Manchmal soll deine Klasse entscheiden, ob Handys in der Pause erlaubt sein sollen. Vielleicht hast du dazu sofort eine Meinung. In einer Deutscharbeit reicht ein kurzer Satz wie „Ich bin dafür“ aber nicht. Du musst zeigen, warum deine Meinung sinnvoll ist.
Was eine Stellungnahme leisten soll
Wenn dich jemand in der Schule nach deiner Meinung fragt, möchte er mehr hören als nur Zustimmung oder Ablehnung. Er möchte verstehen, wie du denkst. Genau dafür brauchst du eine schriftliche Form.
Eine Stellungnahme ist ein Text, in dem du deine Meinung zu einem Thema, einer Frage oder einer Aussage erklärst und begründest.
Dein Ziel ist: Die Leser sollen deinen Standpunkt nachvollziehen können. Sie müssen am Ende nicht unbedingt deiner Meinung sein. Aber sie sollen merken, dass deine Meinung gut begründet ist.
- Du verstehst, was eine Stellungnahme ist.
- Du kannst eine eigene Meinung klar formulieren.
- Du baust begründete Gedanken mit Erklärung und Beispiel auf.
- Du ordnest deinen Text passend zur Aufgabe.
- Du verbesserst deine Stellungnahme sachlich und verständlich.
Ein Standpunkt ist deine klare Position zu einem Thema. Du sagst also, ob du eher dafür, dagegen oder nur unter bestimmten Bedingungen dafür bist.
Ein Argument ist ein begründeter Gedanke, der deine Meinung stützt. Es erklärt, warum dein Standpunkt sinnvoll ist.
Thema: Soll es an der Schule einen späteren Unterrichtsbeginn geben?
Standpunkt: Ich bin dafür, dass der Unterricht erst um 8:30 Uhr beginnt.
Das ist noch keine ganze Stellungnahme. Es ist nur die Richtung. Danach brauchst du Argumente, also Gründe mit Erklärung und Beispielen.
Eine Stellungnahme beantwortet nicht nur die Frage „Was denke ich?“, sondern vor allem: „Warum denke ich das?“
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Die Vorbereitung: erst denken, dann schreiben
Bevor du losschreibst, brauchst du Ordnung im Kopf. Sonst springt dein Text später von Idee zu Idee. Eine gute Vorbereitung spart dir beim Schreiben Zeit.
Eine Aufgabenstellung ist der Arbeitsauftrag, den du bekommst. Darin steht, worum es geht und was du tun sollst. Lies sie genau, denn manchmal sollst du zu einer Frage Stellung nehmen, manchmal zu einer Aussage oder zu einem kurzen Text.
Aufgabenstellung: „Nimm Stellung zu der Frage, ob Schülerinnen und Schüler in der Pause ihr Handy benutzen dürfen.“
Wichtige Punkte:
- Thema: Handynutzung in der Pause
- Aufgabe: eigene Meinung begründen
- mögliche Seiten: dafür, dagegen oder eingeschränkt dafür
Danach sammelst du Ideen. Schreibe zuerst alles auf, was dir einfällt. Sortiere erst danach. So findest du leichter starke Argumente.
Eine Behauptung ist eine Aussage, die du vertrittst. Eine Begründung erklärt, warum diese Aussage sinnvoll ist. Ein Beispiel zeigt deinen Gedanken an einer konkreten Situation.
Ideensammlung zum Thema Handys in der Pause:
Dafür:
- schnelle Absprachen mit Eltern
- Musik hören kann entspannen
- digitale Pläne nachsehen
Dagegen:
- weniger Gespräche auf dem Schulhof
- Streit durch Fotos oder Videos
- manche spielen nur noch am Bildschirm
Möglicher Standpunkt: Handys sollten in der Pause nur in bestimmten Bereichen erlaubt sein.
Gute Vorbereitung besteht aus drei Schritten: Aufgabe verstehen, Meinung bilden, Argumente sammeln.
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Argumente mit Behauptung, Begründung und Beispiel
Viele Stellungnahmen werden schwach, weil sie nur Behauptungen aneinanderreihen. Dann klingt der Text wie eine Liste von Meinungen. Überzeugend wird er erst, wenn du erklärst und zeigst.
Thema: Soll es mehr Gruppenarbeiten geben?
Behauptung: Gruppenarbeiten sollten häufiger eingesetzt werden.
Begründung: Sie helfen, schwierige Aufgaben gemeinsam zu lösen, weil jeder etwas anderes gut kann.
Beispiel: In einem Deutschprojekt kann eine Person recherchieren, eine andere die Texte schreiben und eine dritte das Plakat gestalten. So entsteht oft ein besseres Ergebnis, als wenn jeder allein arbeitet.
Du kannst dir dafür die drei B merken: Behauptung, Begründung, Beispiel. Diese Reihenfolge hilft besonders im Hauptteil. Sie verhindert, dass dein Argument nur wie eine Meinung ohne Grundlage wirkt.
Schwach: Ich finde Gruppenarbeit gut, weil sie gut ist.
Stärker: Gruppenarbeit kann beim Lernen helfen, weil Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig schwierige Inhalte erklären. Wenn jemand eine Aufgabe nicht versteht, kann ein Gruppenmitglied sie mit eigenen Worten erklären. Dadurch lernen oft beide etwas dazu.
Ein starkes Argument beantwortet drei Fragen: Was behaupte ich? Warum ist das so? Woran sieht man das?
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Deinen Text klar ordnen
Eine Stellungnahme braucht einen klaren Weg. Die Leser sollen sofort wissen, worum es geht. Danach folgen deine Gründe. Am Ende rundest du den Text ab.
