Plakatgestaltung: Klar planen und gestalten
Ein gutes Plakat vermittelt eine zentrale Botschaft auf einen Blick. Dazu entscheidest du zuerst, was das Plakat erreichen und wen es ansprechen soll. Danach ordnest du wenige wichtige Informationen, gestaltest sie gut lesbar und prüfst das Ergebnis aus der Entfernung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Kläre zuerst den Auftrag
Stell dir vor, du sollst für den Schulflohmarkt werben. Bevor du Farben oder Bilder auswählst, brauchst du drei Entscheidungen:
- Zweck: Was soll das Plakat bewirken? Es soll informieren, erklären, erinnern oder zu einer Handlung einladen.
- Zielgruppe: Wer soll es verstehen? Jüngere Kinder brauchen vielleicht einfachere Wörter als Erwachsene.
- Kernbotschaft: Welche eine Aussage muss hängen bleiben?
Kernbotschaft
Die Kernbotschaft ist die wichtigste Aussage des Plakats. Sie lässt sich meist in einem kurzen Satz zusammenfassen, zum Beispiel: „Am Freitag ist Schulflohmarkt.“ Details wie Uhrzeit und Ort unterstützen sie.
Ein Thema ist noch keine Kernbotschaft. „Schulflohmarkt“ nennt nur den Gegenstand. „Komm am Freitag zum Schulflohmarkt!“ sagt dagegen, was die betrachtende Person wissen und tun soll.
Formuliere zuerst: Für wen ist das Plakat, was soll diese Person verstehen und was soll sie danach tun oder wissen?
Ordne Informationen nach Wichtigkeit
Menschen betrachten ein Plakat oft nur kurz oder aus einiger Entfernung. Deshalb brauchen die Inhalte eine erkennbare Informationshierarchie: Wichtiges fällt zuerst auf, Einzelheiten folgen danach.
Informationshierarchie
Informationshierarchie bedeutet, dass Größe, Position und Gestaltung zeigen, welche Information zuerst, danach und zuletzt gelesen werden soll.
Eine einfache Reihenfolge ist:
- Blickfang und Hauptüberschrift: Thema oder Kernbotschaft.
- Schlüsselinformationen: zum Beispiel Datum, Ort oder drei zentrale Sachpunkte.
- Ergänzungen: kurze Erklärungen und Bildunterschriften.
- Zusatzangaben: zum Beispiel Name, Klasse oder ein kleiner Hinweis.
Wähle nur Inhalte aus, die zum Zweck passen. Schreibe kurze Stichpunkte statt langer Absätze. Unterüberschriften bündeln zusammengehörige Aussagen. Ein Bild verdient seinen Platz, wenn es erklärt, belegt oder die Orientierung verbessert. Ein reines Lückenfüller-Bild lenkt eher ab.
Für ein Lernplakat über Bienen sammelt eine Gruppe zwölf Fakten. Ihre Kernbotschaft lautet: „Bienen bestäuben viele Blüten und brauchen Schutz.“
Die Gruppe wählt drei Blöcke: Aufgabe der Bienen, Gefahren und So kannst du helfen. Die Zahl der Beine wäre zwar richtig, unterstützt diese Kernbotschaft aber kaum und wird weggelassen. Eine beschriftete Zeichnung der Bestäubung erklärt dagegen einen zentralen Zusammenhang und kommt auf das Plakat.
Gestalte Schrift, Kontrast und Freiraum
Lesbarkeit entsteht nicht durch möglichst viele Effekte. Sie entsteht durch klare Unterschiede und genug Ruhe zwischen den Elementen.
- Schrift: Verwende wenige gut lesbare Schriftarten. Die Hauptüberschrift ist am größten, Unterüberschriften sind kleiner und Stichpunkte nochmals kleiner. Fließende Zierschrift eignet sich höchstens für kurze Akzente, nicht für wichtige Informationen.
- Kontrast: Dunkle Schrift auf hellem Grund oder helle Schrift auf dunklem Grund ist meist leichter zu erkennen als ähnlich helle Farben. Farbe allein sollte keine Bedeutung tragen. Ergänze etwa „Gefahr“ als Wort oder Symbol, statt nur Rot zu verwenden.
