Wenn ein Gletscher schmilzt, bleibt oft mehr zurück als nur Wasser. In der Landschaft liegen dann Hügel, Wälle und gemischte Gesteinsmassen, die wie Spuren des früheren Eises wirken. Hier lernst du, wie Gletscher Material ablagern und woran du wichtige Formen wie Moränen und Drumlins erkennst.
- Ich kann erklären, was glaziale Akkumulation bedeutet.
- Ich kann glaziale, glazifluviale und glaziolakustrine Ablagerungen unterscheiden.
- Ich kann beschreiben, wo ein Gletscher Material transportiert.
- Ich kann Moränen nach ihrer Lage am Gletscher benennen.
- Ich kann Grundmoränen und Drumlins als Landschaftsformen erkennen.
- Ich kann typische Prüfungsfehler zu glazialen Ablagerungen vermeiden.
Was bedeutet glaziale Akkumulation?
Stell dir einen Gletscher wie ein langsam fließendes Förderband aus Eis vor. Er kann Sand, Kies, Steine und große Blöcke aufnehmen, mitnehmen und später wieder fallen lassen.
Glaziale Akkumulation
Glaziale Akkumulation ist die Ablagerung von Lockermaterial durch Gletschereis. Das Material wurde vorher vom Eis aufgenommen, transportiert und an einer anderen Stelle abgesetzt. Wichtig ist: Die direkte Ablagerung geschieht durch das Eis, nicht hauptsächlich durch fließendes Schmelzwasser.
Ein Gletscher formt eine Landschaft in drei Schritten. Zuerst löst oder übernimmt er Material. Dann transportiert er es mit dem Eis. Am Ende lagert er es ab, zum Beispiel am Rand, vor der Gletscherzunge oder unter dem Eis. Diese Ablagerung nennt man auch Sedimentation.
Lockermaterial
Lockermaterial besteht aus unverfestigten Teilchen wie Ton, Sand, Kies, Steinen und Blöcken. Es ist nicht zu festem Gestein verkittet. Bei Gletschern können sehr kleine und sehr große Teile zusammen vorkommen.
Ein Talgletscher bewegt sich langsam talwärts.
- Aus den Felswänden fallen Steine auf die Eisoberfläche.
- Am Gletscherboden wird weiteres Material mitgeschoben und abgeschliffen.
- Die Gletscherzunge bleibt eine Zeit lang an derselben Stelle.
- Dort sammelt sich das mitgebrachte Material zu einem Wall.
Dieser Wall ist eine glaziale Ablagerung, weil das Eis das Material transportiert und abgesetzt hat.
Glaziale Akkumulation fragt immer: Welches Material hat das Eis wo abgelagert?
Nicht jede Ablagerung im Gletschervorfeld ist direkt glazial. Schmelzwasser sortiert Material oft nach Korngröße. Seen vor oder neben Gletschern können feine Sedimente schichten. Deshalb musst du den Prozess prüfen, nicht nur den Ort.
Manche Lehrbücher verwenden glaziale Akkumulation eng für Ablagerung durch Eis. Andere verwenden den Begriff breiter für alle Ablagerungen, die von einem Gletscher abhängen, also auch mit Schmelzwasser oder Gletscherseen. In Schulaufgaben hilft dir deshalb die genaue Prozessangabe.
Glazifluvial und glaziolakustrin
Glazifluvial bedeutet: Schmelzwasser eines Gletschers transportiert und lagert Material ab. Glaziolakustrin bedeutet: Material sammelt sich in einem See, der von einem Gletscher beeinflusst wird.
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Wie Gletscher Material transportieren
Damit du Ablagerungen verstehst, musst du wissen, wo das Material im Gletscher unterwegs war. Die Lage beeinflusst, wie stark es geschliffen wird und wo es später herauskommt.
Debris
Debris ist glazial transportiertes Lockermaterial. Es kann auf dem Eis, im Eis oder am Gletscherbett transportiert werden.
