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Gebirgsbildung

Gebirgsbildung in der Geographie: Entstehung, Formen, Prozesse und Beispiele aus der physischen Geographie.

Wenn du Berge siehst, wirken sie fest und unbeweglich. In Wirklichkeit erzählen sie von Kräften, die über Millionen Jahre an der Erdkruste ziehen, drücken und heben. Nach dieser Erklärung kannst du beschreiben, wie Gebirge entstehen, warum sie wieder abgetragen werden und woran du wichtige Formen erkennst.

Deine Lernziele
  • Ich kann erklären, was Gebirgsbildung bedeutet.
  • Ich kann beschreiben, wie Plattenbewegungen Gebirge entstehen lassen.
  • Ich kann Faltengebirge, Bruchschollengebirge und vulkanische Gebirge unterscheiden.
  • Ich kann an Beispielen wie Alpen, Himalaya oder Oberrheingraben mit Schwarzwald und Vogesen den passenden Prozess erkennen.
  • Ich kann erklären, warum Gebirge trotz Hebung durch Verwitterung und Abtragung kleiner werden können.

Warum entstehen Gebirge?

Ein Gebirge ist nicht einfach ein großer Haufen Gestein. Es ist das sichtbare Ergebnis davon, dass Teile der Erdkruste gehoben, zusammengedrückt, gebrochen oder durch Vulkanismus aufgebaut werden.

Definition

Gebirgsbildung

Gebirgsbildung bedeutet: Gestein der Erdkruste wird durch Kräfte im Erdinneren so verändert, dass hohe Landschaftsformen entstehen. Orogenese meint im engeren Sinn vor allem Gebirgsbildung durch Zusammenschub und Kollision. Auf dieser Seite betrachten wir zusätzlich Bruch- und Vulkanprozesse, weil sie in der Schule oft gemeinsam mit Gebirgen behandelt werden.

Die wichtigste Idee ist langsam, aber stark: Gestein kann sich über sehr lange Zeit verformen. Was für dich hart wirkt, kann in der Tiefe unter Druck und Wärme gefaltet, verschoben oder angehoben werden.

Beispiel

Stell dir zwei dicke Teppiche auf einem glatten Boden vor.

  1. Du schiebst beide Teppiche von außen zusammen.
  2. Die Teppiche können nicht einfach verschwinden.
  3. Sie werfen Falten und schieben sich teilweise übereinander.
  4. Bei Gestein passiert etwas Ähnliches, nur viel langsamer und mit viel größeren Kräften.

So hilft dir das Modell: Es zeigt, warum zusammengedrückte Gesteinsschichten höher werden können.

Merke

Gebirge entstehen nicht in einem Augenblick. Sie wachsen meist über Millionen Jahre, während Gestein gleichzeitig gehoben, verformt und wieder abgetragen wird.

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Plattentektonik: der Motor

Die Erdoberfläche besteht aus großen Platten. Diese Platten bewegen sich langsam auf dem zäh fließenden Material des oberen Erdmantels. An ihren Rändern passieren die stärksten Veränderungen.

Definition

Plattentektonik

Plattentektonik beschreibt die Bewegung der großen Erdplatten. Platten können aufeinander zu driften, voneinander wegdriften oder aneinander vorbeigleiten. Besonders an Plattengrenzen entstehen Erdbeben, Vulkane und viele Gebirge.

Wenn zwei Platten zusammenstoßen, wird die Erdkruste zusammengedrückt. Wenn eine Platte unter eine andere taucht, entsteht eine Subduktionszone. Wenn Platten auseinanderziehen, kann die Kruste absinken oder Magma aufsteigen.

Definition

Subduktion

Subduktion bedeutet: Eine dichtere Erdplatte taucht an einer Plattengrenze unter eine andere Platte in den Erdmantel ab. Dabei entstehen häufig Tiefseegräben, Erdbeben und Vulkangürtel.