- Abstände: Freie Fläche ist kein verschwendeter Platz. Sie trennt Blöcke, macht Gruppen sichtbar und erleichtert das Lesen. Zu enge Zeilen, vollgestopfte Ecken und fehlende Ränder erschweren die Orientierung.
- Ausrichtung: Richte zusammengehörige Elemente an gemeinsamen Kanten aus. So wirkt die Leserichtung geplant und nicht zufällig.
Barrierearm gestalten heißt: Möglichst viele Menschen können die Aussage wahrnehmen und verstehen. Hoher Hell-Dunkel-Kontrast, klare Schrift, kurze Textblöcke, verständliche Wörter und zusätzliche Beschriftungen helfen auch Menschen mit eingeschränktem Sehen, Farbfehlsichtigkeit oder Leseschwierigkeiten.
Setze Bilder verständlich und erlaubt ein
Bilder können Aufmerksamkeit wecken und Zusammenhänge schneller zeigen als Text. Sie brauchen jedoch eine klare Aufgabe.
- Wähle ein Bild, das zur Kernbotschaft oder zu einem Textblock gehört.
- Gib eine kurze Bildunterschrift an, wenn der Zusammenhang nicht sofort eindeutig ist.
- Schneide oder vergrößere Bilder so, dass das wichtige Motiv erkennbar bleibt.
- Vermeide zu viele kleine Bilder, die miteinander um Aufmerksamkeit kämpfen.
Auch ein Bild, das du im Internet findest, darfst du nicht automatisch verwenden. Nutze am sichersten eigene Bilder, freigegebene Materialien oder Bilder mit einer Lizenz, die deine geplante Nutzung erlaubt. Halte die verlangten Angaben fest, etwa Urheberin oder Urheber und Lizenz. Wenn du die Erlaubnis nicht sicher klären kannst, wähle ein anderes Bild. Bei erkennbaren Personen brauchst du für eine Veröffentlichung in der Regel eine Einwilligung. Rechtliche Ausnahmen gibt es, sie sind jedoch eng begrenzt. Kläre den Fall vorab mit deiner Lehrkraft oder verwende bei Unsicherheit ein anderes Bild.
Gefunden bedeutet nicht frei verwendbar. Prüfe vor dem Einfügen, wer das Bild erstellt hat und unter welchen Bedingungen du es nutzen darfst.
Vom Entwurf zur sauberen Umsetzung
Lege nicht sofort mit Filzstift, Kleber oder der endgültigen digitalen Gestaltung los. Ein schneller Entwurf spart später Zeit.
- Schreibe Zweck, Zielgruppe und Kernbotschaft oben auf ein Notizblatt.
- Sortiere die ausgewählten Informationen in wenige Blöcke.
- Zeichne eine kleine Layoutskizze mit Kästen für Überschrift, Texte, Bilder und freie Flächen.
- Lege analoge Elemente zunächst lose aus oder verschiebe digitale Elemente probeweise.
- Prüfe die Leserichtung: Fällt zuerst die Kernbotschaft auf? Sind zusammengehörige Inhalte als Gruppe erkennbar?
- Setze Texte und Bilder sauber um. Arbeite analog zunächst mit Bleistift und klebe erst nach der Kontrolle. Speichere digital eine überprüfbare Fassung.
Selbstkontrolle vor dem Festkleben oder Exportieren
Halte kurz Abstand und prüfe jeden Punkt bewusst:
- Kann eine andere Person Thema und Kernbotschaft in wenigen Sekunden nennen?
- Ist die Überschrift aus der vorgesehenen Entfernung lesbar?
- Sind alle wichtigen Angaben richtig, vollständig und verständlich?
- Folgen die Augen einer klaren Reihenfolge?
- Haben Text und Hintergrund deutlichen Kontrast?
- Gibt es genug Abstand zwischen den Blöcken und zu den Rändern?
- Erklärt jedes Bild etwas, und ist seine Nutzung erlaubt?
- Sind Rechtschreibung, Bildunterschriften und Zuordnungsangaben geprüft?
