Wenn du auf einer Weltkarte die Pole anschaust, wirken sie weit weg vom Alltag. Trotzdem beeinflusst die Luft dort das große Windsystem der Erde. In Erdkunde hilft dir das Thema, Klimazonen und Wetterkarten besser zu verstehen.
Polare Ostwinde gehören zu den globalen Windgürteln. Du lernst jetzt Schritt für Schritt, warum sie entstehen, warum sie aus Osten kommen und welche Rolle sie im Klimasystem spielen.
- Du kannst erklären, was polare Ostwinde sind.
- Du verstehst, warum kalte Luft an den Polen absinkt.
- Du kannst Polarhoch, subpolare Tiefdruckrinne und Corioliskraft miteinander verbinden.
- Du erkennst, wo polare Ostwinde auf der Erde auftreten.
Luftdruck als Ausgangspunkt
Stell dir vor, du öffnest im Winter kurz ein Fenster. Kalte Luft fühlt sich schwer und dicht an. In der Atmosphäre passiert etwas Ähnliches: Kalte Luft sinkt eher ab, warme Luft steigt eher auf.
Luftdruck bedeutet: Die Luft drückt mit ihrem Gewicht auf die Erdoberfläche. Wo viel schwere Luft absinkt, entsteht hoher Luftdruck. Wo Luft aufsteigt oder wegströmt, entsteht niedriger Luftdruck.
Ein Hochdruckgebiet ist ein Gebiet, in dem der Luftdruck höher ist als in der Umgebung. Luft sinkt dort meist ab.
Ein Tiefdruckgebiet ist ein Gebiet, in dem der Luftdruck niedriger ist als in der Umgebung. Luft strömt dort eher zusammen und steigt auf.
An den Polen ist es sehr kalt, weil die Sonnenstrahlen dort flach auf die Erde treffen. Die gleiche Sonnenenergie verteilt sich auf eine größere Fläche. Deshalb erwärmt sich die Luft dort viel schwächer als in den Tropen.
Kalte Luft ist dichter und schwerer als warme Luft. Sie sinkt über den Polarregionen ab. Dadurch bildet sich ein Polarhoch.
Am Nordpol und in der Arktis kühlt die Luft stark aus. Sie wird schwer und sinkt ab. Am Boden sammelt sich dadurch Luft an. Der Luftdruck steigt: Es entsteht ein Polarhoch.
Kalte Luft sinkt ab und erhöht den Luftdruck am Boden. Deshalb gibt es über den Polarregionen oft hohen Luftdruck.
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Vom Polarhoch zur subpolaren Tiefdruckrinne
Luft bleibt nicht einfach an einem Ort liegen. Wenn es neben einem Hochdruckgebiet ein Gebiet mit niedrigerem Luftdruck gibt, strömt Luft vom hohen zum niedrigen Druck. Das ist ein Grundprinzip für Wind.
Eine subpolare Tiefdruckrinne ist ein lang gestreckter Bereich mit eher niedrigem Luftdruck in hohen Breiten, ungefähr um 60 Grad bis 70 Grad nördlicher und südlicher Breite. Sie liegt also nicht direkt am Pol, sondern etwas weiter Richtung Äquator.
Ein Druckgefälle ist ein Unterschied im Luftdruck zwischen zwei Gebieten. Luft bewegt sich vom höheren zum niedrigeren Luftdruck.
Eine subpolare Tiefdruckrinne ist ein breiter Tiefdruckbereich nahe der Polargebiete, aber weiter Richtung mittlere Breiten.
Zwischen dem Polarhoch und der subpolaren Tiefdruckrinne entsteht ein Druckgefälle. Die Luft am Boden wird dadurch in Bewegung gesetzt. Sie strömt vom Pol weg in Richtung der subpolaren Tiefdruckrinne.
Diese Luft ist sehr kalt. Deshalb bringen polare Ostwinde oft kalte Luftmassen mit sich. Sie sind aber kein einzelner Sturm, sondern ein Teil des dauerhaften, weltweiten Windsystems.
Auf der Nordhalbkugel liegt kalte Luft über der Arktis. Weiter südlich, etwa nahe der subpolaren Breiten, ist der Luftdruck oft niedriger. Die Luft möchte vom Polarhoch dorthin ausweichen. So beginnt die bodennahe Strömung.
Wind entsteht nicht, weil Luft zufällig herumweht. Meist steckt ein Druckunterschied dahinter: Luft gleicht Unterschiede zwischen Hochdruck und Tiefdruck aus.
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Warum es Ostwinde sind
Jetzt kommt der wichtigste Punkt: Die Luft strömt nicht einfach gerade vom Pol nach Süden oder Norden. Die Erde dreht sich. Dadurch werden bewegte Luftmassen abgelenkt.
Die Corioliskraft ist eine scheinbare Ablenkung von Bewegungen auf der rotierenden Erde. Sie wirkt auf Wind, Meeresströmungen und andere großräumige Bewegungen. Auf der Nordhalbkugel lenkt sie Bewegungen nach rechts ab. Auf der Südhalbkugel lenkt sie Bewegungen nach links ab.
Die Corioliskraft ist die Ablenkung bewegter Luftmassen durch die Erdrotation. Sie lenkt auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links.
Ein Ostwind ist ein Wind, der aus Osten kommt. Die Richtung eines Windes wird immer nach der Herkunft benannt. Ein Ostwind weht also von Osten nach Westen.
Bei den polaren Ostwinden strömt kalte Luft vom Polarhoch zur subpolaren Tiefdruckrinne. Durch die Corioliskraft wird diese Strömung so abgelenkt, dass sie in beiden Halbkugeln überwiegend aus östlichen Richtungen kommt. Darum heißen sie polare Ostwinde.
