Im Supermarkt merkst du schnell: Für dasselbe Geld bekommst du manchmal mehr und manchmal weniger. Ähnlich ist es im Welthandel. Auch Länder tauschen Waren mit anderen Ländern und achten darauf, was sie für ihre eigenen Verkäufe zurückbekommen. Genau dabei hilft ein Fachbegriff, den du gleich Schritt für Schritt kennenlernst.
- Du erklärst, was Terms of Trade bedeuten.
- Du unterscheidest Exportpreise und Importpreise.
- Du berechnest einfache Terms of Trade mit einem Index.
- Du deutest, ob sich die Handelslage eines Landes verbessert oder verschlechtert.
- Du erkennst Ursachen und Folgen für Länder mit Rohstoffexporten.
Vom Tauschen zum Welthandel
Wenn ein Land Waren ins Ausland verkauft, nennt man das Export. Wenn ein Land Waren aus dem Ausland kauft, nennt man das Import. In der Erdkunde sind diese Begriffe wichtig, weil Handel Räume verbindet: Häfen, Fabrikregionen, Rohstoffgebiete und Absatzmärkte hängen voneinander ab.
Terms of Trade bedeutet auf Deutsch ungefähr reales Austauschverhältnis. Gemeint ist: Wie viele Importgüter kann ein Land mit seinen Exportgütern bezahlen?
Export bedeutet: Ein Land verkauft Waren oder Dienstleistungen ins Ausland.
Import bedeutet: Ein Land kauft Waren oder Dienstleistungen aus dem Ausland.
Terms of Trade messen das Verhältnis von Exportpreisen zu Importpreisen.
Kolumbien verkauft Kaffee an andere Länder. Das ist aus kolumbianischer Sicht ein Export.
Kolumbien kauft Maschinen aus Deutschland. Das ist aus kolumbianischer Sicht ein Import.
Wenn Kaffee teurer wird und Maschinen gleich teuer bleiben, kann Kolumbien mit derselben Kaffeemenge mehr Maschinen bezahlen.
Bei Terms of Trade geht es nicht einfach um viel oder wenig Handel. Es geht um das Tauschverhältnis zwischen dem, was ein Land verkauft, und dem, was es kauft.
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So berechnest du Terms of Trade
Ein Preisindex ist eine Vergleichszahl. Er zeigt, wie sich Preise gegenüber einem Basisjahr verändert haben. Das Basisjahr bekommt oft den Wert 100. Liegt ein Index später bei 120, sind die betrachteten Preise im Vergleich zum Basisjahr gestiegen. Liegt er bei 80, sind sie gefallen.
Ein Preisindex ist eine Zahl, mit der Preisentwicklungen über die Zeit vergleichbar gemacht werden. Ein Basisjahr hat dabei meist den Wert 100.
Die einfache Formel lautet:
Wenn der Exportpreisindex stärker steigt als der Importpreisindex, verbessern sich die Terms of Trade. Wenn der Importpreisindex stärker steigt als der Exportpreisindex, verschlechtern sie sich.
Ein Land hat einen Exportpreisindex von 120 und einen Importpreisindex von 100.
Die Terms of Trade liegen bei 120. Das Land bekommt für seine Exporte mehr Importgüter als im Basisjahr.
Ein anderes Land hat einen Exportpreisindex von 90 und einen Importpreisindex von 120.
Die Terms of Trade liegen bei 75. Das Land muss mehr exportieren, um dieselbe Menge an Importen zu bezahlen.
Über 100 bedeutet meist: Das Tauschverhältnis ist besser als im Basisjahr. Unter 100 bedeutet meist: Das Tauschverhältnis ist schlechter als im Basisjahr.
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Verbesserung und Verschlechterung verstehen
Eine Verbesserung der Terms of Trade bedeutet: Ein Land kann mit der gleichen Menge an Exporten mehr Importe bezahlen. Das klingt günstig, weil das Land mehr Waren, Technik, Energie oder Vorprodukte aus dem Ausland bekommen kann.
Eine Verschlechterung der Terms of Trade bedeutet: Ein Land kann mit der gleichen Menge an Exporten weniger Importe bezahlen. Dann muss es mehr exportieren, sparen oder andere Handelspartner suchen, wenn es gleich viele Importe haben möchte.
Eine Verbesserung der Terms of Trade liegt vor, wenn Exportpreise im Verhältnis zu Importpreisen steigen.
Eine Verschlechterung der Terms of Trade liegt vor, wenn Exportpreise im Verhältnis zu Importpreisen fallen.
Land A exportiert Kakao und importiert Traktoren.
Früher musste Land A 100 Tonnen Kakao verkaufen, um 10 Traktoren zu kaufen. Später reichen 80 Tonnen Kakao für 10 Traktoren.
Das ist eine Verbesserung. Land A bekommt dieselbe Importmenge mit weniger Exportaufwand.
Land B exportiert Baumwolle und importiert Medikamente.
Früher reichten 50 Tonnen Baumwolle für eine bestimmte Menge Medikamente. Später braucht Land B 80 Tonnen Baumwolle für dieselbe Menge Medikamente.
Das ist eine Verschlechterung. Land B muss mehr exportieren, um gleich viel zu importieren.
Gute Terms of Trade bedeuten nicht automatisch, dass alle Menschen im Land reich sind. Sie zeigen nur, dass das Preisverhältnis im Außenhandel günstiger geworden ist.
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Ursachen: Warum ändern sich Terms of Trade?
Terms of Trade ändern sich, weil Preise auf dem Weltmarkt schwanken. Ein Weltmarkt ist der internationale Markt, auf dem Länder Waren kaufen und verkaufen. Dort wirken Angebot, Nachfrage, Krisen, Technik, Transportkosten, Politik und Wechselkurse zusammen.
