‹ Erdkunde

Monokultur

Monokultur in der Geographie: Definition, Merkmale, Beispiele und Zusammenhänge in der Wirtschaftsgeographie.

Auf einem großen Feld wächst jedes Jahr Mais. Das erleichtert die Arbeit mit Maschinen und die Planung. Doch für den Boden und viele Lebewesen kann diese Gleichförmigkeit schwierig werden. In der Erdkunde schaust du deshalb auf Vorteile, Folgen und Alternativen.

Was bedeutet Monokultur?

Eine Nutzpflanze ist eine Pflanze, die Menschen gezielt anbauen und verwenden, zum Beispiel Mais, Weizen oder Kartoffeln. Eine Monokultur liegt vor, wenn auf derselben Fläche über mehrere Jahre dieselbe Nutzpflanzenart angebaut wird.

Ein Feld mit Mais ist also nicht automatisch eine Monokultur. Wichtig ist, ob dort im nächsten und übernächsten Jahr wieder Mais wächst.

Beispiel

Auf einem Acker wächst fünf Jahre hintereinander Mais. Das ist eine Monokultur.

Wachsen dort nacheinander Weizen, Kartoffeln und Klee, ist es keine Monokultur.

Merke

Monokultur bedeutet: Auf einer Fläche wächst über mehrere Jahre immer dieselbe Pflanzenart.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Warum wählen Betriebe Monokulturen?

Große Flächen mit einer Pflanzenart lassen sich oft einfacher bearbeiten. Ein Betrieb kann ähnliche Maschinen, Saatgut und Arbeitsschritte wiederholt einsetzen. Spezialisierung bedeutet, dass sich ein Betrieb besonders auf wenige Produkte oder Arbeitsabläufe konzentriert.

Auch im Wald wird der Begriff manchmal verwendet. Ein Bestand mit fast nur einer Baumart, etwa vielen Fichten, heißt oft Fichtenmonokultur. Streng genommen ist ein Wald aber nicht genau dasselbe wie eine landwirtschaftliche Monokultur: Dort wachsen meist noch weitere Pflanzen am Boden, und Bäume bleiben sehr lange stehen.

Beispiel

Ein Betrieb baut auf vielen Feldern Mais an. Für Aussaat und Ernte kann er dieselben Maschinen einsetzen. Die Arbeit lässt sich dadurch gut planen.

Gut zu wissen

Einheitliche Flächen können kurzfristig praktisch sein. Sie können aber auch dazu führen, dass ein Betrieb stark von einer Ernte und ihrem Verkaufspreis abhängt.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Was passiert im Boden?

Der Boden versorgt Pflanzen mit Wasser, Nährstoffen und Halt. Nährstoffe sind Stoffe, die Pflanzen zum Wachsen brauchen. Verschiedene Pflanzen brauchen unterschiedliche Nährstoffe und wurzeln in unterschiedlichen Tiefen.

Bei einer Monokultur entzieht dieselbe Pflanzenart dem Boden immer wieder ähnliche Nährstoffe. Außerdem finden manche Schädlinge und Krankheitserreger jedes Jahr dieselbe passende Pflanze vor. Eine Wirtspflanze ist eine Pflanze, auf der ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger leben und sich vermehren kann.

Beispiel

Auf einem Feld wächst jedes Jahr dieselbe Pflanzenart. Ein Schädling, der diese Pflanze als Wirtspflanze nutzt, findet dort immer wieder Nahrung. Sein Befall kann deshalb zunehmen.

Eine mögliche Folge heißt Bodenmüdigkeit. Das bedeutet: Ein Boden wird für eine bestimmte Pflanzenart mit der Zeit weniger geeignet. Die Pflanzen wachsen dann schwächer oder liefern weniger Ertrag.

Merke

Wenn Pflanzen sich abwechseln, finden viele spezialisierte Schädlinge nicht jedes Jahr dieselbe Wirtspflanze.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Folgen für Natur und Landschaft

Biodiversität bedeutet Vielfalt des Lebens: verschiedene Pflanzen, Tiere, Pilze und andere Lebewesen. Große Flächen mit nur einer Nutzpflanze bieten oft weniger Nahrung und Verstecke als eine abwechslungsreiche Landschaft mit Hecken, Blühpflanzen und unterschiedlichen Feldern.

Auch Erosion kann ein Problem sein. Erosion bedeutet, dass Wind oder Wasser Boden abtragen. Ist ein Boden offen oder nur schwach bedeckt, kann starker Regen wertvolle Erde wegspülen.

Beispiel

Nach Starkregen fließt Wasser über einen wenig bewachsenen Hang. Es nimmt feine Bodenkrümel mit. Pflanzen und ihre Wurzeln können den Boden dagegen eher festhalten.

Gut zu wissen

Nicht jede Monokultur führt sofort zu Erosion oder wenig Artenvielfalt. Auch Wetter, Bodenart, Hanglage und Bewirtschaftung spielen eine Rolle.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Welche Alternativen gibt es?

Bei einer Fruchtfolge wechseln auf einer Fläche verschiedene Pflanzenarten von Jahr zu Jahr. Nach Getreide kann zum Beispiel eine Hülsenfrucht wie Erbse oder Bohne wachsen.

Eine Mischkultur bedeutet, dass verschiedene Pflanzen gleichzeitig auf einer Fläche angebaut werden. Wachsen im Wald mehrere Baumarten zusammen, nennt man das Mischwald. Unterschiedliche Pflanzen und Bäume reagieren nicht alle gleich empfindlich auf Trockenheit, Stürme oder Krankheiten.

Beispiel

Auf einem Feld wächst zuerst Weizen, im nächsten Jahr Erbsen und danach Kartoffeln. Diese Abfolge ist eine Fruchtfolge.

In einem Mischwald wachsen zum Beispiel Buchen und Eichen zusammen. Befällt ein Schädling vor allem eine Baumart, bleiben die anderen Baumarten eher erhalten.

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Eine Monokultur entsteht, wenn auf derselben Fläche über mehrere Jahre dieselbe Pflanzenart angebaut wird. Sie kann Maschinenarbeit und Planung vereinfachen.

Langfristig können sich Schädlinge und Krankheiten leichter ausbreiten. Auch Boden und Artenvielfalt können belastet werden. Fruchtfolgen, Mischkulturen und Mischwälder bringen mehr Vielfalt und können Risiken verringern.