Stell dir vor, jemand aus deiner Familie arbeitet weit weg und schickt regelmäßig Geld nach Hause. Davon werden vielleicht Schulhefte, Miete, Essen oder Medikamente bezahlt. In Erdkunde schaust du nicht nur auf Karten, sondern auch auf solche Verbindungen zwischen Menschen, Orten und Wirtschaft.
- Du erklärst, was Remissen sind.
- Du unterscheidest Geldremissen, Sachremissen und soziale Remissen.
- Du beschreibst Gründe für Remissen.
- Du beurteilst Chancen und Probleme für Familien und Länder.
- Du erklärst, warum Remissen schwer genau zu messen sind.
Erst die wichtigsten Wörter
Migration bedeutet: Menschen verlagern ihren Wohnort oder Arbeitsort für längere Zeit an einen anderen Ort. Das kann innerhalb eines Landes passieren oder über eine Staatsgrenze hinweg.
Das Herkunftsland ist das Land, aus dem eine Person oder ihre Familie kommt. Das Zielland ist das Land, in das eine Person zieht oder in dem sie arbeitet.
Eine Person wächst in Nepal auf und arbeitet später in Katar. Nepal ist in diesem Beispiel das Herkunftsland. Katar ist das Zielland.
Menschen, die migrieren, nennt man Migrantinnen und Migranten. Das Wort sagt noch nichts darüber aus, warum jemand gegangen ist. Gründe können Arbeit, Ausbildung, Familie, Sicherheit oder andere Lebensbedingungen sein.
Bei Remissen geht es immer um eine Verbindung: Eine Person lebt oder arbeitet an einem Ort, unterstützt aber Menschen an einem anderen Ort.
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Was Remissen sind
Jetzt kannst du den Fachbegriff genau einordnen. Remissen sind Unterstützungen, die Migrantinnen und Migranten an Menschen im Herkunftsland schicken. Oft ist damit Geld gemeint. Es können aber auch Waren, Wissen oder Ideen sein.
Remissen sind Geld, Dinge oder nicht-materielle Unterstützung, die Migrantinnen und Migranten an Familie, Freunde oder Gemeinschaften im Herkunftsland senden.
Ein anderes deutsches Wort ist Rücküberweisung oder Heimatüberweisung. Das englische Wort lautet remittances.
Remissen sind meistens privat. Sie kommen also nicht direkt vom Staat und nicht zuerst von einer Hilfsorganisation. Eine einzelne Person oder Familie entscheidet, wem sie hilft und wofür das Geld genutzt wird.
Eine Frau arbeitet in Spanien. Jeden Monat überweist sie 150 Euro an ihre Eltern in Marokko. Die Eltern bezahlen damit Medikamente und einen Teil der Stromrechnung.
Das ist eine Remisse, weil Geld aus dem Zielland an Angehörige im Herkunftsland fließt.
Remissen zeigen, dass Migration nicht nur Menschen bewegt. Auch Geld, Dinge und Wissen können zwischen Orten wandern.
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Welche Arten von Remissen gibt es?
Die bekannteste Form sind Geldremissen. Das sind Geldzahlungen, zum Beispiel per Bank, App, Zahlungsdienst oder Bargeldübergabe.
Ein Vater arbeitet in Deutschland. Er sendet jeden Monat 200 Euro an seine Tochter in Bosnien und Herzegowina. Die Tochter kauft davon Schulmaterial und bezahlt Fahrkarten.
Sachremissen sind Dinge, die geschickt oder mitgebracht werden. Dazu gehören zum Beispiel Kleidung, Medikamente, Werkzeuge, Handys oder Ersatzteile.
Eine Familie fährt im Sommer in ihr Herkunftsland. Im Auto nimmt sie Kinderkleidung, ein gebrauchtes Laptop und Werkzeug für Verwandte mit.
Das sind Sachremissen, weil nicht Geld, sondern Dinge übertragen werden.
