Erdkunde

Hydrosphäre: Wasserkreislauf und Erdsystem

Hydrosphäre: Wasserkreislauf und Erdsystem
Hydrosphäre: Wasserkreislauf und Erdsystem
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Die Hydrosphäre umfasst das Wasser der Erde: vor allem Meere und Ozeane, aber auch Seen, Flüsse, Bodenwasser und Grundwasser. Wasser wird im Wasserkreislauf ständig zwischen verschiedenen Speichern bewegt. Dadurch verbindet die Hydrosphäre Klima, Gestein, Boden, Eis und Lebewesen.

Auf dieser Seite lernst du, Bestandteile und Prozesse der Hydrosphäre zu erklären und ihre Wechselwirkungen zu untersuchen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was gehört zur Hydrosphäre?

Stell dir das Wasser der Erde nicht als eine einzige zusammenhängende Hülle vor. Es befindet sich in unterschiedlichen Wasserspeichern und wechselt zwischen ihnen.

Definition

Hydrosphäre

Die Hydrosphäre ist die Gesamtheit der wasserbedeckten und wasserführenden Bereiche der Erde. Dazu zählen Ozeane und Meere, Seen, Flüsse, Bodenwasser, Grundwasser und Wasser in Lebewesen.

Die Wasserfläche der Erde ist ungefähr zweieinhalbmal so groß wie die Festlandsfläche. Der weitaus größere Teil des Wassers ist Salzwasser.

Bei Schnee und Eis verwenden Fachtexte zwei Einteilungen:

  • Eine weite Definition zählt Schnee und Eis zur Hydrosphäre.
  • Eine genauere Sphärengliederung fasst gefrorenes Wasser als Kryosphäre zusammen.

Beide Einteilungen zeigen dieselbe wichtige Beziehung: Flüssiges und gefrorenes Wasser sind eng miteinander verbunden. Meerwasser gehört zur Hydrosphäre, während Meereis nach der zweiten Einteilung zur Kryosphäre gehört.

Merke

Sphärengrenzen sind nicht immer scharf. Wasser kann verschiedene Zustände annehmen und zwischen Hydrosphäre, Kryosphäre und Atmosphäre wechseln.

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Frage 1 von 2LeichtWelcher Bereich gehört eindeutig zur Hydrosphäre?
Lösung: Grundwasser — Grundwasser ist ein unterirdischer Wasserspeicher. Die Lufthülle wird Atmosphäre genannt.
Frage 2 von 2MittelEin Eisschild wird in einem Text der Kryosphäre zugeordnet. Bedeutet das, dass er keine Verbindung zur Hydrosphäre hat?
Lösung: Nein, denn Eis und flüssiges Wasser gehen ineinander über und beeinflussen sich. — Hydrosphäre und Kryosphäre werden häufig getrennt benannt, bleiben aber durch Gefrieren, Schmelzen und weitere Austauschprozesse gekoppelt.
Wie bewegt sich Wasser im Wasserkreislauf?

Die Sonne liefert die Energie, die Wasser aus Meeren, Seen, Flüssen und anderen Quellen verdunsten lässt. Auch Pflanzen geben Wasser an die Luft ab.

Definition

Transpiration

Transpiration ist die Abgabe von Wasser als Wasserdampf durch Pflanzen.

Der Wasserkreislauf lässt sich als wiederkehrende Abfolge beschreiben:

  1. Wasser verdunstet; Pflanzen geben zusätzlich Wasser durch Transpiration ab.
  2. Wasserdampf steigt in die Atmosphäre auf.
  3. Er kondensiert und trägt zur Wolkenbildung bei.
  4. Wind transportiert die Wolken.
  5. Wasser fällt als Regen, Schnee oder Hagel zur Erdoberfläche.
  6. Es fließt oberirdisch in Bäche und Flüsse oder versickert im Boden.
  7. Oberflächenabfluss und Grundwasser führen Wasser wieder anderen Speichern zu.
Beispiel

Nach einem Regenschauer gelangt ein Teil des Wassers in einen Bach. Ein anderer Teil dringt in den Boden ein und speist das Grundwasser. Später kann dieses Wasser wieder in ein Fließgewässer gelangen. Es ist damit nicht verschwunden, sondern hat seinen Speicher und seinen Weg verändert.

