Schulsystem in England: Schulstufen und Alltag verstehen
In England führt der typische Schulweg von der Primary School über die Secondary School zu den GCSE-Prüfungen. Danach können Jugendliche ihre Bildung in einer Sixth Form oder an einem College fortsetzen und A-Levels erwerben.
Auf dieser Seite lernst du, die wichtigsten Stufen richtig zu ordnen, englische Schulbegriffe zu erklären und Unterschiede zu Deutschland sachlich zu beschreiben.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum England nicht das ganze Vereinigte Königreich ist
Wenn von einem „britischen Schulsystem“ die Rede ist, ist Vorsicht nötig. Das Vereinigte Königreich besteht aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Diese Landesteile regeln ihre Bildungssysteme jeweils selbst.
Diese Seite behandelt deshalb ausdrücklich England. Aussagen über englische Schulstufen gelten nicht automatisch für Schottland, Wales oder Nordirland.
England ist ein Teil des Vereinigten Königreichs. Ein Beispiel aus England beschreibt nicht zwangsläufig alle Schulen im Vereinigten Königreich.
Wie der typische Schulweg verläuft
Die meisten Kinder beginnen bereits mit vier Jahren in der Reception, der Eingangsklasse der Primary School. Mit fünf Jahren beginnt die Pflicht zur Vollzeitbildung. Maßgeblich ist dabei der nächste Stichtag am oder nach dem fünften Geburtstag: der 31. Dezember, 31. März oder 31. August. Die Bildung muss nicht zwingend in einer Schule stattfinden; auch Unterricht zu Hause ist möglich.
Die Schule darfst du in England am letzten Freitag im Juni verlassen, wenn du bis zum Ende der Sommerferien 16 wirst. Bis zum 18. Geburtstag musst du aber weiter an Bildung oder Ausbildung teilnehmen. Möglich sind etwa Schule oder College in Vollzeit, eine berufliche Ausbildung (apprenticeship) oder mindestens 20 Wochenstunden Arbeit beziehungsweise Freiwilligendienst mit begleitender Teilzeitbildung oder Ausbildung. Mit 16 endet also nicht jede Bildungspflicht.
Der typische Schulweg sieht so aus:
| Alter ungefähr | Stufe | Bedeutung |
|---|---|---|
| 4–11 | Primary School | Grundstufe: meist Reception mit 4–5 Jahren, danach Year 1 bis Year 6 |
| 11–16 | Secondary School bis zu den GCSEs | weiterführende Schule: gewöhnlich Year 7 bis Year 11 |
| etwa 16 | GCSE | Prüfungen am Ende der Secondary School |
| 16–18 | Sixth Form oder College | weiterführende Bildung und Vorbereitung auf A-Levels oder berufliche Qualifikationen |
| etwa 18 | A-Levels | fachbezogene Prüfungen, die für eine Hochschulbewerbung wichtig sein können |
Year bezeichnet das Schuljahr beziehungsweise die Klassenstufe. Die englische Zählung beginnt nach Reception mit Year 1. Eine Secondary School kann auch eine Sixth Form für die Zeit nach den GCSEs haben. Ein College bietet hier weitere schulische oder berufliche Bildung nach der Secondary School an; es ist nicht automatisch eine Universität.
GCSE
GCSE bedeutet General Certificate of Secondary Education. Die Prüfungen werden gewöhnlich gegen Ende von Year 11 in mehreren Fächern abgelegt. Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften gehören zu den zentralen Fächern.
Sixth Form
Die Sixth Form ist eine weiterführende Bildungsstufe für viele 16- bis 18-Jährige. Sie kann zu einer Secondary School gehören oder als Sixth Form College organisiert sein.
A-Level
Ein A-Level ist eine vertiefte fachbezogene Qualifikation. Jugendliche wählen dafür gewöhnlich nur einige Fächer aus. A-Levels werden häufig mit dem deutschen Abitur verglichen, sind aber nicht genauso aufgebaut.
Am erfundenen Beispiel von Mia erkennst du einen möglichen Weg bis zu den A-Levels:
- Mia beginnt mit vier Jahren in Reception an einer Primary School. Danach durchläuft sie Year 1 bis Year 6.
- Mit etwa elf Jahren wechselt sie auf eine Secondary School.
- Gegen Ende von Year 11 legt sie mit ungefähr 16 Jahren ihre GCSE-Prüfungen ab.
- Danach besucht sie zwei Jahre lang eine Sixth Form.
- Mit ungefähr 18 Jahren legt sie ihre A-Levels ab und kann sich anschließend beispielsweise an einer Hochschule bewerben.
Der entscheidende Gedanke ist: GCSE und A-Level liegen an unterschiedlichen Stellen des Schulwegs. Die GCSE-Prüfungen stehen gewöhnlich am Ende von Year 11; die A-Levels folgen erst nach einer weiteren Bildungsphase. Nicht alle Jugendlichen wählen diesen Weg: Auch berufliche Qualifikationen sind möglich.
Wie ein englischer Schulalltag aussehen kann
Die Unterrichtszeiten legt die jeweilige Schule fest. Ein möglicher Schultag reicht zum Beispiel von 8:45 bis 15:15 Uhr, mit Unterricht am Vormittag und Nachmittag. Dazwischen liegt die Mittagspause, die lunch break. Lunch bedeutet Mittagessen.