Soziale Remissen sind Ideen, Wissen, Werte oder Fähigkeiten, die durch Migration weitergegeben werden. Sie sind nicht direkt sichtbar wie Geld oder Waren, können aber viel verändern.
Ein junger Mann lernt in Kanada, wie ein kleiner Betrieb online Bestellungen annimmt. Später erklärt er seinem Cousin im Herkunftsort, wie man Produkte im Internet verkauft.
Geldremissen helfen beim Bezahlen. Sachremissen liefern konkrete Dinge. Soziale Remissen übertragen Wissen, Ideen oder Verhalten.
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Warum Menschen Remissen senden
Ein häufiger Grund ist Unterhalt. Unterhalt bedeutet: Jemand unterstützt eine andere Person bei alltäglichen Ausgaben. Dazu gehören Essen, Miete, Kleidung, Strom, Schulmaterial oder Medikamente.
Eine Mutter arbeitet in Italien. Ihr Sohn lebt bei den Großeltern in Albanien. Die Mutter überweist Geld, damit Lebensmittel und der Schulweg bezahlt werden können.
Ein zweiter Grund ist Investition. Eine Investition ist Geld oder Aufwand, der heute eingesetzt wird, damit später bessere Chancen oder Einkommen entstehen.
Ein Bruder sendet Geld für die Ausbildung seiner Schwester. Sie kann dadurch eine Berufsschule besuchen und später leichter eine Arbeit finden.
Ein dritter Grund ist Hilfe in Krisen. Wenn eine Krankheit, Arbeitslosigkeit, eine schlechte Ernte oder ein Erdbeben eine Familie trifft, können Remissen wie ein Sicherheitsnetz wirken.
Ein Haushalt ist eine Person oder eine Gruppe von Personen, die zusammen wohnt und gemeinsam wirtschaftet. Viele Remissen kommen direkt bei solchen Haushalten an.
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Bedeutung für Familien und Länder
Für einzelne Familien können Remissen sehr direkt wirken. Sie erhöhen das verfügbare Einkommen. Dadurch können Kinder länger zur Schule gehen, Arztbesuche bezahlt oder Wohnungen verbessert werden.
Entwicklung bedeutet in Erdkunde nicht nur Wirtschaftswachstum. Entwicklung meint bessere Lebensbedingungen, zum Beispiel bei Bildung, Gesundheit, Einkommen, Sicherheit und Teilhabe.
In einem Dorf erhalten mehrere Familien regelmäßig Geld von Verwandten im Ausland. Sie kaufen Baumaterial, bezahlen Nachhilfe und lassen Motorräder reparieren. Dadurch verdienen auch Händler, Lehrerinnen und Mechaniker vor Ort mehr.
Für ein ganzes Land sind Remissen besonders wichtig, wenn sie einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt haben. Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, ist der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem Jahr hergestellt werden.
Es gibt zwei verschiedene Blickwinkel: Ein großes Land kann sehr viele Remissen in absoluten Zahlen erhalten. Ein kleines Land kann weniger Geld erhalten, aber im Verhältnis zu seiner gesamten Wirtschaft stärker davon abhängen.
Indien kann sehr hohe Remissen in absoluten Zahlen erhalten, weil sehr viele Menschen mit indischen Familienbezügen im Ausland leben.
Ein kleiner Inselstaat kann eine kleinere Gesamtsumme erhalten. Trotzdem kann der Anteil am BIP hoch sein, weil die eigene Wirtschaft kleiner ist.
Frage bei Remissenzahlen immer: Geht es um die Gesamtsumme oder um den Anteil am BIP?
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Chancen und Probleme
Remissen können Armut lindern, Bildung finanzieren, medizinische Versorgung ermöglichen und kleine Unternehmen unterstützen. Sie können auch stabiler sein als manche anderen Geldflüsse, weil Familien oft weiter helfen, wenn es zu Hause schwierig wird.