Merke

Im Wasserkreislauf wechselt Wasser seinen Ort und teilweise seinen Aggregatzustand. Die Sonne treibt die Verdunstung an; Schwerkraft ermöglicht Niederschlag, Versickerung und Abfluss.

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Frage 1 von 3LeichtWelcher Vorgang beschreibt den Übergang von Wasserdampf zur Wolkenbildung?
Lösung: Kondensation — Bei der Kondensation wird Wasserdampf wieder zu kleinen flüssigen oder gefrorenen Wasserteilchen.
Frage 2 von 3MittelWas kann nach einem Niederschlag mit dem Wasser geschehen?
Lösung: Es kann oberirdisch abfließen oder in den Boden versickern. — Niederschlagswasser kann sich sammeln, abfließen, versickern oder später erneut verdunsten.
Frage 3 von 3SchwerIn einer Region werden große Bodenflächen wasserundurchlässig. Welcher Schritt des Kreislaufs wird dadurch unmittelbar erschwert?
Lösung: Die Versickerung — Kann Wasser schlechter in den Boden eindringen, nimmt die Versickerung ab und mehr Wasser kann oberirdisch abfließen.
Warum ist Wasser regional unterschiedlich verfügbar?

Ob in einer Region Wasserüberschuss oder Wassermangel herrscht, hängt wesentlich vom Verhältnis zwischen Niederschlag und möglicher Verdunstung ab.

Definition

Arides Klima

In einem ariden Klima ist der Niederschlag geringer als die potenzielle Verdunstung. Dadurch entstehen Trockenperioden und Wassermangel.

Definition

Humides Klima

In einem humiden Klima übersteigt der Niederschlag die potenzielle Verdunstung. Dadurch besteht ein Wasserüberschuss.

Zwischen diesen beiden Ausprägungen liegen semi-aride und semi-humide Bedingungen. In einem nivalen Klima prägen Schnee und Eis den Wasserhaushalt, etwa in Polarregionen und Hochgebirgen. Ein Teil des Wassers bleibt dort langfristig gefroren gespeichert.

Beispiel

Zwei Regionen erhalten Niederschlag. In Region A kann wegen hoher Verdunstung mehr Wasser an die Atmosphäre abgegeben werden, als durch Niederschlag hinzukommt. Region A ist arid. In Region B ist der Niederschlag größer als die potenzielle Verdunstung. Region B ist humid.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Bedingung kennzeichnet ein humides Klima?
Lösung: Der Niederschlag übersteigt die potenzielle Verdunstung. — Für die Einordnung ist das Verhältnis von Niederschlag und potenzieller Verdunstung entscheidend.
Frage 2 von 2MittelEine Region hat geringe Niederschläge und eine hohe potenzielle Verdunstung. Welche Folge ist am ehesten zu erwarten?
Lösung: Wasser ist häufig knapp. — Die beschriebene Kombination ist typisch für aride Bedingungen und begünstigt Trockenperioden.
Wie hängen Grundwasser und Flüsse zusammen?

Wasser, das in den Boden versickert, kann unterirdische Speicher speisen. Das dort vorhandene Wasser heißt Grundwasser.

Bei gespanntem Grundwasser kann ein besonderer Druck entstehen. Wird eine solche wasserführende Schicht durch einen Brunnen erschlossen, kann das Wasser ohne Pumpe bis zur Erdoberfläche oder darüber hinaus aufsteigen. Dies nennt man einen artesischen Brunnen.

Flüsse zeigen nicht zu jeder Jahreszeit denselben Abfluss.

