Stell dir vor, du bist auf Klassenfahrt und siehst weit und breit fast keine Pflanzen. Vielleicht denkst du sofort an heißen Sand. Doch auch eine eiskalte Fläche in der Antarktis kann eine Wüste sein. Entscheidend ist vor allem, dass Wasser für Pflanzen kaum verfügbar ist.
Was eine Wüste ausmacht
Eine Wüste ist ein großes Gebiet, in dem nur sehr wenige Pflanzen wachsen. Das liegt meist an sehr wenig Niederschlag. In kalten Gebieten kann Wasser außerdem gefroren sein und steht Pflanzen dann kaum zur Verfügung.
Vegetation nennt man alle Pflanzen, die in einem Gebiet wachsen. In einer Wüste ist die Vegetation lückenhaft oder fehlt fast ganz.
- Du erklärst, woran man eine Wüste erkennt.
- Du unterscheidest Trockenwüsten und Kältewüsten.
- Du beschreibst Entstehung, Leben und Nutzung in Wüsten.
Eine Trockenwüste ist eine Wüste mit sehr wenig Niederschlag. Eine Kältewüste ist eine Wüste, in der Wasser meist gefroren ist und Pflanzen es kaum nutzen können.
Die Sahara in Nordafrika ist eine Trockenwüste. Die Antarktis ist eine Kältewüste. Beide sind Wüsten, obwohl sie völlig unterschiedlich aussehen.
Wüste bedeutet nicht automatisch heiß und sandig. Wüsten sind vor allem sehr trockene Lebensräume.
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Nicht jede Wüste besteht aus Sand
Auf Fotos fallen oft hohe Dünen auf. Eine Düne ist ein Hügel aus losem Sand, den der Wind aufhäuft. Trotzdem bedeckt Sand nur einen Teil der Wüstenflächen.
Man kann Wüsten nach ihrem Boden unterscheiden. Eine Sandwüste hat viel losen Sand. Eine Kieswüste ist von kleinen Steinen bedeckt. In einer Felswüste liegen Felsen und kantige Gesteinsstücke offen an der Oberfläche. Eine Salzwüste besitzt eine Kruste aus Salz.
In der Sahara gibt es nicht nur Dünen. Große Bereiche bestehen aus Kies und Fels. Der Salar de Uyuni in Bolivien zeigt dagegen eine riesige Salzfläche.
Wind und seltene heftige Regengüsse tragen Gestein ab. Diesen Abtrag nennt man Erosion. So entstehen über lange Zeit Kiesflächen, Felsen und Sand.
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Wie Wüsten entstehen
Wüsten entstehen nicht alle auf dieselbe Weise. Liegt ein Gebiet weit vom Meer entfernt, erreicht feuchte Luft es oft kaum. Solche Wüsten heißen Binnenwüsten. Die Gobi in Zentralasien ist ein Beispiel.
Auch Gebirge können Regen aufhalten. Die dem Wind zugewandte Seite eines Gebirges heißt Luv. Dort steigt feuchte Luft auf, kühlt ab und regnet aus. Die windabgewandte Seite heißt Lee. Das trockene Gebiet im Lee nennt man Regenschatten.
Die Atacama liegt an der Pazifikküste Südamerikas, westlich der Anden. Feuchte Luft kann an den Anden abregnen. Zusätzlich kühlt eine kalte Meeresströmung vor der Küste die Luft. Dadurch fällt dort besonders wenig Regen.
Gebirge können wie eine Regenmauer wirken: Auf einer Seite fällt Regen, dahinter kann es sehr trocken sein.
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Leben mit wenig Wasser
Eine Wüste wirkt leer, ist aber ein Lebensraum. Das ist ein Gebiet, in dem Lebewesen Nahrung, Schutz und Wasser finden. Pflanzen und Tiere brauchen besondere Anpassungen. Anpassungen sind Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die beim Überleben helfen.
Manche Pflanzen haben tiefe Wurzeln. Andere speichern Wasser in dicken Pflanzenteilen. Viele Tiere vermeiden die Mittagshitze und werden erst nachts aktiv. So verlieren sie weniger Wasser.
Ein Wüstenfuchs ruht oft tagsüber im Bau und sucht nachts Nahrung. Eine Pflanze kann nach seltenem Regen schnell wachsen und viele Samen bilden, bevor der Boden wieder austrocknet.
In heißen Wüsten können die Temperaturen zwischen Tag und Nacht stark schwanken. Ohne viele Wolken verliert der Boden nachts schnell Wärme.
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Menschen in der Wüste
Menschen leben häufig dort, wo Wasser erreichbar ist. Eine Oase ist ein Ort in der Wüste mit Wasser und Pflanzen. Dort kann Wasser aus dem Boden kommen oder an die Oberfläche geleitet werden. Oasen ermöglichen Landwirtschaft und Siedlungen.
Manche Menschen ziehen mit ihren Tieren von Ort zu Ort. Sie heißen Nomaden. Sie passen ihre Wege, Kleidung und Tageszeiten an die Bedingungen an. Wasser wird sorgfältig genutzt, und Reisen finden oft nicht in der größten Hitze statt.
An einer Oase können Dattelpalmen wachsen. Unter ihrem Schatten lassen sich manchmal weitere Pflanzen anbauen. So wird ein kleiner grüner Ort in einer trockenen Umgebung möglich.
Wo Wasser sicher verfügbar ist, können Menschen auch in trockenen Räumen leben und Landwirtschaft betreiben.
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Wenn fruchtbares Land austrocknet
Wenn ein Gebiet immer trockener wird und Pflanzen verschwinden, spricht man von Desertifikation. Das bedeutet Wüstenbildung oder Verwüstung. Sie kann durch lange Trockenheit verstärkt werden. Menschen können sie ebenfalls fördern.
Überweidung bedeutet, dass zu viele Tiere zu lange auf einer Fläche grasen. Dann wachsen Pflanzen nicht schnell genug nach. Ohne Pflanzendecke kann Wind oder Regen den Boden leichter abtragen. Auch Abholzung und ungeeigneter Ackerbau können Böden schwächen.
Wenn auf einer trockenen Weide fast alle Gräser gefressen werden, halten ihre Wurzeln den Boden nicht mehr fest. Wind kann dann feinen Boden forttragen. Für neue Pflanzen bleibt weniger guter Boden zurück.
Desertifikation bedeutet nicht, dass sich jede Wüste einfach wie Sand ausbreitet. Gemeint ist die Verschlechterung von fruchtbarem Land in trockenen Gebieten.
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Zusammenfassung
Eine Wüste ist ein Gebiet mit sehr wenig verfügbarem Wasser und kaum Vegetation. Sie kann heiß wie die Sahara oder kalt wie die Antarktis sein. Wüsten können Sand, Kies, Fels, Salz oder Eis als Oberfläche haben.
Wüsten entstehen etwa durch große Entfernung zum Meer, durch Regenschatten hinter Gebirgen oder durch kalte Meeresströmungen. Pflanzen, Tiere und Menschen passen sich an die Trockenheit an. Falsche Landnutzung kann Desertifikation fördern. Du erkennst Wüsten also nicht nur am Sand, sondern an ihrem Wasserhaushalt und ihren Lebensbedingungen.
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