Nach einer schlechten Ernte fehlen einer Familie Einnahmen. Ein Verwandter im Ausland schickt zusätzliches Geld. Die Familie kann Saatgut kaufen und muss nicht sofort Land verkaufen.
Ein Problem sind Transferkosten. Transferkosten sind Gebühren und ungünstige Wechselkurse beim Senden von Geld. Je höher diese Kosten sind, desto weniger kommt bei der Empfängerfamilie an.
Jemand sendet 200 Euro. Der Anbieter verlangt Gebühren und tauscht das Geld zu einem schlechten Kurs. Die Familie erhält deshalb weniger Kaufkraft, als die 200 Euro zuerst vermuten lassen.
Ein weiteres Problem ist Abhängigkeit. Abhängigkeit bedeutet hier: Ein Haushalt, ein Dorf oder ein Staat verlässt sich stark auf Geld von außen. Wenn diese Zahlungen sinken, fehlen plötzlich wichtige Einnahmen.
Eine Familie bezahlt Miete und Lebensmittel fast nur mit Geld aus dem Ausland. Verliert die Person im Ausland ihre Arbeit, fehlt der Familie sofort ein großer Teil des Einkommens.
Auch die Wirtschaft eines Landes kann Nebenwirkungen spüren. Wenn sehr viel ausländisches Geld ins Land kommt, kann die eigene Währung stärker werden. Dann werden Waren aus diesem Land für Käufer im Ausland teurer.
Ein Betrieb verkauft T-Shirts ins Ausland. Wird die eigene Währung stärker, müssen ausländische Käufer für dasselbe T-Shirt mehr bezahlen. Dann kaufen sie vielleicht weniger, und der Betrieb bekommt Probleme.
Remissen sind weder ein Wundermittel noch automatisch schlecht. Ihre Wirkung hängt von Kosten, Nutzung, Arbeitsmarkt, Politik und lokalen Möglichkeiten ab.
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Wie Remissen gemessen werden
Damit Fachleute Länder vergleichen können, brauchen sie Daten. Solche Daten kommen oft von Zentralbanken, internationalen Organisationen oder Zahlungsdienstleistern. Trotzdem sind Remissen schwer genau zu messen.
Formelle Transfers laufen über sichtbare Einrichtungen wie Banken, Zahlungsdienste oder digitale Plattformen. Informelle Transfers laufen ohne solche offiziellen Wege, zum Beispiel über Bargeld, Mitreisende oder private Netzwerke.
Formell: Eine Person überweist Geld über eine Bank-App in ein anderes Land.
Informell: Eine Person gibt Bargeld einem Verwandten mit, der in den Ferien in das Herkunftsland fährt.
Informelle Transfers tauchen oft nicht vollständig in Statistiken auf. Deshalb können offizielle Zahlen zu niedrig sein. Gleichzeitig zählen manche statistische Definitionen auch Einkommen oder Übertragungen mit, die nicht genau dem Alltagsbild einer Familienüberweisung entsprechen.
Wenn du Remissenzahlen liest, prüfe immer Jahr, Quelle und Definition. Unterschiedliche Organisationen können Remissen etwas verschieden abgrenzen.
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Zusammenfassung
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Remissen entstehen, wenn Menschen trotz Entfernung mit ihrem Herkunftsort verbunden bleiben. Sie können Geld, Dinge oder Wissen umfassen. Für Familien können sie Alltag, Bildung, Gesundheit und Krisenhilfe sichern.
Für Länder können Remissen eine wichtige Geldquelle sein, besonders wenn ihr Anteil am BIP hoch ist. Gleichzeitig können hohe Gebühren, Abhängigkeit und ungenaue Statistiken Probleme schaffen. Darum beurteilst du Remissen immer im Zusammenhang: Wer sendet? Wer erhält? Wofür wird es genutzt? Und welche Bedingungen gibt es vor Ort?
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