Artikel wirken klein, aber sie tragen im Deutschen sehr viel Information. An der Hund, ein Hund, dem Hund oder einen Hund erkennst du, ob etwas bekannt ist und welche Aufgabe das Nomen im Satz hat.
Nach dieser Erklärung kannst du bestimmte und unbestimmte Artikel unterscheiden, sie in den vier Fällen beugen und typische Prüfungsaufgaben sicherer lösen.
- Ich kann erklären, was ein Artikel ist.
- Ich kann bestimmte und unbestimmte Artikel unterscheiden.
- Ich kann Artikel nach Genus, Numerus und Kasus verändern.
- Ich kann entscheiden, ob ein Nomen einen Artikel braucht.
- Ich kann in gemischten Sätzen den passenden Artikel einsetzen.
Was Artikel leisten
Ein Artikel steht meistens vor einem Nomen und begleitet es. Deshalb heißt er auch Begleiter. Er zeigt, ob ein Nomen maskulin, feminin oder neutral ist und ob es im Singular oder Plural steht.
Artikel
Ein Artikel ist ein Begleiter des Nomens. Er gibt Hinweise auf Genus, Numerus und Kasus und zeigt oft, ob etwas schon bekannt oder noch unbestimmt ist.
Im Satz „Ein Kind findet den Ball“ macht der erste Artikel die Person neu und unbestimmt. Der zweite Artikel zeigt: Es geht um einen bestimmten Ball.
Satz: Ein Mädchen ruft den Hund.
- Ein Mädchen: Das Mädchen wird zum ersten Mal genannt.
- den Hund: Der Hund ist für die Situation schon bestimmt.
- den steht im Akkusativ, weil der Hund gerufen wird.
Artikel sind kleine Signalwörter: Sie zeigen, welches Nomen gemeint ist und welche Rolle dieses Nomen im Satz hat.
Bestimmter oder unbestimmter Artikel?
Der bestimmte Artikel heißt der, die, das im Singular und die im Plural. Du verwendest ihn, wenn die Person oder Sache bekannt, eindeutig oder schon erwähnt ist.
Der unbestimmte Artikel heißt ein, eine, ein. Du verwendest ihn, wenn etwas neu, beliebig oder noch nicht genauer bestimmt ist. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel: „Kinder spielen“.
bestimmter Artikel
Der bestimmte Artikel zeigt, dass eine Person oder Sache eindeutig gemeint ist: der Plan, die Tasche, das Heft, die Bücher.
unbestimmter Artikel
Der unbestimmte Artikel zeigt, dass eine Person oder Sache noch nicht eindeutig festgelegt ist: ein Plan, eine Tasche, ein Heft.
Mini-Text: Eine Katze sitzt vor dem Fenster. Die Katze miaut laut.
- Beim ersten Satz kennst du die Katze noch nicht: eine Katze.
- Beim zweiten Satz ist klar, welche Katze gemeint ist: die Katze.
- Der Artikelwechsel hilft dir, den Text zu verstehen.
Der unbestimmte Artikel ist nicht dasselbe wie „irgendein“ in jeder Situation. Er bedeutet vor allem: Die genaue Person oder Sache ist für den Satz noch nicht festgelegt.
Die Formen in den vier Fällen
Artikel werden dekliniert. Das bedeutet: Sie passen ihre Form an Genus, Numerus und Kasus an. Der Kasus zeigt die Aufgabe im Satz.
| Kasus | Frage | maskulin | feminin | neutral | Plural |
|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | Wer oder was? | der Hund | die Blume | das Haus | die Kinder |
| Genitiv | Wessen? | des Hundes | der Blume | des Hauses | der Kinder |
| Dativ | Wem? | dem Hund | der Blume | dem Haus | den Kindern |
| Akkusativ | Wen oder was? | den Hund | die Blume | das Haus | die Kinder |
Beim unbestimmten Artikel gibt es nur Singularformen:
| Kasus | maskulin | feminin | neutral |
|---|---|---|---|
| Nominativ | ein Hund | eine Blume | ein Haus |
| Genitiv | eines Hundes | einer Blume | eines Hauses |
| Dativ | einem Hund | einer Blume | einem Haus |
| Akkusativ | einen Hund | eine Blume | ein Haus |
Bei femininen und neutralen Nomen bleiben Nominativ und Akkusativ gleich: die/eine Blume, das/ein Haus.
Nomen: die Lehrerin.
- Nominativ: Die Lehrerin erklärt die Aufgabe.
- Genitiv: Die Tasche der Lehrerin liegt hier.
- Dativ: Wir danken der Lehrerin.
- Akkusativ: Wir fragen die Lehrerin.
Du siehst: Bei femininen Nomen lautet der Artikel im Genitiv und Dativ der.
Der häufigste Stolperstein ist maskulin Singular: der Mann, des Mannes, dem Mann, den Mann.
Wann steht kein Artikel?
Nicht jedes Nomen braucht einen Artikel. Oft steht kein Artikel bei Namen, vielen Ländernamen, Schulfächern, Stoffen im allgemeinen Sinn und Pluralformen, wenn sie unbestimmt gemeint sind.
Vergleiche die Sätze:
- Anna liest. Der Eigenname braucht keinen Artikel.
- Ich trinke Wasser. Es geht allgemein um den Stoff.
- Schüler warten vor der Tür. Es sind nicht bestimmte Schüler.
- Die Schüler aus meiner Klasse warten vor der Tür. Jetzt ist die Gruppe bestimmt.
Manche Eigennamen können regional mit Artikel vorkommen, zum Beispiel „die Schweiz“ oder in Umgangssprache „der Tom“. Für die Schule gilt: Prüfe, ob der Name als feste Form mit Artikel gelernt wird.
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Prüfungsmodus: so entscheidest du schnell
In Klassenarbeiten geht es selten nur um eine einzelne Tabelle. Du musst oft in einem Satz entscheiden: bekannt oder unbekannt? Welcher Fall? Braucht das Nomen überhaupt einen Artikel?
Gehe in drei Schritten vor:
- Suche das Nomen und sein Genus: der Hund, die Lampe, das Kind.
- Frage nach dem Kasus: Wer? Wessen? Wem? Wen oder was?
- Entscheide bestimmt oder unbestimmt: Ist es eindeutig gemeint oder neu?
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Alles auf einen Blick
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Zusammenfassung
Artikel begleiten Nomen und geben dir wichtige Grammatiksignale. Der bestimmte Artikel steht für etwas Bekanntes oder Eindeutiges, der unbestimmte Artikel für etwas Neues oder nicht genauer Festgelegtes.
Für Prüfungen ist die Reihenfolge wichtig: Bestimme zuerst das Nomen, dann den Fall, dann die Bedeutung. Wenn du diese drei Schritte sauber gehst, findest du die passende Form viel sicherer.
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