Angebot bedeutet: Wie viel von einer Ware verkauft werden soll. Nachfrage bedeutet: Wie viel von einer Ware gekauft werden soll. Wenn viele Länder plötzlich Öl brauchen, kann der Ölpreis steigen. Wenn sehr viel Weizen geerntet wird, kann der Weizenpreis fallen.
Der Weltmarkt ist der internationale Handel mit Waren und Dienstleistungen.
Angebot ist die Menge, die Verkäufer verkaufen möchten.
Nachfrage ist die Menge, die Käufer kaufen möchten.
Ein Land exportiert Erdöl. Steigt der Ölpreis stark, während die Preise für seine Importe gleich bleiben, verbessern sich seine Terms of Trade.
Fällt der Ölpreis stark, während Maschinen, Medikamente und Lebensmittelimporte teuer bleiben, verschlechtern sich seine Terms of Trade.
Ein Land exportiert viele Fertigwaren, zum Beispiel Autos oder elektronische Geräte. Wenn diese Produkte weltweit gefragt sind und hohe Preise erzielen, kann das die Terms of Trade verbessern.
Wenn andere Länder ähnliche Produkte billiger anbieten, kann der Preisdruck steigen. Dann können sich die Terms of Trade verschlechtern.
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Bedeutung für Entwicklung und Räume
In der Entwicklungsgeographie untersucht man, warum Räume unterschiedlich entwickelt sind und wie Wirtschaft, Handel, Bevölkerung und Politik damit zusammenhängen. Terms of Trade sind dabei ein wichtiger Indikator. Ein Indikator ist ein Hinweiswert, mit dem man eine Entwicklung einschätzen kann.
Viele ärmere Länder exportieren Rohstoffe oder Agrarprodukte. Das sind zum Beispiel Kaffee, Kakao, Baumwolle, Erze oder Erdöl. Sie importieren dagegen oft Maschinen, Medikamente, Fahrzeuge oder Technik. Wenn Rohstoffpreise fallen und Industrieprodukte teuer bleiben, kann Entwicklung schwieriger werden.
Entwicklungsgeographie untersucht räumliche Unterschiede in Wirtschaft, Lebensbedingungen und Entwicklung.
Ein Indikator ist ein Messwert oder Hinweis, mit dem man eine Lage beurteilt.
Ein Land exportiert Kakao. Es importiert Traktoren, Medikamente und Computer.
Wenn der Kakaopreis sinkt, muss das Land mehr Kakao verkaufen, um dieselben Importgüter zu bezahlen. Bauern, Staatseinnahmen und Investitionen können darunter leiden.
Wenn der Kakaopreis steigt, hat das Land bessere Chancen, wichtige Importe zu finanzieren. Trotzdem kommt es darauf an, ob die Einnahmen gerecht verteilt und sinnvoll investiert werden.
Ein Land exportiert nicht nur Rohstoffe, sondern auch verarbeitete Produkte. Es verkauft zum Beispiel nicht nur Kakaobohnen, sondern Schokolade.
Dann kann es mehr Wertschöpfung im eigenen Land behalten. Wertschöpfung bedeutet: Aus Arbeit, Wissen und Verarbeitung entsteht zusätzlicher wirtschaftlicher Wert.
Terms of Trade zeigen eine Handelslage. Für Entwicklung zählen aber auch Bildung, Infrastruktur, politische Stabilität, gerechte Verteilung und Umweltschutz.
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Häufige Fehler beim Deuten
Ein häufiger Fehler ist: Terms of Trade mit der Handelsbilanz zu verwechseln. Die Handelsbilanz vergleicht den Wert der Exporte mit dem Wert der Importe. Terms of Trade vergleichen dagegen Preisindizes. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Ein zweiter Fehler ist: Steigende Terms of Trade immer als alles ist gut zu deuten. Ein Land kann bessere Exportpreise haben, aber die Gewinne können bei wenigen Unternehmen landen. Oder die Umwelt kann durch mehr Rohstoffabbau stark belastet werden.
Die Handelsbilanz vergleicht den Gesamtwert der Exporte mit dem Gesamtwert der Importe eines Landes.
Terms of Trade vergleichen dagegen die Preisentwicklung der Exporte mit der Preisentwicklung der Importe.
Land C hat bessere Terms of Trade, weil sein Exportgut teurer wird. Gleichzeitig importiert es aber viel mehr teure Maschinen als früher.
Dann können die Terms of Trade besser sein, während die Handelsbilanz trotzdem ein Defizit zeigt. Deshalb musst du beide Begriffe trennen.
Land D verdient durch höhere Kupferpreise mehr Geld. Wenn dafür aber Wälder zerstört, Wasser verschmutzt und Gewinne kaum verteilt werden, ist die Entwicklung nicht automatisch nachhaltig.
Ein guter Preisindikator ersetzt keine Bewertung von Umwelt und Gesellschaft.
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Zusammenfassung
Terms of Trade zeigen, wie günstig oder ungünstig ein Land seine Exporte gegen Importe tauschen kann. Du vergleichst dafür Exportpreise mit Importpreisen. Häufig nutzt man Preisindizes und ein Basisjahr mit dem Wert 100.
Steigen Exportpreise im Verhältnis zu Importpreisen, verbessern sich die Terms of Trade. Fallen Exportpreise im Verhältnis zu Importpreisen, verschlechtern sie sich.
Für die Entwicklungsgeographie sind Terms of Trade wichtig, weil viele Länder von wenigen Exportgütern abhängen. Besonders Rohstoff- und Agrarpreise können stark schwanken. Dadurch können sich Einnahmen, Importmöglichkeiten und Entwicklungschancen verändern.
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