Wenn es tagelang stark regnet, fragst du dich vielleicht, ob der Bach in deiner Nähe über die Ufer treten kann. In Erdkunde geht es dann nicht nur um das Wetter selbst, sondern auch darum, wen es treffen kann. Du lernst hier, warum dasselbe Ereignis an einem Ort harmlos sein kann und an einem anderen Ort gefährlich wird.
- Du unterscheidest Naturereignis, Naturgefahr und Naturkatastrophe.
- Du erkennst verschiedene Arten von Naturgefahren.
- Du erklärst, warum Risiko von Ort, Menschen und Schutz abhängt.
- Du beschreibst einfache Strategien, mit denen Schäden verringert werden können.
Was in der Natur passiert
Ein Gewitter, ein Erdbeben oder ein Vulkanausbruch passiert zunächst in der Natur. Für sich allein ist das noch keine Katastrophe.
Ein Naturereignis ist ein Vorgang in der Natur. Dazu gehören zum Beispiel Starkregen, Sturm, Erdbeben, Dürre oder eine Lawine. Eine Naturgefahr entsteht, wenn so ein Naturereignis Menschen, Häuser, Straßen, Stromleitungen, Felder oder Trinkwasseranlagen schädigen könnte.
Ein Naturereignis ist ein natürlicher Vorgang.
Eine Naturgefahr ist ein Naturereignis, das Menschen, Gebäude oder wichtige Einrichtungen gefährden kann.
Eine Lawine geht in einem abgelegenen Gebirgstal ab. Dort ist niemand unterwegs, und es stehen keine Gebäude im Weg. Das ist ein Naturereignis.
Die gleiche Lawine bedroht ein Dorf, eine Skipiste oder eine Straße. Dann ist sie eine Naturgefahr, weil Menschen oder Sachwerte Schaden nehmen könnten.
Nicht jedes Naturereignis ist automatisch eine Naturgefahr. Entscheidend ist, ob Menschen oder ihre Lebensgrundlagen betroffen sein können.
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Wenn aus Gefahr großer Schaden wird
Im Alltag werden Naturgefahr und Naturkatastrophe oft verwechselt. In Erdkunde ist der Unterschied wichtig.
Eine Naturkatastrophe ist eine Naturgefahr, die wirklich eingetreten ist und schwere Schäden verursacht hat. Das Ereignis ist also nicht nur möglich oder drohend. Es ist passiert und hat Menschen, Gebäude, Versorgung oder Umwelt stark getroffen.
Eine Naturkatastrophe ist eine eingetretene Naturgefahr mit schweren Schäden.
Starkregen wird vorhergesagt. Ein Ort liegt in einer Senke, und kleine Bäche können schnell anschwellen. Das ist eine Naturgefahr.
Wenn der Starkregen kommt, Keller volllaufen, Straßen zerstört werden und Menschen gerettet werden müssen, spricht man von einer Naturkatastrophe.
Die Grenze zwischen Gefahr und Katastrophe hängt nicht nur vom Naturereignis ab. Wichtig sind auch die Schäden, die Zahl der Betroffenen und die Möglichkeiten zur Hilfe.
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Arten von Gefahren erkennen
Naturgefahren können aus verschiedenen Bereichen der Erde kommen. Manche hängen mit Wetter und Wasser zusammen. Andere entstehen im Erdinneren oder an Hängen.
Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde. Wetterbedingte Naturgefahren entstehen durch Vorgänge in dieser Lufthülle. Dazu zählen Sturm, Starkregen, Hagel, Hitzewellen und Dürre.
Wasserbedingte Naturgefahren betreffen Flüsse, Meere, Grundwasser oder Küsten. Beispiele sind Hochwasser, Sturmfluten und Überschwemmungen.
Geologische Naturgefahren entstehen durch Vorgänge im Gestein, im Erdinneren oder an der Erdoberfläche. Dazu gehören Erdbeben, Vulkanausbrüche, Felsstürze und Erdrutsche.
Nach vielen trockenen Wochen steigt die Waldbrandgefahr. Nach sehr starkem Regen kann ein Hang abrutschen. An einer Küste kann eine Sturmflut Deiche und Siedlungen bedrohen.
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Warum gleiche Ereignisse verschieden wirken
Zwei Orte können vom gleichen Sturm getroffen werden. Trotzdem sind die Folgen oft unterschiedlich. Das liegt am Risiko.
Ein Risiko beschreibt bei Naturgefahren, wie wahrscheinlich Schäden sind und wie schwer diese Schäden sein können. Es hängt nicht nur von der Naturgefahr selbst ab. Wichtig ist auch, ob Menschen im gefährdeten Gebiet leben, wie gut Gebäude geschützt sind und wie schnell Hilfe möglich ist.