Der Aufbau ist die Ordnung deines Textes. Eine Stellungnahme besteht meistens aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Die Einleitung führt kurz ins Thema ein und nennt deinen Standpunkt. Der Hauptteil enthält deine Argumente. Der Schluss fasst dein Ergebnis knapp zusammen.
Einleitung zum Thema Handy in der Pause:
An vielen Schulen wird darüber gesprochen, ob Handys in den Pausen erlaubt sein sollen. Ich finde, dass Handys nicht überall auf dem Schulhof benutzt werden sollten, aber in bestimmten Bereichen erlaubt sein können.
Der Hauptteil ist der längste Teil. Hier stehen deine Argumente. Ordne sie sinnvoll. Oft ist es gut, mit einem einfacheren Argument zu beginnen und mit dem stärksten Argument zu enden.
Mögliche Reihenfolge im Hauptteil:
- Handys können für kurze Absprachen nützlich sein.
- Zu viel Handynutzung kann Gespräche in der Pause verdrängen.
- Feste Handybereiche wären ein guter Kompromiss, weil sie Freiheit und Ruhe verbinden.
Der Schluss wiederholt nicht jedes Detail. Du formulierst dein Ergebnis und kannst einen Lösungsvorschlag geben.
Schluss zum Thema Handy in der Pause:
Insgesamt sollten Handys in der Pause nicht komplett verboten werden. Trotzdem braucht die Schule klare Regeln, damit Pausen weiterhin der Erholung und dem Austausch dienen. Eine Handyzone wäre deshalb ein sinnvoller Kompromiss.
Einleitung: Thema und Meinung. Hauptteil: Argumente. Schluss: Ergebnis und möglicher Vorschlag.
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Ruhig und überzeugend formulieren
Eine Stellungnahme darf deine Meinung enthalten. Trotzdem sollte sie nicht beleidigend, wütend oder übertrieben klingen. Ruhige Sprache macht dich glaubwürdiger.
Sachlich bedeutet: Du formulierst klar, fair und passend zum Thema. Du begründest deine Meinung, statt andere abzuwerten. Vermeide Sätze wie „Das ist total dumm“ oder „Alle finden das schlecht“.
Unsachlich: Ein Handyverbot ist kompletter Unsinn, weil Lehrer sowieso keine Ahnung von Pausen haben.
Sachlich: Ein vollständiges Handyverbot wäre zu streng, weil viele Schülerinnen und Schüler ihr Handy für kurze Absprachen oder den Vertretungsplan nutzen.
Für den roten Faden brauchst du Verbindungswörter. Der rote Faden ist die erkennbare Ordnung deiner Gedanken. Die Leser merken dadurch, wie deine Sätze zusammenhängen.
Nützliche Formulierungen:
Argument ergänzen: außerdem, zusätzlich, ein weiterer Grund ist
Grund nennen: denn, weil, da
Folge zeigen: deshalb, daher, aus diesem Grund
Gegensatz zeigen: allerdings, dagegen, trotzdem
Schluss einleiten: abschließend, insgesamt, aus den genannten Gründen
Ohne Verbindung: Handys lenken ab. Man kann Eltern erreichen. Es gibt Streit wegen Fotos.
Mit Verbindung: Einerseits können Handys in der Pause ablenken. Andererseits sind sie für kurze Absprachen mit den Eltern nützlich. Deshalb wäre ein begrenzter Gebrauch sinnvoller als ein vollständiges Verbot.
Überzeuge nicht durch laute Wörter, sondern durch klare Gründe, passende Beispiele und faire Sprache.
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Den fertigen Text verbessern
Nach dem Schreiben bist du noch nicht ganz fertig. Gute Texte entstehen oft beim Verbessern. Dabei prüfst du, ob deine Stellungnahme verständlich, vollständig und sprachlich sauber ist.
Überarbeiten bedeutet: Du liest deinen Text noch einmal genau und verbesserst Inhalt, Aufbau und Sprache. Das ist mehr als nur Rechtschreibung. Du prüfst auch, ob deine Argumente wirklich tragen.
Vor der Überarbeitung: Ich bin gegen längere Pausen. Dann dauert Schule länger. Manche wollen das nicht.
Nach der Überarbeitung: Ich bin gegen deutlich längere Pausen, weil sich dadurch der Schultag nach hinten verschieben würde. Viele Schülerinnen und Schüler hätten dann später Freizeit oder weniger Zeit für Hobbys. Wer zum Beispiel nachmittags Sporttraining hat, könnte dadurch häufiger in Zeitnot geraten.
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Prüffragen für deine Überarbeitung:
Habe ich die Aufgabenstellung wirklich beantwortet? Ist mein Standpunkt klar? Hat jedes wichtige Argument eine Begründung? Gibt es mindestens ein passendes Beispiel? Sind Einleitung, Hauptteil und Schluss erkennbar? Klingt meine Sprache sachlich? Sind Rechtschreibung und Zeichensetzung geprüft?
Beim Überarbeiten fragst du nicht nur: „Ist alles richtig geschrieben?“, sondern auch: „Kann jemand meiner Meinung gut folgen?“
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Zusammenfassung
Eine Stellungnahme ist ein Text, in dem du zu einem Thema klar Position beziehst. Dein Standpunkt zeigt, ob du dafür, dagegen oder eingeschränkt dafür bist. Damit andere deine Meinung verstehen, brauchst du Argumente.
Ein gutes Argument besteht aus Behauptung, Begründung und Beispiel. Die Behauptung nennt deinen Gedanken. Die Begründung erklärt ihn. Das Beispiel macht ihn anschaulich.
Der Aufbau hilft dir beim Schreiben: In der Einleitung nennst du Thema und Meinung. Im Hauptteil erklärst du deine Argumente. Im Schluss fasst du dein Ergebnis zusammen und kannst eine Lösung vorschlagen.
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