Definition

Flussregime

Das Flussregime oder Abflussregime ist der typische jahreszeitliche Verlauf des Abflusses eines Flusses. Es spiegelt unter anderem Klima und Lage seines Einzugsgebiets wider.

Beispiel

Am Rhein in den Alpen ist der Abfluss im Winter niedrig und erreicht durch Schmelzwasser im Juni einen Höchstwert. Weiter nördlich liegt ein Höchstwert bereits im April, während der Abfluss im Sommer geringer ist. Dasselbe Flusssystem kann somit an verschiedenen Orten unterschiedliche Regime zeigen.

Merke

Das Flussregime beschreibt keinen einzelnen Pegelstand, sondern ein wiederkehrendes jahreszeitliches Muster.

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Frage 1 von 2LeichtWas beschreibt ein Flussregime?
Lösung: Den jahreszeitlichen Verlauf des Abflusses — Ein Flussregime zeigt, wie sich der Abfluss typischerweise über das Jahr verändert.
Frage 2 von 2MittelWarum kann derselbe Fluss an zwei Orten unterschiedliche Abflussregime zeigen?
Lösung: Weil Klima, Lage und Zuflüsse entlang des Flusssystems verschieden sein können. — Das Abflussmuster wird von den Bedingungen des jeweiligen Einzugsgebiets geprägt.
Was treibt Meeresströmungen an?

Meeresströmungen bewegen große Wassermassen. Dabei transportieren sie Wärme und Nährstoffe und wirken auf Klima und marine Ökosysteme.

Zwei Antriebe sind besonders wichtig:

  1. Windantrieb: Wind bewegt das Wasser an der Oberfläche. Reibung überträgt Bewegung in tiefere Schichten. Die Corioliskraft lenkt die Strömung ab. Mit zunehmender Tiefe wird die Bewegung langsamer und ihre Richtung verändert sich.
  2. Thermohaliner Antrieb: Temperatur und Salzgehalt beeinflussen die Dichte des Meerwassers. Kaltes und salzreiches Wasser besitzt eine höhere Dichte, sinkt ab und kann sich in tieferen Ozeanschichten ausbreiten.
Definition

Thermohaline Zirkulation

Die thermohaline Zirkulation ist eine globale Ozeanzirkulation, die durch Unterschiede in Temperatur und Salzgehalt und damit in der Dichte des Wassers angetrieben wird.

Beispiel

Kühlt Meerwasser ab und besitzt es zugleich einen hohen Salzgehalt, nimmt seine Dichte zu. Es kann absinken und eine Tiefenströmung antreiben. Der entscheidende Zwischenschritt lautet daher: Temperatur und Salzgehalt verändern die Dichte.

Der Golfstrom ist ein Beispiel für eine Meeresströmung, die Wärme transportiert und das Klima Nordeuropas beeinflusst.

Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Größen treiben die thermohaline Zirkulation an?
Lösung: Temperatur und Salzgehalt — Temperatur und Salzgehalt bestimmen die Dichte des Meerwassers.
Frage 2 von 3MittelWarum kann kaltes, salzreiches Meerwasser absinken?
Lösung: Es besitzt eine vergleichsweise hohe Dichte. — Dichteres Wasser sinkt unter weniger dichtes Wasser und kann so Tiefenströmungen mit antreiben.
Frage 3 von 3SchwerWind weht über eine Meeresoberfläche. Welche Wirkungskette passt zum Windantrieb?
Lösung: Wind bewegt Oberflächenwasser, Reibung überträgt Bewegung und die Corioliskraft lenkt sie ab. — Wind, Reibung und Corioliskraft wirken zusammen; mit der Tiefe nimmt die Geschwindigkeit ab.
Wie greift der Mensch in die Hydrosphäre ein?

Menschen verändern Wasserflüsse, wenn sie Wasser entnehmen, Flächen bewässern oder Land anders nutzen. Entscheidend ist, dass ein Eingriff an einer Stelle Folgen für weitere Teile des hydrologischen Systems haben kann.

