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Notierte Musik

Notierte Musik verständlich erklärt: Zeichen, Notensystem, Schlüssel, Notenwerte und Grundlagen der Musiknotation.

Wenn du ein Lied singen oder auf einem Instrument spielen willst, hilft dir ein Notenblatt wie eine Landkarte. Es zeigt dir, welche Töne kommen, wie lange sie dauern und wie du sie spielen sollst. Am Anfang wirkt das Blatt voll mit Zeichen. Wenn du die Zeichen in der richtigen Reihenfolge liest, wird daraus Musik.

Deine Lernziele
  • Du verstehst, was notierte Musik ist.
  • Du erkennst Notensystem, Notenschlüssel, Noten und Pausen.
  • Du unterscheidest Tonhöhe und Tondauer.
  • Du liest einfache Angaben zu Takt, Tempo, Lautstärke und Spielweise.

Wozu man Musik aufschreibt

Stell dir vor, jemand erfindet eine Melodie und möchte, dass andere sie genau nachspielen können. Dafür braucht die Musik eine Schrift. Diese Schrift nennt man Notation: Das ist die Art, Musik mit Zeichen aufzuschreiben.

Die bekannteste Form der Notation ist die Notenschrift. Sie hält fest, was du hörst oder spielen sollst. Dazu gehören vor allem Tonhöhe, Tondauer, Takt, Tempo, Lautstärke und besondere Spielweisen.

Eine Note ist ein Zeichen für einen Ton. Sie sagt dir meistens zwei Dinge auf einmal: wie hoch der Ton liegt und wie lange er dauern soll. Dadurch kann eine Melodie auch dann weitergegeben werden, wenn niemand sie vorsingt.

Definition

Notation bedeutet: Musik wird mit Zeichen schriftlich festgehalten.

Notenschrift ist die übliche Schreibweise mit Noten, Linien, Schlüsseln, Pausen und weiteren Musikzeichen.

Note bedeutet: Ein Zeichen für einen Ton mit bestimmter Höhe und Dauer.

Beispiel

Du möchtest deiner Freundin eine kurze Melodie zeigen. Wenn du sie nur vorsingst, kann sie sie später vergessen. Wenn du sie als Noten aufschreibst, kann sie die Melodie morgen wieder lesen und üben.

Merke

Notierte Musik ist wie eine Anleitung zum Klingen: Sie zeigt nicht den Klang selbst, sondern den Weg dorthin.

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Das Notensystem als Orientierung

Wenn du ein Notenblatt anschaust, siehst du oft fünf waagerechte Linien. Dieses Gerüst heißt Notensystem. Es besteht aus fünf Linien und vier Zwischenräumen.

Die Noten werden von links nach rechts gelesen. Ihre senkrechte Position zeigt die Tonhöhe. Tonhöhe bedeutet: Ein Ton klingt höher oder tiefer. Je weiter oben eine Note im Notensystem steht, desto höher klingt sie meistens.

Manche Töne liegen zu hoch oder zu tief für die fünf Linien. Dann benutzt man Hilfslinien. Das sind kurze Zusatzlinien über oder unter dem Notensystem.

Definition

Notensystem bedeutet: Fünf Linien mit vier Zwischenräumen, in denen Noten stehen.

Tonhöhe bedeutet: Ein Ton klingt hoch oder tief.

Hilfslinien sind kurze Zusatzlinien für besonders hohe oder tiefe Noten.

Beispiel

Eine Note im unteren Bereich des Notensystems steht für einen tieferen Ton. Eine Note weiter oben steht für einen höheren Ton. Reicht der Platz nicht aus, bekommt die Note eine kleine Hilfslinie.

Gut zu wissen

Die Linien und Zwischenräume sind nicht zufällig. Jeder Platz kann einen bestimmten Tonnamen bekommen. Welcher Ton genau gemeint ist, hängt vom Notenschlüssel ab.

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Notenschlüssel und Tonnamen

Das Notensystem allein reicht noch nicht. Du musst wissen, welcher Platz welchen Ton meint. Dafür steht am Anfang einer Zeile ein Notenschlüssel. Ein Notenschlüssel legt einen Bezugston fest. Von diesem Bezugston aus kannst du die anderen Töne bestimmen.

