Einen Bericht brauchst du, wenn jemand genau wissen soll, was passiert ist: nach einem Unfall, bei einem Schulausflug oder für die Schülerzeitung. Anders als eine Erzählung soll ein Bericht nicht spannend ausschmücken, sondern klar informieren. Hier lernst du Schritt für Schritt, wie du aus Notizen einen sachlichen Bericht machst.
- Ich kann erklären, was einen Bericht von einer Erzählung unterscheidet.
- Ich kann die W-Fragen sammeln und ordnen.
- Ich kann Einleitung, Hauptteil und Schluss eines Berichts planen.
- Ich kann sachlich, chronologisch und im richtigen Tempus schreiben.
- Ich kann meinen Bericht mit einer Checkliste überarbeiten.
Was ein Bericht leisten soll
Ein Bericht informiert über ein Ereignis. Die lesende Person war nicht dabei und soll trotzdem verstehen, was geschehen ist. Deshalb beantwortet ein Bericht die wichtigsten W-Fragen: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Welche Folgen?
Ein Bericht ist nicht dazu da, Gefühle auszumalen oder Spannung aufzubauen. Du schreibst also nicht wie in einer Erlebniserzählung: "Plötzlich krachte es fürchterlich, und alle schrien!" Besser ist: "Um 7.45 Uhr stießen zwei Fahrräder vor dem Schultor zusammen."
Bericht
Ein Bericht ist ein sachlicher Text über ein reales oder vorgegebenes Ereignis. Er nennt die wichtigen Informationen knapp, genau und in einer sinnvollen Reihenfolge.
Ein Bericht beantwortet Fragen, statt Stimmung zu machen.
Erzählend: "Ich war total erschrocken, als plötzlich ein Junge viel zu schnell um die Ecke raste."
Berichtend: "Am Montag gegen 7.45 Uhr fuhr ein Schüler mit hoher Geschwindigkeit um die Ecke zur Fahrradständeranlage."
Unterschied: Die erste Version zeigt Gefühle und wirkt dramatisch. Die zweite Version nennt beobachtbare Informationen.
Die W-Fragen sammeln
Bevor du schreibst, sammelst du die Fakten. Das ist besonders wichtig, weil du sonst beim Schreiben Lücken bekommst oder Dinge erfindest. Nutze die W-Fragen als Gerüst.
W-Fragen
W-Fragen sind Leitfragen für wichtige Informationen: Wer war beteiligt? Was ist passiert? Wann geschah es? Wo geschah es? Wie lief es ab? Warum passierte es? Welche Folgen gab es?
Nicht jede W-Frage ist immer gleich wichtig. Bei einem Unfallbericht sind Ort, Zeit, Beteiligte, Ablauf und Folgen sehr wichtig. Bei einem Bericht über ein Schulfest brauchst du vielleicht stärker den Anlass und die wichtigsten Programmpunkte.
Notizen für einen Unfallbericht:
- Wer? Lea M., Tim K., Hausmeister Herr Schulz als Zeuge
- Was? Zusammenstoß zweier Fahrräder
- Wann? Montag, 13. Mai, 7.45 Uhr
- Wo? Einfahrt zum Fahrradständer der Realschule
- Wie? Tim bog schnell um die Ecke, Lea schob ihr Rad aus der Einfahrt
- Warum? Sicht war durch parkenden Lieferwagen eingeschränkt
- Folgen? Lea stürzte, Schürfwunde am Knie, Fahrräder leicht beschädigt
Aus diesen Notizen kannst du später einen vollständigen Bericht aufbauen.
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Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss
Ein Bericht hat drei Teile. Die Einleitung nennt die wichtigsten Grundinformationen. Der Hauptteil erklärt den Ablauf genauer und in der richtigen Reihenfolge. Der Schluss nennt Folgen oder den aktuellen Stand.
Chronologische Reihenfolge
Chronologisch bedeutet zeitlich geordnet. Du berichtest also so, wie die Ereignisse nacheinander passiert sind.
In der Einleitung beantwortest du meist Wer? Was? Wann? Wo? Im Hauptteil kommen Wie? und Warum? ausführlicher dran. Im Schluss stehen Folgen: Verletzungen, Schäden, Reaktionen, Ergebnis oder Ausblick.
Aus den Notizen wird ein kurzer Bericht:
Einleitung:
Am Montag, dem 13. Mai, kam es gegen 7.45 Uhr an der Einfahrt zum Fahrradständer der Realschule zu einem Zusammenstoß zweier Fahrräder.
Hauptteil:
Tim K. bog mit seinem Fahrrad zügig um die Ecke zur Fahrradständeranlage. Zur gleichen Zeit schob Lea M. ihr Fahrrad aus der Einfahrt. Ein parkender Lieferwagen erschwerte beiden die Sicht. Deshalb bemerkten sie einander erst spät und konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen.
