Batterie, Akku und Brennstoffzelle vergleichen
Eine Batterie wird nach dem Entladen ersetzt, ein Akku lässt sich wieder aufladen und eine Brennstoffzelle wandelt ständig zugeführte Stoffe in elektrische Energie um. Alle drei nutzen Redoxreaktionen, unterscheiden sich aber beim Stoffvorrat und bei der erneuten Nutzung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was haben die drei Systeme gemeinsam?
Batterien, Akkus und Brennstoffzellen wandeln chemische Energie in elektrische Energie um. Die chemische Energie steckt in Stoffen, nicht als fertiger Strom im Gerät.
Redoxreaktion
Bei einer Redoxreaktion werden Elektronen übertragen. Ein Stoff gibt Elektronen ab; ein anderer nimmt sie auf. Fließen die Elektronen durch einen äußeren Stromkreis, kann ein angeschlossenes Gerät elektrische Energie nutzen.
Eine Zelle, die durch eine freiwillig ablaufende Redoxreaktion elektrische Energie liefert, heißt galvanische Zelle. Eine Batterie und eine Brennstoffzelle arbeiten beim Betrieb galvanisch. Ein Akku arbeitet beim Entladen ebenfalls galvanisch.
Gespeichert ist chemische Energie. Elektrischer Strom entsteht erst, wenn die Redoxreaktion abläuft und der Stromkreis geschlossen ist.
Woran erkennst du Batterie, Akku und Brennstoffzelle?
Batterie
Im schulischen Vergleich ist eine Batterie eine Primärzelle: Ihre Reaktionsstoffe befinden sich in der Zelle. Sind sie ausreichend umgesetzt, wird die Batterie nicht wieder aufgeladen, sondern ersetzt.
Akku
Ein Akkumulator, kurz Akku, ist eine Sekundärzelle. Beim Entladen liefert er elektrische Energie. Beim Laden führt eine äußere Stromquelle elektrische Energie zu und treibt die chemische Reaktion in die Gegenrichtung.
Brennstoffzelle
Eine Brennstoffzelle ist ein Energiewandler. Brennstoff und Oxidationsmittel werden von außen kontinuierlich zugeführt. Die Zelle kann Strom liefern, solange die benötigten Stoffe verfügbar sind.
Die drei Systeme lassen sich mit drei Fragen unterscheiden:
- Wird die entladene Zelle ersetzt? Dann handelt es sich im schulischen Grundmodell um eine Batterie.
- Wird die Reaktion mithilfe einer Stromquelle umgekehrt? Dann handelt es sich um einen Akku.
- Werden Reaktionsstoffe während des Betriebs fortlaufend zugeführt? Dann handelt es sich um eine Brennstoffzelle.
Eine Fernbedienung enthält nicht wiederaufladbare Zellen. Sind deren Reaktionsstoffe verbraucht, werden die Zellen ersetzt: Batterie.
Ein Smartphone wird nach der Nutzung an ein Ladegerät angeschlossen. Die chemischen Ausgangsstoffe werden dabei weitgehend wiederhergestellt: Akku.
Einer Zelle werden während des Betriebs Wasserstoff und Luftsauerstoff zugeführt: Brennstoffzelle.
Was geschieht beim Laden eines Akkus?
Beim Entladen läuft im Akku eine galvanische Reaktion ab. Elektronen fließen durch das angeschlossene Gerät und übertragen elektrische Energie.
Beim Laden erzwingt eine äußere Stromquelle die Reaktion in der Gegenrichtung. Dieser erzwungene Vorgang heißt Elektrolyse. Laden bedeutet daher nicht, Strom in den Akku zu füllen.
Akku entladen: chemische Energie wird zu elektrischer Energie. Akku laden: Zugeführte elektrische Energie stellt die chemische Ausgangslage weitgehend wieder her.
Wie erzeugt eine PEM-Brennstoffzelle Strom?
Eine PEM-Brennstoffzelle besitzt eine Anode, eine Kathode und eine protonenleitende Membran. Die Membran lässt Protonen passieren, aber keine Elektronen.