Auf der Gletscheroberfläche liegt supraglaziales Material. Es stammt oft aus Steinschlag, Felsstürzen oder Lawinen an den Talhängen. Englaziales Material befindet sich im Eiskörper. Es kann zum Beispiel durch Spalten in das Eis geraten oder im Akkumulationsgebiet eingeschlossen werden. Subglaziales Material liegt an der Gletscherbasis und wird zwischen Eis und Untergrund gedrückt, geschoben und gerieben.
Geschiebe
Geschiebe bezeichnet größere Gesteinsstücke, die vom Eis bewegt wurden. Sie sind häufig kantengerundet und können Kratzer oder Schrammen zeigen.
Du findest nach dem Abschmelzen eines Gletschers einen Stein mit glatten Flächen und Kratzspuren.
- Der Stein lag wahrscheinlich nicht nur locker oben auf dem Eis.
- Er wurde vermutlich an der Gletscherbasis bewegt.
- Dort rieb er mit Druck über andere Steine oder den Felsuntergrund.
- Die Kratzspuren sind ein Hinweis auf subglazialen Transport.
Die Form des Steins hilft also, den früheren Transportweg zu erschließen.
Material kann seinen Transportweg wechseln. Ein Stein kann erst auf dem Eis liegen, dann in eine Spalte fallen und später im Eis oder am Gletscherboden weitertransportiert werden. Die Begriffe beschreiben deshalb eine Lage im Transport, nicht immer eine feste Herkunft.
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Moränen erkennen
Viele sichtbare Formen der glazialen Akkumulation heißen Moränen. Im Deutschen kann Moräne sowohl das abgelagerte Material als auch die daraus entstandene Geländeform meinen.
Moräne
Eine Moräne ist eine Ablagerung aus glazial transportiertem Lockermaterial oder die daraus gebildete Landschaftsform. Typisch ist ein unsortiertes Gemisch verschiedener Korngrößen.
Moränen sind oft schlecht sortiert. Das heißt: Feine Teilchen, Kies, Steine und Blöcke liegen gemischt zusammen. Das unterscheidet sie von vielen Flussablagerungen, bei denen Wasser Material nach Größe und Fließgeschwindigkeit sortiert.
Du untersuchst zwei Ablagerungen:
- Probe A besteht aus gut geschichtetem Sand und Kies.
- Probe B enthält Ton, Sand, Kies, Steine und Blöcke ohne klare Schichtung.
Probe B passt besser zu einer Moräne. Das unsortierte Gemisch spricht dafür, dass Eis das Material abgelagert hat. Probe A kann eher durch Wasser sortiert worden sein.
Moränen kann man nach ihrer Lage am Gletscher unterscheiden. Eine Endmoräne liegt an der früheren Gletscherfront. Eine Seitenmoräne liegt am Rand eines Gletschers. Eine Mittelmoräne entsteht, wenn zwei Gletscher zusammenfließen und ihre inneren Seitenmoränen als dunkler Streifen in der Mitte weiterziehen. Eine Grundmoräne entsteht unter dem Eis und kann nach dem Abschmelzen große Flächen bedecken.
Auf einer Karte siehst du einen bogenförmigen Wall quer vor einem ehemaligen Talende. Dahinter liegt ein breites Gebiet mit flachen, unregelmäßigen Ablagerungen.
- Der bogenförmige Wall markiert wahrscheinlich eine frühere Eisrandlage.
- Er passt zu einer Endmoräne.
- Die flächigen Ablagerungen dahinter können Grundmoräne sein.
- Zusammen zeigen sie, wo der Gletscher längere Zeit lag oder stehen blieb.
Moränen liest du wie Spuren: Endmoräne vor der Zunge, Seitenmoräne am Rand, Mittelmoräne in der Mitte, Grundmoräne unter dem Eis.
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Grundmoräne und Drumlins
Unter dem Gletscher herrschen Druck, Reibung und Bewegung. Deshalb entstehen dort andere Formen als am Rand der Gletscherzunge.
