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Komma bei Infinitivgruppen: Regeln seit 2024

Komma bei Infinitivgruppen: Regeln seit 2024
Komma bei Infinitivgruppen: Regeln seit 2024
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Seit 2024 gilt als Grundregel: Satzwertige Infinitivgruppen mit „zu“ werden durch Komma vom übergeordneten Satz getrennt. Entscheidend ist also nicht nur, wovon die Gruppe abhängt, sondern ob sie wie ein Nebensatz wirkt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Infinitivgruppe?

Eine Infinitivgruppe enthält einen Infinitiv mit „zu“. Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs, zum Beispiel gehen, lernen oder sein.

Definition

Infinitivgruppe

Eine Infinitivgruppe besteht aus einem Infinitiv mit „zu“ und den Wörtern, die zu ihm gehören. In „morgen pünktlich zu sein“ ist „zu sein“ der Infinitiv; „morgen“ und „pünktlich“ erweitern ihn.

Beispiel

Ich bemühe mich, morgen pünktlich zu sein.

Die Wortgruppe „morgen pünktlich zu sein“ sagt, worum ich mich bemühe. Ihr Kern ist der Infinitiv „zu sein“.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Wortfolge ist im Beispielsatz die Infinitivgruppe?
Lösung: morgen pünktlich zu sein — Suche zuerst nach „zu“ und einer Grundform des Verbs. Nimm dann die Wörter hinzu, die inhaltlich zu diesem Infinitiv gehören.
Wann ist die Infinitivgruppe satzwertig?

Satzwertig bedeutet: Die Infinitivgruppe übernimmt im Satz eine Aufgabe, die auch ein Nebensatz übernehmen könnte. Sie bildet damit einen eigenen gedanklichen Satzteil.

Ein erweiterter Infinitiv enthält außer „zu“ und dem Infinitiv mindestens ein weiteres Wort. Solche Gruppen sind meistens satzwertig. Die Erweiterung allein entscheidet jedoch nicht: Mehrteilige Prädikate und untrennbar eingebaute Gruppen sind Ausnahmen.

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Suche nach „zu“ und einem Infinitiv.
  2. Bestimme, welche Wörter zu dieser Gruppe gehören.
  3. Prüfe, ob die Gruppe einen eigenen gedanklichen Satzteil bildet.
  4. Ist sie satzwertig, trennst du sie durch Komma ab.
Merke

Seit 2024 braucht eine satzwertige Infinitivgruppe das Komma auch dann, wenn sie von einem Verb, einem Adjektiv oder einem Partizip abhängt.

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Frage 1 von 1MittelWarum steht in „Ich bemühe mich, morgen pünktlich zu sein“ ein Komma?
Lösung: „morgen pünktlich zu sein“ ist erweitert, satzwertig und hängt vom Verb „bemühe“ ab. — Das Komma markiert die Grenze zwischen dem übergeordneten Satz und der satzwertigen Infinitivgruppe.
Wo setzt du das Pflichtkomma?

Steht die satzwertige Infinitivgruppe am Ende, setzt du vor ihr ein Komma:

  • Sie planen, ins Theater zu gehen.
  • Sie sind bereit, ins Theater zu gehen.
  • Er ermunterte sie dazu, ins Theater zu gehen.

Steht die Infinitivgruppe am Satzanfang, folgt ihr ein Komma:

  • Das Komma hier zu setzen, ist obligatorisch.
  • Regelmäßig ins Theater zu gehen, lieben sie.

Ist sie in den übergeordneten Satz eingeschoben, grenzt du sie mit zwei Kommas ab.

Beispiel

Doch als die Katze sich anschickt, den Nager zu jagen, mache ich mir Sorgen.

Das erste Komma öffnet die eingeschobene Infinitivgruppe. Das zweite schließt sie wieder.

Die Einleitungen um, ohne, statt, anstatt, außer und als kennzeichnen ebenfalls Pflichtfälle:

Sie kamen in die Stadt, um ins Theater zu gehen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Fassung grenzt die eingeschobene Infinitivgruppe vollständig ab?
Lösung: Doch als die Katze sich anschickt, den Nager zu jagen, mache ich mir Sorgen. — „den Nager zu jagen“ ist eingeschoben. Deshalb stehen an beiden Grenzen Kommas.
Wann steht kein oder nur möglicherweise ein Komma?

Nicht jede Verbindung mit „zu“ ist satzwertig. Bei einem mehrteiligen Prädikat darf kein Komma die eng zusammengehörenden Prädikatsteile trennen:

  • Sie pflegen regelmäßig ins Theater zu gehen.
  • Sie scheinen gerne ins Theater zu gehen.
  • Sie wussten viel darüber zu erzählen.

Auch eine untrennbar in den Satz eingebaute Infinitivgruppe wird nicht abgetrennt:

  • Sie haben das Risiko nicht einzugehen gewagt.
  • Einzugehen gewagt haben sie das Risiko nicht.

