Am Meer merkst du oft: Das Wasser steht nicht einfach still. Es bewegt sich, schiebt Dinge weiter und kann sogar Wärme von einem Ort zum anderen bringen. Für das Klima ist das wichtig, weil die Ozeane riesige Mengen Wasser speichern und verteilen. In Erdkunde hilft dir dieses Thema zu verstehen, warum Küsten in ähnlicher Lage sehr verschiedenes Wetter haben können.
- Du erklärst, was ozeanische Zirkulation bedeutet.
- Du unterscheidest Oberflächenströmungen und Tiefenströmungen.
- Du beschreibst wichtige Antriebe wie Wind, Dichte, Salzgehalt und Temperatur.
- Du erklärst am Golfstrom, wie Meeresströmungen das Klima beeinflussen.
- Du erkennst, warum Veränderungen der Meeresströmungen Folgen für Menschen und Ökosysteme haben.
Was ozeanische Zirkulation bedeutet
Wenn du an einen Fluss denkst, stellst du dir wahrscheinlich Wasser vor, das in eine Richtung fließt. Im Meer gibt es auch solche Bewegungen, nur viel größer, langsamer und oft nicht sofort sichtbar. Manche Strömungen laufen an der Oberfläche. Andere bewegen Wasser tief unten im Ozean.
Ozeanische Zirkulation bedeutet: Meerwasser bewegt sich in großen Kreisläufen durch die Ozeane.
Eine Meeresströmung ist eine gerichtete Bewegung von Meerwasser. Das Wasser fließt also nicht zufällig hin und her, sondern über längere Strecken in eine erkennbare Richtung.
Eine Wassermasse ist ein großer Bereich Meerwasser mit ähnlicher Temperatur und ähnlichem Salzgehalt.
Die ozeanische Zirkulation verbindet die Meere miteinander. Sie transportiert Wärme, Salz, Sauerstoff, Nährstoffe und manchmal auch Dinge wie Eis, Treibgut oder Plastik. Dadurch wirkt der Ozean wie ein riesiges Transportsystem der Erde.
Stell dir vor, ein schwimmender Gegenstand fällt in den Atlantik. Er bleibt nicht unbedingt dort. Strömungen können ihn über Monate oder Jahre in andere Meeresgebiete tragen.
So ähnlich werden auch Wärme und Nährstoffe im Meer verteilt. Nur passiert das nicht mit einem einzelnen Gegenstand, sondern mit gewaltigen Wassermengen.
Ozeanische Zirkulation ist die große Bewegung des Meerwassers. Meeresströmungen sind einzelne Teile dieses Bewegungssystems.
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Oberflächenströmungen: Wenn Wind das Meer anschiebt
Du kennst Wind vom Fahrradfahren: Gegenwind bremst, Rückenwind hilft. Auch auf dem Meer wirkt Wind. Er reibt an der Wasseroberfläche und kann dadurch oberes Meerwasser in Bewegung setzen.
Eine Oberflächenströmung ist eine Meeresströmung in den oberen Wasserschichten. Sie wird vor allem durch Wind angetrieben.
Die Corioliskraft ist eine Ablenkung durch die Drehung der Erde. Sie lässt bewegte Luft und bewegtes Wasser auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links abweichen.
Oberflächenströmungen folgen deshalb nicht einfach genau dem Wind. Die Erdrotation lenkt sie ab. Außerdem begrenzen Kontinente und Inseln den Weg des Wassers. So entstehen große Strömungsmuster in den Ozeanen.
Die Passatwinde wehen in den Tropen regelmäßig. Sie treiben Oberflächenwasser über weite Strecken. Trifft dieses Wasser auf einen Kontinent, wird es umgelenkt und kann Teil eines großen Meereswirbels werden.
Ein Meereswirbel oder Gyre ist ein großes, kreisendes Strömungssystem in einem Ozeanbecken. Solche Wirbel entstehen durch Wind, Erdrotation und die Form der Kontinente.
Im Nordatlantik gehört der Golfstrom zu einem großen Strömungssystem. Er fließt warmes Wasser an der Ostküste Nordamerikas entlang nach Norden und später in Richtung Europa.
