Mit Relativpronomen kannst du zwei Informationen elegant verbinden: "Das ist der Schüler. Er hat gewonnen." wird zu "Das ist der Schüler, der gewonnen hat." Dadurch wird dein Satz genauer und dein Text klingt flüssiger.
Nach dieser Erklärung kannst du Relativpronomen auswählen, Relativsätze bilden und in gemischten Aufgaben Kasus, Genus und Numerus begründen.
- Ich kann erklären, was Relativpronomen und Relativsätze sind.
- Ich kann das Bezugswort eines Relativpronomens finden.
- Ich kann Genus und Numerus vom Bezugswort ableiten.
- Ich kann den Kasus des Relativpronomens aus dem Relativsatz bestimmen.
- Ich kann Relativsätze mit Präpositionen, Genitiv, "was" und "wo" einordnen.
Relativpronomen und Relativsatz
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen oder Pronomen genauer erklärt. Er steht meist direkt hinter seinem Bezugswort und wird mit Komma abgetrennt.
Relativpronomen
Ein Relativpronomen leitet einen Relativsatz ein und bezieht sich auf ein Bezugswort im Hauptsatz. Häufige Formen sind der, die, das, den, dem, deren, dessen und welche.
Relativsatz
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Bezugswort genauer beschreibt. Das gebeugte Verb steht im Relativsatz am Ende.
Zwei Sätze: Ich sehe den Hund. Der Hund bellt laut.
Mit Relativsatz: Ich sehe den Hund, der laut bellt.
"der" bezieht sich auf "den Hund" und leitet den Relativsatz ein.
Relativsätze stehen im Deutschen mit Komma. Das Verb wandert im Relativsatz ans Ende: "den ich gestern gesehen habe".
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Der wichtigste Entscheidungsweg
Die Form des Relativpronomens hängt von zwei Stellen ab. Das Bezugswort liefert Genus und Numerus. Der Relativsatz liefert den Kasus.
Bezugswort
Das Bezugswort ist das Wort im Hauptsatz, auf das sich das Relativpronomen bezieht. Meist ist es ein Nomen direkt vor dem Relativsatz.
Satz: Das ist der Lehrer, der uns Mathe erklärt.
Bezugswort: der Lehrer
Genus/Numerus: maskulin Singular
Funktion im Relativsatz: Wer erklärt uns Mathe? der
Kasus: Nominativ
Relativpronomen: der
Satz: Das ist der Lehrer, den wir gefragt haben.
Bezugswort: der Lehrer -> maskulin Singular
Funktion im Relativsatz: Wen haben wir gefragt? den
Kasus: Akkusativ
Relativpronomen: den
Genus und Numerus kommen vom Bezugswort. Der Fall kommt aus dem Relativsatz. Deshalb kann "der Lehrer, den ..." richtig sein, obwohl "der Lehrer" im Hauptsatz Nominativ ist.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Nominativ, Akkusativ und Dativ
Im Nominativ ist das Relativpronomen Subjekt des Relativsatzes. Im Akkusativ oder Dativ ist es Objekt.
Nominativ: Die Frau, die den Bus fährt, ist freundlich.
Frage: Wer fährt den Bus? die.
Akkusativ: Die Frau, die wir grüßen, ist freundlich.
Frage: Wen grüßen wir? die.
Bei feminin Singular sehen Nominativ und Akkusativ gleich aus. Die Satzrolle ist trotzdem verschieden.
Dativ: Der Mann, dem wir danken, lächelt.
Plural Dativ: Die Kinder, denen wir helfen, winken.
"denen" ist die typische Dativ-Plural-Form.
Wenn eine Form gleich aussieht, löst du die Aufgabe nicht durch Raten, sondern durch die Frage im Relativsatz: wer? wen? wem?
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Genitiv und Präpositionen
Der Genitiv zeigt bei Relativpronomen oft Zugehörigkeit an: dessen oder deren. Das klingt schriftsprachlich, kommt aber in Prüfungen häufig vor.
Der Junge, dessen Fahrrad kaputt ist, kommt zu spät.
Die Frau, deren Hund bellt, wohnt nebenan.
Die Kinder, deren Eltern warten, stehen vor der Aula.
Steht im Relativsatz eine Präposition, steht sie vor dem Relativpronomen. Die Präposition bestimmt dann oft den Fall.
Der Tisch, auf dem das Heft liegt, ist neu.
"auf" mit Ort: Dativ.
Der Film, über den wir sprechen, ist spannend.
"über" bei sprechen über: Akkusativ.
Die Freunde, mit denen ich lerne, sind zuverlässig.
"mit" verlangt Dativ.
Bei Präpositionen fragst du nicht nur nach dem Verb. Die Präposition kann den Kasus festlegen: mit + Dativ, für + Akkusativ, aus + Dativ.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Was, wo und welcher
Neben der/die/das gibt es besondere Formen. Sie sind nicht für jeden Satz frei austauschbar.
was nach unbestimmten Wörtern: Alles, was du gesagt hast, war wichtig.
wo bei Orten: Das ist der Ort, wo wir uns treffen. Schriftlicher ist oft: der Ort, an dem wir uns treffen.
welcher/welche/welches als Ersatz: Das Buch, welches du meinst, liegt dort. Häufiger und natürlicher ist: das Buch, das du meinst.
"wo" ist in der Umgangssprache verbreitet. In Klassenarbeiten ist "an dem", "in dem" oder "bei dem" oft genauer, wenn eine Präposition mit Relativpronomen gemeint ist.
Nach "alles", "nichts", "etwas" oder einem ganzen Satzinhalt steht oft "was". Bei normalen Nomen wie "das Buch" nimmst du meistens "das", nicht "was".
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Prüfungsmodus: Relativsatz bauen
Wenn du zwei Sätze verbinden sollst, gehst du schrittweise vor.
Aufgabe: Verbinde.
Ich kenne den Jungen. Der Junge spielt Klavier.
- Bezugswort wählen: den Jungen
- Relativsatz zuerst grob bilden: der ... Klavier spielt
- Verb ans Ende stellen: "spielt" steht am Schluss des Relativsatzes.
Lösung: Ich kenne den Jungen, der Klavier spielt.
Aufgabe: Verbinde.
Ich kenne den Jungen. Wir haben dem Jungen geholfen.
- Bezugswort: den Jungen -> maskulin Singular
- Funktion im Relativsatz: Wem haben wir geholfen? dem Jungen
- Relativpronomen: dem
Lösung: Ich kenne den Jungen, dem wir geholfen haben.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Alles auf einen Blick
Interaktive Mindmap wird geladen ...
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Zusammenfassung
Relativpronomen verbinden Hauptsatz und Relativsatz. Sie beziehen sich auf ein Bezugswort und machen Sätze genauer. Die größte Regel lautet: Genus und Numerus kommen vom Bezugswort, der Kasus kommt aus dem Relativsatz.
Für Prüfungen brauchst du einen sauberen Entscheidungsweg. Suche das Bezugswort, stelle die Frage im Relativsatz, beachte Präpositionen und setze das Verb an das Ende des Nebensatzes.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Mit Google fortfahren