Chemie

Energiediagramm: exotherm oder endotherm?

Energiediagramm: exotherm oder endotherm?
Energiediagramm: exotherm oder endotherm?
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Ein Energiediagramm zeigt, wie sich die Energie der beteiligten Stoffe im Verlauf einer chemischen Reaktion verändert. Liegen die Produkte tiefer als die Edukte, ist die Reaktion exotherm; liegen sie höher, ist sie endotherm. Der Anstieg bis zum Kurvenmaximum zeigt die Aktivierungsenergie.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So liest du das Diagramm

Stell dir vor, eine Reaktionskurve beginnt links bei den Edukten, steigt zu einem Maximum und endet rechts bei den Produkten.

  • Die waagerechte Achse zeigt den Reaktionsverlauf. Sie ist normalerweise keine genaue Zeitachse.
  • Die senkrechte Achse zeigt die Energie der beteiligten Stoffe.
  • Höher bedeutet energiereicher, tiefer bedeutet energieärmer.
  • Das Kurvenmaximum steht für den energiereichen Übergangszustand.
Definition

Energieniveau

Das Energieniveau ist die Höhe, auf der Edukte oder Produkte im Diagramm liegen. Meist werden nur Höhenunterschiede verglichen, nicht absolute Energiegehalte.

Beispiel

In einem Diagramm liegen die Edukte bei 80 Energieeinheiten, das Maximum bei 140 und die Produkte bei 30. Du liest zunächst nur ab: Startniveau 80, höchste Stelle 140, Endniveau 30. Weil das Endniveau tiefer liegt als das Startniveau, wird insgesamt Energie an die Umgebung abgegeben.

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Frage 1 von 1LeichtWas zeigt die waagerechte Achse eines üblichen Energiediagramms?
Lösung: den Reaktionsverlauf — Die waagerechte Achse ordnet die Zustände vom Edukt- zum Produktzustand entlang des Reaktionsverlaufs.
Exotherm oder endotherm erkennen

Bei einer exothermen Reaktion gibt das Reaktionssystem Energie an die Umgebung ab. Deshalb gilt im Diagramm:

$$E_{Edukte} > E_{Produkte}$$

Bei einer endothermen Reaktion nimmt das Reaktionssystem insgesamt Energie aus der Umgebung auf. Deshalb gilt:

$$E_{Produkte} > E_{Edukte}$$

Merke

Vergleiche zuerst nur Start und Ende: Produkte tiefer bedeutet exotherm, Produkte höher bedeutet endotherm. Die Höhe des Energiebergs entscheidet darüber nicht.

Beispiel

Im ersten Beispiel sinkt das Energieniveau von 80 auf 30 Energieeinheiten. Die Differenz beträgt $80 - 30 = 50$ Energieeinheiten. Diese Energie wird insgesamt abgegeben: Die Reaktion ist exotherm.

Ein zweites Diagramm beginnt bei 40 und endet bei 90 Energieeinheiten. Die Differenz beträgt $90 - 40 = 50$ Energieeinheiten. Diese Energie muss das System insgesamt aufnehmen: Die Reaktion ist endotherm.

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Frage 1 von 1MittelEin Diagramm beginnt bei 25 und endet bei 70 Energieeinheiten. Wie deutest du es?
Lösung: Die Reaktion ist endotherm, weil die Produkte 45 Energieeinheiten höher liegen. — Vergleiche das Produktniveau mit dem Eduktniveau: $70 - 25 = 45$. Das System nimmt insgesamt 45 Energieeinheiten auf.
Aktivierungsenergie und Reaktionsenergie unterscheiden

Auch eine exotherme Reaktion startet häufig nicht von selbst. Zunächst muss sie eine Energiebarriere überwinden. Die dafür nötige Mindestenergie heißt Aktivierungsenergie.

Definition

Aktivierungsenergie

Die Aktivierungsenergie $E_A$ ist der Abstand zwischen dem Energieniveau der Edukte und dem Kurvenmaximum:

$$E_A = E_{Maximum} - E_{Edukte}$$

Die Reaktionsenergie beschreibt dagegen den Unterschied zwischen Edukt- und Produktniveau. Sie sagt, wie viel Energie insgesamt abgegeben oder aufgenommen wird. Aktivierungsenergie und Reaktionsenergie sind also zwei verschiedene Höhenunterschiede.

Beispiel

Im Diagramm mit 80 Energieeinheiten bei den Edukten, 140 am Maximum und 30 bei den Produkten gilt:

$E_A = 140 - 80 = 60$ Energieeinheiten.

Die Reaktionsenergie hat einen Betrag von 50 Energieeinheiten. Die zwei Werte sind verschieden, weil sie zwischen verschiedenen Punkten gemessen werden.

