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Präfixe und Suffixe einfach erkennen und nutzen

Präfixe und Suffixe einfach erkennen und nutzen
Präfixe und Suffixe einfach erkennen und nutzen
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Ein Präfix steht vor dem Wortstamm, ein Suffix danach. Beide Bausteine können die Bedeutung verändern. Suffixe verändern außerdem häufig die Wortart: Aus Freund wird mit -lich das Adjektiv freundlich.

Auf dieser Seite lernst du, solche Wortbausteine zu erkennen, ihre Wirkung zu erklären und selbst passende Wörter zu bilden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Präfix, Stamm oder Suffix?

Der Wortstamm ist der zentrale Baustein eines Wortes. Er trägt dessen Kernbedeutung. Vor und hinter dem Stamm können weitere Bausteine stehen.

Definition

Präfix

Ein Präfix, auch Vorsilbe genannt, steht vor dem Wortstamm: un- + glücklich → unglücklich.

Definition

Suffix

Ein Suffix, auch Nachsilbe genannt, steht nach dem Wortstamm: Freund + -schaftFreundschaft.

Die Bindestriche in un- und -schaft zeigen nur, wo der Baustein angeschlossen wird. Im fertigen Wort steht kein Bindestrich.

Beispiel

Im Wort unglücklich stecken drei Bausteine:

  • Präfix: un-
  • Stamm: glück
  • Suffix: -lich

-lich bildet aus Glück ein Adjektiv. un- kehrt die Bedeutung dieses Adjektivs um.

Merke

Nicht jedes Wort enthält Präfix, Stamm und Suffix. Unordnung hat ein Präfix vor dem Stamm, Freundschaft ein Suffix danach. Unglücklich enthält beide Arten von Bausteinen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Baustein ist in Freundschaft das Suffix?
Lösung: -schaft — Das Suffix steht nach dem Stamm. Hier folgt -schaft auf Freund.
Frage 2 von 2MittelWie ist unglücklich passend zerlegt?
Lösung: un- + glück + -lich — Das Wort enthält sowohl das Präfix un- als auch das Suffix -lich.
Was verändern die Bausteine?

Präfixe verändern häufig die Bedeutung eines Wortes. Derselbe Stamm kann dadurch zu Wörtern mit deutlich verschiedenen Bedeutungen gehören:

  • legenzerlegen: etwas Ganzes auseinandernehmen
  • legenverlegen: etwas an eine andere Stelle legen
  • suchenversuchen: etwas ausprobieren
  • suchenbesuchen: zu einer Person oder an einen Ort gehen

Die Bedeutung eines Präfixes ist also keine starre Übersetzung. Prüfe immer das gesamte Wort und seinen Zusammenhang.

Suffixe können ebenfalls die Bedeutung verändern. Besonders oft bilden sie eine neue Wortart. Wortarten sind Gruppen wie Nomen, Verb und Adjektiv.

AusgangswortSuffixNeues WortWirkung
gesund-heitGesundheitAdjektiv wird Nomen
wandern-ungWanderungVerb wird Nomen
Freund-lichfreundlichNomen wird Adjektiv
tragen-bartragbarVerb wird Adjektiv
Nachbar-schaftNachbarschaftneues Nomen mit veränderter Bedeutung

Nomen mit -heit, -keit, -nis, -ung oder -schaft werden großgeschrieben.

Beispiel

Aus dem Verb prüfen wird mit -ung das Nomen Prüfung.

  1. Der Stamm lautet prüf.
  2. Das Suffix -ung wird angefügt.
  3. Es entsteht ein Nomen.
  4. Deshalb beginnt Prüfung mit einem Großbuchstaben.
Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Bildung verändert ein Adjektiv in ein Nomen?
Lösung: heiter → Heiterkeit — Das Suffix -keit bildet in Heiterkeit ein Nomen aus dem Adjektiv heiter.
Frage 2 von 2MittelWas bewirkt -los in erfolglos?
Lösung: Es bildet ein Adjektiv mit der Bedeutung „ohne Erfolg“. — -los bildet hier ein Adjektiv und fügt die Bedeutung „ohne“ hinzu.
Wie verhalten sich Verbbausteine im Satz?

