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Subsistenzwirtschaft

Subsistenzwirtschaft in der Geographie: Definition, Merkmale, Beispiele und Zusammenhänge in der Wirtschaftsgeographie.

Wenn du Gemüse im Garten anbaust und selbst isst, musst du es nicht kaufen. Manche Familien erzeugen einen großen Teil ihrer Nahrung auf ähnliche Weise. In Erdkunde hilft dir das, Landwirtschaftsformen zu vergleichen.

Für den eigenen Bedarf produzieren

Eine Wirtschaftsform beschreibt, wie Menschen Dinge herstellen und nutzen. Solche Dinge heißen Güter. Das können zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung oder Werkzeuge sein.

Subsistenzwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, bei der Menschen vor allem für sich selbst produzieren. Sie bauen Nahrung an, halten Tiere, fischen oder sammeln. Ihr wichtigstes Ziel ist die Versorgung der eigenen Familie oder Gemeinschaft.

Definition

Eigenbedarf ist alles, was Menschen selbst zum Leben brauchen. Produkte für den Eigenbedarf werden hauptsächlich selbst genutzt.

Beispiel

Eine Familie baut Bohnen und Gemüse an. Sie hält Hühner für Eier. Die Familie isst die Ernte und die Eier selbst. Das ist Subsistenzwirtschaft.

Merke

Bei Subsistenzwirtschaft steht die eigene Versorgung im Mittelpunkt, nicht der Gewinn durch Verkauf.

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Reine und teilweise Selbstversorgung

Reine Subsistenzwirtschaft bedeutet, dass alle erzeugten Produkte für den Eigenbedarf verwendet werden. In der Wirklichkeit ist das selten. Viele Haushalte müssen etwa Salz, Medikamente oder Werkzeuge kaufen oder tauschen.

Ein Überschuss ist eine Menge, die nach der eigenen Versorgung noch übrig bleibt. Bei der Semi-Subsistenzwirtschaft sichern Menschen zuerst ihren Eigenbedarf. Danach können sie Überschüsse verkaufen oder tauschen.

Beispiel

Ein Haushalt erntet mehr Tomaten, als er essen oder haltbar machen kann. Die übrigen Tomaten verkauft er auf dem Wochenmarkt. Die eigene Ernährung bleibt aber wichtiger als der Verkauf.

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Merke

Ein kleiner Verkauf macht Landwirtschaft nicht sofort marktorientiert. Entscheidend ist das Hauptziel der Produktion.

Anbau für Verkauf oder Nahrung

Marktorientierung bedeutet, dass Betriebe Produkte hauptsächlich für Käuferinnen und Käufer erzeugen. Sie verkaufen die Ernte und verdienen damit Geld.

Eine Cash Crop ist eine Nutzpflanze, die vor allem verkauft werden soll. Kaffee, Kakao oder Baumwolle können Cash Crops sein. Eine Food Crop ist eine Nutzpflanze, die als Nahrung angebaut wird.

Beispiel

Ein Betrieb baut Kaffee an und verkauft die gesamte Ernte an Händler. Mit dem Geld kauft die Familie Lebensmittel. Der Betrieb ist marktorientiert.

Ein anderer Haushalt baut Hirse, Bohnen und Gemüse an, damit die Familie davon essen kann. Das ist Subsistenzwirtschaft.

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Arbeit und Umwelt vor Ort

Subsistenzwirtschaft sieht je nach Ort unterschiedlich aus. Klima, Wasser, Boden und verfügbares Land beeinflussen, was Menschen anbauen können. Viele Haushalte verbinden Ackerbau mit Tierhaltung, Fischfang oder Sammeln.

Vielfalt im Anbau bedeutet, dass mehrere Pflanzenarten angebaut werden. Das kann die Versorgung sicherer machen. Wenn eine Pflanze schlecht wächst, gibt es vielleicht noch andere Lebensmittel. Die Arbeit ist jedoch oft körperlich anstrengend und erfolgt mit wenigen Maschinen.

Beispiel

In einer trockenen Region baut ein Haushalt Hirse an, weil sie wenig Wasser braucht. Zusätzlich hält er Ziegen. Wenn die Hirseernte klein ist, helfen Milch und andere Produkte der Tiere bei der Versorgung.

Gut zu wissen

Nicht jede Subsistenzwirtschaft arbeitet gleich. Menschen passen ihren Anbau an ihre Umwelt, ihr Wissen und ihre Möglichkeiten an.

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Chancen und Risiken

Ein Vorteil der Subsistenzwirtschaft ist: Wer Nahrung selbst erzeugt, muss diese Menge nicht kaufen. Menschen können dabei ihr Wissen über Saatgut, Böden und Anbau nutzen.

Ein Ernteausfall liegt vor, wenn eine Ernte viel kleiner als erwartet ist oder ganz verloren geht. Dürren, Überschwemmungen, Schädlinge und Pflanzenkrankheiten können ihn verursachen. Wenn dann wenig Geld und kaum Vorräte vorhanden sind, kann Nahrung fehlen.

Nachhaltigkeit bedeutet, natürliche Grundlagen so zu nutzen, dass sie auch für kommende Generationen erhalten bleiben. Subsistenzwirtschaft kann nachhaltig sein, wenn Böden, Wasser und Pflanzen geschützt werden. Sie ist aber nicht automatisch nachhaltig.

Beispiel

Ein Haushalt wechselt zwischen verschiedenen Pflanzen. Das nennt man Fruchtwechsel. Dadurch können Böden geschont werden. Auf besonders beanspruchten Flächen kann auch eine Brache helfen: Das Land bleibt für eine Zeit unbepflanzt und kann sich erholen.

Merke

Subsistenzwirtschaft bedeutet nicht automatisch Armut. Ob Menschen gut versorgt sind, hängt auch von Land, Wasser, Gesundheit, Bildung und Schutz vor Krisen ab.

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Zusammenfassung

Subsistenzwirtschaft bedeutet, vor allem für den Eigenbedarf zu produzieren. Bei reiner Subsistenz wird nichts verkauft. Bei Semi-Subsistenzwirtschaft werden Überschüsse zusätzlich verkauft oder getauscht.

Marktorientierung richtet sich dagegen hauptsächlich auf den Verkauf. Subsistenzwirtschaft kann unabhängiger von Märkten machen. Ernteausfälle, wenig Land und Klimaveränderungen können die Versorgung jedoch gefährden.