Häufig genannte Fächer sind:
- English – Englisch
- maths – Mathematik
- science – Naturwissenschaften
- history – Geschichte
- geography – Geografie
- art – Kunst
- P. E. (physical education) – Sport
- R. E. (religious education) – Religionsunterricht
Das Schuljahr ist gewöhnlich in drei terms gegliedert: Autumn Term, Spring Term und Summer Term. Zwischen den terms liegen längere Ferien. In der Mitte eines terms gibt es meist eine kürzere Ferienpause, die half-term break. Im Alltag wird diese Pause oft kurz half term genannt.
Uhrzeiten, Stundenpläne und Ferientermine können je nach Schule oder Region abweichen. „Typisch“ bedeutet deshalb nicht „an jeder Schule identisch“.
Welche Schularten und Uniformen vorkommen
Nicht jede englische Secondary School ist gleich organisiert. Einige wichtige Bezeichnungen sind:
- Comprehensive School: eine weiterführende Schule, die ihre Lernenden nicht nach schulischer Leistung auswählt;
- Grammar School: eine Schule, die Lernende nach schulischer Leistung auswählt, gewöhnlich durch einen Aufnahmetest;
- Independent School: eine unabhängige Privatschule, die in der Regel Schulgeld verlangt;
- Academy: eine staatlich finanzierte Schule mit besonderen organisatorischen Freiheiten.
Diese Begriffe beschreiben verschiedene Merkmale und schließen sich nicht immer aus: Eine Grammar School kann beispielsweise zugleich eine Academy sein.
Der Ausdruck public school kann verwirren. In England bezeichnet er traditionell bestimmte private, gebührenpflichtige Schulen. Er bedeutet also nicht einfach „öffentliche Schule“.
An vielen englischen Schulen tragen die Lernenden eine school uniform. Dazu können etwa Hemd, Pullover oder Blazer sowie Hose oder Rock gehören. Farben, Logo und genaue Regeln legt die jeweilige Schule fest.
Eine verbreitete Gewohnheit ist keine ausnahmslose Regel: Viele Schulen verlangen Uniformen, aber Schnitt, Farben und Wahlmöglichkeiten unterscheiden sich.
Wie du England und Deutschland sachlich vergleichst
Ein guter Vergleich nennt einen konkreten Aspekt. Er bewertet nicht sofort ein ganzes Land.
| Aspekt | England | Deutschland |
|---|---|---|
| Schuljahresgliederung | gewöhnlich drei terms | gewöhnlich zwei Halbjahre |
| verbreitete Notenschreibweise | GCSE: 9 bis 1; A-Level: A* bis E | meist Noten von 1 bis 6 |
| Schuluniform | an vielen Schulen vorgeschrieben | an öffentlichen Schulen gewöhnlich nicht vorgeschrieben |
| wichtige Stufenbegriffe | Primary School, Secondary School, Sixth Form | Grundschule und verschiedene weiterführende Schulformen |
Bei den englischen GCSEs ist 9 die höchste Note, bei A-Levels ist es A, gesprochen A star. Wer die niedrigste Notenstufe nicht erreicht, erhält U für unclassified, also ohne Einstufung. In der deutschen Notenskala von 1 bis 6 ist dagegen 1 die beste Note*. Eine englische 1 und eine deutsche 1 bedeuten daher nicht dasselbe.
Es gibt keine feste allgemeine Prozenttabelle, die für alle englischen Prüfungen gilt. Die Punktgrenzen hängen von der jeweiligen Prüfung ab und können sich von Jahr zu Jahr ändern.
Zu pauschal: „Englische Schulen sind strenger als deutsche Schulen.“
Diese Aussage bewertet zwei vielfältige Schulsysteme, ohne ein Merkmal oder einen Beleg zu nennen.
Sachlicher: „An vielen englischen Schulen tragen die Lernenden eine Uniform. An öffentlichen Schulen in Deutschland ist eine Schuluniform gewöhnlich nicht vorgeschrieben.“
Die zweite Aussage nennt einen klaren Vergleichspunkt und macht durch „viele“ und „gewöhnlich“ sichtbar, dass es Ausnahmen geben kann.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Schulsystem in England
- Geltungsbereich: England, nicht das gesamte Vereinigte Königreich
- Möglicher Weg bis zum A-Level: Primary School → Secondary School → GCSE → Sixth Form oder College → A-Levels
- Bildungspflicht: nach dem Schulabgang mit etwa 16 weiterlernen bis 18
- Schulalltag: Unterricht am Vor- und Nachmittag, lunch break, drei terms
- Schulformen: Comprehensive School, Grammar School, Academy, Independent School
- Uniform: häufig vorgeschrieben, aber von der einzelnen Schule geregelt
- Vergleich: konkrete Merkmale nennen und Verallgemeinerungen vermeiden
Abschluss-Check
Du kannst das englische Schulsystem erklären, wenn du drei Dinge zusammenbringst: den Geltungsbereich England, die Reihenfolge der Schulstufen und einen Vergleich, der konkrete Merkmale statt pauschaler Länderurteile verwendet.
Mit Google fortfahren