Wenn du für einen Arzttermin, neue Kleidung oder ein Studium unterwegs bist, fährst du nicht immer in denselben Ort. Kleine Orte bieten Dinge für den Alltag. Für seltene oder besondere Angebote fahren Menschen oft weiter. Genau diese Unterschiede untersucht die Theorie der zentralen Orte.
Was ist ein zentraler Ort?
Ein zentraler Ort ist ein Standort, an dem wichtige Angebote gebündelt sind. Dazu zählen Waren, zum Beispiel Lebensmittel, und Dienstleistungen, also Leistungen wie Unterricht, ärztliche Behandlung oder Beratung. Menschen aus der Umgebung nutzen diese Angebote ebenfalls.
Das Umland ist das Gebiet rund um einen Ort. In der Raumplanung wird die Funktion eines zentralen Ortes häufig einer Stadt oder Gemeinde zugewiesen.
Ein zentraler Ort ist ein Standort mit Angeboten, die Menschen aus dem Ort und aus dem Umland versorgen.
In einem kleinen Ort gibt es einen Supermarkt, eine Grundschule und eine Arztpraxis. Bewohner aus Nachbardörfern kommen zum Einkaufen oder zum Arzt. Der Ort versorgt damit auch seine Umgebung.
Ein zentraler Ort ist nicht einfach nur groß. Entscheidend ist, welche Angebote er für andere Orte bereitstellt.
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Einzugsbereich und Zentralität
Nicht alle Menschen fahren für ein Angebot gleich weit. Der Einzugsbereich ist das Gebiet, aus dem Menschen zu einem Angebot kommen. Für einen Bäcker ist er meist klein. Für eine Universität kann er sehr groß sein.
Die Zentralität beschreibt, wie wichtig ein Ort für sein Umland ist. Ein Ort hat eine hohe Zentralität, wenn er viele oder seltene Angebote bereitstellt. Diese Angebote nennt man zentrale Güter. Das sind Waren und Dienstleistungen, die nicht überall verfügbar sind.
Ein Dorfladen versorgt vor allem Menschen aus der Nähe. Ein Krankenhaus mit Fachabteilungen wird auch von Menschen aus weiter entfernten Orten besucht. Das Krankenhaus hat deshalb einen größeren Einzugsbereich als der Dorfladen.
Je seltener Menschen ein Angebot brauchen, desto weiter nehmen sie oft einen Weg in Kauf. Deshalb haben besondere Angebote häufig größere Einzugsbereiche.
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Die Stufen der zentralen Orte
Zentrale Orte werden nach ihren Angeboten in Stufen eingeteilt. Ein Grundzentrum deckt den täglichen Bedarf. Das sind Dinge, die Menschen oft und möglichst wohnortnah brauchen.
Ein Mittelzentrum bietet zusätzlich Angebote, die nicht jeden Tag benötigt werden. Ein Oberzentrum hat darüber hinaus besonders spezialisierte Einrichtungen. Höhere Stufen übernehmen dabei meist auch die Aufgaben der niedrigeren Stufen.
Ein Grundzentrum kann Supermärkte, eine Grundschule und eine Apotheke haben. In einem Mittelzentrum findest du oft zusätzlich weiterführende Schulen, ein Krankenhaus oder größere Geschäfte. Ein Oberzentrum kann außerdem eine Universität, ein großes Theater oder besondere Fachkliniken anbieten.
Je höher die Stufe eines zentralen Ortes, desto größer ist meist sein Einzugsbereich und desto seltener sind seine Angebote.
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Warum entstehen Reichweiten?
Die Theorie der zentralen Orte wurde 1933 von Walter Christaller entwickelt. Sie erklärt mit einem Modell, also einer vereinfachten Darstellung der Wirklichkeit, warum Angebote unterschiedlich verteilt sein können.
Die äußere Reichweite ist die größte Entfernung, die Menschen für ein Angebot normalerweise zurücklegen wollen. Die innere Reichweite ist die Mindestgröße des Einzugsbereichs: Ein Anbieter braucht mindestens so viele Kunden, dass sich sein Angebot wirtschaftlich trägt.