Wind schiebt vor allem das Oberflächenwasser an. Die Erdrotation und die Lage der Kontinente lenken die Strömung in typische Bahnen.
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Tiefenströmungen: Wenn schweres Wasser absinkt
An der Oberfläche sieht man Wellen und manchmal Strömungen. In der Tiefe passiert aber ebenfalls viel. Dort bewegt sich Wasser, weil es unterschiedlich schwer sein kann.
Die Dichte beschreibt, wie viel Masse in einem bestimmten Volumen steckt. Wasser mit höherer Dichte ist schwerer als gleich viel Wasser mit niedrigerer Dichte.
Der Salzgehalt gibt an, wie viel Salz im Meerwasser gelöst ist.
Die Temperatur beschreibt, wie warm oder kalt das Wasser ist.
Kaltes Wasser hat meist eine höhere Dichte als warmes Wasser. Salziges Wasser hat eine höhere Dichte als weniger salziges Wasser. Wenn Meerwasser kalt und salzreich wird, kann es absinken. Dadurch entstehen Strömungen in der Tiefe.
Eine Tiefenströmung ist eine Meeresströmung in tieferen Wasserschichten. Sie entsteht vor allem durch Unterschiede in Dichte, Temperatur und Salzgehalt.
Thermohalin bedeutet: durch Wärme beziehungsweise Temperatur und Salz beeinflusst. Das Wort kommt von thermo für Wärme und halin für Salz.
In kalten Meeresgebieten, zum Beispiel im Nordatlantik, kühlt Oberflächenwasser stark ab. Wenn außerdem Eis entsteht, bleibt ein Teil des Salzes im umgebenden Meerwasser zurück. Dieses Wasser wird dichter, sinkt ab und kann als Tiefenwasser weiterfließen.
Im Nordatlantik wird Wasser auf dem Weg nach Norden immer kälter. Es wird dadurch dichter. Wenn es absinkt, zieht es weiteres Wasser nach und hilft, die Umwälzung im Atlantik anzutreiben.
Kaltes und salzreiches Wasser ist besonders dicht. Es kann absinken und Tiefenströmungen antreiben.
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Das globale Förderband
Bei ozeanischer Zirkulation geht es nicht nur um einzelne Strömungen. Viele Strömungen hängen zusammen. Deshalb spricht man oft von einem weltweiten Kreislauf.
Das globale Förderband ist ein vereinfachtes Bild für die weltweite Umwälzung des Meerwassers. Es verbindet Oberflächenströmungen und Tiefenströmungen über sehr lange Zeiträume.
Der Kreislauf läuft nicht so sauber wie ein echtes Förderband in einer Fabrik. Der Ozean ist unruhig, hat Wirbel und viele regionale Besonderheiten. Trotzdem hilft das Bild: Warmes Wasser kann an der Oberfläche in höhere Breiten fließen. Dort kühlt es ab, wird dichter und sinkt. In der Tiefe fließt es weiter und steigt in anderen Gebieten wieder auf.
Ein vereinfachter Weg sieht so aus:
Warmes Oberflächenwasser fließt im Atlantik nach Norden. Im Nordatlantik kühlt es ab und sinkt. Tiefes, kaltes Wasser bewegt sich südwärts und gelangt später in andere Ozeane. Dort wird es langsam wieder mit oberen Wasserschichten vermischt.
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Dieser Kreislauf ist sehr langsam. Manche Wassermassen brauchen viele Jahrhunderte, bis sie große Teile des Systems durchlaufen haben.
Das globale Förderband ist kein einzelner Fluss. Es ist ein verbundenes System aus vielen Strömungen an der Oberfläche und in der Tiefe.
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Der Golfstrom und das Klima in Europa
Manchmal fragst du dich vielleicht, warum Orte auf ähnlicher geografischer Breite nicht gleich kalt sind. Ein wichtiger Grund kann das Meer sein. Warme Meeresströmungen bringen Wärme in Regionen, die sonst kälter wären.
