Wenn du mit einer Gondel auf einen hohen Berg fährst, kann es oben trotz Sonne überraschend kalt sein. Vielleicht liegt Schnee, während im Tal Wiesen blühen. Luft, Wind, Wasser und das Gelände wirken im Gebirge besonders stark zusammen.
Was das Hochgebirgsklima bedeutet
Das Klima beschreibt das typische Wetter eines Ortes über viele Jahre. Dazu gehören Temperatur, Niederschlag, Wind und Sonneneinstrahlung. Ein Hochgebirgsklima ist das Klima in sehr hohen Gebirgen und unterscheidet sich deutlich vom Klima im Flachland.
- Du nennst typische Merkmale des Hochgebirgsklimas.
- Du erklärst den Einfluss von Höhe und Gelände.
- Du beschreibst Folgen für Pflanzen, Menschen und die Nutzung eines Hochgebirges.
Im Tal bei Innsbruck kann es regnen und 15 Grad warm sein. Auf einem nahen Gipfel fällt zur gleichen Zeit Schnee. Die Orte liegen nicht weit auseinander, haben aber wegen ihrer unterschiedlichen Höhe sehr verschiedene Bedingungen.
Je höher du im Gebirge kommst, desto stärker unterscheiden sich die Bedingungen meist vom Flachland.
Höhe macht die Luft kälter und dünner
Die Lufttemperatur gibt an, wie warm oder kalt die Luft ist. Mit zunehmender Höhe sinkt sie im Durchschnitt. Als Richtwert gilt: Pro 100 Meter wird es ungefähr 0,6 Grad kälter. Wetter, Wolken und die Lage eines Hanges können diesen Wert verändern.
Auch der Luftdruck nimmt ab. Er ist das Gewicht der Luft, die über einem Ort liegt und auf ihn drückt. In großer Höhe liegt weniger Luft über dir. Deshalb ist die Luft dünner. Der Anteil an Sauerstoff bleibt fast gleich, doch wegen des niedrigeren Drucks gelangt pro Atemzug weniger Sauerstoff in den Körper.
Du wanderst von 500 Metern Höhe zu einer Hütte auf 1500 Metern. Der Höhenunterschied beträgt 1000 Meter. Mit dem Richtwert wird es an der Hütte ungefähr 6 Grad kälter sein.
Wer nicht an große Höhen gewöhnt ist, sollte langsam aufsteigen. Sonst können Kopfschmerzen, Schwindel oder Atemnot auftreten. Das nennt man Höhenkrankheit.
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Sonne und Schatten wirken besonders stark
Die Exposition beschreibt die Ausrichtung eines Hanges zu Sonne und Himmelsrichtungen. Ein Südhang erhält in Mitteleuropa meist mehr Sonne als ein Nordhang. Darum können benachbarte Hänge sehr unterschiedliche Bedingungen haben.
In großer Höhe ist die Luft weniger dicht. Die direkte Sonnenstrahlung kann deshalb kräftig sein. Schnee wirft einen Teil des Sonnenlichts zurück. Trotzdem kann die Luft kalt bleiben: Warme Sonne auf der Haut bedeutet nicht automatisch warme Luft.
An einem sonnigen Wintertag wärmt die Sonne einen Südhang. Direkt daneben liegt ein schattiger Nordhang, auf dem der Schnee länger liegen bleibt. Dort ist der Boden oft kälter.
Im Hochgebirge können starke Sonne und kalte Luft gleichzeitig auftreten. Sonnenschutz ist deshalb auch im Winter wichtig.
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Berge lenken Wasser und Wind
Trifft feuchte Luft auf ein Gebirge, muss sie aufsteigen. Dabei kühlt sie ab. Kondensation bedeutet, dass unsichtbarer Wasserdampf zu kleinen Wassertröpfchen wird. Es entstehen Wolken und oft Niederschlag. Niederschlag, der durch das Aufsteigen an einem Berg entsteht, heißt Steigungsregen.
Die Seite eines Gebirges, auf die der Wind trifft, heißt Luvseite. Dort fällt oft mehr Niederschlag. Die windabgewandte Seite heißt Leeseite. Dort kann die Luft trockener sein. Das nennt man Regenschatten.
Auch Wind folgt im Gebirge oft einem Tagesrhythmus. Tagsüber erwärmen sich die Hänge, Luft steigt auf und weht häufig talaufwärts. Nachts kühlen die Hänge ab. Kalte, schwere Luft fließt dann oft hang- und talabwärts.
Feuchte Luft strömt gegen die Nordseite der Alpen. Sie steigt auf, kühlt ab und regnet sich teilweise ab. Auf der anderen Seite kann die Luft trockener und wärmer ins Tal sinken. Ein solcher warmer Fallwind heißt Föhn.
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Pflanzen und Tiere leben in Höhenstufen
Mit der Höhe verändern sich Temperatur, Wind, Schneedecke und die Länge der warmen Jahreszeit. Die Vegetationsperiode ist die Zeit im Jahr, in der Pflanzen genug Wärme zum Wachsen haben. Sie wird nach oben hin kürzer.
Höhenstufen sind Bereiche eines Gebirges mit ähnlichen Lebensbedingungen und typischen Pflanzen. Die Baumgrenze ist der höchste Bereich, in dem Bäume noch wachsen können. Oberhalb davon ist es für Bäume zu kalt oder die Wachstumszeit ist zu kurz.
In den Alpen beginnt eine Wanderung vielleicht im Laub- oder Nadelwald. Höher oben stehen einzelne, krumm gewachsene Bäume. Noch weiter oben wachsen Gräser, Kräuter und Moose. In Gipfelnähe bleiben oft Felsen, Schnee und Eis.
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Die Höhe verändert den Lebensraum. Deshalb liegen verschiedene Pflanzenzonen im Gebirge wie Gürtel übereinander.
Nutzung und Risiken im Hochgebirge
Menschen nutzen Hochgebirge zum Wandern, Skifahren, für Wasserkraft und teilweise für Weiden. Die Nutzung ist aber schwierig. Steile Hänge, Kälte, Schnee und wechselhaftes Wetter machen Straßen, Häuser und Landwirtschaft aufwendig.
Das Hochgebirge birgt auch Naturgefahren. Eine Lawine ist eine große Schneemasse, die schnell einen Hang hinabrutscht. Eine Mure ist ein Strom aus Schlamm, Wasser und Steinen, der hangabwärts fließt. Auch Steinschlag und Veränderungen von Gletschern können gefährlich sein.
Der Klimawandel verändert Hochgebirge besonders sichtbar. Gletscher schmelzen, Schnee liegt oft kürzer, und Lebensräume von Pflanzen und Tieren verschieben sich. Das beeinflusst auch den Wasserhaushalt der Täler.
Ein Bergdorf plant eine neue Straße. Es muss prüfen, ob Lawinen, Steinschlag oder Muren den Weg gefährden können. Schutzbauten und genaue Wetterbeobachtung helfen, Risiken zu verringern.
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Zusammenfassung
Das Hochgebirgsklima entsteht durch große Höhe und das besondere Gelände eines Gebirges. Mit der Höhe wird die Luft meist kälter, und der Luftdruck sinkt. Sonne, Schatten, Wind und Niederschlag unterscheiden sich auf engem Raum stark.
Feuchte Luft regnet sich oft an der Luvseite ab, während die Leeseite trockener sein kann. Die Bedingungen schaffen Höhenstufen mit verschiedenen Pflanzen. Hochgebirge bieten Erholung und wichtige Ressourcen, bringen aber auch besondere Risiken mit sich.
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