‹ Erdkunde

Rohstoffabbau

Rohstoffabbau in der Geographie: Definition, Merkmale, Beispiele und Zusammenhänge in der Wirtschaftsgeographie.

Dein Handy, dein Fahrrad und das Schulgebäude bestehen aus Materialien aus der Erde. Bevor daraus Produkte werden, müssen Menschen viele dieser Stoffe gewinnen. Dabei verändert sich eine Landschaft oft stark.

Was bedeutet Rohstoffabbau?

Ein Rohstoff ist ein Stoff aus der Natur, den Menschen weiterverarbeiten können. Beispiele sind Sand, Erdöl, Kohle und Metalle wie Kupfer.

Rohstoffabbau bedeutet, dass Menschen Rohstoffe aus Lagerstätten im Boden oder aus Gestein gewinnen. Bergbau ist das Gewinnen von Rohstoffen wie Kohle, Erzen oder Salz aus der Erde.

Definition

Rohstoffabbau ist das Gewinnen natürlicher Rohstoffe, damit sie später zum Beispiel zu Häusern, Straßen, Geräten oder Energie werden können.

Beispiel

Für ein Haus wird Sand benötigt. Er kann aus einer Sandgrube gewonnen werden. Aus Sand entstehen unter anderem Beton und Glas.

Für ein Smartphone werden verschiedene Metalle benötigt. Kupfer leitet Strom. Lithium und andere Stoffe können in Akkus stecken.

Merke

Rohstoffe sind der Anfang vieler Produkte. Rohstoffabbau ist der erste Schritt auf dem Weg vom Naturstoff zum Gebrauchsgegenstand.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Wie werden Rohstoffe gewonnen?

Die Art des Abbaus hängt davon ab, wo ein Rohstoff liegt. Ein Tagebau ist eine große offene Abbaustätte an der Erdoberfläche. Dort tragen Bagger Erde und Gestein Schicht für Schicht ab.

Liegen Rohstoffe tief im Boden, werden manchmal Schächte und Stollen angelegt. Ein Stollen ist ein waagerechter Gang unter der Erde. So können Bergleute Gestein erreichen, ohne die ganze Fläche von oben abzutragen.

Beispiel

Kies und Sand liegen oft relativ nah an der Oberfläche. Sie können in einer offenen Grube abgebaut werden.

Steinkohle lagert oft tiefer. Deshalb wurde sie früher in vielen Bergwerken unter Tage gewonnen.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Welche Folgen kann der Abbau haben?

Beim Abbau werden Boden, Pflanzen und Gestein verändert. Ein Lebensraum ist ein Ort, an dem Tiere und Pflanzen leben. Wird zum Beispiel ein Wald für eine Mine gerodet, verlieren Arten ihren Lebensraum.

Ein Erz ist Gestein, das genug Metall enthält, damit sich die Gewinnung lohnt. Bei seinem Abbau kann feiner Staub entstehen. Für manche Abbauverfahren wird außerdem viel Wasser gebraucht. Auch Lärm oder belastetes Wasser können Menschen, Tiere und Pflanzen in der Umgebung beeinträchtigen.

Beispiel

In einem großen Tagebau wird zuerst die oberste Bodenschicht entfernt. Auf dieser Fläche können danach zunächst keine Felder, Wälder oder Häuser stehen.

Aus Kupfererz kann nach mehreren Verarbeitungsschritten Kupfer entstehen. Dabei sind Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und Anwohnende wichtig.

Merke

Wie stark die Folgen des Abbaus sind, hängt vom Rohstoff, vom Ort und von der Arbeitsweise ab.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Rohstoffe verbinden Länder

Viele Produkte werden nicht dort hergestellt, wo ihre Rohstoffe abgebaut werden. Eine Lieferkette ist der Weg eines Rohstoffs vom Abbau über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt.

Zum Beispiel kann ein Metall in einem Land gewonnen, in einem anderen Land verarbeitet und schließlich in Deutschland in ein Gerät eingebaut werden. Deshalb betrifft Rohstoffabbau nicht nur die Gegend einer Mine. Er hängt auch mit unserem Konsum zusammen.

Beispiel

Ein Akku braucht mehrere Rohstoffe. Diese werden gewonnen, zu Material verarbeitet, in einer Fabrik in einen Akku eingebaut und später in einem Fahrrad oder Handy genutzt.

An jeder Station arbeiten Menschen. Gute Arbeitsbedingungen und sichere Arbeitsplätze sind deshalb wichtige Fragen in einer Lieferkette.

Merke

Wer ein Produkt kauft, nutzt auch Rohstoffe aus seiner Lieferkette.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Was passiert nach dem Abbau?

Wenn eine Abbaustätte geschlossen wird, bleibt die Landschaft nicht einfach unverändert zurück. Renaturierung bedeutet, einen geschädigten Naturraum wieder naturnäher zu entwickeln. Zum Beispiel können Böden vorbereitet, Gewässer angelegt und einheimische Pflanzen angesiedelt werden.

Renaturierung kann Schäden mindern. Sie kann aber nicht immer genau die frühere Landschaft zurückbringen. Deshalb ist es besonders wichtig, Rohstoffe sparsam zu nutzen.

Beispiel

Aus einer ehemaligen Kiesgrube kann nach der Abbauzeit ein See mit Uferpflanzen entstehen. Mit guter Planung können dort neue Lebensräume für Tiere entstehen.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Rohstoffe verantwortungsvoll nutzen

Recycling bedeutet, Materialien aus alten Produkten zurückzugewinnen und erneut zu verwenden. Metalle aus alten Elektrogeräten können zum Teil wieder in neue Produkte gelangen.

Du kannst Rohstoffe nicht allein ersetzen. Aber du kannst Geräte möglichst lange nutzen, sie reparieren lassen und alte Elektrogeräte richtig abgeben. Auch Unternehmen und Staaten tragen Verantwortung: Sie können sichere Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und nachvollziehbare Lieferketten fordern.

Beispiel

Ein funktionierendes Handy wird weitergegeben statt weggeworfen. Ein defektes Handy wird richtig gesammelt, damit Metalle daraus zurückgewonnen werden können.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Rohstoffabbau liefert natürliche Stoffe für Produkte und Gebäude. Er kann im Tagebau oder unter der Erde stattfinden.

Der Abbau kann Landschaften, Wasser und Lebensräume verändern. Rohstoffe verbinden außerdem viele Länder über Lieferketten. Reparieren, Wiederverwenden und Recycling helfen, den Bedarf an neu abgebauten Rohstoffen zu senken.