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Melodisch Moll

Melodisch Moll erklärt: erhöhte sechste und siebte Stufe aufwärts, Abwärtsform und Beispiele.

Wenn du eine Melodie in Moll singst, kann sie manchmal an einer Stelle etwas kantig wirken. Besonders kurz vor dem Zielton willst du oft eine klare Bewegung nach oben hören. Genau dafür ist Melodisch Moll praktisch.

Du kennst vielleicht schon Dur als eher hellen Klang und Moll als eher dunklen Klang. Melodisch Moll liegt spannend dazwischen: Es bleibt Moll, klingt aber beim Aufwärtsgehen heller und flüssiger.

Deine Lernziele
  • Du erkennst, woraus Melodisch Moll entsteht.
  • Du verstehst die erhöhte sechste und siebte Stufe.
  • Du kannst A melodisch Moll aufwärts bilden.
  • Du unterscheidest natürliches, harmonisches und melodisches Moll.
  • Du weißt, warum Klassik und Jazz Melodisch Moll etwas unterschiedlich verwenden.

Von Moll zu Melodisch Moll

Eine Tonleiter ist eine geordnete Reihe von Tönen. Sie beginnt auf einem Startton und endet meist wieder auf demselben Ton eine Oktave höher. Eine Oktave ist der Abstand von einem Ton bis zum nächsten gleichnamigen Ton, zum Beispiel von A bis A.

Moll ist ein Tongeschlecht. Ein Tongeschlecht beschreibt den Grundklang einer Tonleiter oder eines Stücks. Moll wirkt oft weicher, dunkler oder nachdenklicher als Dur. Der wichtigste Grund dafür ist die kleine Terz. Eine Terz ist der Abstand vom ersten zum dritten Ton einer Tonleiter. In Moll ist dieser Abstand kleiner als in Dur.

Definition

Natürlich Moll ist die Grundform der Molltonleiter. In A natürlich Moll heißen die Töne:

A H C D E F G A

Die Tonleiter hat sieben verschiedene Töne und dann wieder den Anfangston als Oktave.

Beispiel

Stell dir vor, du spielst auf dem Klavier nur die weißen Tasten von A bis A:

A H C D E F G A

Das ist A natürlich Moll. Es klingt ruhig und eher dunkel.

Der Ton G liegt in A natürlich Moll einen Ganzton unter dem oberen A. Dadurch zieht er nicht besonders stark zum A zurück. Für viele Melodien ist aber ein Ton direkt unter dem Zielton hilfreich. Dieser Ton heißt Leitton. Ein Leitton ist ein Ton, der nur einen Halbton unter dem Zielton liegt und stark dorthin weiterführen möchte.

Merke

Natürlich Moll klingt mollig und weich. Es hat aber keinen Leitton zum oberen Grundton.

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Halbton, Ganzton und Stufen

Ein Halbton ist der kleinste Schritt im westlichen Tonsystem, zum Beispiel von E nach F oder von G nach Gis. Ein Ganzton besteht aus zwei Halbtönen, zum Beispiel von A nach H.

Eine Stufe ist die Position eines Tons in einer Tonleiter. Der erste Ton ist die erste Stufe, der zweite Ton ist die zweite Stufe und so weiter.

Beispiel

In A natürlich Moll sind die Stufen:

  1. Stufe: A
  2. Stufe: H
  3. Stufe: C
  4. Stufe: D
  5. Stufe: E
  6. Stufe: F
  7. Stufe: G
  8. Stufe: A

Wenn ein Ton erhöht wird, rückt er um einen Halbton nach oben. Aus F wird Fis. Aus G wird Gis. Das Zeichen dafür ist in Noten oft ein Kreuz.

Definition

Melodisch Moll aufwärts entsteht aus natürlich Moll, indem die sechste und siebte Stufe jeweils um einen Halbton erhöht werden.

Beispiel

A natürlich Moll:

A H C D E F G A

Erhöhe die sechste Stufe F zu Fis.
Erhöhe die siebte Stufe G zu Gis.

A melodisch Moll aufwärts:

A H C D E Fis Gis A

Jetzt liegt Gis nur einen Halbton unter A. Dadurch wird Gis zum Leitton. Gleichzeitig verhindert Fis den großen Sprung, der bei harmonisch Moll zwischen F und Gis entstehen würde.

Merke

Melodisch Moll aufwärts erhöht Stufe 6 und Stufe 7. In A melodisch Moll werden daraus Fis und Gis.

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Der Aufbau von Melodisch Moll

Der Grundton ist der Ton, nach dem eine Tonleiter benannt ist. Bei A melodisch Moll ist A der Grundton. Er ist Anfang, Ziel und Bezugspunkt.

Der Aufbau von Melodisch Moll aufwärts lässt sich auch als Schrittfolge beschreiben. Von Ton zu Ton gehst du so:

Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Ganzton, Ganzton, Halbton

Beispiel

A nach H: Ganzton
H nach C: Halbton
C nach D: Ganzton
D nach E: Ganzton
E nach Fis: Ganzton
Fis nach Gis: Ganzton
Gis nach A: Halbton

So entsteht:

A H C D E Fis Gis A

Die ersten fünf Töne erinnern noch klar an Moll, weil A, H, C, D und E aus A natürlich Moll kommen. Besonders C ist wichtig, denn es ist die kleine Terz. Die letzten beiden veränderten Töne machen die Tonleiter heller und zielgerichteter.

