Wenn am Rand einer Stadt neue Häuser, Straßen und Supermärkte entstehen, verändert sich die Landschaft. Vielleicht siehst du auf einer Fahrt erst Felder, dann ein Wohngebiet und kurz darauf einen großen Parkplatz. In der Erdkunde fragst du: Wächst die Stadt kompakt oder breitet sie sich weit ins Umland aus?
- Du erklärst Urban Sprawl mit eigenen Worten.
- Du erkennst typische Merkmale auf Karten und Luftbildern.
- Du beschreibst Ursachen und Folgen der Zersiedelung.
- Du nennst Möglichkeiten für flächensparendes Stadtwachstum.
Was passiert am Stadtrand?
Urban Sprawl bedeutet auf Deutsch Zersiedelung. Damit ist gemeint, dass sich Häuser, Straßen, Parkplätze und Gewerbegebiete locker und weit verteilt in das Umland einer Stadt ausbreiten. Dabei werden häufig frühere Felder, Wiesen oder Waldflächen bebaut.
Eine Stadt wird also nicht nur größer. Die Bebauung wächst oft in getrennten Inseln nach außen. Zwischen ihnen können noch freie Flächen liegen.
Zersiedelung ist die verstreute Ausbreitung von Siedlungen und Verkehrsflächen in einer vorher wenig bebauten Landschaft.
Am Rand einer Großstadt entsteht ein Wohngebiet mit Einfamilienhäusern. Einige Kilometer entfernt wird ein Einkaufszentrum mit großem Parkplatz gebaut. Dazwischen liegen noch Felder. Viele Menschen fahren täglich mit dem Auto zwischen diesen Orten hin und her.
Urban Sprawl heißt nicht einfach nur Stadtwachstum. Typisch sind die weite Verteilung der Bebauung, hoher Flächenverbrauch und lange Wege.
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Woran erkennst du Zersiedelung?
Ein wichtiges Merkmal ist die geringe Siedlungsdichte. Die Siedlungsdichte zeigt, wie viele Menschen oder Gebäude auf einer bestimmten Fläche leben oder stehen. Bei geringer Dichte stehen Häuser weiter auseinander. Dadurch wird für Wohnen mehr Fläche gebraucht.
Oft sind auch verschiedene Nutzungen voneinander getrennt. Eine Nutzung beschreibt, wofür eine Fläche da ist, zum Beispiel zum Wohnen, Arbeiten, Einkaufen oder für Freizeit. Liegen diese Orte weit auseinander, werden die Alltagswege länger.
In Ort A liegen Wohnungen, Schule, Bäckerei und Bushaltestelle nah beieinander. In Ort B stehen viele Einfamilienhäuser weit auseinander. Zur Schule und zum Supermarkt führt eine breite Straße. Ort B zeigt stärker Merkmale von Urban Sprawl.
Auf Luftbildern weisen einzelne Baugebiete, breite Straßen, große Parkplätze und freie Flächen zwischen Siedlungen auf Zersiedelung hin.
Je lockerer Gebäude stehen und je weiter wichtige Orte auseinanderliegen, desto eher spricht man von Zersiedelung.
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Wie entsteht Urban Sprawl?
Ein wichtiger Prozess ist die Suburbanisierung. Das bedeutet, dass Menschen, Arbeitsplätze oder Geschäfte aus der Kernstadt, also dem dicht bebauten Zentrum einer Stadt, in das Umland verlagert werden. Viele Menschen wünschen sich dort mehr Wohnfläche, einen Garten oder günstigere Grundstücke.
Das Auto erleichtert diese Entwicklung. Wer schnell über Straßen zur Arbeit fahren kann, kann weiter vom Arbeitsplatz entfernt wohnen. Gemeinden weisen außerdem manchmal neue Bauflächen aus, um Einwohner oder Betriebe anzuziehen.
Eine Familie zieht aus einer Wohnung in der Kernstadt in ein neues Haus außerhalb. Die Eltern fahren zur Arbeit zurück in die Stadt. Die Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Wenn viele Familien ähnlich handeln, wächst die Bebauung im Umland.
Suburbanisierung kann Urban Sprawl fördern. Sie ist aber nicht automatisch Zersiedelung: Dicht gebaute und gut angebundene Vororte verbrauchen weniger Fläche.
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Welche Folgen hat Zersiedelung?
Für neue Siedlungen werden Böden oft bebaut oder versiegelt. Bodenversiegelung bedeutet, dass Erde durch Asphalt, Beton oder Gebäude bedeckt wird. Regenwasser kann dann schlechter versickern. Außerdem gehen Flächen für Landwirtschaft, Pflanzen und Tiere verloren.
Straßen und Baugebiete können Lebensräume zerschneiden. Ein Lebensraum ist ein Gebiet, in dem Tiere und Pflanzen Nahrung, Schutz und passende Bedingungen finden. Werden solche Gebiete getrennt, können sich Tiere schlechter bewegen und vermehren.
Neue Siedlungen brauchen außerdem Infrastruktur. Infrastruktur sind Einrichtungen, die das Zusammenleben ermöglichen, zum Beispiel Straßen, Wasserleitungen, Stromleitungen, Schulen und Busverbindungen. Weit verstreute Siedlungen benötigen davon besonders viel.
Ein Wohngebiet liegt weit außerhalb. Dafür werden eine Zufahrtsstraße sowie Wasser- und Stromleitungen gebaut. Die meisten Bewohner fahren zum Einkaufen und zur Arbeit mit dem Auto. Das Gebiet benötigt also Fläche, Verkehr und Infrastruktur.
Urban Sprawl verändert nicht nur das Aussehen einer Landschaft. Er betrifft Böden, Natur, Verkehr und die Kosten einer Gemeinde.
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Wie kann eine Stadt flächensparender wachsen?
Eine Möglichkeit ist die Innenentwicklung. Das bedeutet, dass eine Stadt zuerst vorhandene Flächen innerhalb des Siedlungsgebiets neu nutzt oder verbessert. Dazu zählen leer stehende Gebäude, ungenutzte Grundstücke und frühere Gewerbeflächen. So muss weniger Landschaft am Stadtrand bebaut werden.
Auch gemischte Quartiere helfen. Ein Quartier ist ein abgegrenzter Teil einer Stadt, in dem Menschen wohnen und ihren Alltag verbringen. Wenn Wohnungen, Geschäfte, Schulen und Haltestellen nah beieinander liegen, können viele Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen.
Auf einem ehemaligen Fabrikgelände entstehen Wohnungen, ein Park, kleine Geschäfte und eine Kita. Direkt daneben liegt eine Straßenbahnhaltestelle. Das spart eher Fläche als ein weit entferntes Wohngebiet ohne gute Verkehrsanbindung.
Innenentwicklung und gemischte Quartiere verkürzen Wege und schützen freie Flächen am Stadtrand.
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Zusammenfassung
Urban Sprawl ist die lockere und weit verstreute Ausbreitung von Siedlungen in das Stadtumland. Typisch sind geringe Siedlungsdichte, getrennte Nutzungen und lange Wege, die oft mit dem Auto zurückgelegt werden.
Suburbanisierung kann Zersiedelung fördern. Folgen sind Flächenverbrauch, Bodenversiegelung, zerschnittene Lebensräume und mehr Verkehr. Innenentwicklung, gemischte Quartiere und guter öffentlicher Verkehr helfen Städten, flächensparender zu wachsen.
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