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Ökologischer Landbau

Ökologischer Landbau in der Geographie: Definition, Merkmale, Beispiele und Zusammenhänge in der Wirtschaftsgeographie.

Im Supermarkt findest du Lebensmittel mit einem Bio-Zeichen. Dahinter stehen Regeln für die Arbeit auf dem Bauernhof. Dabei sollen Felder, Tiere und die Natur langfristig gut zusammenarbeiten.

Was bedeutet ökologischer Landbau?

Ökologischer Landbau ist eine Form der Landwirtschaft, die Lebensmittel erzeugt und dabei Boden, Wasser, Tiere und die Vielfalt der Arten möglichst schützt. Man nennt ihn auch Bio-Landbau oder Öko-Landbau.

Ein Bio-Hof betrachtet nicht nur eine einzelne Pflanze oder ein Tier. Er plant, welche Pflanzen auf den Feldern wachsen, wie viele Tiere gehalten werden und woher Futter und Dünger kommen. Dünger ist Material, das Pflanzen mit wichtigen Stoffen zum Wachsen versorgt.

Deine Lernziele
  • Du kannst ökologischen Landbau erklären.
  • Du kennst wichtige Regeln für Ackerbau und Tierhaltung.
  • Du verstehst den Kreislauf auf einem Bio-Hof.
  • Du kannst Vorteile und Herausforderungen des Ökolandbaus beschreiben.
Beispiel

Ein Hof baut Klee, Kartoffeln und Getreide an. Die Kühe fressen Gras und Futter vom Hof. Ihr Mist düngt später die Felder. So sind Ackerbau und Tierhaltung miteinander verbunden.

Merke

Ökologischer Landbau erzeugt Lebensmittel und schützt zugleich die Grundlagen, die Landwirtschaft braucht.

Der Boden als Grundlage

Pflanzen wachsen nur gut, wenn der Boden Wasser, Luft und Nährstoffe enthält. Nährstoffe sind Stoffe, die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Bodenfruchtbarkeit bedeutet, dass ein Boden Pflanzen über lange Zeit gut versorgen kann.

Bio-Betriebe wollen den Boden nicht einseitig ausnutzen. Sie bringen zum Beispiel Mist, Kompost oder Pflanzenreste auf die Felder. Humus ist die weitgehend zersetzte und umgewandelte organische Substanz im Boden. Er kann Wasser und Nährstoffe speichern.

Beispiel

Nach der Getreideernte sät ein Betrieb Klee. Mit Hilfe von Bakterien an seinen Wurzeln kann Klee Stickstoff aus der Luft für den Boden nutzbar machen. Im nächsten Jahr wächst dort zum Beispiel Gemüse.

Gut zu wissen

Stickstoff ist ein Nährstoff für Pflanzen. Leguminosen sind Pflanzen wie Erbsen, Bohnen und Klee. Sie können mit Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft nutzen.

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Vielfalt auf dem Feld

Wenn auf einem Feld jedes Jahr dieselbe Pflanzenart wächst, können sich bestimmte Krankheiten und Schädlinge leichter ausbreiten. Deshalb nutzen Bio-Betriebe eine Fruchtfolge. Das ist ein geplanter Wechsel verschiedener Pflanzen auf einem Feld über mehrere Jahre.

Auch Hecken, Wiesen oder Blühstreifen am Feldrand gehören zur Vielfalt. Sie bieten Tieren Schutz und Nahrung. Biodiversität bedeutet die Vielfalt der Lebewesen: Pflanzen, Tiere, Pilze und andere Organismen.

Beispiel

Auf einem Feld wachsen im ersten Jahr Bohnen, danach Weizen und später Kartoffeln. Die Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche. Dadurch wird der Boden nicht immer auf dieselbe Weise beansprucht.

Merke

Eine Fruchtfolge hilft dem Boden und erschwert es manchen Schädlingen, sich stark zu vermehren.

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Pflanzen schützen ohne chemisch-synthetische Mittel

Pflanzenschutz bedeutet, Nutzpflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und unerwünschten Wildpflanzen zu schützen. Schädlinge sind Lebewesen, die Kulturpflanzen beschädigen können.

