Erdkunde

Exposition in der Geographie einfach erklärt

Exposition in der Geographie einfach erklärt
Exposition in der Geographie einfach erklärt
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Die Exposition beschreibt, zu welcher Himmelsrichtung ein Hang, eine Fläche oder ein Bauwerk ausgerichtet ist. Dadurch unterscheiden sich Sonneneinstrahlung, Wind- und Niederschlagsverhältnisse – und damit das Mikroklima.

Auf dieser Seite lernst du, Expositionen zu bestimmen und ihre Folgen für Natur und Nutzung zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du die Exposition?

Stell dir vor, du stehst auf einem Hang und blickst in die Richtung, in die das Gelände abfällt. Die zugehörige Himmelsrichtung beschreibt die Exposition des Hanges.

Definition

Exposition

Die Exposition ist die Ausrichtung eines Hanges oder einer Fläche zu einer Himmelsrichtung. Sie kann mit einer Himmelsrichtung oder einer Gradzahl angegeben werden.

Die gebräuchliche Skala beginnt im Norden:

GradzahlExpositionTypische Sonnenzeit
Nordhangauf der Nordhalbkugel vergleichsweise wenig direkte Sonne
90°Osthangviel Morgensonne
180°Südhangauf der Nordhalbkugel vergleichsweise viel Sonne
270°Westhangviel Abendsonne

Zwischenwerte beschreiben Zwischenrichtungen. Ein Hang mit einer Exposition zwischen Osten und Süden zeigt beispielsweise nach Südosten.

Merke

Die Gradskala läuft von Norden über Osten und Süden nach Westen: 0° – 90° – 180° – 270°.

Beispiel

Ein Hang ist mit 180° angegeben.

  1. Auf der Skala entspricht 180° der Himmelsrichtung Süden.
  2. Es handelt sich deshalb um einen Südhang.
  3. Auf der Nordhalbkugel wird ein solcher Hang häufig als Sonnenseite bezeichnet.

Ergebnis: Der Hang ist südlich exponiert.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Exposition besitzt ein Hang mit 90°?
Lösung: Ostexposition — Die Skala beginnt bei 0° im Norden. Nach einer Vierteldrehung folgen bei 90° der Osten, bei 180° der Süden und bei 270° der Westen.
Frage 2 von 2MittelEin Hang erhält besonders viel Abendsonne. Welche Exposition passt am besten?
Lösung: Westexposition — Die Sonne steht am Abend im Westen. Deshalb erhält ein Westhang typischerweise mehr Abendsonne.
Wie verändert die Ausrichtung das Mikroklima?

Das Mikroklima umfasst die klimatischen Bedingungen in einem kleinen Gebiet, zum Beispiel an einem einzelnen Hang. Die Exposition beeinflusst, wie viel Strahlung, Wind und Niederschlag dort ankommen.

Die Wirkung lässt sich als Kette verstehen:

  1. Die Hangausrichtung verändert die einfallende Sonnenstrahlung sowie Wind- und Niederschlagsverhältnisse.
  2. Dadurch verändern sich unter anderem Temperatur und Verdunstung.
  3. Auch Schneeschmelze und Dauer der Schneebedeckung können sich unterscheiden.
  4. Diese Unterschiede wirken sich auf Pflanzen, Böden und die Nutzung des Hanges aus.

Auf der Nordhalbkugel sind Südhänge der Mittagssonne stärker zugewandt als Nordhänge. Nordhänge werden deshalb als Schattenseite und Südhänge als Sonnenseite bezeichnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Nordhang grundsätzlich gar keine Sonne erhält.

Beispiel

Zwei benachbarte Hänge haben eine ähnliche Höhe und Neigung. Einer zeigt nach Süden, der andere nach Norden.

Der Südhang erhält auf der Nordhalbkugel meist mehr direkte Sonnenstrahlung. Dadurch kann er sich stärker erwärmen, und Schnee kann früher schmelzen. Der Nordhang bleibt eher kühler; eine Schneedecke kann dort länger liegen.

Der entscheidende Gedanke lautet: Nicht allein die Höhenlage bestimmt das Hangklima. Auch die Ausrichtung zur Sonne ist wichtig.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Auf der Nordhalbkugel wird ein nach gerichteter Hang häufig als Sonnenseite bezeichnet. Ein Osthang erhält besonders viel , ein Westhang besonders viel . Die klimatischen Bedingungen an einem einzelnen Hang gehören zum .

Lösungen: Lücke 1: Süden; Lücke 2: Morgensonne; Lücke 3: Abendsonne; Lücke 4: Mikroklima. Prüfe zuerst die Himmelsrichtung und dann den typischen Sonnenstand: morgens Osten, abends Westen. Das Mikroklima bezeichnet die klimatischen Bedingungen eines kleinen Gebietes.
Welche Folgen hat die Exposition für Natur und Nutzung?

Unterschiede bei Wärme, Feuchtigkeit und Schneebedeckung beeinflussen die räumliche Verteilung von Pflanzen und Böden. Auch verwehter Schnee sowie Regen- und Windschatten können von der Ausrichtung eines Hanges abhängen.