Ein Angebot kann nur dauerhaft bestehen, wenn sein Einzugsbereich groß genug ist. Gleichzeitig fahren Menschen nicht unbegrenzt weit. Zwischen diesen beiden Grenzen kann ein passender Standort entstehen.
Ein kleiner Lebensmittelladen braucht Kunden aus der nahen Umgebung. Die meisten Menschen würden nicht sehr weit für Brot und Milch fahren. Ein Fachgeschäft für Musikinstrumente braucht dagegen Kunden aus einem größeren Gebiet und kann weiter entfernt liegen, weil Menschen solche Dinge seltener kaufen.
Ein Angebot braucht genug Kunden. Aber die Kunden müssen den Weg dorthin auch noch akzeptieren.
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Warum zeigt das Modell Sechsecke?
Wenn man die Reichweite eines Ortes als Kreis zeichnet, entstehen Schwierigkeiten. Kleine Kreise lassen Lücken zwischen sich. Große Kreise überlappen sich. Im Modell werden deshalb Sechsecke verwendet. Ein Sechseck kann eine Fläche ohne Lücken abdecken und an weitere Sechsecke anschließen.
Die Sechsecke sind keine echten Grenzen auf einer Landkarte. Sie zeigen idealtypisch, wie Versorgungsräume geordnet sein könnten.
Stell dir vor, mehrere Orte sollen eine ganze Fläche versorgen. Mit sechseckigen Bereichen kann jeder Punkt einem Bereich zugeordnet werden. So wird sichtbar, welcher Ort für welche Umgebung zuständig sein könnte.
Die Wabenform ist eine Vereinfachung. Sie hilft dabei, die Idee einer lückenlosen Versorgung zu verstehen.
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Bedeutung für die Raumplanung
Raumplanung bedeutet, dass Städte, Gemeinden und Länder die Nutzung und Entwicklung von Räumen planen. Dabei soll die Versorgung möglichst gut erreichbar sein. Das ist besonders wichtig in ländlichen Gebieten, in denen Menschen weite Wege vermeiden sollen.
In Deutschland legen die Bundesländer selbst fest, welche Orte Grund-, Mittel- oder Oberzentren sind. Die Einteilung kann daher von Land zu Land etwas unterschiedlich sein. Sie hilft zum Beispiel bei der Planung von Schulen, Verkehr, medizinischer Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten.
Wenn eine ländliche Region ein Mittelzentrum stärkt, können dort ein Krankenhaus, weiterführende Schulen und gute Busverbindungen gebündelt werden. Menschen aus kleineren Orten erreichen mehrere wichtige Angebote an einem Ziel.
Das Konzept soll dazu beitragen, dass Menschen auch außerhalb großer Städte wichtige Angebote erreichen können.
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Grenzen des Modells
Ein Modell vereinfacht. Christallers Modell nimmt an, dass Menschen gleich verteilt leben, ähnliche Bedürfnisse haben und Wege in alle Richtungen gleich gut sind. Das trifft in der Wirklichkeit selten genau zu.
Gebirge, Flüsse, Autobahnen, große Städte, Onlinehandel und persönliche Vorlieben verändern echte Wege. Menschen wählen außerdem nicht immer den nächstgelegenen Ort. Trotzdem hilft das Modell, die Versorgung von Räumen grundsätzlich zu untersuchen.
Zwei gleich weit entfernte Städte können unterschiedlich attraktiv sein. Vielleicht fährt ein Bus direkt in die eine Stadt. Oder eine Person besucht dort Verwandte und erledigt beim Besuch gleich ihre Einkäufe.
Das Modell zeigt eine Grundidee. Für echte Planungen müssen die Bedingungen einer Region zusätzlich betrachtet werden.
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Zusammenfassung
Ein zentraler Ort versorgt neben seinen Einwohnern auch Menschen aus dem Umland. Seine Zentralität hängt von den Angeboten und ihrem Einzugsbereich ab. Grundzentren sichern den Alltag, Mittelzentren bieten zusätzliche Leistungen und Oberzentren haben besonders spezialisierte Einrichtungen. Das Modell von Christaller erklärt diese Ordnung mit Reichweiten und Sechsecken, vereinfacht aber die Wirklichkeit stark.
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