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Klimawandel

Klimawandel in der Geographie: Ursachen, Folgen, Beispiele und Strategien verständlich erklärt.

Ein Sommer mit Hitzerekorden, im Jahr darauf eine Flut, die ganze Straßen wegspült – solche Schlagzeilen hast du sicher schon gesehen. Dahinter steckt oft ein Wort: Klimawandel. In diesem Lernwiki findest du heraus, was genau damit gemeint ist, warum Menschen ihn verstärken und was wir dagegen tun können. Am Ende kannst du Diagramme mit Klimadaten auswerten – so wie in der Klausur.

Deine Lernziele
  • Ich kann Wetter und Klima voneinander unterscheiden.
  • Ich kann den natürlichen und den anthropogenen Treibhauseffekt erklären.
  • Ich kann die wichtigsten Ursachen und Treibhausgase des Klimawandels benennen.
  • Ich kann Folgen des Klimawandels für Natur und Mensch beschreiben.
  • Ich kann Kipppunkte sowie Klimaschutz und Anpassung unterscheiden.
  • Ich kann einfache Diagramme mit Klimadaten lesen und auswerten.

Wetter oder Klima?

Viele halten einen eiskalten Wintertag für einen Gegenbeweis zur Erderwärmung. Warum das ein Denkfehler ist, klärt der Unterschied zwischen Wetter und Klima.

Definition

Wetter ist der Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort zu einem kurzen Zeitpunkt – zum Beispiel Regen heute Nachmittag. Klima ist der über einen langen Zeitraum (mindestens 30 Jahre) gemittelte Wetterzustand einer Region.

Beispiel

Ein einzelner verregneter Juli sagt wenig aus. Erst wenn die Durchschnittstemperatur über Jahrzehnte steigt, sprechen Fachleute von Klimawandel.

Merke

Wetter ist die Stimmung eines einzelnen Tages, Klima der Charakter über Jahrzehnte.

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Der Treibhauseffekt – natürlich und verstärkt

Ohne einen bestimmten Effekt hätte die Erde im globalen Durchschnitt etwa minus 18 Grad. Dieser Effekt hält uns warm – kann aber auch zu stark werden.

Definition

Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre wie Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4), die die Wärmestrahlung der Erde zurückhalten. Der natürliche Treibhauseffekt ist der Vorgang, der die Erde dadurch auf lebensfreundliche rund +15 Grad erwärmt.

Beispiel

Es funktioniert ein bisschen wie eine Glasscheibe im Auto: Das kurzwellige Sonnenlicht kommt leicht hinein, die langwellige Wärme aber schlechter wieder heraus. Die Analogie hinkt etwas, weil ein Auto auch durch eingeschlossene Luft warm wird; in der Atmosphäre geht es vor allem um Wärmestrahlung.

Der Mensch greift nun in dieses Gleichgewicht ein.

Definition

Anthropogen heißt „vom Menschen verursacht". Der anthropogene (verstärkte) Treibhauseffekt entsteht, weil Menschen zusätzliche Treibhausgase ausstoßen. Sie verstärken den natürlichen Effekt, und die Erde erwärmt sich weiter.

Gut zu wissen

Die wichtigsten menschengemachten Treibhausgase sind CO2 (vor allem aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas) und Methan (aus Viehhaltung, Reisanbau und Mülldeponien). Methan wirkt pro Molekül deutlich stärker, CO2 bleibt dafür sehr lange in der Atmosphäre – ein Teil davon über Jahrhunderte.

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Die Ursachen: Woher kommen die Treibhausgase?

Die Treibhausgase entstehen nicht aus dem Nichts – sie stammen aus ganz bestimmten Bereichen unseres Alltags und unserer Wirtschaft.

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Beispiel

Wird ein Regenwald abgeholzt, gehen zwei Dinge verloren: Der Wald kann kein CO2 mehr aufnehmen, und das im Holz und Boden gespeicherte CO2 gelangt zusätzlich in die Luft.