Menschen berücksichtigen diese Bedingungen bei der Raumnutzung. Die Exposition kann unter anderem bedeutsam sein für:

  • Siedlungen und Anbauflächen,
  • Land- und Forstwirtschaft,
  • Weinbau,
  • die Beurteilung der Schneebedeckung eines Hanges.

Historisch wurden auf der Nordhalbkugel Südhänge häufig als Siedlungs- und Anbauflächen genutzt, während Nordhänge eher bewaldet blieben. Orts- und Flurnamen wie „Sonnenberg“, „Sonnenseite“ oder „Schattenseite“ erinnern an diese Unterscheidung.

Gut zu wissen

Die Exposition allein entscheidet nicht über die Nutzung eines Hanges. Auch Hangneigung, Höhenlage, Wind, Niederschlag und weitere Standortbedingungen spielen eine Rolle.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelZwei vergleichbare Hänge unterscheiden sich vor allem in ihrer Exposition. Auf welchem Hang ist auf der Nordhalbkugel eher mit früherer Schneeschmelze zu rechnen?
Lösung: Auf dem Südhang — Ein Südhang erhält auf der Nordhalbkugel meist mehr direkte Sonnenstrahlung. Dadurch kann er sich stärker erwärmen und der Schnee früher schmelzen.
Frage 2 von 2SchwerEin Weinberg soll möglichst viel Morgensonne erhalten. Welche Lage ist dafür besonders passend?
Lösung: Ein Osthang — Ein Osthang ist der aufgehenden Sonne zugewandt und erhält deshalb besonders viel Morgensonne.
Vertiefung: Wirkt Exposition überall gleich stark?

Nein. Die Stärke der Expositionswirkung hängt auch von der Breitenlage und vom Sonnenlauf ab.

  • In den inneren Tropen steht die Mittagssonne hoch und wechselt im Jahreslauf zwischen nördlichen, nahezu senkrechten und südlichen Stellungen. Dadurch können sich Unterschiede teilweise ausgleichen.
  • In den Polargebieten durchläuft die Sonne während des Polartags innerhalb von 24 Stunden alle Himmelsrichtungen. Auch das verringert dauerhafte Gegensätze zwischen einzelnen Expositionen.
  • In den trockenen Subtropen sind die jährliche Einstrahlung und die Expositionsunterschiede besonders groß. Eine vergleichbare zeitliche Kompensation fehlt dort.
Merke

Die Himmelsrichtung eines Hanges bleibt gleich, aber ihre klimatische Wirkung verändert sich mit Sonnenstand, Tages- und Jahreszeit sowie Breitenlage.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerWarum sind Expositionsunterschiede in den inneren Tropen teilweise geringer als in den trockenen Subtropen?
Lösung: Weil der hohe Sonnenstand und sein Wechsel im Jahreslauf Unterschiede teilweise ausgleichen. — In den inneren Tropen steht die Sonne hoch und kann im Jahreslauf aus unterschiedlichen Richtungen einstrahlen. Dadurch werden Unterschiede zwischen Nord- und Südexposition teilweise kompensiert.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Exposition
    • Beschreibung: Himmelsrichtung oder Gradzahl
    • Sonnenzeit: Osten morgens, Westen abends
    • Nordhalbkugel: Süden Sonnenseite, Norden Schattenseite
    • Mikroklima: Strahlung, Temperatur, Verdunstung und Schneeschmelze
    • Natur: Pflanzen, Böden, Schnee sowie Regen- und Windschatten
    • Nutzung: Siedlung, Anbau, Forstwirtschaft und Weinbau
    • Bedingung: Wirkung hängt von Sonnenlauf und Breitenlage ab
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt die geographische Exposition richtig?
Lösung: Sie bezeichnet die Ausrichtung eines Hanges oder einer Fläche zu einer Himmelsrichtung. — Die Exposition beschreibt eine räumliche Ausrichtung. Höhe, Neigung und Niederschlag können zusätzlich wichtig sein, sind aber nicht mit ihr gleichzusetzen.
Frage 2 von 3MittelEin Hang ist mit 270° angegeben. Welche Beobachtung passt am besten?
Lösung: Der Hang ist nach Westen ausgerichtet und erhält viel Abendsonne. — 270° kennzeichnet einen Westhang. Seine Ausrichtung begünstigt Abendsonne, garantiert aber weder bestimmte Temperaturen noch Schneefreiheit.
Frage 3 von 3SchwerZwei gleich hohe Hänge liegen auf der Nordhalbkugel. Der Südhang ist wärmer und früher schneefrei als der Nordhang. Welche Erklärung nutzt die Exposition korrekt?
Lösung: Der Südhang erhält meist mehr direkte Sonnenstrahlung; dadurch kann er sich stärker erwärmen und Schnee früher schmelzen. — Die Exposition beeinflusst die Einstrahlung und damit Temperatur und Schneeschmelze. Ihre tatsächliche Wirkung hängt jedoch auch von Jahreszeit, Wetter, Breitenlage und weiteren Standortbedingungen ab.

Du hast das Lernziel erreicht, wenn du bei einem unbekannten Hang zuerst seine Ausrichtung bestimmst und anschließend eine begründete Wirkungskette vom Sonnen-, Wind- oder Niederschlagseinfluss bis zu Natur und Nutzung formulierst.

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