Gut zu wissen

Melodisch Moll klingt deshalb nicht einfach wie Dur. Der Ton C bleibt eine kleine Terz über A. Genau dieser Ton hält den Mollcharakter fest.

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Natürlich, harmonisch und melodisch Moll unterscheiden

Es gibt drei wichtige Mollformen. Eine Mollform ist eine Variante der Molltonleiter. Alle drei haben denselben Grundton und dieselbe kleine Terz. Sie unterscheiden sich vor allem bei der sechsten und siebten Stufe.

Beispiel

A natürlich Moll:

A H C D E F G A

A harmonisch Moll:

A H C D E F Gis A

A melodisch Moll aufwärts:

A H C D E Fis Gis A

Harmonisch Moll ist eine Mollform, bei der nur die siebte Stufe erhöht wird. In A harmonisch Moll wird G zu Gis. Dadurch entsteht ein Leitton. Zwischen F und Gis liegt aber ein großer Abstand von drei Halbtönen. Dieser Sprung kann auffällig klingen.

Melodisch Moll löst dieses Problem anders. Es behält den Leitton Gis, erhöht aber zusätzlich F zu Fis. Dadurch werden die Schritte gleichmäßiger und die Melodie lässt sich oft leichter singen.

Merke

Natürlich Moll: nichts erhöht.
Harmonisch Moll: siebte Stufe erhöht.
Melodisch Moll aufwärts: sechste und siebte Stufe erhöht.

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Aufwärts, abwärts und Jazz

In der klassischen Musik meint aufwärts: Die Melodie steigt von tief nach hoch. Abwärts meint: Die Melodie fällt von hoch nach tief.

Klassisch wird Melodisch Moll oft so gelernt: Aufwärts werden sechste und siebte Stufe erhöht. Abwärts verwendet man häufig wieder natürlich Moll. Der Grund ist musikalisch: Beim Aufwärtsgehen hilft der Leitton zum Zielton. Beim Abwärtsgehen braucht die Melodie diesen Zug nach oben oft nicht.

Beispiel

A melodisch Moll klassisch aufwärts:

A H C D E Fis Gis A

A melodisch Moll klassisch abwärts häufig natürlich:

A G F E D C H A

Im Jazz wird Melodisch Moll oft anders behandelt. Jazz ist eine Musikrichtung, in der Improvisation eine große Rolle spielt. Improvisation bedeutet, dass Musikerinnen und Musiker Musik im Moment erfinden. Im Jazz nutzt man Melodisch Moll häufig aufwärts und abwärts mit denselben Tönen.

Beispiel

A melodisch Moll im Jazz, aufwärts und abwärts gleich:

A H C D E Fis Gis A
A Gis Fis E D C H A

Beide Sichtweisen sind richtig, wenn du den Zusammenhang beachtest. Für den Musikunterricht ist oft die klassische Form wichtig. Für Jazz-Akkorde und Improvisation ist häufig die gleiche Tonleiter in beide Richtungen gemeint.

Gut zu wissen

Frage bei Aufgaben immer: Geht es um klassische Melodieführung oder um Jazz und Improvisation? Dann weißt du, welche Abwärtsform gemeint ist.

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Klang und Verwendung

Melodisch Moll klingt besonders, weil zwei Kräfte zusammenkommen. Die kleine Terz gibt den Mollklang. Die erhöhte sechste und siebte Stufe machen den Weg nach oben heller und zielstärker.

Wenn du A H C D E Fis Gis A spielst, hörst du wahrscheinlich: Der Anfang klingt nach Moll, das Ende drängt aber stärker nach A als bei natürlichem Moll. Das ist der typische Reiz dieser Tonleiter.

Beispiel

Vergleiche diese beiden Wege zum oberen A:

Natürlich Moll: E F G A
Melodisch Moll: E Fis Gis A

Beim zweiten Weg führt Gis als Leitton direkt zum A. Fis glättet außerdem den Weg zu Gis, weil kein auffälliger Sprung von F nach Gis entsteht.

Melodisch Moll wird in klassischen Melodien genutzt, wenn eine Mollmelodie nach oben flüssig zum Grundton führen soll. Im Jazz ist sie außerdem wichtig für bestimmte Akkordklänge. Ein Akkord ist ein Zusammenklang aus mehreren Tönen. Über manche Mollakkorde oder spannungsreiche Dominantakkorde kann Melodisch Moll sehr passend klingen.

Merke

Der Klang von Melodisch Moll ist mollig am Anfang und hell gespannt am Ende.

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Zusammenfassung

Melodisch Moll ist eine Molltonleiter mit besonderem Aufwärtsklang. Sie entsteht aus natürlich Moll, indem du die sechste und siebte Stufe erhöhst.

In A heißt das:

A natürlich Moll: A H C D E F G A
A melodisch Moll aufwärts: A H C D E Fis Gis A

Die kleine Terz C hält den Mollcharakter fest. Fis macht den Weg nach oben flüssiger. Gis ist der Leitton und zieht stark zum oberen A.

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