Teste nicht nur am eigenen Platz. Hänge den Entwurf probeweise auf oder verkleinere die digitale Ansicht stark. Bitte eine Person aus der Zielgruppe: „Was ist die Hauptaussage? Was würdest du als Nächstes lesen?“ Überarbeite die Stelle, an der sie stockt.
Ein vollständiges Beispiel planen
Die Klasse organisiert einen Büchertausch. Das Plakat soll Schülerinnen und Schüler dazu bringen, am Aktionstag ein gut erhaltenes Buch mitzubringen.
1. Auftrag klären
- Zweck: zur Teilnahme einladen und die wichtigsten Bedingungen erklären
- Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler der Schule
- Kernbotschaft: „Tausch dein Buch am Mittwoch!“
2. Inhalte auswählen
- Wann? Mittwoch, große Pause
- Wo? Aula
- Wie? Ein gut erhaltenes Buch mitbringen und gegen ein anderes tauschen
- Zusatz: Comics und Sachbücher sind willkommen
3. Hierarchie festlegen
Oben steht groß „Tausch dein Buch am Mittwoch!“. Direkt darunter folgt der Block „Große Pause · Aula“. In der Mitte erklärt ein kurzer Dreischritt mit kleinen Buchsymbolen: „Buch auswählen – mitbringen – anderes Buch entdecken“. Der Zusatz steht kleiner am unteren Rand.
4. Gestaltung begründen
Eine dunkle Schrift auf hellem Grund sorgt für Kontrast. Zwei Schriftgrößen plus eine kleinere Größe für den Zusatz reichen aus. Freie Flächen trennen Termin, Ablauf und Zusatz. Ein selbst gezeichnetes Buchsymbol unterstützt den Ablauf und verursacht keine ungeklärten Bildrechte.
5. Test und Verbesserung
Bei der Fernprobe erkennen zwei Mitschüler zwar den Büchertausch, übersehen aber die Aula. Deshalb wird „Große Pause · Aula“ größer gesetzt und näher an die Hauptüberschrift gerückt. Danach können beide Kernbotschaft, Zeitpunkt und Ort richtig wiedergeben.
Das Beispiel ist vollständig, weil jede Gestaltungsentscheidung auf Zweck, Zielgruppe und Kernbotschaft zurückgeführt und das Ergebnis tatsächlich getestet wird.
Gestalte dein eigenes Plakat
Entwirf ein Plakat für einen Tausch- und Reparaturtag an deiner Schule. Deine Zielgruppe sind alle Schülerinnen und Schüler. Sie sollen verstehen, dass sie einen kaputten Alltagsgegenstand mitbringen oder einen brauchbaren Gegenstand tauschen können.
Arbeite in dieser Reihenfolge:
- Formuliere eine kurze Kernbotschaft.
- Wähle höchstens vier Schlüsselinformationen aus: Was geschieht, wann, wo und was soll man mitbringen?
- Zeichne eine Layoutskizze. Markiere Überschrift, Informationsblöcke, mindestens ein erklärendes Bild sowie freie Flächen.
- Lege Schriftgrößen, Kontrast und Leserichtung fest.
- Notiere, woher dein Bild stammt und warum du es verwenden darfst.
- Setze den Entwurf analog oder digital um.
- Führe die Fernprobe und einen Test mit einer anderen Person durch. Notiere eine konkrete Verbesserung.
Eine überzeugende Lösung kann unterschiedlich aussehen. Prüfe sie an diesen Kriterien: Die Kernbotschaft ist sofort verständlich; Zeitpunkt und Ort sind auffindbar; die Reihenfolge ist klar; Schrift und Kontrast sind lesbar; Abstände trennen die Blöcke; das Bild unterstützt den Inhalt und darf verwendet werden; der Test führt zu einer begründeten Verbesserung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Klares Plakat
- Auftrag: Zweck, Zielgruppe, Kernbotschaft
- Inhalt: auswählen, kürzen, gliedern
- Hierarchie: Überschrift, Schlüsselinformationen, Ergänzungen
- Gestaltung: Schrift, Kontrast, Ausrichtung, Freiraum
- Bilder: inhaltliche Funktion, Beschriftung, erlaubte Nutzung
- Arbeitsweg: Skizze, Umsetzung, Fernprobe, Verbesserung
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