Grundmoräne
Eine Grundmoräne ist subglazial abgelagertes Moränenmaterial. Sie kann als flache, weit ausgedehnte Decke auftreten oder ein kuppiges Relief mit kleinen Höhen und Senken bilden.
Eine flache Grundmoräne wirkt im Gelände oft wenig auffällig. Eine kuppige Grundmoräne ist unruhiger: kleine Hügel wechseln mit Mulden. Solche Formen können entstehen, wenn Eisreste im Material liegen bleiben und später schmelzen. Diese Eisreste nennt man Toteis.
Drumlin
Ein Drumlin ist ein stromlinienförmiger Hügel aus Lockermaterial, der unter dem Eis geformt wurde. Seine Längsrichtung zeigt meist die frühere Fließrichtung des Gletschers an.
Drumlins treten häufig nicht einzeln, sondern in Drumlinfeldern auf. Sie sind meist langgestreckt, oval im Grundriss und in Eisfließrichtung ausgerichtet. Ihre Entstehung wird mit subglazialer Verformung und Umlagerung von unverfestigtem Material verbunden.
Du siehst auf einem Luftbild viele längliche Hügel. Alle zeigen ungefähr entlang derselben Achse. Die steile Seite zeigt dorthin, woher das Eis kam, also eisaufwärts. Die flach auslaufende Seite zeigt in die frühere Fließrichtung.
- Die gemeinsame Ausrichtung spricht für eine Formung durch bewegtes Eis.
- Die stromlinienartige Form passt zu Drumlins.
- Aus der Längsachse erkennst du die Bewegungsachse des Eises.
- Aus der asymmetrischen Form leitest du die Richtung ab.
- Ein ganzes Feld solcher Hügel nennt man Drumlinfeld.
Die Bildung von Drumlins ist in der Forschung nicht in allen Einzelheiten abschließend geklärt. Für die Schule reicht meist: Drumlins sind subglazial geformte, stromlinienförmige Hügel und zeigen eine frühere Eisfließrichtung an.
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Prüfungsmodus
In Aufgaben geht es selten nur um Begriffe. Meist musst du aus einer Beschreibung ableiten, welcher Prozess oder welche Form gemeint ist.
Aufgabe: Eine Ablagerung liegt vor einem ehemaligen Eisrand. Sie besteht aus ungeschichtetem Material mit Ton, Sand, Kies und Blöcken. In der Nähe liegen außerdem gut sortierte Schotterflächen.
Lösung:
- Ungeschichtetes Mischmaterial spricht für eine Moräne.
- Die Lage vor dem Eisrand passt zu einer Endmoräne.
- Gut sortierte Schotterflächen in der Nähe können durch Schmelzwasser entstanden sein.
- Du trennst also glaziale Akkumulation von glazifluvialer Ablagerung.
Prüfe immer drei Hinweise: Material, Lage und Prozess. Erst zusammen ergeben sie eine sichere Deutung.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
Jetzt wendest du das Gelernte auf neue Situationen an. Lies genau: Kleine Wörter wie "sortiert", "seitlich" oder "unter dem Eis" verändern die Lösung.
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Zusammenfassung
Glaziale Akkumulation bedeutet, dass Gletschereis Lockermaterial ablagert. Dieses Material ist oft schlecht sortiert, weil Eis sehr kleine und sehr große Partikel gemeinsam transportieren kann.
Die wichtigsten Transportlagen sind supraglazial, englazial und subglazial. Daraus entstehen unterschiedliche Ablagerungen und Formen. Moränen zeigen frühere Eisränder, Eisuntergründe oder Transportwege. Drumlins sind stromlinienförmige Hügel und helfen, die frühere Fließrichtung eines Gletschers zu rekonstruieren.
Für Aufgaben gilt: Schau nicht nur auf den Ort. Prüfe Material, Lage und Prozess. So unterscheidest du direkte glaziale Ablagerungen sicher von Schmelzwasser- oder Seeablagerungen.
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