Viele Wörter bestehen nicht nur aus einem einzigen Stück. In „unfreundlich“ erkennst du „un-“, „freund“ und „-lich“.
Hier lernst du, wie Vorsilben und Nachsilben Wörter verändern, neue Wortarten bilden und dir beim Verstehen unbekannter Wörter helfen.
- Ich kann Wortstamm, Vorsilbe und Nachsilbe unterscheiden.
- Ich kann erklären, wie Vorsilben die Bedeutung eines Wortes verändern.
- Ich kann typische Nachsilben für Nomen und Adjektive erkennen.
- Ich kann Wörter in sinnvolle Bausteine zerlegen.
- Ich kann in Prüfungsaufgaben neue Wörter bilden und ihre Bedeutung begründen.
Wortstamm, Vorsilbe, Nachsilbe
Der Wortstamm trägt den Grundgedanken eines Wortes. Vorsilben stehen davor, Nachsilben stehen dahinter.
Wortstamm
Der Wortstamm ist der Kern eines Wortes. In einer Wortfamilie bleibt er oft erkennbar: „fahr-en“, „Fahr-er“, „Ab-fahrt“.
Vorsilbe
Eine Vorsilbe oder ein Präfix steht vor dem Wortstamm und verändert oder ergänzt die Bedeutung.
Nachsilbe
Eine Nachsilbe oder ein Suffix steht nach dem Wortstamm und bildet oft eine neue Wortart oder eine neue Bedeutung.
„unfreundlich“
- Vorsilbe: „un-“
- Wortstamm: „freund“
- Nachsilbe: „-lich“
- Bedeutung: nicht freundlich oder wenig freundlich.
Frage beim Zerlegen: Was ist der Kern? Was steht davor? Was steht danach?
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Vorsilben verändern Bedeutungen
Vorsilben können ein Wort genauer machen, eine Richtung zeigen oder die Bedeutung stark verändern.
Wortstamm „fahren“:
„abfahren“: losfahren oder wegfahren
„anfahren“: sich in Bewegung setzen oder jemanden mit einem Fahrzeug berühren
„verfahren“: falsch fahren oder einen Ablauf durchführen
„mitfahren“: zusammen mit jemandem fahren
Manche Vorsilben sind trennbar: „Ich fahre mit.“ Andere sind nicht trennbar: „Ich verfahre mich.“ Das ist besonders bei Verben wichtig.
Lerne Verben mit Vorsilbe immer mit einem Beispielsatz. Die Bedeutung ist nicht immer nur die Summe der Bausteine.
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Nachsilben bilden Wortarten
Nachsilben helfen dir oft zu erkennen, ob ein Wort ein Nomen, Adjektiv oder eine Personenbezeichnung ist.
Typische Nachsilben:
„-ung“: rechnen -> Rechnung, ordnen -> Ordnung
„-heit“ oder „-keit“: frei -> Freiheit, möglich -> Möglichkeit
„-lich“: Freund -> freundlich
„-ig“: Stein -> steinig
„-er“: backen -> Bäcker
Ableitung
Eine Ableitung ist ein neu gebildetes Wort aus einem vorhandenen Wortstamm und einem Wortbaustein, zum Beispiel „freundlich“ aus „Freund“ und „-lich“.
Viele Nomen mit „-ung“, „-heit“ und „-keit“ schreibt man groß, weil sie Nomen sind.
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Rechtschreibung mit Wortbausteinen
Wortbausteine helfen dir bei der Rechtschreibung. Wenn du die Teile erkennst, schreibst du nicht nur nach dem Klang.
„Fahrerin“
- Wortstamm: „fahr“
- Nachsilbe für Person: „-er“
- weibliche Form: „-in“
- Das h aus „fahren“ bleibt sichtbar.
„Glücklichkeit“ wirkt dagegen ungebräuchlich. Im Schulalltag nutzt du meistens „Glück“ als Nomen oder „glücklich“ als Adjektiv.
Bei Wortbildung gibt es nicht zu jedem Stamm jede mögliche Form. Prüfe deshalb: Gibt es das Wort wirklich? Passt es im Satz?
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Prüfungsmodus: Wörter zerlegen und bilden
In Klassenarbeiten sollst du oft Bausteine markieren, Bedeutungen erklären oder neue Wörter bilden. Arbeite Schritt für Schritt.
Aufgabe: Zerlege „Unabhängigkeit“.
- Vorsilbe: „Un-“
- Wortstamm: „abhäng“
- Nachsilbe: „-ig“
- weitere Nachsilbe: „-keit“
- Bedeutung: Zustand, nicht abhängig zu sein.
Aufgabe: Bilde ein Nomen zu „erklären“.
Mögliche Lösung: „Erklärung“. Die Nachsilbe „-ung“ bildet hier ein Nomen.
Prüfungsweg: Wortart bestimmen, Bausteine markieren, Bedeutung in eigenen Worten erklären.
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Alles auf einen Blick
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Zusammenfassung und Abschluss-Check
Vorsilben und Nachsilben sind Wortbausteine. Vorsilben stehen vor dem Wortstamm und verändern oft die Bedeutung. Nachsilben stehen hinter dem Stamm und bilden häufig neue Wortarten.
Wenn du Wörter zerlegst, verstehst du sie besser und schreibst sie sicherer. Prüfe aber immer, ob die fertige Wortform im Deutschen wirklich üblich ist.
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