Bei Verben musst du zwischen festen Präfixen und trennbaren Verbpartikeln unterscheiden. Eine Verbpartikel ist ein vorderer Baustein, der sich in bestimmten Satzformen vom Verb löst.

Beispiel

Das Verb anrufen ist trennbar:

  • Grundform: anrufen
  • Hauptsatz: „Ich rufe dich an.“
  • Partizip: angerufen

Das Verb besuchen ist untrennbar:

  • Grundform: besuchen
  • Hauptsatz: „Ich besuche dich.“
  • Partizip: besucht

Das Präfix be- bleibt am Stamm. Ein zusätzliches ge- erscheint im Partizip nicht.

Weitere trennbare Beispiele sind:

  • abholen → „Ich hole das Paket ab.“ → abgeholt
  • aufmachen → „Ich mache das Fenster auf.“ → aufgemacht
  • einkaufen → „Wir kaufen heute ein.“ → eingekauft

Bildungen mit be-, ent-, er-, ver- und zer- sind in den behandelten Beispielen untrennbar: beantworten, entkommen, erklären, verkaufen, zerlegen.

Merke

Die Satzprobe hilft: Wird der vordere Baustein im Hauptsatz abgetrennt, liegt ein trennbares Verb vor. Bleibt er am Stamm, ist das Verb untrennbar.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Form ist richtig?
Lösung: Ich habe ihn angerufen. — Das trennbare Verb anrufen bildet das Partizip angerufen.
Frage 2 von 2MittelWelcher Satz enthält ein untrennbares Verb?
Lösung: Sie verkauft ihre Jacke. — Bei verkaufen bleibt ver- mit dem Stamm verbunden.
So untersuchst und bildest du Wörter

Gehe bei einem neuen Wort Schritt für Schritt vor:

  1. Suche eine bekannte Grundlage oder einen möglichen Stamm.
  2. Prüfe, ob davor ein Baustein steht.
  3. Prüfe, ob danach ein Baustein steht.
  4. Vergleiche die Bedeutung des neuen Wortes mit der Grundlage.
  5. Bestimme, ob sich die Wortart verändert hat.
  6. Kontrolliere am Satz, ob deine Zerlegung zur tatsächlichen Bedeutung passt.
Beispiel

Untersuche unfreundlich:

  1. Die Grundlage ist das Nomen Freund.
  2. Das Suffix -lich bildet das Adjektiv freundlich.
  3. Das Präfix un- kehrt dessen Bedeutung um.
  4. Das Ergebnis ist weiterhin ein Adjektiv: unfreundlich.

Die Zerlegung lautet daher un- + freund + -lich.

Bilde selbst neue Wörter

Bilde aus dem Stamm spiel drei sinnvolle Wörter:

  1. ein Verb mit einem vorderen Baustein,
  2. ein Nomen mit einem Suffix,
  3. ein Adjektiv mit einem Suffix.

Bestimme anschließend bei jedem Wort die Bedeutung oder die Wortart.

Beispiel

Eine mögliche Lösung:

  • ver- + spiel + -enverspielen: ein Verb, zum Beispiel in „Er verspielt seinen Vorsprung.“
  • Spiel + -erSpieler: ein Nomen für eine Person, die spielt
  • spiel + -barspielbar: ein Adjektiv mit der Bedeutung „kann gespielt werden“

Andere Lösungen sind möglich, wenn das gebildete Wort sinnvoll ist und du den Baustein sowie seine Wirkung richtig erklärst.

Nicht jede Folge gleicher Buchstaben beweist einen gemeinsamen Wortstamm. Auch die Bedeutung muss passen. Ebenso ist nicht jeder vordere oder hintere Wortteil ein Präfix oder Suffix.