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Frage 1 von 2MittelWo wird die Aktivierungsenergie im Diagramm gemessen?
Lösung: vom Eduktniveau bis zum Kurvenmaximum — Die Aktivierungsenergie ist die zu überwindende Barriere vom Startniveau der Edukte bis zum Maximum.
Frage 2 von 2SchwerEine stark exotherme Reaktion hat Produkte weit unterhalb der Edukte. Muss sie ohne Zündung starten?
Lösung: Nein. Sie kann trotzdem eine Aktivierungsenergie benötigen. — Wie viel Energie insgesamt frei wird, sagt nicht, ob die anfängliche Energiebarriere bereits überwunden ist.
Was ein Katalysator verändert

Ein Katalysator eröffnet einen anderen Reaktionsweg mit geringerer Aktivierungsenergie. Im Diagramm liegt das Maximum der katalysierten Kurve deshalb tiefer. Die Reaktion kann dadurch schneller ablaufen.

Unverändert bleiben:

  • das Energieniveau der Edukte,
  • das Energieniveau der Produkte,
  • die Reaktionsenergie,
  • die Einordnung als exotherm oder endotherm.

Der Katalysator wird bei der Gesamtreaktion nicht dauerhaft verbraucht. Auch endotherme Reaktionen können katalysiert werden.

Beispiel

Ohne Katalysator liegt ein Maximum bei 140 Energieeinheiten, mit Katalysator bei 110. Beginnen beide Wege bei 80, sinkt die Aktivierungsenergie von 60 auf 30 Energieeinheiten. Enden beide bei 30, bleibt die abgegebene Reaktionsenergie 50 Energieeinheiten.

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Frage 1 von 1MittelWelche Änderung zeigt die Wirkung eines Katalysators korrekt?
Lösung: Das Maximum sinkt, Start- und Endniveau bleiben gleich. — Der alternative Reaktionsweg hat eine niedrigere Aktivierungsenergie; die Energiebilanz der Reaktion bleibt gleich.
Ein Energiediagramm selbst aufbauen

Gehe beim Zeichnen und Beschriften in dieser Reihenfolge vor:

  1. Zeichne eine waagerechte Achse für den Reaktionsverlauf und eine senkrechte Achse für die Energie.
  2. Trage links das Energieniveau der Edukte ein.
  3. Entscheide anhand der Energieabgabe oder -aufnahme, ob das Produktniveau tiefer oder höher liegen muss.
  4. Zeichne einen Kurvenanstieg bis zum Maximum und danach den Verlauf zum Produktniveau.
  5. Markiere die Aktivierungsenergie vom Eduktniveau bis zum Maximum.
  6. Markiere die Reaktionsenergie zwischen Edukt- und Produktniveau.
  7. Zeichnest du einen katalysierten Weg, setze nur dessen Maximum tiefer; Start und Ende bleiben gleich.
Gut zu wissen

Eine Temperaturänderung der Umgebung ist ein Hinweis: Erwärmt sich die Umgebung durch die Reaktion, wurde Energie an sie übertragen; kühlt sie sich ab, hat das System Energie aufgenommen. Temperatur und Energie sind aber nicht dasselbe. Das Diagramm stellt Energieniveaus dar, nicht direkt eine Temperaturkurve.

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Frage 1 von 1SchwerEin Kältepack wird nach dem Mischen deutlich kälter. Wie zeichnest du ein passendes qualitatives Energiediagramm?
Lösung: Das Produktniveau liegt über dem Eduktniveau; zusätzlich zeichne ich eine Aktivierungsbarriere. — Das System nimmt Energie aus der Umgebung auf. Daher ist der Verlauf endotherm und das Produktniveau liegt höher.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Energiediagramm
    • Achsen
      • waagerecht: Reaktionsverlauf
      • senkrecht: Energie
    • Energiebilanz
      • exotherm: Produkte tiefer
      • endotherm: Produkte höher
    • Energiebarriere
      • Maximum: Übergangszustand
      • Abstand vom Start: Aktivierungsenergie
    • Katalysator
      • niedrigeres Maximum
      • gleiche Anfangs- und Endniveaus
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage kennzeichnet eine exotherme Reaktion?
Lösung: Das Produktniveau liegt unter dem Eduktniveau. — Bei einer exothermen Reaktion gibt das System insgesamt Energie ab; die Produkte liegen energetisch tiefer.
Frage 2 von 3MittelEin Diagramm zeigt 40 Energieeinheiten bei den Edukten, 110 am Maximum und 90 bei den Produkten. Welche Werte und welche Einordnung stimmen?
Lösung: Aktivierungsenergie 70, aufgenommene Reaktionsenergie 50, endotherm — Es gilt $110 - 40 = 70$ für die Aktivierungsenergie und $90 - 40 = 50$ für die insgesamt aufgenommene Energie. Das höhere Produktniveau zeigt eine endotherme Reaktion.
Frage 3 von 3SchwerZwei Kurven haben dieselben Start- und Endniveaus, aber verschieden hohe Maxima. Was lässt sich sicher schließen?
Lösung: Sie zeigen dieselbe Reaktionsenergie, aber unterschiedliche Aktivierungsenergien. — Gleiche Edukt- und Produktniveaus bedeuten dieselbe Energiebilanz. Unterschiedliche Maxima zeigen verschiedene Energiebarrieren, etwa mit und ohne Katalysator.

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