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Natürlich Moll

Natürlich Moll erklärt: äolische Molltonleiter, Halbtonschritte und Unterschied zu harmonisch und melodisch Moll.

Manche Lieder klingen ruhig, dunkel oder nachdenklich. Du hörst so eine Stimmung oft in Filmmusik, in Balladen oder in langsamen Klavierstücken. Heute ordnest du diesen Klang Schritt für Schritt und baust ihn selbst aus Tönen.

Deine Lernziele
  • Du erkennst, was Natürlich Moll bedeutet.
  • Du baust eine natürliche Molltonleiter mit Ganzton- und Halbtonschritten.
  • Du verstehst den Unterschied zwischen A-Moll und C-Dur.
  • Du unterscheidest Natürlich Moll von harmonisch und melodisch Moll.

Moll hören und einordnen

Moll ist ein Tongeschlecht. Ein Tongeschlecht beschreibt, ob Musik eher nach Dur oder nach Moll klingt. Dur wirkt oft hell und offen. Moll wirkt oft weicher, ernster oder trauriger.

Eine Tonleiter ist eine geordnete Reihe von Tönen. Eine Oktave ist der Abstand vom Startton bis zum nächsten gleichnamigen Ton, zum Beispiel von A bis zum nächsten A. Der wichtigste Klanghinweis in Moll ist die kleine Terz. Eine Terz ist der Abstand vom ersten zum dritten Ton einer Tonleiter. Bei Moll ist dieser Abstand kleiner als bei Dur.

Definition

Natürlich Moll ist eine Molltonleiter mit sieben verschiedenen Tönen plus Wiederholung des Anfangstons eine Oktave höher. Sie heißt auch reines Moll oder äolisch.

Beispiel

A-Natürlich-Moll besteht aus den Tönen:

A - H - C - D - E - F - G - A

Der erste Ton ist A. Der dritte Ton ist C. Der Abstand A bis C ist eine kleine Terz. Das gibt der Tonleiter ihren Mollklang.

Merke

Natürlich Moll klingt nach Moll, weil die dritte Stufe eine kleine Terz über dem Grundton bildet.

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Der Aufbau von Natürlich Moll

Der Grundton ist der Start- und Bezugston einer Tonleiter. Bei A-Natürlich-Moll ist A der Grundton. Alle anderen Töne werden von diesem Ton aus gehört.

Eine Tonleiter besteht aus Schritten. Ein Halbtonschritt ist der kleinste normale Abstand auf dem Klavier, zum Beispiel von H nach C. Ein Ganztonschritt besteht aus zwei Halbtonschritten, zum Beispiel von A nach H.

Natürlich Moll hat immer dasselbe Schrittmuster:

Ganzton - Halbton - Ganzton - Ganzton - Halbton - Ganzton - Ganzton

Kurz: GT - HT - GT - GT - HT - GT - GT

Beispiel

A-Natürlich-Moll:

A nach H: Ganzton
H nach C: Halbton
C nach D: Ganzton
D nach E: Ganzton
E nach F: Halbton
F nach G: Ganzton
G nach A: Ganzton

Die Halbtonschritte liegen also zwischen dem zweiten und dritten Ton sowie zwischen dem fünften und sechsten Ton.

Gut zu wissen

Auf dem Klavier erkennst du A-Natürlich-Moll leicht: Du spielst nur weiße Tasten von A bis A.

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A-Moll und C-Dur: gleiche Töne, anderer Mittelpunkt

A-Natürlich-Moll und C-Dur benutzen dieselben Töne: A, H, C, D, E, F, G. Trotzdem klingen sie nicht gleich. Der Grund liegt im Mittelpunkt der Musik.

Eine Paralleltonart ist eine Dur- oder Molltonart mit denselben Vorzeichen und denselben Tönen. A-Moll ist die parallele Molltonart zu C-Dur. C-Dur beginnt auf C. A-Moll beginnt auf A.

Beispiel

C-Dur:

C - D - E - F - G - A - H - C

A-Natürlich-Moll:

A - H - C - D - E - F - G - A

Beide Tonleitern nutzen dieselben weißen Tasten. Aber C-Dur hört C als Zuhause. A-Moll hört A als Zuhause.

Merke

Gleiche Töne bedeuten nicht automatisch gleicher Klang. Der Grundton entscheidet, wie du die Töne hörst.

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Natürlich Moll aus Dur ableiten

Du kannst Natürlich Moll auf zwei Arten finden. Die erste Art nutzt die Paralleltonart. Die zweite Art baut die Mollvariante auf demselben Grundton.

Für die Paralleltonart gehst du in einer Durtonleiter zur sechsten Stufe. Diese sechste Stufe wird der Grundton der natürlichen Molltonleiter. In C-Dur ist die sechste Stufe A. Darum gehört A-Natürlich-Moll zu C-Dur.

Die Mollvariante ist die Molltonleiter auf demselben Grundton wie die Durtonleiter. Dafür veränderst du Dur: Die dritte, sechste und siebte Stufe werden jeweils einen Halbton tiefer. Aus C-Dur wird so C-Natürlich-Moll.

Beispiel

Von C-Dur zur parallelen Molltonart:

C - D - E - F - G - A - H - C

Die sechste Stufe ist A. Also ist A-Moll die natürliche Mollparallele.

Von C-Dur zu C-Natürlich-Moll:

C - D - E - F - G - A - H - C
wird zu
C - D - Es - F - G - As - B - C

Die dritte, sechste und siebte Stufe wurden erniedrigt.

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Der Unterschied zu harmonisch und melodisch Moll

Natürlich Moll ist die Grundform. Es verändert keinen Ton zusätzlich. Genau deshalb klingt es weich und schlicht, aber es hat keinen starken Leitton.

Ein Leitton ist ein Ton, der nur einen Halbton unter dem Grundton liegt und stark nach oben zum Grundton zieht. In A-Natürlich-Moll ist der siebte Ton G. Von G nach A ist es ein Ganzton. Der Zug zum Grundton ist also schwächer als in Tonleitern mit Gis.

Harmonisch Moll erhöht die siebte Stufe. In A-Moll wird G zu Gis. Melodisch Moll erhöht aufwärts meist die sechste und siebte Stufe. In A-Moll werden F und G zu Fis und Gis.

Beispiel

A-Natürlich-Moll:

A - H - C - D - E - F - G - A

A-Harmonisch-Moll:

A - H - C - D - E - F - Gis - A

A-Melodisch-Moll aufwärts:

A - H - C - D - E - Fis - Gis - A

Natürlich Moll bleibt bei F und G. Es erhöht diese Töne nicht.

Merke

Natürlich Moll: keine erhöhte sechste Stufe und keine erhöhte siebte Stufe. Harmonisch Moll erhöht die siebte Stufe. Melodisch Moll erhöht aufwärts die sechste und siebte Stufe.

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Zusammenfassung

Natürlich Moll begegnet dir oft, wenn Musik weich, ernst oder melancholisch klingt. Du erkennst es nicht nur am Gefühl, sondern vor allem am Aufbau.

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