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Westwindzone

Westwindzone in der Geographie: Definition, Ursachen, Folgen und typische Beispiele für den Geographieunterricht.

Wenn bei dir an einem Tag Regenwolken kommen und am nächsten Tag schon wieder Sonne da ist, steckt oft ein großes Windsystem dahinter. Auch in Deutschland ziehen viele Wettergebiete von Westen nach Osten. Darum schaut man in der Erdkunde nicht nur auf einzelne Wolken, sondern auf ganze Windgürtel der Erde.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, wo die Westwindzone liegt.
  • Du verstehst, warum dort Winde meist aus westlicher Richtung kommen.
  • Du kannst beschreiben, warum das Wetter in der Westwindzone oft wechselhaft ist.
  • Du erkennst Folgen für Europa, Klima, Schifffahrt und Flugverkehr.

Wo die Westwindzone liegt

Stell dir die Erde wie einen Ball mit mehreren breiten Windbändern vor. Diese Windbänder liegen nicht zufällig. Sie hängen stark davon ab, wie die Sonne die Erde erwärmt und wie sich die Erde dreht.

Die mittleren Breiten sind die Gebiete zwischen den Tropen und den Polargebieten. Sie liegen ungefähr dort, wo auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Teile Nordamerikas, Südchile, Südafrika, Südaustralien und Neuseeland liegen.

Definition

Die Westwindzone ist ein Windgürtel in den mittleren Breiten der Erde. Dort kommen die vorherrschenden Winde meistens aus westlichen Richtungen und wehen nach Osten. Die Zone liegt ungefähr zwischen dem 35. oder 40. und dem 60. Breitengrad auf der Nordhalbkugel und auf der Südhalbkugel.

Ein Breitengrad ist eine gedachte Linie, die parallel zum Äquator um die Erde läuft. Der Äquator hat 0 Grad. Deutschland liegt ungefähr zwischen 47 und 55 Grad nördlicher Breite. Damit liegt Deutschland in der Westwindzone.

Beispiel

Ein Tiefdruckgebiet bildet sich über dem Atlantik und zieht nach Europa. Es erreicht oft zuerst Irland, Großbritannien oder Frankreich. Danach wandert es weiter nach Mitteleuropa. Das passt zur Westwindzone: Viele Wettergebiete ziehen von Westen nach Osten.

Merke

Westwindzone heißt nicht: Der Wind weht jeden Tag gleich stark aus Westen. Es heißt: Westliche Winde sind dort im Durchschnitt besonders häufig.

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Warum der Wind dort aus Westen kommt

Wind entsteht, wenn Luft in Bewegung gerät. Ein wichtiger Grund dafür sind Unterschiede im Luftdruck.

Definition

Luftdruck ist der Druck, den die Luft auf die Erdoberfläche ausübt. Ein Hochdruckgebiet ist ein Gebiet mit höherem Luftdruck. Ein Tiefdruckgebiet ist ein Gebiet mit niedrigerem Luftdruck.

Luft strömt grundsätzlich vom höheren zum niedrigeren Luftdruck. In der Nähe der Westwindzone liegen zwei große Druckbereiche.

Der subtropische Hochdruckgürtel ist ein breites Gebiet mit häufig hohem Luftdruck in den Subtropen. Die Subtropen liegen zwischen den Tropen und den mittleren Breiten. Die subpolare Tiefdruckzone ist ein breites Gebiet mit häufig niedrigem Luftdruck in Richtung der Polargebiete. Zwischen diesen Bereichen wird Luft in Bewegung gesetzt.

Jetzt kommt die Drehung der Erde dazu. Die Erde rotiert. Dadurch werden bewegte Luftmassen abgelenkt.

Definition

Die Corioliskraft ist die scheinbare Ablenkung von Winden und Meeresströmungen durch die Erdrotation. Auf der Nordhalbkugel werden Luftbewegungen nach rechts abgelenkt, auf der Südhalbkugel nach links.

Durch Luftdruckunterschiede und Corioliskraft entsteht in den mittleren Breiten eine Strömung, die im Durchschnitt von Westen nach Osten verläuft. Deshalb spricht man von Westwinden.

Beispiel

Luft bewegt sich zwischen dem subtropischen Hochdruckgürtel und der subpolaren Tiefdruckzone. Ohne Erdrotation würde sie direkter nach Norden oder Süden fließen. Durch die Corioliskraft wird sie abgelenkt. So entsteht eine westliche Strömung, die viele Wettergebiete ostwärts schiebt.

Merke

Die Westwindzone entsteht durch zwei Dinge zusammen: Druckunterschiede treiben die Luft an, die Erdrotation lenkt sie ab.

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Warum das Wetter wechselhaft ist

Vielleicht kennst du typische Wochen wie diese: Montag Regen, Dienstag windig, Mittwoch freundlich, Donnerstag wieder Schauer. Dieses Auf und Ab passt gut zur Westwindzone.

Eine Luftmasse ist ein großer Bereich Luft mit ähnlicher Temperatur und Feuchtigkeit. In der Westwindzone treffen oft verschiedene Luftmassen aufeinander. Warme Luft aus den Subtropen kann auf kalte Luft aus polaren Gebieten treffen. An solchen Grenzen entstehen leicht Tiefdruckgebiete.

Definition

Ein Tiefdruckgebiet ist ein Gebiet mit niedrigem Luftdruck, in dem Luft aufsteigt. Beim Aufsteigen kühlt Luft ab. Dabei können Wolken, Regen und wechselhaftes Wetter entstehen.

Diese Tiefdruckgebiete ziehen in der Westwindzone häufig von Westen nach Osten. Dazwischen können kurze Hochdruckphasen liegen. Deshalb ist das Wetter dort nicht so gleichmäßig wie in manchen Tropengebieten.