An der Anode gibt Wasserstoff Elektronen ab:
$$\mathrm{2\,H_2 \rightarrow 4\,H^+ + 4\,e^-}$$
Die Protonen wandern durch die Membran. Die Elektronen müssen den äußeren Stromkreis nehmen und können dort ein Gerät versorgen.
An der Kathode reagieren Sauerstoff, Protonen und Elektronen zu Wasser:
$$\mathrm{O_2 + 4\,H^+ + 4\,e^- \rightarrow 2\,H_2O}$$
Addiert man beide Teilreaktionen, treten Protonen und Elektronen auf beiden Seiten auf und kürzen sich. Es bleibt die Gesamtreaktion:
$$\mathrm{2\,H_2 + O_2 \rightarrow 2\,H_2O}$$
Die Gleichung ist ausgeglichen: Links und rechts stehen jeweils vier Wasserstoffatome und zwei Sauerstoffatome. Elektrische Energie entsteht durch den getrennten Weg von Protonen und Elektronen.
Eine einzelne Brennstoffzelle liefert nur ungefähr ein Volt. Für höhere Spannungen werden mehrere Zellen in Reihe zu einem Stack verbunden.
Wie wählst und bewertest du ein System?
Es gibt keine Energiequelle, die für jede Anwendung am besten ist. Beginne deshalb mit der Nutzungssituation und vergleiche anschließend dieselben Kriterien.
- Erneute Nutzung: Muss die Zelle ersetzt, geladen oder mit Brennstoff versorgt werden?
- Energiebedarf: Wie viel Energie wird zwischen Austausch, Laden oder Betanken benötigt?
- Zeit: Wie lange dürfen Laden, Austausch oder Betanken dauern?
- Masse und Platz: Wie schwer und groß darf das gesamte System einschließlich Speicher oder Tank sein?
- Wirkungsgrad: Wie viel der eingesetzten Energie wird in der gesamten Energiekette nutzbar?
- Infrastruktur: Sind Stromanschluss, Ladeplatz, Brennstoff und geeignete Speicherung verfügbar?
- Umweltwirkung: Welche Belastungen entstehen bei Herstellung, Betrieb, Transport und Entsorgung?
- Kosten: Welche Kosten verursacht das System über seine gesamte Nutzung?
Für eine häufig genutzte tragbare Anzeige stehen eine Einwegbatterie und ein Akku zur Wahl. Ein Akku passt besser, wenn er regelmäßig geladen werden kann und die wiederholte Nutzung wichtiger ist als ein besonders einfacher Austausch.
Für ein selten genutztes Gerät ohne zuverlässigen Ladezugang kann eine Batterie zweckmäßig sein. Die Anwendung verändert also die Bewertung.
Bei einer Wasserstoff-Brennstoffzelle genügt es nicht, nur das entstehende Wasser zu betrachten. Wasserstoff muss zunächst hergestellt, gespeichert und transportiert werden. Jeder dieser Schritte benötigt Energie. Emissionsarmer Betrieb am Fahrzeug beweist deshalb noch keine emissionsarme Gesamtbilanz.
Auch ein hoher Wirkungsgrad entscheidet nicht immer allein. Bei schweren Langstreckenfahrzeugen können zusätzlich Masse, Nutzlast, Reichweite, Lade- oder Betankungszeit und verfügbare Infrastruktur wichtig sein. Eine begründete Bewertung nennt daher zuerst die Anforderungen, vergleicht mehrere Kriterien und erklärt anschließend die Gewichtung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Elektrochemische Energieversorgung
- Gemeinsames Prinzip: Redoxreaktion und Elektronenfluss
- Batterie: Primärzelle, nach Entladung ersetzen
- Akku: beim Entladen galvanisch, beim Laden elektrolytisch
- Brennstoffzelle: kontinuierlicher Stoffnachschub und Energiewandlung
- Auswahl: Anwendung, Zeit, Masse, Infrastruktur und Kosten
- Umweltbewertung: Herstellung, Transport, Betrieb und Entsorgung
Abschluss-Check
Du kannst die Systeme nun über drei Leitfragen ordnen: Was wird gespeichert oder zugeführt? Was geschieht nach der Entladung? Welche Anforderungen stellt die konkrete Anwendung?
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