Satzarten und Satzbau einfach unterscheiden
Ein vollständiger Satz drückt einen verständlichen Gedanken aus. Aussage, Frage, Aufforderung und Ausruf unterscheiden sich vor allem durch ihren Zweck und häufig auch durch die Stellung des Verbs. Das Satzzeichen allein reicht zum Bestimmen nicht aus.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du einen vollständigen Satz?
Ein einfacher vollständiger Satz besteht meistens aus einem Subjekt und einem Prädikat.
Subjekt
Das Subjekt sagt, wer oder was handelt. Du findest es häufig mit der Frage: Wer oder was?
Prädikat
Das Prädikat sagt, was geschieht oder was jemand tut. Es enthält ein Verb, zum Beispiel spielt, schläft oder liest.
Der Hund bellt.
- Wer oder was bellt? Der Hund ist das Subjekt.
- Was tut der Hund? bellt ist das Prädikat.
- Die Wortfolge ergibt einen vollständigen Gedanken. Sie beginnt groß und endet mit einem Satzzeichen.
Der Hund im Garten ist dagegen noch kein vollständiger Satz. Die Wortgruppe nennt zwar den Hund und einen Ort, sagt aber nicht, was geschieht. Mit einem Prädikat wird sie vollständig: Der Hund spielt im Garten.
Bei einer direkten Aufforderung kann das Subjekt fehlen: Komm herein! Das nicht genannte du steckt bereits in der Verbform komm.
Welche vier Satzarten gibt es?
Die Satzart zeigt, was du mit einem Satz erreichen möchtest. Prüfe deshalb zuerst den Zweck und danach Verbstellung sowie Satzzeichen.
| Satzart | Zweck | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussagesatz | informieren oder etwas feststellen | Du öffnest das Fenster. |
| Fragesatz | nach etwas fragen | Öffnest du das Fenster? |
| Aufforderungssatz | jemanden zu etwas auffordern | Öffne das Fenster! |
| Ausrufesatz | ein starkes Gefühl oder eine besondere Betonung ausdrücken | Das ist ja großartig! |
Ein Ausrufezeichen kennzeichnet nicht automatisch einen Ausrufesatz. Öffne das Fenster! ist trotz Ausrufezeichen eine Aufforderung, weil jemand handeln soll.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Aussagesatz . Der Fragesatz . Der Aufforderungssatz verlangt meist eine . Der Ausrufesatz drückt häufig ein starkes aus.
Wie verrät die Verbstellung die Satzart?
Im Aussagesatz steht das konjugierte Verb gewöhnlich an zweiter Position. Die erste Position kann das Subjekt oder ein anderes Satzglied einnehmen.
- Mia liest heute ein Buch.
- Heute liest Mia ein Buch.
Bei einer Entscheidungsfrage, die du mit ja oder nein beantworten kannst, steht das Verb am Anfang:
- Liest Mia heute ein Buch?
Eine Frage mit Fragewort beginnt mit einem Wort wie wer, was, wie, wo oder wann. Danach folgt das Verb:
- Wann liest Mia das Buch?
Bei einer direkten Aufforderung steht das Verb ebenfalls häufig am Anfang. Das Subjekt wird meist nicht genannt:
- Lies das Buch!
Ein Ausrufesatz besitzt keine einzige feste Verbstellung. Du erkennst ihn vor allem daran, dass er Staunen, Freude, Ärger oder ein anderes starkes Gefühl ausdrückt:
- Das ist aber spannend!
Wie formst du einen Satz um?
Betrachte den Aussagesatz Du kommst. Das Subjekt du steht vor dem Verb kommst.
Aussage: Du kommst.
Entscheidungsfrage: Kommst du?
Das konjugierte Verb rückt an den Anfang. Die Verbform kommst bleibt passend zum Subjekt du.
Aufforderung: Komm!
Das Verb steht am Anfang. Das Subjekt du wird nicht genannt und die Verbform verändert sich zu komm.
Die Umformung verändert nicht nur das Satzzeichen. Auch die Verbstellung oder die Verbform muss zur neuen Satzart passen.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
Nur auf das Satzzeichen schauen
Sei vorsichtig! ist eine Aufforderung, kein Ausruf über ein Gefühl. Frage immer: Soll jemand etwas erfahren, antworten oder tun? Oder wird ein Gefühl besonders stark ausgedrückt?
Eine Wortgruppe für einen Satz halten
Nach der Schule im Park nennt Zeit und Ort, aber kein Geschehen. Vollständig wird die Wortgruppe zum Beispiel so: Nach der Schule spielen wir im Park.
Bei einer Frage nur das Satzzeichen ändern
Aus Du malst ein Bild. wird nicht allein durch ein Fragezeichen eine standardsprachliche Entscheidungsfrage. Passend ist: Malst du ein Bild? Das Verb steht nun vor dem Subjekt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Satzarten und Satzbau
- Vollständiger Satz
- Subjekt und Prädikat
- verständlicher Gedanke
- Aussage
- informiert oder stellt fest
- Verb gewöhnlich an Position 2
- Frage
- Entscheidungsfrage: Verb am Anfang
- W-Frage: Fragewort vor dem Verb
- Aufforderung
- verlangt eine Handlung
- Verb häufig am Anfang
- Ausruf
- drückt ein starkes Gefühl aus
- nicht allein am Ausrufezeichen erkennbar
- Vollständiger Satz
Abschluss-Check
Wenn du unsicher bist, geh in drei Schritten vor: Prüfe, ob ein vollständiger Gedanke ausgedrückt wird, bestimme den Zweck des Satzes und untersuche anschließend die Stellung des Verbs. So verlässt du dich nicht nur auf das Satzzeichen.
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