Beispiel

Über dem Nordatlantik bildet sich ein Tiefdruckgebiet. Es nimmt feuchte Meeresluft auf. Dann zieht es Richtung Europa. In Deutschland kann das erst Wind und Regen bringen. Danach folgt kühlere Luft. Später kann schon wieder ein freundlicher Abschnitt kommen.

Der Jetstream ist ein schmales Band mit sehr starken Winden in großer Höhe. Er verläuft oft in der Nähe der Westwindzone. Er beeinflusst, wie schnell und auf welcher Bahn Tiefdruckgebiete ziehen.

Merke

Die Westwindzone ist wechselhaft, weil Luftmassen, Tiefdruckgebiete und Hochdruckgebiete häufig wechseln.

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Folgen für Europa und Deutschland

Deutschland liegt in den mittleren Breiten. Deshalb wirkt die Westwindzone stark auf unser Wetter. Besonders wichtig ist dabei der Atlantik westlich von Europa.

Winde aus Westen bringen oft feuchte Luft vom Meer mit. Diese Luft ist im Winter eher mild und im Sommer eher kühlend. Darum sind viele westliche Teile Europas feuchter und ausgeglichener als Gebiete weit im Inneren eines Kontinents.

Definition

Seeklima bedeutet: Das Meer gleicht Temperaturen aus. Die Sommer sind oft nicht extrem heiß, die Winter oft nicht extrem kalt, und es gibt recht viel Niederschlag.

Definition

Kontinentalklima bedeutet: Ein Gebiet liegt stärker im Inneren eines Kontinents. Dort sind Sommer und Winter oft gegensätzlicher, und es fällt meist weniger Niederschlag als an feuchten Westseiten.

Beispiel

Irland und Großbritannien bekommen viel Einfluss vom Atlantik. Dort ist es oft windig, feucht und vergleichsweise mild. Weiter östlich in Europa werden die Winter im Durchschnitt kälter und die Sommer wärmer, weil der Einfluss des Meeres schwächer wird.

Merke

Westwinde bringen Europa häufig Atlantikluft. Dadurch entstehen in vielen Regionen milde, feuchte und wechselhafte Wetterlagen.

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Südhalbkugel, Ozeane und Verkehr

Auf der Südhalbkugel ist die Westwindzone besonders stark. Dort gibt es zwischen etwa 40 und 60 Grad südlicher Breite viel mehr Ozeanfläche und weniger große Landmassen als auf der Nordhalbkugel. Land und Gebirge bremsen Wind stärker als offene Meere. Deshalb können die Westwinde über dem Südlichen Ozean sehr kräftig werden.

Definition

Die Westwinddrift ist eine andere Bezeichnung für die Westwindzone oder für die vorherrschende Bewegung aus westlicher Richtung nach Osten. In der Ozeankunde meint Westwinddrift oft besonders die große Meeresströmung rund um die Antarktis, die von starken Westwinden angetrieben wird.

Für Schiffe war diese Zone früher wichtig und gefährlich. Wer mit den starken Westwinden nach Osten segelte, konnte schneller vorankommen. Gleichzeitig waren Sturm, hohe Wellen und Kälte ein großes Risiko.

Auch Flugzeuge beachten die Westwindzone. In großer Höhe können starke Westwinde und der Jetstream Flüge beeinflussen. Flüge von Nordamerika nach Europa sind oft schneller als Flüge in die Gegenrichtung, weil sie häufiger Rückenwind nutzen können.

Beispiel

Ein Flugzeug von New York nach Frankfurt fliegt nach Osten. Wenn es einen günstigen Höhenwind nutzt, bekommt es Rückenwind. Auf dem Rückflug nach Westen kann derselbe Wind zum Gegenwind werden.

Merke

Wind ist nicht nur ein Wetterthema. Er beeinflusst auch Routen, Reisezeiten und die Nutzung von Meeren und Lufträumen.

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Typische Missverständnisse

Ein häufiger Fehler ist die Vorstellung, die Westwindzone sei ein einzelner Wind, der jeden Tag gleich weht. Das stimmt nicht. Die Westwindzone ist ein Durchschnittsmuster. Einzelne Tage können ganz anders aussehen.

Ein zweites Missverständnis betrifft die Windrichtung. Ein Westwind kommt aus Westen und weht nach Osten. Der Name nennt also die Richtung, aus der der Wind kommt.

Beispiel

Wenn der Wetterbericht Westwind meldet, kommt die Luft aus Richtung Westen. Sie bewegt sich dann nach Osten. Ein Ostwind wäre das Gegenteil: Er kommt aus Osten und weht nach Westen.

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Zusammenfassung

Die Westwindzone ist ein Windgürtel der mittleren Breiten. Sie liegt ungefähr zwischen 35 oder 40 und 60 Grad nördlicher und südlicher Breite. Deutschland gehört dazu.

Sie entsteht, weil Luftdruckunterschiede Luft in Bewegung setzen und die Erdrotation diese Bewegung ablenkt. Darum herrschen dort im Durchschnitt Winde aus westlichen Richtungen vor.

Für das Wetter ist die Westwindzone wichtig, weil Tiefdruckgebiete und Hochdruckgebiete oft von Westen nach Osten ziehen. Dadurch ist das Wetter in Europa häufig wechselhaft. Westwinde bringen außerdem feuchte Luft vom Atlantik und prägen so das Klima vieler Regionen.

Auf der Südhalbkugel sind die Westwinde oft stärker, weil dort in den mittleren Breiten große offene Ozeane liegen. Auch Schifffahrt und Flugverkehr müssen diese Winde beachten.

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