Der Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im Atlantik. Er transportiert warmes Wasser aus dem Raum des Golfs von Mexiko nach Norden und weiter in Richtung Europa.
Der Nordatlantikstrom ist die Fortsetzung des Strömungssystems in Richtung Nordostatlantik und Europa.
Der Golfstrom und der Nordatlantikstrom geben Wärme an die Luft ab. Diese Luft beeinflusst das Wetter an den Küsten Europas. Deshalb sind viele Gebiete in Westeuropa und Nordeuropa milder, als man es nur nach ihrer Breitenlage erwarten würde.
Norwegens Westküste liegt weit im Norden. Trotzdem bleiben dort viele Küstenbereiche im Winter vergleichsweise mild und oft eisfrei. Eine Ursache ist warmes Atlantikwasser, das Wärme in die Region bringt.
An der Ostküste Grönlands ist es auf ähnlichen Breiten viel kälter. Dort kommt der wärmende Einfluss des Atlantikwassers nicht in gleicher Weise an. Deshalb zeigen zwei Orte auf ähnlicher Breite sehr unterschiedliche Bedingungen.
Warme Meeresströmungen können Küsten milder machen. Kalte Meeresströmungen können Küsten abkühlen und Trockenheit begünstigen.
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Folgen für Leben, Klima und Menschen
Meeresströmungen verteilen nicht nur Wärme. Sie bewegen auch Nährstoffe und Sauerstoff. Deshalb sind sie wichtig für Tiere, Pflanzen und Menschen.
Nährstoffe sind Stoffe, die Lebewesen zum Wachsen brauchen. Im Meer sind sie zum Beispiel wichtig für winzige Algen.
Plankton sind sehr kleine Lebewesen, die im Wasser treiben. Pflanzliches Plankton bildet die Grundlage vieler Nahrungsketten im Meer.
Ein Ökosystem ist ein Lebensraum mit seinen Lebewesen und den unbelebten Bedingungen, zum Beispiel Wasser, Licht, Temperatur und Nährstoffen.
Wenn kaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche gelangt, kann dort viel Plankton wachsen. Dann finden Fische mehr Nahrung. Deshalb sind manche Küstengewässer besonders fischreich.
Vor einigen Westküsten der Kontinente steigt kaltes Tiefenwasser auf. Es bringt Nährstoffe mit. Dadurch können dort große Mengen Plankton wachsen, und viele Fische finden Nahrung.
Meeresströmungen können aber auch Trockenheit an Land beeinflussen. Kalte Strömungen kühlen die Luft über dem Meer. Kühle Luft nimmt weniger Wasserdampf auf. Dadurch fällt an manchen Küsten wenig Regen.
An der Westküste Südamerikas wirkt kaltes Wasser vor der Küste mit. Dadurch ist die Luft oft kühl und trocken. Das trägt zur Trockenheit in der Atacama-Region bei.
Auch der Klimawandel kann Meeresströmungen verändern. Wenn sich Wasser erwärmt oder durch Schmelzwasser weniger salzig wird, ändert sich die Dichte. Dadurch kann sich das Absinken von Wasser abschwächen. Forschende beobachten solche Veränderungen besonders aufmerksam, weil sie langfristige Folgen haben können.
Meeresströmungen verbinden Klima und Ökosysteme. Wenn sich Strömungen ändern, können sich Wärme, Nährstoffe und Lebensräume verschieben.
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Zusammenfassung
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Ozeanische Zirkulation bedeutet, dass Meerwasser in großen Mustern durch die Ozeane fließt. Oberflächenströmungen werden vor allem durch Wind, Erdrotation und Kontinente geprägt. Tiefenströmungen entstehen besonders durch Unterschiede in Temperatur, Salzgehalt und Dichte.
Der Golfstrom zeigt gut, warum Meeresströmungen für das Klima wichtig sind. Er transportiert warmes Wasser in den Nordatlantik und beeinflusst dadurch das milde Klima an Teilen Europas. Gleichzeitig verteilen Strömungen Nährstoffe und Sauerstoff und sind deshalb wichtig für das Leben im Meer.
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