Beispiel

Vergleiche drei Plattengrenzen:

  1. Kontinent trifft Kontinent: Beide Platten sind relativ leicht. Keine taucht einfach tief ab. Die Kruste wird gestaucht und verdickt. So wachsen Kollisionsgebirge wie der Himalaya.
  2. Ozeanische Platte trifft Kontinent: Die ozeanische Platte ist dichter und taucht ab. Magma kann aufsteigen, während die Kruste zugleich gestaucht wird. So entstehen an Teilen der Anden Gebirge mit Vulkanen.
  3. Platten ziehen auseinander: Die Kruste wird gedehnt. Sie kann in Schollen zerbrechen. Gräben und angehobene Randbereiche können entstehen.
Gut zu wissen

Platten bewegen sich nur wenige Zentimeter pro Jahr. Das klingt wenig. Über 10 Millionen Jahre werden daraus aber viele Kilometer Bewegung. Darum können langsame Prozesse riesige Landschaften formen.

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Faltengebirge: wenn Kruste zusammengedrückt wird

Viele große Hochgebirge entstehen dort, wo Platten aufeinander zu bewegen. Die Gesteinsschichten werden dabei nicht nur gefaltet. Sie können auch übereinandergeschoben, zerbrochen und angehoben werden.

Definition

Faltengebirge

Ein Faltengebirge entsteht, wenn Gesteinsschichten durch seitlichen Druck gestaucht und verformt werden. Dabei bilden sich Falten, Überschiebungen und angehobene Bereiche. Typische Beispiele sind die Alpen und der Himalaya.

Faltengebirge zeigen besonders gut, dass Gebirgsbildung ein Prozess ist. Erst lagern sich Sedimente ab, zum Beispiel am Rand eines Meeres. Später drücken Platten diese Schichten zusammen. Danach hebt sich das Gebiet, und Flüsse, Eis und Frost schneiden Täler hinein.

Beispiel

So kannst du die Entstehung der Alpen vereinfacht erklären:

  1. Vor langer Zeit lagen zwischen den beteiligten Platten Meeresräume mit Ablagerungen.
  2. Die Afrikanische Platte bewegte sich gegen die Eurasische Platte.
  3. Gesteinsschichten wurden gestaucht, gefaltet und übereinandergeschoben.
  4. Teile der Kruste wurden gehoben.
  5. Verwitterung, Flüsse und Gletscher formten Täler, Grate und Gipfel.

Die Alpen sind also nicht nur "hochgedrückter Meeresboden". Sie sind das Ergebnis aus Ablagerung, Zusammenstoß, Verformung, Hebung und Abtragung.

Merke

Bei Faltengebirgen ist seitlicher Druck entscheidend: Die Kruste wird kürzer, dicker und höher.

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Bruchschollen und vulkanische Gebirge

Nicht jedes Gebirge entsteht durch Faltung. Manchmal wird die Erdkruste gedehnt oder zerbrochen. Dann entstehen Schollen, die sich gegeneinander heben oder senken.

Definition

Bruchschollengebirge

Ein Bruchschollengebirge entsteht, wenn die Erdkruste entlang von Störungen zerbricht. Einzelne Schollen werden angehoben, abgesenkt oder gekippt. Dadurch können Gebirge und Gräben nebeneinander liegen.

Beim Bruch ist Gestein spröde. Es wird nicht schön gefaltet, sondern reißt an Schwächezonen. Diese Risse heißen Störungen. An ihnen kann sich Gestein nach oben, unten oder seitlich bewegen.

Definition

Vulkanisches Gebirge

Ein vulkanisches Gebirge entsteht, wenn Magma aus dem Erdinneren aufsteigt, an der Oberfläche austritt und als Lava oder lockeres Auswurfmaterial erstarrt. Viele Ausbrüche können einen hohen Vulkanberg aufbauen.

Beispiel

Der Oberrheingraben mit Schwarzwald und Vogesen hilft beim Unterscheiden:

  1. Die Erdkruste wurde in der Region gedehnt.
  2. Ein Bereich sank als Oberrheingraben ab.
  3. Randbereiche wie Schwarzwald und Vogesen wurden relativ angehoben.
  4. Dadurch stehen ein abgesunkener Graben und gehobene Gebirgsschultern nebeneinander.

Das ist ein anderer Mechanismus als bei einem Faltengebirge: Hier steht der Bruch der Kruste im Mittelpunkt.