  • Tischtuch besteht aus den selbstständigen Wörtern Tisch und Tuch. Es ist ein zusammengesetztes Wort.
  • In „Ich ziehe den Pullover aus“ gehört aus zum trennbaren Verb ausziehen.
  • In „Ich ziehe den Stecker aus der Steckdose“ ist aus eine Präposition. Sie leitet die Wortgruppe aus der Steckdose ein.
Teste dich
Frage 1 von 2SchwerWarum ist Tischtuch keine Bildung mit dem Suffix -tuch?
Lösung: Tisch und Tuch können beide als selbstständige Wörter vorkommen. — Tischtuch ist aus zwei selbstständigen Wörtern zusammengesetzt. Ein Suffix wie -lich oder -ung ist dagegen ein angehängter Wortbaustein.
Frage 2 von 2SchwerWelche Funktion hat aus in „Ich ziehe den Stecker aus der Steckdose“?
Lösung: Es ist eine Präposition und leitet aus der Steckdose ein. — Entscheidend ist der Satzbau: aus steht hier vor der Wortgruppe der Steckdose und gehört nicht zum Verb.
Welche Rechtschreibhilfen gibt es?

Bei manchen Suffixen verändert sich die Form des Stamms. Aus Macht wird mit -ig nicht machtig, sondern mächtig. Der Stammvokal a wird zum Umlaut ä.

Wenn du bei den Adjektivendungen -ig, -lich oder -isch unsicher bist, kann eine verlängerte Form helfen:

  • schmutzigschmutziger
  • freundlichfreundlicher
  • musikalischmusikalischer

In der verlängerten Form lässt sich die Endung oft deutlicher erkennen.

Auch end- und ent- lassen sich über die Bedeutung unterscheiden:

  • Hat die Bildung mit Ende zu tun, gehört end zum Wort: Endeendlich.
  • Das Präfix ent- steht beispielsweise in entkommen oder entlassen.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Schreibweise ist richtig?
Lösung: mächtig — Macht und -ig ergeben mächtig. Der Stammvokal verändert sich zum Umlaut.
Frage 2 von 2MittelWelche Probe hilft bei der Endung von schmutzig?
Lösung: Die Steigerung zu schmutziger — In der verlängerten Form schmutziger wird -ig deutlicher hörbar.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Präfixe und Suffixe
    • Position: Präfix vor dem Stamm, Suffix nach dem Stamm
    • Bedeutung: Bausteine verändern oder erweitern die Wortbedeutung
    • Wortart: Suffixe bilden häufig Nomen, Verben oder Adjektive
    • Verben: vordere Bausteine können trennbar oder untrennbar sein
    • Analyse: Stamm finden, Bausteine bestimmen, Bedeutung und Wortart prüfen
    • Rechtschreibung: Großschreibung, Umlaut und Verlängerungsprobe beachten
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage trifft zu?
Lösung: Ein Präfix steht vor dem Wortstamm, ein Suffix danach. — Die Position ist das sicherste erste Merkmal: Präfix davor, Suffix danach.
Frage 2 von 3MittelWas geschieht bei tragentragbar?
Lösung: Das Suffix -bar bildet aus einem Verb ein Adjektiv. — Tragen ist ein Verb, tragbar ein Adjektiv. Das Suffix verändert hier Bedeutung und Wortart.
Frage 3 von 3SchwerJemand zerlegt Tischtuch in Stamm Tisch und Suffix -tuch. Wie verbesserst du die Analyse?
Lösung: Tisch und Tuch sind selbstständige Wörter; Tischtuch ist eine Zusammensetzung. — Eine gute Wortanalyse prüft Form und Bedeutung. Weil Tisch und Tuch selbstständig vorkommen, wurden hier zwei Wörter zusammengesetzt.

Du kannst nun Wörter nicht nur in Bausteine zerlegen, sondern auch erklären, was diese Bausteine bewirken. Prüfe dabei immer Position, Bedeutung, Wortart und Satzkontext zusammen.

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