Im ökologischen Landbau sind chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht erlaubt. Chemisch-synthetisch heißt: Ein Stoff wird künstlich durch chemische Verfahren hergestellt. Deshalb soll ein Betrieb Schäden möglichst verhindern, bevor sie entstehen.

Dafür helfen widerstandsfähige Pflanzensorten, Fruchtfolgen und Nützlinge. Nützlinge sind Tiere, die bei der Landwirtschaft helfen. Marienkäfer fressen zum Beispiel Blattläuse. Unerwünschte Wildpflanzen lassen sich außerdem mit Geräten entfernen.

Beispiel

Auf einem Kohlbeet treten Blattläuse auf. Der Betrieb fördert Marienkäfer und entfernt stark befallene Pflanzen. Er nutzt zuerst natürliche Zusammenhänge und sorgfältige Arbeit.

Merke

Im Ökolandbau steht Vorbeugen vor dem Bekämpfen.

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Tiere und Kreisläufe auf dem Hof

Artgerechte Tierhaltung bedeutet, dass Tiere genug Platz haben und wichtige Bedürfnisse ihrer Art ausleben können. Je nach Tier gehören dazu Bewegung, Auslauf, Weide oder Beschäftigung.

Ein wichtiger Gedanke ist der Stoffkreislauf. Dabei werden Stoffe auf dem Hof wieder genutzt: Pflanzen dienen als Futter, Tiere liefern Mist, und der Mist bringt Nährstoffe zurück auf die Felder. So soll nicht zu viel Dünger auf einer kleinen Fläche anfallen.

Beispiel

Ein Bio-Hof hält nur so viele Rinder, wie er mit seinen Flächen sinnvoll versorgen kann. Das Futter kommt teilweise vom eigenen Hof. Den Mist verteilt der Betrieb passend auf seinen Feldern.

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Bio erkennen und einordnen

Bio-Lebensmittel sind Produkte, die nach festgelegten Regeln des ökologischen Landbaus erzeugt wurden. In der Europäischen Union darf ein Produkt nur als Bio verkauft werden, wenn die vorgeschriebenen Kriterien erfüllt und kontrolliert werden.

Eine Öko-Kontrollstelle prüft, ob ein Betrieb diese Regeln einhält. Sie kontrolliert zum Beispiel Anbau, Tierhaltung und Verarbeitung. Das Bio-Zeichen ist also nicht nur Werbung, sondern verweist auf überprüfbare Vorgaben.

Ökologischer Landbau kann Böden, Gewässer und Artenvielfalt schützen. Gleichzeitig ist er anspruchsvoll. Der Ertrag ist die Menge an Produkten, die ein Feld oder Betrieb hervorbringt. Er kann je nach Pflanze und Standort geringer sein, und manche Arbeiten brauchen mehr Zeit.

Beispiel

Du vergleichst zwei Äpfel im Laden. Ein Bio-Zeichen informiert über die Regeln beim Anbau. Ob ein Apfel aus deiner Nähe kommt, erkennst du zusätzlich an der Herkunftsangabe.

Gut zu wissen

Bio und regional bedeuten nicht dasselbe. Bio beschreibt vor allem die Art der Erzeugung. Regional beschreibt, aus welcher Gegend ein Produkt stammt.

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Zusammenfassung

Ökologischer Landbau ist Landwirtschaft mit Regeln zum Schutz von Natur und Tieren. Bio-Betriebe fördern fruchtbare Böden, nutzen Fruchtfolgen und versuchen, Stoffkreisläufe auf dem Hof zu schließen.

Sie schützen Pflanzen vor allem durch Vorbeugung, Vielfalt und sorgfältige Arbeit. Bio-Zeichen zeigen, dass festgelegte Vorschriften kontrolliert werden. Frage bei Lebensmitteln: Wie wurde es erzeugt, woher kommt es und welche Folgen hat das für Boden, Wasser, Tiere und Menschen?