Der häufigste Schlüssel ist der Violinschlüssel. Er wird auch G-Schlüssel genannt, weil er das g auf einer bestimmten Linie festlegt. Du findest ihn oft bei hohen Stimmen, Geige, Flöte und bei der rechten Hand am Klavier.

Der Bassschlüssel wird für tiefere Töne benutzt. Er wird auch F-Schlüssel genannt, weil er ein f festlegt. Du findest ihn zum Beispiel bei tiefen Instrumenten und bei der linken Hand am Klavier.

Die Töne ohne Vorzeichen heißen Stammtöne. Ihre Namen sind c, d, e, f, g, a und h. Danach beginnt die Reihe wieder von vorn, nur in einer höheren Lage.

Definition

Notenschlüssel bedeutet: Ein Zeichen am Anfang des Notensystems, das den Tonnamen eines bestimmten Platzes festlegt.

Violinschlüssel bedeutet: Ein Notenschlüssel für eher hohe Tonlagen.

Bassschlüssel bedeutet: Ein Notenschlüssel für eher tiefe Tonlagen.

Stammtöne sind die Töne c, d, e, f, g, a und h ohne Vorzeichen.

Beispiel

Am Klavier spielt die rechte Hand oft im Violinschlüssel, weil dort viele höhere Töne stehen. Die linke Hand spielt oft im Bassschlüssel, weil dort viele tiefere Töne stehen. Zusammen können beide Hände ein ganzes Klavierstück lesen.

Merke

Erst der Notenschlüssel macht aus einem Platz im Notensystem einen bestimmten Ton.

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Notenwerte, Pausen und Takt

Musik hat nicht nur hohe und tiefe Töne. Sie braucht auch Zeit. Eine Tondauer sagt, wie lange ein Ton klingt. In der Notenschrift zeigen verschiedene Notenformen diese Dauer.

Ein Notenwert ist die Länge einer Note im Verhältnis zu anderen Noten. Eine halbe Note dauert zum Beispiel doppelt so lange wie eine Viertelnote. Eine ganze Note dauert so lange wie zwei halbe Noten oder vier Viertelnoten.

Nicht jeder Moment in der Musik klingt. Eine Pause zeigt, dass du für eine bestimmte Dauer schweigst. Zu vielen Notenwerten gibt es passende Pausenwerte.

Damit Musik übersichtlich bleibt, wird sie in Takte eingeteilt. Ein Takt ist ein gleich langer Abschnitt. Ein senkrechter Taktstrich zeigt das Ende eines Taktes. Die Taktart steht oft am Anfang und zeigt, wie gezählt wird.

Definition

Tondauer bedeutet: So lange klingt ein Ton.

Notenwert bedeutet: Die Dauer einer Note im Verhältnis zu anderen Noten.

Pause bedeutet: Eine notierte Stelle ohne Ton.

Takt bedeutet: Ein Abschnitt, in dem die Zählzeiten geordnet sind.

Taktart bedeutet: Eine Angabe, wie viele Zählzeiten in einem Takt stehen und welcher Notenwert gezählt wird.

Beispiel

Im 4 Viertel Takt zählst du oft 1, 2, 3, 4. Eine Viertelnote kann dabei eine Zählzeit füllen. Eine halbe Note kann zwei Zählzeiten dauern. Eine Viertelpause bedeutet: Du zählst weiter, spielst aber auf dieser Zählzeit keinen Ton.

Gut zu wissen

Der Notenwert sagt nur das Verhältnis der Längen. Wie schnell diese Längen wirklich vergehen, hängt vom Tempo ab.

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Vorzeichen, Tempo und Lautstärke

Manchmal reicht ein Stammton nicht aus. Dann verändert ein Zeichen den Ton. Ein Vorzeichen ist ein Zeichen, das einen Ton erhöht oder erniedrigt. Ein Kreuz erhöht den Ton um einen Halbton. Aus f wird dann fis. Ein b erniedrigt den Ton um einen Halbton. Aus h wird dann b.

