scheint

Warum? "scheint" ist die gebeugte Verbform. Sie passt zu "die Sonne": sie scheint.

Auch Verben wie sein, werden und bleiben können Prädikate bilden. Dann steht oft ein Adjektiv oder Nomen dazu, das die Aussage ergänzt.

Beispiel

Satz: "Der Raum ist hell."

Das Prädikat enthält die Verbform ist. Das Adjektiv hell beschreibt den Zustand des Subjekts. In der Schule wird die genaue Einordnung je nach Grammatikmodell unterschiedlich behandelt; wichtig für dich ist: Die zentrale Verbform ist ist.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Mehrteiliges Prädikat

Viele deutsche Prädikate bestehen aus mehreren Teilen. Das passiert bei Perfekt, Futur, Passiv, Modalverben und trennbaren Verben.

Definition

Mehrteiliges Prädikat

Ein mehrteiliges Prädikat besteht aus mehreren Teilen, die zusammen die Verbhandlung bilden: hat gelernt, wird kommen, kann schwimmen, ruft an.

Beispiel

Perfekt: "Lina hat den Text gelesen."

  1. Die finite Verbform ist hat.
  2. Das Partizip ist gelesen.
  3. Zusammen bilden sie das Prädikat: hat gelesen.

"den Text" gehört nicht zum Prädikat. Es ist das, was gelesen wurde.

Beispiel

Modalverb: "Noah muss die Aufgabe erklären."

  1. muss zeigt die Pflicht.
  2. erklären trägt die Hauptbedeutung.
  3. Prädikat: muss erklären.

"die Aufgabe" ist nicht Teil des Prädikats, sondern ein Objekt.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Trennbare Verben im Prädikat

Trennbare Verben machen Prädikate besonders tückisch, weil ein Teil am Satzende steht.

Definition

Trennbares Verb

Ein trennbares Verb hat eine Vorsilbe, die im Hauptsatz oft abgetrennt wird: aufstehen -> ich stehe auf.

Beispiel

Satz: "Tom räumt nach dem Essen auf."

  1. Frage: Was tut Tom?
  2. Antwort: räumt auf.
  3. "nach dem Essen" ist eine Zeitangabe.

Prädikat: räumt auf.

Beispiel

Satz: "Die Lehrerin liest die Aufgabe vor."

Das Verb heißt vorlesen. Im Hauptsatz steht es getrennt: liest ... vor. Das Objekt "die Aufgabe" steht dazwischen, gehört aber nicht zum Prädikat.

Merke

Suche bei Prädikaten immer bis ans Satzende. Gerade dort versteckt sich oft der zweite Teil eines trennbaren Verbs oder einer zusammengesetzten Zeitform.

Prädikat, Subjekt und Objekt unterscheiden

Satzglieder arbeiten zusammen, aber sie haben verschiedene Aufgaben. Das Prädikat ist nicht automatisch alles, was nach dem Subjekt kommt.

Beispiel

Satz: "Der Junge schenkt seiner Schwester ein Buch."

Subjekt: Wer schenkt? der Junge Prädikat: Was tut der Junge? schenkt Dativobjekt: Wem schenkt er etwas? seiner Schwester Akkusativobjekt: Wen oder was schenkt er? ein Buch

Das Prädikat ist nur die Verbform schenkt. Die anderen Satzglieder ergänzen sie.

Gut zu wissen

Manche Verben verlangen bestimmte Ergänzungen. "geben" braucht meist jemanden, der gibt, etwas, das gegeben wird, und jemanden, der es bekommt. Trotzdem gehören diese Ergänzungen nicht alle zum Prädikat; sie hängen vom Prädikat ab.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Alles auf einen Blick

Interaktive Mindmap wird geladen ...

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Abschluss-Check

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Das Prädikat ist der verbale Kern des Satzes. Es enthält mindestens eine Verbform und sagt, was das Subjekt tut, was geschieht oder in welchem Zustand etwas ist. Es kann einteilig sein wie lacht oder mehrteilig wie hat gelacht, wird lachen, muss lachen oder lacht ... los. Suche bei deutschen Sätzen immer alle Verbteile, aber trenne Objekte und Angaben vom Prädikat.