Wenn du erzählst, was gerade passiert, was oft gilt oder was morgen fest geplant ist, brauchst du meistens das Präsens. Es ist die Zeitform, die dir im Unterricht, in Nachrichten, in Beschreibungen und in Gesprächen ständig begegnet.
Nach dieser Erklärung kannst du Präsensformen bilden, typische Verwendungen erkennen und in gemischten Aufgaben begründen, warum ein Satz im Präsens steht.
- Ich kann erklären, was das Präsens bedeutet.
- Ich kann regelmäßige Verben im Präsens konjugieren.
- Ich kann wichtige unregelmäßige Präsensformen erkennen.
- Ich kann entscheiden, wann Präsens Gegenwart, Zukunft oder eine allgemeine Aussage ausdrückt.
- Ich kann typische Fehler bei Präsensendungen vermeiden.
Was das Präsens ausdrückt
Das Präsens heißt auch Gegenwart. Der Name hilft, aber er erklärt noch nicht alles. Im Deutschen kann das Präsens nämlich mehr als nur den Augenblick beschreiben.
Präsens
Das Präsens ist eine Zeitform des Verbs. Es kann ausdrücken, dass etwas jetzt passiert, regelmäßig geschieht, allgemein gilt oder in der Zukunft fest geplant ist. Die genaue Bedeutung erkennst du oft am Zusammenhang und an Zeitangaben.
Jetzt: Ich schreibe eine Nachricht.
Regelmäßig: Jeden Montag trainiert Sara.
Allgemein gültig: Wasser gefriert bei null Grad.
Zukunft mit Zeitangabe: Morgen besuchen wir die Ausstellung.
Frage nicht nur: "Steht der Satz in der Gegenwart?" Frage auch: "Welche Zeitangabe und welche Situation stehen im Satz?"
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Regelmäßige Verben bilden
Bei regelmäßigen Verben bleibt der Verbstamm gleich. Du nimmst die Grundform, streichst meist -en und hängst die passende Personalendung an.
Konjugation
Konjugation bedeutet: Ein Verb wird an die Person angepasst. Aus "lernen" werden zum Beispiel "ich lerne", "du lernst", "er lernt".
Grundform: lernen
- Endung wegnehmen: lern-
- Person bestimmen: du
- Endung anhängen: du lernst
So entstehen die Formen:
- ich lerne
- du lernst
- er/sie/es lernt
- wir lernen
- ihr lernt
- sie lernen
Die wichtigsten Präsensendungen sind: ich -e, du -st, er/sie/es -t, wir -en, ihr -t, sie -en. Weil er/sie/es und ihr beide oft -t haben, musst du das Subjekt immer mitlesen.
Bei manchen Stämmen brauchst du ein zusätzliches e, damit die Form gut aussprechbar bleibt: du arbeitest, er arbeitet, ihr arbeitet.
arbeiten
- ich arbeite
- du arbeitest
- er arbeitet
- wir arbeiten
- ihr arbeitet
- sie arbeiten
Ohne das zusätzliche e wäre "du arbeitst" schwer auszusprechen und falsch.
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Unregelmäßige Verben und starke Verben
Nicht alle Verben halten den Stamm im Präsens gleich. Besonders häufig sind sein, haben, werden und starke Verben mit Vokalwechsel.
unregelmäßiges Verb
Ein unregelmäßiges Verb verändert seine Form nicht nur durch die normalen Endungen. Manchmal ändert sich auch der Stamm oder die Form ist ganz besonders.
sein: ich bin, du bist, er ist, wir sind, ihr seid, sie sind
haben: ich habe, du hast, er hat, wir haben, ihr habt, sie haben
werden: ich werde, du wirst, er wird, wir werden, ihr werdet, sie werden
Bei starken Verben ändert sich der Stamm oft nur in der 2. und 3. Person Singular.
fahren: ich fahre, du fährst, er fährt, wir fahren
lesen: ich lese, du liest, sie liest, wir lesen
geben: ich gebe, du gibst, er gibt, wir geben
Wenn du unsicher bist, prüfe besonders "du" und "er/sie/es". Dort verstecken sich viele Präsens-Ausnahmen.
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Präsens oder eine andere Zeitform?
In Prüfungen sollst du oft nicht nur Formen bilden, sondern Zeitformen unterscheiden. Dafür schaust du auf das finite Verb, also die gebeugte Verbform.
Präsens: Wir besuchen das Museum.
Präteritum: Wir besuchten das Museum.
Perfekt: Wir haben das Museum besucht.
Futur I: Wir werden das Museum besuchen.
Das Präsens kann zwar Zukunft meinen, aber es bleibt grammatisch Präsens: "Morgen besuchen wir das Museum." Das Wort "morgen" ändert die Bedeutung, nicht die Verbform.
In Inhaltsangaben, Beschreibungen und Erklärungen benutzt du im Deutschunterricht häufig das Präsens. Auch wenn eine Kurzgeschichte in der Vergangenheit spielt, schreibst du in der Inhaltsangabe meistens: "Die Figur erkennt am Ende ihren Fehler."
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Prüfungsmodus: gemischt entscheiden
In gemischten Aufgaben gehst du am besten in drei Schritten vor.
Aufgabe: Bestimme die Zeitform und erkläre die Verwendung.
Satz: Morgen beginnt das Turnier.
- Verbform suchen: beginnt
- Zeitform bestimmen: Präsens
- Verwendung erklären: Zukunft, weil "morgen" eine zukünftige Zeitangabe ist.
Antwort: Der Satz steht im Präsens. Es drückt hier eine geplante Zukunft aus.
Fehler finden:
Falsch: Du arbeitst sehr konzentriert.
Korrektur: Du arbeitest sehr konzentriert.
Begründung: Der Stamm endet auf t. Deshalb braucht die Form ein zusätzliches e.
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Zusammenfassung
Das Präsens ist die wichtigste Zeitform im Deutschen. Du bildest es bei regelmäßigen Verben aus Stamm und Personalendung. Bei starken und unregelmäßigen Verben musst du auf besondere Formen achten, vor allem bei du und er/sie/es.
Für die Prüfung reicht es nicht, nur "Gegenwart" zu sagen. Präsens kann auch regelmäßige Handlungen, allgemeingültige Aussagen und fest geplante Zukunft ausdrücken.
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