Beispiel

Ein Vulkanberg entsteht Schritt für Schritt:

  1. Magma steigt durch Schwächezonen auf.
  2. Lava fließt aus oder Asche und Gesteinsstücke werden ausgeworfen.
  3. Das Material kühlt ab und bleibt liegen.
  4. Wiederholen sich Ausbrüche, wächst ein Berg aus vulkanischem Material.

Darum hat ein Vulkanberg oft einen anderen Aufbau als ein gefaltetes Hochgebirge.

Merke

Frage zuerst nach dem Bauplan: gefaltete Schichten sprechen für Druck, gegeneinander versetzte Schollen für Bruch, vulkanisches Material für Vulkanismus.

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Hebung, Verwitterung und Abtragung

Gebirge wachsen nicht einfach immer weiter. Während tektonische Kräfte sie heben, greifen äußere Kräfte sie an. Deshalb sehen junge Hochgebirge oft schroffer aus als alte, stark abgetragene Gebirge.

Definition

Verwitterung

Verwitterung bedeutet: Gestein wird an Ort und Stelle durch Frost, Temperaturwechsel, Wasser, chemische Prozesse oder Pflanzenwurzeln gelockert und zerkleinert.

Definition

Abtragung

Abtragung bedeutet: Gelockertes Material wird durch Wasser, Eis, Wind oder Schwerkraft wegtransportiert. Erosion ist ein wichtiger Fachbegriff dafür, besonders wenn Wasser, Eis oder Wind Material abtragen; Bewegungen durch Schwerkraft gehören ebenfalls zur Abtragung.

Hebung und Abtragung wirken gleichzeitig. Wird ein Gebiet schneller gehoben als abgetragen, kann ein Gebirge höher werden. Wird es stärker abgetragen, werden Gipfel niedriger und Formen runder.

Beispiel

So formt ein Gletscher ein Gebirge:

  1. Schnee sammelt sich und wird zu Eis.
  2. Der Gletscher bewegt sich langsam talwärts.
  3. Dabei schleift und bricht er Gestein aus.
  4. Das Tal wird breiter und bekommt oft eine U-Form.

Der Gletscher bildet das Gebirge nicht allein. Er verändert aber seine Form sehr stark.

Gut zu wissen

Ein Gebirge kann geologisch "jung" sein, obwohl es für Menschen unvorstellbar alt ist. In der Geographie meint jung: Es wurde vergleichsweise spät gebildet und ist noch nicht so stark abgetragen.

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Prüfungsmodus

In Aufgaben geht es selten nur darum, einen Begriff auswendig zu nennen. Meist musst du Hinweise deuten: Welche Form liegt vor? Welcher Prozess passt? Welche Aussage ist zu stark vereinfacht?

Beispiel

Aufgabe: In einer Skizze sind Gesteinsschichten wie Wellen verbogen. Daneben steht: "Das Gebirge entstand, weil eine Platte unter eine andere abtauchte."

Prüfung:

  1. Die verbogenen Schichten zeigen Stauchung.
  2. Stauchung passt zu Faltung und seitlichem Druck.
  3. Subduktion kann an manchen Gebirgen beteiligt sein, erklärt die gezeigten Falten aber nicht allein.
  4. Eine bessere Antwort wäre: Das Gebirge entstand durch Zusammenpressung, Verformung und Hebung von Gesteinsschichten an einer Plattengrenze.
Merke

In Prüfungen zählt die Begründung: Nenne nicht nur den Gebirgstyp, sondern verknüpfe Beobachtung und Prozess.

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Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

Jetzt wendest du das Wissen auf neue Situationen an. Achte immer darauf, welche Beobachtung im Material genannt wird.

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Zusammenfassung

Gebirgsbildung heißt auch Orogenese. Sie beschreibt, wie durch Plattentektonik, Hebung, Faltung, Bruch und Vulkanismus Gebirge entstehen.

Faltengebirge entstehen vor allem durch seitlichen Druck und Stauchung. Bruchschollengebirge entstehen durch Störungen und bewegte Schollen. Vulkanische Gebirge wachsen aus erstarrter Lava, Asche und anderem Auswurfmaterial.

Gebirge werden zugleich geformt und abgetragen. Darum musst du immer zwei Seiten betrachten: die inneren Kräfte, die ein Gebirge aufbauen, und die äußeren Kräfte, die es verändern.