Anders liegt der Fall hier:

Sie haben nicht gewagt, das Risiko einzugehen.

Nun bildet „das Risiko einzugehen“ einen eigenen, satzwertigen Teil und braucht ein Komma.

Bei einem einfachen Infinitiv, der nur aus „zu“ und dem Infinitiv besteht, ist das Komma grundsätzlich möglich, aber nicht verpflichtend:

  • Sie hat sich geweigert(,) aufzuräumen.
  • Die Entscheidung(,) zu kündigen(,) traf er spontan.

Wenn du die eingeschobene einfache Gruppe abtrennst, setzt du beide Kommas. Ein hinweisendes Wort macht das Komma dagegen verpflichtend:

Umzuziehen, das planen sie schon lange.

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Frage 1 von 2LeichtIn welchem Satz darf kein Komma stehen?
Lösung: Sie pflegen regelmäßig ins Theater zu gehen. — Bei „pflegen zu gehen“ bilden die Verbteile ein mehrteiliges Prädikat. Ein Komma würde sie unzulässig trennen.
Frage 2 von 2MittelIn welchem Satz ist das Komma möglich, aber nicht verpflichtend?
Lösung: Sie hat sich geweigert(,) aufzuräumen. — „aufzuräumen“ ist ein einfacher Infinitiv aus „zu“ und der Grundform. Deshalb ist das Komma hier fakultativ.
Wie begründest du deine Entscheidung?

Eine gute Begründung nennt nicht nur die Regel, sondern wendet sie auf den Satz an.

Beispiel

Satz: Ich bemühe mich, morgen pünktlich zu sein.

  1. „zu sein“ ist ein Infinitiv mit „zu“.
  2. „morgen“ und „pünktlich“ erweitern den Infinitiv.
  3. Die Gruppe „morgen pünktlich zu sein“ bildet einen eigenen gedanklichen Satzteil und hängt von „bemühe mich“ ab.
  4. Sie ist daher satzwertig und wird nach dem Regelstand von 2024 durch Komma abgetrennt.

Die Stellung des Kommas kann außerdem zeigen, wozu ein Wort gehört:

  • Sie beschloss schnell, den freien Platz einzunehmen. Das Beschließen geschah schnell.
  • Sie beschloss, schnell den freien Platz einzunehmen. Das Einnehmen sollte schnell geschehen.

In beiden Sätzen trennt das Komma die satzwertige Infinitivgruppe ab. Die Stellung von „schnell“ verändert jedoch die Bedeutung.

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Frage 1 von 1SchwerWelcher Satz sagt aus, dass der Platz schnell eingenommen werden soll?
Lösung: Sie beschloss, schnell den freien Platz einzunehmen. — Steht „schnell“ innerhalb der Infinitivgruppe, beschreibt es das Einnehmen des Platzes.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Komma bei Infinitivgruppen
    • Erkennen: Infinitiv mit „zu“ und zugehörige Wörter
    • Pflichtkomma: satzwertige Gruppe am Anfang, Ende oder eingeschoben
    • Kein Komma: mehrteiliges Prädikat oder untrennbarer Einbau
    • Wahlkomma: einfacher Infinitiv ohne verpflichtendes Hinweiswort
    • Begründung: Gruppe bestimmen, Satzwertigkeit prüfen, Stellung beachten
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelcher Satz ist nach dem Regelstand von 2024 richtig geschrieben?
Lösung: Das Eichhörnchen zu erwischen, gelang der Katze nicht. — Die gesamte Infinitivgruppe steht am Satzanfang. Das Komma folgt deshalb nach „erwischen“.
Frage 2 von 3MittelWelche Begründung passt zu „Sie haben nicht gewagt, das Risiko einzugehen“?
Lösung: „das Risiko einzugehen“ ist ein eigener satzwertiger Teil und wird abgetrennt. — Entscheidend ist die konkrete Satzstruktur. Hier beantwortet die Gruppe eigenständig, was sie nicht gewagt haben.
Frage 3 von 3SchwerWie werden die beiden Sätze richtig beurteilt: „Trotz Regen weiterzuspielen, beschließt die Mannschaft.“ und „Die Mannschaft scheint trotz Regen weiterzuspielen.“?
Lösung: Im ersten Satz ist das Komma Pflicht; im zweiten darf keines stehen. — Die vorangestellte satzwertige Gruppe im ersten Satz braucht ein Komma. Im zweiten Satz gehören „scheint“ und „weiterzuspielen“ eng zum mehrteiligen Prädikat.

Du kannst jetzt mit einem festen Prüfmuster arbeiten: Infinitivgruppe finden, Satzwertigkeit prüfen, Stellung oder Ausnahme bestimmen und erst dann das Komma setzen.

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