Schluss:
Lea M. stürzte und zog sich eine Schürfwunde am Knie zu. Beide Fahrräder wurden leicht beschädigt. Der Hausmeister Herr Schulz informierte das Sekretariat.
Einleitung: Überblick. Hauptteil: Ablauf. Schluss: Folgen.
Sprache und Zeitform
Die Sprache eines Berichts ist sachlich. Das bedeutet: Du wertest nicht, übertreibst nicht und schreibst keine Gefühle hinein, die du nicht sicher belegen kannst. Vermeide Umgangssprache, direkte Anrede und dramatische Ausrufe.
Die häufigste Zeitform ist das Präteritum, also die einfache Vergangenheit: "fuhr", "stürzte", "informierte". Wenn etwas schon vor dem eigentlichen Ereignis passiert war, nutzt du das Plusquamperfekt: "Der Lieferwagen hatte vor der Einfahrt geparkt." Für Folgen, die jetzt noch gelten, kann auch Präsens sinnvoll sein: "Lea hat eine Schürfwunde."
Präteritum
Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform. In Berichten verwendest du es für den eigentlichen Ablauf, zum Beispiel: "Der Schüler öffnete die Tür."
Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt beschreibt, was vor einem vergangenen Ereignis passiert war, zum Beispiel: "Der Bus hatte bereits gehalten."
Zu erzählend: "Tim raste mega schnell um die Ecke und Lea hatte natürlich überhaupt keine Chance."
Besser: "Tim bog mit hoher Geschwindigkeit um die Ecke. Lea konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen."
Warum besser? Die zweite Version vermeidet Umgangssprache und Wertung. Sie nennt, was beobachtbar ist.
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Schritt für Schritt zum fertigen Bericht
Wenn du eine Schreibaufgabe bekommst, beginne nicht sofort mit dem ersten Satz. Gute Berichte entstehen in vier Schritten.
- Material lesen: Markiere Fakten, Zeiten, Orte, Beteiligte und Folgen.
- W-Fragen ordnen: Schreibe die Antworten in Stichpunkten auf.
- Gliederung bauen: Teile die Informationen in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
- Ausformulieren und prüfen: Schreibe sachlich, chronologisch und ohne unnötige Ausschmückung.
Aufgabe: Aus diesen Notizen soll ein Bericht entstehen.
"Mittwoch, Sporthalle, 10.15 Uhr. Klasse 6b. Basketballtraining. Ball rollt unter Bank. Jonas läuft hinterher. Stolpert über Turnbeutel. Knöchel schmerzt. Sportlehrerin kühlt Fuß. Mutter holt Jonas ab."
Möglicher Bericht:
Am Mittwoch verletzte sich Jonas aus der Klasse 6b gegen 10.15 Uhr während des Basketballtrainings in der Sporthalle. Ein Ball rollte unter eine Bank. Jonas lief hinterher und stolperte dabei über einen Turnbeutel, der neben der Bank lag. Anschließend klagte er über Schmerzen am Knöchel. Die Sportlehrerin kühlte den Fuß und informierte Jonas' Mutter. Diese holte ihn später von der Schule ab.
Selbstcheck: Der Text nennt Zeit, Ort, Beteiligten, Ablauf und Folgen. Er bleibt sachlich und chronologisch.
Wenn du aus Zeugenberichten schreibst, können Aussagen widersprüchlich sein. Dann formuliere vorsichtig: "Nach Aussage von ..." oder "Laut Zeugin ..." Erfinde keine Sicherheit, die das Material nicht hergibt.
Häufige Fehler und bessere Lösungen
Viele Fehler entstehen, weil der Bericht wie eine Erzählung klingt. Ein Bericht darf aber nüchtern sein. Nüchtern heißt nicht langweilig, sondern verlässlich.
Typische Fehler:
- Du beginnst mit Spannung statt mit den wichtigsten Fakten.
- Du schreibst Gefühle oder Schuldzuweisungen ohne Beleg.
- Du springst in der Reihenfolge hin und her.
- Du vergisst Folgen oder wichtige W-Fragen.
- Du mischst Umgangssprache in den Text.
Fehler: "Der rücksichtslose Tim war schuld, weil er viel zu wild gefahren ist."
Besser: "Tim bog mit hoher Geschwindigkeit um die Ecke. Dadurch konnte er nicht mehr rechtzeitig bremsen."
Warum? Die bessere Version beschreibt beobachtbares Verhalten. Ob Tim "rücksichtslos" war, ist eine Wertung.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
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Zusammenfassung
Ein Bericht informiert sachlich über ein Ereignis. Du sammelst zuerst die W-Fragen, ordnest die Informationen und schreibst dann in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Der Ablauf steht meist im Präteritum und folgt der zeitlichen Reihenfolge.
Wichtig ist nicht, dass dein Bericht aufregend klingt. Wichtig ist, dass er zuverlässig ist. Wenn du Fakten von Wertungen trennst, die W-Fragen beantwortest und am Ende mit einer Checkliste prüfst, schreibst du klare und gute Berichte.
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