Relativsatz: Bildung, Pronomen und Kommas
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen oder Pronomen genauer beschreibt. Er steht gewöhnlich nahe bei diesem Bezugswort, beginnt meist mit einem Relativpronomen und wird durch Kommas abgetrennt. Das finite Verb steht am Ende.
Beispiel: „Der Film, den du empfohlen hast, ist spannend.“ Der Relativsatz erklärt, welcher Film gemeint ist.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du einen Relativsatz?
Ein Relativsatz liefert zusätzliche oder genauere Informationen zu einem Bezugswort im übergeordneten Satz.
„Die Schülerin, die am Fenster sitzt, meldet sich.“
- Bezugswort:
die Schülerin - Relativpronomen:
die - Relativsatz:
die am Fenster sitzt - finites Verb am Ende:
sitzt
Bezugswort
Das Bezugswort ist das Nomen oder Pronomen, auf das sich der Relativsatz bezieht. Es bestimmt Genus und Numerus des Relativpronomens.
Relativpronomen
Ein Relativpronomen verbindet den Relativsatz mit seinem Bezugswort. Häufige Formen sind der, die, das, den, dem, deren, dessen und denen.
Nicht jeder Nebensatz ist ein Relativsatz:
- Relativsatz: „Ich nehme den Bus, der gleich abfährt.“ Der Nebensatz beschreibt
den Bus. - Kausalsatz: „Ich nehme den Bus, weil es regnet.“ Der Nebensatz nennt einen Grund und beschreibt kein Bezugswort.
Ein Relativsatz beantwortet häufig die Frage: Welche Person oder Sache ist gemeint beziehungsweise wie ist sie genauer beschaffen?
Wie wählst du das Relativpronomen?
Für die richtige Form brauchst du drei Informationen:
- Suche das Bezugswort.
- Bestimme dessen Genus und Numerus: maskulin, feminin, neutral oder Plural.
- Bestimme den Kasus des Relativpronomens innerhalb des Relativsatzes.
Die Formen von der, die und das lauten:
| Kasus | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der | die | das | die |
| Genitiv | dessen | deren | dessen | deren |
| Dativ | dem | der | dem | denen |
| Akkusativ | den | die | das | die |
Die Formen welcher, welche und welches können viele Formen von der, die und das ersetzen. Im Genitiv verwendet man jedoch dessen oder deren.
„Die Fahrräder, die vor der Schule stehen, sind nass.“
- Bezugswort:
die Fahrräder - Numerus: Plural
- Funktion im Relativsatz: Die Fahrräder stehen. Das Pronomen ist das Subjekt und steht im Nominativ.
- Plural + Nominativ ergibt
die.
Genus und Numerus kommen vom Bezugswort. Der Kasus kommt aus dem Relativsatz.
Wie bestimmst du den Kasus im Relativsatz?
Der Kasus des Bezugswortes im Hauptsatz kann ein anderer sein als der Kasus des Relativpronomens. Untersuche deshalb nur die Aufgabe, die das Pronomen im Relativsatz übernimmt.
Nominativ: Wer oder was?
„Der Hund, der laut bellt, gehört unserer Nachbarin.“
Wer bellt? Der Hund. Das Relativpronomen ist Subjekt: der.
Akkusativ: Wen oder was?
„Der Hund, den ich oft sehe, gehört unserer Nachbarin.“
Wen sehe ich? Den Hund. Das Relativpronomen ist Akkusativobjekt: den.
Dativ: Wem?
„Der Hund, dem ich Wasser gebe, gehört unserer Nachbarin.“
Wem gebe ich Wasser? Dem Hund. Das Relativpronomen steht im Dativ: dem.
Genitiv: Wessen?
„Der Hund, dessen Fell nass ist, wartet vor der Tür.“
Wessen Fell ist nass? Das Fell des Hundes. Deshalb steht dessen im Genitiv.
„Ich begrüße den Jungen, der neben Mia steht.“
Im Hauptsatz ist den Jungen ein Akkusativobjekt: Wen begrüße ich? Den Jungen.
Im Relativsatz ist der Junge dagegen das Subjekt: Wer steht neben Mia? Der Junge. Deshalb lautet das Relativpronomen der und nicht den.
Was geschieht bei einer Präposition oder bei was?
Präposition und Relativpronomen
Benötigt der Relativsatz eine Präposition, steht sie vor dem Relativpronomen. Die Präposition und die Bedeutung bestimmen gemeinsam den Kasus.
- „Das ist die Freundin, mit der ich lerne.“
- „Hier steht der Stuhl, auf dem meine Tasche liegt.“
- „Das ist der Wettbewerb, für den wir trainieren.“
Ausgangssätze: „Wir besuchen eine Stadt. Meine Großeltern wohnen in dieser Stadt.“
- Bezugswort:
eine Stadt— feminin, Singular - Gedanke im Relativsatz: Meine Großeltern wohnen in der Stadt.