Ein Auflösungszeichen hebt eine solche Veränderung wieder auf. Vorzeichen können direkt vor einer Note stehen oder am Anfang einer Zeile. Eine Tonart ist der tonale Bereich eines Stücks: Sie legt fest, um welchen Grundton und welche Tonleiter sich die Musik meistens dreht. Vorzeichen am Anfang passen oft zu dieser Tonart und gelten dann für viele Töne im Stück.

Musik braucht außerdem eine Geschwindigkeit. Das Tempo sagt, wie schnell ein Stück gespielt wird. Es kann mit Wörtern wie langsam oder schnell beschrieben werden. Es kann auch genau mit Schlägen pro Minute angegeben werden.

Die Dynamik beschreibt die Lautstärke. Zeichen wie p, mf oder f sagen, ob du leise, mittellaut oder laut spielst. Auch Veränderungen sind möglich: Crescendo bedeutet allmählich lauter werden, Diminuendo bedeutet allmählich leiser werden.

Definition

Vorzeichen sind Zeichen, die Töne erhöhen oder erniedrigen.

Auflösungszeichen bedeutet: Eine Erhöhung oder Erniedrigung wird aufgehoben.

Tonart bedeutet: Der tonale Bereich eines Stücks, meist mit einem Grundton und passenden Vorzeichen.

Tempo bedeutet: Die Geschwindigkeit der Musik.

Dynamik bedeutet: Die Lautstärke der Musik.

Beispiel

Steht ein Kreuz vor f, spielst du fis. Der Ton klingt einen Halbton höher als f. Steht später ein Auflösungszeichen vor f, spielst du wieder f. Steht über dem Stück Allegro, wird es eher schnell gespielt. Steht unter einer Note f, wird sie laut gespielt.

Merke

Noten sagen nicht nur, welche Töne kommen. Zusätzliche Zeichen sagen auch, wie schnell, wie laut und mit welchem Ausdruck du spielst.

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Spielweise, Partitur und besondere Notationen

Wenn du ein Stück spielst, reicht die richtige Tonhöhe nicht immer. Du musst auch wissen, wie die Töne klingen sollen. Die Artikulation beschreibt, wie einzelne Töne verbunden oder getrennt gespielt werden.

Legato bedeutet gebunden. Die Töne fließen ineinander. Staccato bedeutet kurz und abgesetzt. Dann klingt jeder Ton deutlich getrennt. Ein Akzent zeigt, dass ein Ton besonders betont werden soll.

Wenn mehrere Menschen zusammen musizieren, braucht man Übersicht. Eine Partitur zeigt mehrere Stimmen oder Instrumente untereinander. So kann man sehen, was gleichzeitig passiert. Eine einzelne Stimme enthält nur den Teil, den eine Person singt oder spielt.

Es gibt auch andere Schreibweisen. Ein Leadsheet zeigt oft nur Melodie und Akkorde. Eine grafische Partitur kann mit freien Zeichen arbeiten. Trotzdem bleibt die Grundidee gleich: Musik wird so notiert, dass Menschen sie verstehen und ausführen können.

Definition

Artikulation bedeutet: Die Art, wie ein Ton begonnen, verbunden, getrennt oder betont wird.

Legato bedeutet: gebunden spielen.

Staccato bedeutet: kurz und abgesetzt spielen.

Partitur bedeutet: Eine Notenschrift, in der mehrere Stimmen oder Instrumente untereinander stehen.

Stimme bedeutet: Der einzelne musikalische Part einer singenden oder spielenden Person.

Beispiel

In einem Orchester sieht die Dirigentin in der Partitur alle Instrumente auf einmal. Die Flötistin hat dagegen nur ihre Flötenstimme vor sich. Wenn über einigen Noten ein Legatobogen steht, spielt sie diese Töne weich verbunden.

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Zusammenfassung

Notierte Musik übersetzt Klang in lesbare Zeichen. Die Notation hilft dir, eine Melodie, einen Rhythmus und den Ausdruck eines Stücks zu verstehen. Du liest dabei Schritt für Schritt: zuerst das Notensystem und den Schlüssel, dann Tonhöhe, Dauer, Takt, Tempo, Lautstärke und Spielweise.

Merke

Die wichtigste Reihenfolge beim Notenlesen ist: Wo steht die Note, welcher Schlüssel gilt, wie lange dauert sie, und welche Zusatzzeichen verändern Klang oder Ausdruck?

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