Bevölkerungsdichte berechnen und richtig deuten
Die Bevölkerungsdichte zeigt, wie viele Menschen durchschnittlich auf einer Flächeneinheit leben. Du berechnest sie, indem du die Bevölkerungszahl durch die Fläche teilst. Ein Dichtewert beschreibt jedoch einen Durchschnitt und nicht die tatsächliche Verteilung jedes einzelnen Menschen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was misst die Bevölkerungsdichte?
Stell dir zwei Gebiete mit gleich vielen Einwohnerinnen und Einwohnern vor. Ist eines deutlich kleiner, leben dort im Durchschnitt mehr Menschen auf derselben Fläche. Genau diesen Zusammenhang beschreibt die Bevölkerungsdichte.
Bevölkerungsdichte
Die Bevölkerungsdichte $d$ ist der Quotient aus der Bevölkerungszahl $P$ und der Fläche $a$ eines Raumes:
$$d=\frac{P}{a}$$
Wird die Fläche in Quadratkilometern angegeben, lautet die Einheit Einwohner je Quadratkilometer, kurz Einwohner/km².
Die Bevölkerungszahl allein sagt nicht, wie dicht ein Gebiet besiedelt ist. Auch die Fläche gehört immer zur Aussage.
Viele Menschen bedeuten nicht automatisch eine hohe Bevölkerungsdichte. Entscheidend ist das Verhältnis von Bevölkerungszahl zu Fläche.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Für die Bevölkerungsdichte teilst du die durch die . Bei einer Fläche in km² erhältst du die Einheit .
Wie berechnest du einen Dichtewert?
Ein erfundenes Beispiel zeigt den vollständigen Rechenweg: In der Region Beispielhausen leben 120 000 Menschen auf 600 km².
1. Größen zuordnen: $P=120\,000$ Einwohner und $a=600\,\text{km}^2$.
2. Formel einsetzen:
$$d=\frac{120\,000}{600}=200$$
3. Einheit ergänzen: Die Bevölkerungsdichte beträgt 200 Einwohner/km².
4. Im Zusammenhang deuten: Auf jeden Quadratkilometer kommen rechnerisch durchschnittlich 200 Menschen. Das bedeutet nicht, dass sie im Gebiet gleichmäßig verteilt wohnen.
Prüfe dein Ergebnis: Eine größere Bevölkerungszahl erhöht bei gleicher Fläche die Dichte. Eine größere Fläche verringert bei gleicher Bevölkerungszahl die Dichte.
Was sagt ein Dichtewert aus – und was nicht?
Ein Dichtewert erleichtert den Vergleich verschieden großer Räume. Er ist eine relative Größe: Er setzt Bevölkerung und Fläche ins Verhältnis.
Der Wert beschreibt aber nur einen Durchschnitt über den gesamten Bezugsraum. Eine Stadt und ein dünn besiedeltes Umland können in einem gemeinsamen Verwaltungsgebiet liegen. Der Durchschnitt zeigt dann nicht, wo die Menschen tatsächlich wohnen.
Auch zwei Räume mit derselben Bevölkerungsdichte können sich unterscheiden:
- Sie können unterschiedlich viele Einwohner und unterschiedlich große Flächen haben.
- Die Bevölkerung kann in einem Raum geballt und im anderen gleichmäßiger verteilt sein.
- Der gewählte Zuschnitt der Räume kann Unterschiede sichtbar machen oder verdecken.
Frage bei jedem Dichtewert: Welche Bevölkerung, welche Fläche und welcher Zeitpunkt wurden verwendet? Ohne diese Bezugsangaben ist ein Vergleich unsicher.
Warum verändern Bezugsgrößen das Ergebnis?
Schon die Bevölkerungszahl $P$ kann unterschiedlich bestimmt werden:
- Die De-jure-Bevölkerung umfasst Personen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dauerhaftem Wohnsitz im Gebiet gemeldet sind.
- Die De-facto-Bevölkerung umfasst Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich dort aufhalten.
Beide Zahlen können voneinander abweichen. Deshalb müssen Vergleiche dieselbe Definition verwenden.
Auch bei der Fläche gibt es verschiedene Bezugsgrößen. Die allgemeine Bevölkerungsdichte bezieht sich auf die gesamte Fläche. Die physiologische Dichte bezieht die Bevölkerung dagegen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche. Sie beantwortet also eine andere Frage.
Im erfundenen Raum Stadtfeld leben 90 000 Menschen. Die Gesamtfläche beträgt 300 km², davon werden 120 km² landwirtschaftlich genutzt.
Allgemeine Bevölkerungsdichte:
$$\frac{90\,000}{300}=300\;\text{Einwohner/km}^2$$
Physiologische Dichte:
$$\frac{90\,000}{120}=750\;\text{Einwohner/km}^2$$
Der zweite Wert ist höher, weil dieselbe Bevölkerung auf eine kleinere Bezugsfläche verteilt wird. Die Werte widersprechen sich nicht; sie beantworten verschiedene Fragen.
Wie liest du eine Dichtekarte kritisch?
Eine Dichtekarte fasst Werte meist in Klassen zusammen, zum Beispiel niedrige, mittlere und hohe Dichte. Die Zahl der Klassen und ihre Grenzen müssen einen Kompromiss bilden: Wenige Klassen sind übersichtlich, können aber Unterschiede verdecken. Viele Klassen zeigen mehr Abstufungen, können aber schwerer lesbar sein.
Bei eher gleichmäßig verteilten Werten können gleich breite Klassen sinnvoll sein. Bei stark schief verteilten Werten mit wenigen sehr hohen Dichten können anders gestaffelte Klassen Unterschiede besser sichtbar machen. Deshalb kann dieselbe Datengrundlage je nach Klasseneinteilung verschieden wirken.
Lies nicht nur die Flächenfarben. Prüfe Legende, Klassengrenzen, Einheit, Bezugsraum und Zeitpunkt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Bevölkerungsdichte
- Berechnung: Bevölkerung durch Fläche
- Deutung: relativer Durchschnittswert
- Bezugsgrößen: Bevölkerung, Fläche und Zeitpunkt
- Varianten: allgemeine und physiologische Dichte
- Grenzen: keine genaue innere Verteilung
- Karte: Klassen und Legende beeinflussen den Eindruck
Abschluss-Check
Du kannst einen Dichtewert jetzt berechnen und zugleich seine Grenzen benennen: Er ist ein nützlicher Vergleichswert, aber immer von Bevölkerung, Fläche, Zeitpunkt und Darstellung abhängig.
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