Merke

Über die Hälfte der menschengemachten Treibhausgase stammt aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Entscheidend ist nicht die Zahl der Menschen, sondern ihr Lebensstil und Ressourcenverbrauch.

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Die Folgen des Klimawandels

Die Erwärmung bleibt nicht ohne Wirkung – sie verändert das Leben auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

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Beispiel

Auch Deutschland ist betroffen: Hitzesommer trocknen Felder aus, Wälder werden anfälliger für Waldbrände und Schädlinge, und in Flüssen sinkt bei Wärme der Sauerstoffgehalt für Fische.

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Kipppunkte im Klimasystem

Meistens verändert sich das Klima allmählich. An manchen Stellen kann es aber plötzlich „umkippen".

Definition

Kipppunkte sind kritische Schwellen im Klimasystem. Wird eine solche Schwelle überschritten, verändert sich ein Teil des Systems abrupt und oft unumkehrbar – selbst wenn die Erwärmung danach gestoppt würde.

Beispiel

Schmilzt das grönländische Eisschild ab einer bestimmten Temperatur, lässt es sich kaum wieder aufbauen. Der Meeresspiegel steigt dann über Jahrhunderte weiter.

Merke

Ein Kipppunkt ist wie eine Tischkante: Bis dahin geht es langsam, danach kippt es schnell – und zurückschieben lässt sich das Glas kaum noch.

Klimamodelle: Wie sicher ist die Forschung?

Woher wissen Forschende überhaupt, wie warm es 2100 wird? Sie nutzen dafür leistungsstarke Rechenmodelle.

Definition

Klimamodelle sind Computerprogramme, die das Klima mit physikalischen Gesetzen nachbilden. Weil die Zukunft von menschlichen Entscheidungen abhängt, rechnen Forschende mehrere Szenarien durch – vom sparsamen bis zum sorglosen Umgang mit Treibhausgasen.

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Merke

Unsicherheit in Modellen heißt „wir kennen die genaue Zahl noch nicht", nicht „wir wissen nichts". Dass der Mensch die aktuelle Erwärmung verursacht, ist wissenschaftlich gesichert; offen ist vor allem, wie stark es wird.

Was tun? Klimaschutz und Anpassung

Gegen den Klimawandel gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Strategien – und wir brauchen beide.

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Gut zu wissen

Klimaschutz setzt am Anfang der Kette an (weniger Emissionen), Anpassung am Ende (Schutz vor den Folgen). Je weniger wir schützen, desto mehr müssen wir uns später anpassen.

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Prüfungsmodus: Diagramme mit Klimadaten lesen

In Klausuren bekommst du oft Diagramme mit Klimadaten und sollst sie beschreiben und auswerten. Übe das hier an einer Trendkurve zur CO2-Konzentration.

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Gut zu wissen

So gehst du vor: Erst benennst du, was gezeigt wird (Thema, Achsen, Einheit, Zeitraum). Dann beschreibst du den Verlauf (steigt, sinkt, bleibt gleich) mit Zahlen. Zuletzt erklärst du die Ursache mit deinem Wissen.

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Zusammenfassung

Klima ist der langjährige Durchschnitt des Wetters – deshalb widerlegt kein einzelner kalter Tag die Erderwärmung. Der natürliche Treibhauseffekt macht die Erde erst bewohnbar, doch der Mensch verstärkt ihn durch zusätzliche Treibhausgase wie CO2 und Methan. Diese stammen vor allem aus Energie, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Entwaldung. Die Folgen reichen von steigendem Meeresspiegel und Extremwetter über bedrohte Ökosysteme bis zu Risiken für Landwirtschaft und Gesundheit, und an Kipppunkten kann das System abrupt und unumkehrbar umschlagen. Klimamodelle zeigen zuverlässig, dass die Erwärmung menschengemacht ist – unsicher ist vor allem, wie stark sie wird. Dagegen helfen zwei Strategien: Klimaschutz bekämpft die Ursachen, Anpassung mildert die Folgen. Und mit dem Blick fürs Diagramm kannst du diese Entwicklungen jetzt selbst aus Zahlen herauslesen.