Die Exposition bedeutet: Menschen, Gebäude oder Anlagen sind einer Naturgefahr räumlich ausgesetzt. Ein Haus direkt am Fluss hat bei Hochwasser eine höhere Exposition als ein Haus auf einem Hügel.
Die Verwundbarkeit beschreibt, wie leicht Menschen, Gebäude oder eine Gesellschaft Schaden nehmen. Ein schlecht gebautes Haus ist bei einem Erdbeben verwundbarer als ein erdbebensicher gebautes Haus.
Risiko bedeutet bei Naturgefahren: mögliche Schäden durch eine Gefahr an einem bestimmten Ort.
Exposition bedeutet: Etwas liegt im Einflussbereich einer Gefahr.
Verwundbarkeit bedeutet: Etwas kann leicht geschädigt werden oder sich nur schwer erholen.
Ein schwerer Sturm zieht über zwei Orte.
Ort A hat stabile Dächer, freie Notfallwege und gute Warnungen. Die Naturgefahr ist hoch, aber das Risiko kann kleiner sein.
Ort B hat viele alte Gebäude, enge Straßen und kaum Vorbereitung. Die Naturgefahr ist ähnlich, aber das Risiko ist höher, weil die Verwundbarkeit größer ist.
Risiko entsteht nicht nur durch die Natur. Es entsteht auch dadurch, wo Menschen bauen, wie sie vorsorgen und wie gut sie im Notfall handeln können.
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Wenn wichtige Versorgung ausfällt
Bei Naturgefahren geht es nicht nur um einzelne Häuser. Besonders wichtig sind Einrichtungen, die den Alltag am Laufen halten.
Eine kritische Infrastruktur ist eine Einrichtung oder ein System, das für das Leben vieler Menschen sehr wichtig ist. Dazu gehören Stromversorgung, Trinkwasser, Krankenhäuser, Verkehr, Internet, Feuerwehr, Rettungsdienst und Verwaltung.
Wenn solche Systeme ausfallen, können die Folgen größer werden. Ein Sturm kann Stromleitungen beschädigen. Ohne Strom funktionieren Pumpen, Ampeln, Kühlgeräte, Handynetze oder Bahnanlagen nur eingeschränkt.
Folgeschäden sind Schäden, die nicht direkt durch das Naturereignis entstehen, sondern durch seine weiteren Auswirkungen. Ein überflutetes Umspannwerk kann zum Beispiel später einen Stromausfall verursachen.
Nach einem schweren Unwetter fallen Strom und Mobilfunk in einem Ort aus. Die Feuerwehr kann manche Straßen wegen umgestürzter Bäume nicht befahren. Dann ist nicht nur das Unwetter selbst ein Problem. Auch Hilfe, Versorgung und Kommunikation werden schwieriger.
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Schutz und Vorbereitung
Naturgefahren lassen sich nicht einfach abschalten. Man kann aber Schäden verringern. Dafür braucht man Vorsorge. Vorsorge bedeutet: Man handelt, bevor ein Schaden eintritt.
Anpassung bedeutet, dass Menschen ihre Gebäude, Städte und Regeln an bekannte oder zunehmende Gefahren anpassen. Das wird durch den Klimawandel wichtiger. Der Klimawandel ist die langfristige Veränderung des Klimas, vor allem durch die Erwärmung der Erde. Er kann bestimmte Extremereignisse wie Hitzewellen, Starkregen oder Dürren häufiger oder stärker machen.
Eine Stadt entsiegelt Plätze, damit Regenwasser versickern kann. Sie baut Rückhaltebecken, verbessert Warnungen und hält Flächen am Fluss frei. So wird ein Hochwasser nicht verhindert, aber die Schäden können kleiner werden.
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Zusammenfassung
Eine Naturgefahr beginnt nicht mit dem Schaden, sondern mit der Möglichkeit von Schaden. Erst wenn eine Gefahr eintritt und große Schäden verursacht, spricht man von einer Naturkatastrophe.
Ein Naturereignis ist ein Vorgang in der Natur. Eine Naturgefahr bedroht Menschen oder ihre Lebensgrundlagen. Eine Naturkatastrophe ist eine eingetretene Gefahr mit schweren Folgen.
Risiko hängt davon ab, wo Menschen leben, wie verwundbar sie sind und wie gut Schutz, Warnung und Hilfe funktionieren. Deshalb können gleiche Naturereignisse an verschiedenen Orten sehr unterschiedliche Folgen haben.
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