Auf der Nordhalbkugel fließt Luft vom Polarhoch Richtung Süden. Die Corioliskraft lenkt sie nach rechts ab. Dadurch kommt die bodennahe Strömung eher aus Nordost bis Ost.
Auf der Südhalbkugel fließt Luft vom antarktischen Polarhoch Richtung Norden. Die Corioliskraft lenkt sie nach links ab. Auch dort entsteht eine Strömung aus Südost bis Ost.
Polare Ostwinde heißen so, weil sie aus östlichen Richtungen kommen. Sie heißen nicht so, weil sie nach Osten wehen.
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Lage im globalen Windsystem
Die Erde hat mehrere große Windgürtel. Ein Windgürtel ist ein breiter Bereich der Erde, in dem Winde im Durchschnitt aus ähnlichen Richtungen wehen. Diese Gürtel entstehen durch Sonnenenergie, Luftdruckunterschiede und die Erdrotation.
Polare Ostwinde liegen in den hohen Breiten. Grob gesagt treten sie zwischen etwa 60 Grad und 90 Grad nördlicher und südlicher Breite auf. Sie gehören zur Polarzelle.
Die Polarzelle ist ein Kreislauf der Luft in den Polarregionen. Am Pol sinkt kalte Luft ab, strömt am Boden Richtung subpolare Breiten, steigt dort teilweise wieder auf und bewegt sich in größerer Höhe zurück zum Pol.
Wenn du vom Nordpol Richtung Äquator gehst, kommst du zuerst durch die Zone der polaren Ostwinde. Danach folgt in den mittleren Breiten die Westwindzone. Noch weiter Richtung Äquator liegen die Passatwinde.
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Folgen für Wetter und Klima
Polare Ostwinde transportieren kalte Luft aus den Polarregionen in Richtung subpolare Breiten. Dadurch beeinflussen sie die Temperaturverteilung in hohen Breiten. Sie wirken also an der Grenze zwischen sehr kalter Polarluft und weniger kalter Luft weiter Richtung Äquator mit.
Eine Luftmasse ist ein großes Paket Luft mit ähnlicher Temperatur und Feuchtigkeit. Polare Ostwinde bewegen vor allem kalte, oft trockene Luftmassen. Wenn solche Luftmassen auf andere Luftmassen treffen, können Wettergrenzen entstehen.
Die Polarfront ist eine Zone, in der kalte Polarluft und wärmere Luft aus mittleren Breiten aufeinandertreffen. Dort entstehen häufig Tiefdruckgebiete, die das Wetter in den mittleren Breiten beeinflussen können.
Eine Luftmasse ist ein großer Luftbereich mit ähnlichen Eigenschaften, zum Beispiel Temperatur und Feuchtigkeit.
Die Polarfront ist die Übergangszone zwischen kalter Polarluft und wärmerer Luft aus den mittleren Breiten.
In Deutschland spürst du polare Ostwinde nicht ständig direkt. Deutschland liegt in der Westwindzone der mittleren Breiten. Trotzdem können kalte Luftmassen aus polaren Gebieten das Wetter in Europa beeinflussen, besonders wenn die Großwetterlage sie nach Süden lenkt.
Im Winter kann sehr kalte Luft aus nördlichen oder nordöstlichen Richtungen nach Europa gelangen. Dann sinken die Temperaturen deutlich. Das bedeutet nicht, dass Deutschland in der Zone der polaren Ostwinde liegt. Es zeigt aber, dass polare Luftmassen unser Wetter erreichen können.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Windgürtel und einer einzelnen Wetterlage. Polare Ostwinde beschreiben ein großräumiges Durchschnittsmuster. Das Wetter an einem bestimmten Tag kann davon abweichen.
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Häufige Verwechslungen
Bei polaren Ostwinden verwechseln viele die Windrichtung, die Lage und den Unterschied zu anderen Windgürteln. Das ist normal, weil mehrere Begriffe ähnlich klingen.
Ein Ostwind kommt aus Osten. Ein Westwind kommt aus Westen. Die Westwindzone ist ein Windgürtel der mittleren Breiten, in dem Winde im Durchschnitt aus westlichen Richtungen kommen. Sie liegt südlich der polaren Ostwinde auf der Nordhalbkugel und nördlich der polaren Ostwinde auf der Südhalbkugel.
Die Passatwinde sind tropische Ostwinde. Sie liegen nicht an den Polen, sondern zwischen den Subtropen und dem Äquator. Sie heißen auch Ostwinde, haben aber eine andere Lage und eine andere Rolle im Windsystem.
Drei Windgürtel im einfachen Überblick:
Polare Ostwinde: hohe Breiten, kalte Luft, Nähe der Pole.
Westwindzone: mittlere Breiten, wechselhaftes Wetter, wichtig für Europa.
Passatwinde: Tropen, relativ beständige Winde Richtung Äquator.
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Zusammenfassung
Polare Ostwinde sind ein globaler Windgürtel in hohen Breiten. Sie entstehen, weil über den kalten Polarregionen Luft absinkt und ein Polarhoch bildet. Von dort strömt Luft am Boden zur subpolaren Tiefdruckrinne.
Die Corioliskraft lenkt diese Luftströmung ab. Dadurch kommen die Winde auf beiden Halbkugeln überwiegend aus östlichen Richtungen. Deshalb heißen sie polare Ostwinde.
Sie transportieren kalte polare Luft und gehören zur Polarzelle. Wichtig ist: Sie sind kein einzelner Tageswind, sondern ein durchschnittliches Muster im planetarischen Windsystem.
Polare Ostwinde entstehen aus drei Bausteinen: kalte Luft am Pol, Druckgefälle zur subpolaren Tiefdruckrinne und Ablenkung durch die Corioliskraft.
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