- Die nötige Verbindung lautet deshalb
in der.
Ergebnis: „Wir besuchen eine Stadt, in der meine Großeltern wohnen.“
Wann verwendest du was?
Das unveränderliche Relativpronomen was kann sich beziehen auf:
- sachliche unbestimmte Ausdrücke wie
alles,etwas,nichts,manchesodervieles; - einen substantivierten neutralen Superlativ wie
das Beste; - den Inhalt eines ganzen vorausgehenden Satzes.
Beispiele:
- „Alles, was du brauchst, liegt bereit.“
- „Das ist das Beste, was heute passiert ist.“
- „Nora gewann das Spiel, was uns überraschte.“
Bei einer Person verwendest du nicht was: „Jeder, der mitfahren möchte, meldet sich.“
Wie baust du den ganzen Satz richtig?
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz. Das finite Verb steht deshalb am Ende.
Aus zwei Sätzen:
„Ich mag das Buch. Du hast mir das Buch geliehen.“
wird:
„Ich mag das Buch, das du mir geliehen hast.“
Das Relativpronomen ersetzt die Wiederholung das Buch. Das finite Verb hast wandert ans Ende des Relativsatzes.
Kommas richtig setzen
Ein nachgestellter Relativsatz wird mit einem Komma abgetrennt:
„Ich kenne den Schüler, der den Wettbewerb gewonnen hat.“
Ein eingeschobener Relativsatz wird von zwei Kommas eingeschlossen:
„Der Schüler, der den Wettbewerb gewonnen hat, kommt aus unserer Klasse.“
Nach dem zweiten Komma geht der Hauptsatz weiter. Ohne dieses Komma wäre seine Satzstruktur nicht richtig markiert.
Relativsatz finden, Verb ans Ende setzen, Satz mit Komma oder Kommas abgrenzen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Roman, ich gerade lese, ist spannend. Die Autorin, den Roman geschrieben hat, lebt in Berlin. Das Buch, auf meinem Tisch liegt, gehört meiner Schwester. Meine Schwester, mit ich oft über Bücher spreche, kennt die Autorin.
den ist Akkusativobjekt, die und das sind Subjekte, und nach mit steht die feminine Form der im Dativ.den ist Akkusativobjekt, die und das sind Subjekte, und nach mit steht die feminine Form der im Dativ.Relativsätze selbst bilden und prüfen
Verbinde die Satzpaare. Entscheide zuerst, welches Wort der zweite Satz wiederholt. Bestimme danach Genus, Numerus und Kasus.
Aufgabe 1
„Der Bus kommt zu spät. Ich fahre jeden Morgen mit dem Bus.“
Lösung: „Der Bus, mit dem ich jeden Morgen fahre, kommt zu spät.“
Das Bezugswort der Bus ist maskulin und singular. Im zweiten Satz heißt es mit dem Bus; deshalb bleibt die Präposition mit erhalten und das Pronomen steht im Dativ: mit dem.
Aufgabe 2
„Leila trägt eine Jacke. Die Jacke gefällt mir.“
Lösung: „Leila trägt eine Jacke, die mir gefällt.“
Das Bezugswort eine Jacke ist feminin und singular. Im Relativsatz ist die Jacke das Subjekt: Was gefällt mir? Die Jacke. Deshalb lautet das Pronomen die.
Aufgabe 3
„Wir sprechen mit den Nachbarn. Ihr Garten wurde ausgezeichnet.“
Lösung: „Wir sprechen mit den Nachbarn, deren Garten ausgezeichnet wurde.“
Das Bezugswort steht im Plural. Gefragt wird: Wessen Garten wurde ausgezeichnet? Der Genitiv Plural lautet deren.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Relativsatz
- Funktion: Bezugswort genauer beschreiben
- Erkennung: Einleitungswort, Verbletztstellung und Kommas
- Pronomenwahl: Genus und Numerus vom Bezugswort
- Kasuswahl: Funktion innerhalb des Relativsatzes
- Sonderformen: Präposition plus Pronomen oder `was`
- Satzbau: finites Verb am Ende
Gehe beim Bilden eines Relativsatzes immer in dieser Reihenfolge vor:
- Bezugswort erkennen.
- Genus und Numerus bestimmen.
- Funktion des Pronomens im Relativsatz prüfen.
- Eine notwendige Präposition berücksichtigen.
- Relativpronomen einsetzen.
- Finites Verb ans Ende stellen.
- Komma oder Kommas setzen.
Abschluss-Check
Wenn du alle vier Entscheidungen begründen kannst — Bezugswort, Genus und Numerus, Kasus sowie Satzbau — kannst du Relativsätze nicht nur erkennen, sondern selbst sicher bilden.
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