Beispiel

Im Gebiet des Aralsees wurde Steppe in landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt. Die Bewässerung benötigte viel Wasser; zusätzlich ging Wasser in mangelhaften Kanalsystemen verloren. Dadurch wurde dem verbundenen hydrologischen System viel Wasser entzogen.

Das Beispiel zeigt eine Wirkungskette:

Ausweitung bewässerter Flächen → steigender Wasserbedarf und Verluste beim Transport → geringerer Wasserzufluss in andere Speicher.

Für eine Analyse solltest du deshalb nicht nur fragen, wie viel Wasser genutzt wird. Prüfe auch:

  • Woher stammt das Wasser?
  • Durch welche Speicher und Flüsse ist das Gebiet verbunden?
  • Wo wird Wasser entnommen oder verloren?
  • Welche Teile des Systems erhalten anschließend weniger Wasser?
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Frage 1 von 2MittelWarum reicht es nicht, bei Bewässerung nur die tatsächlich von Pflanzen aufgenommene Wassermenge zu betrachten?
Lösung: Weil auch beim Transport und Verteilen Wasser verloren gehen kann. — Für eine Systemanalyse müssen Entnahme, Transport, Nutzung und Verluste gemeinsam betrachtet werden.
Frage 2 von 2SchwerIn einem Einzugsgebiet steigt die Wasserentnahme stark. Welche Untersuchung zeigt systemisches Denken?
Lösung: Man verfolgt, aus welchen Speichern das Wasser stammt und welche verbundenen Bereiche weniger erhalten. — Systemisches Denken untersucht die Wirkungskette zwischen Entnahme, Wasserwegen, Speichern und Folgen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Hydrosphäre
    • Speicher: Meere, Seen, Flüsse, Bodenwasser und Grundwasser
    • Wasserkreislauf: Verdunstung, Kondensation, Niederschlag, Abfluss und Versickerung
    • Klima: aride, humide und nivale Bedingungen
    • Fließgewässer: Einzugsgebiet und jahreszeitliches Flussregime
    • Ozeane: Windantrieb und thermohaline Zirkulation
    • Erdsystem: Verbindung mit Atmosphäre, Kryosphäre, Boden, Gestein und Lebewesen
    • Menschlicher Einfluss: Entnahme, Bewässerung und Wasserverluste
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 5LeichtWelche Aussage beschreibt die Hydrosphäre am besten?
Lösung: Sie umfasst die wasserbedeckten und wasserführenden Bereiche der Erde. — Die Hydrosphäre umfasst viele oberirdische und unterirdische Wasserspeicher.
Frage 2 von 5MittelOrdne die Vorgänge des Wasserkreislaufs sinnvoll: Wasser verdunstet, bildet Wolken und fällt anschließend als Niederschlag. Welcher Vorgang liegt zwischen Verdunstung und Niederschlag?
Lösung: Kondensation — Wasserdampf kondensiert in der Atmosphäre; danach kann Wasser als Niederschlag fallen.
Frage 3 von 5MittelEine Region erhält weniger Niederschlag, als dort potenziell verdunsten könnte. Wie wird diese Bedingung bezeichnet?
Lösung: Arid — Bei ariden Bedingungen ist Wasser wegen des Verhältnisses von Niederschlag zu möglicher Verdunstung häufig knapp.
Frage 4 von 5SchwerKaltes, salzreiches Meerwasser sinkt ab. Welche Erklärung enthält den entscheidenden Zwischenschritt?
Lösung: Temperatur und Salzgehalt erhöhen seine Dichte, deshalb kann es absinken. — Die thermohaline Zirkulation beruht auf Dichteunterschieden, die durch Temperatur und Salzgehalt entstehen.
Frage 5 von 5SchwerNach der Umleitung großer Wassermengen erreicht weniger Wasser einen See. Welche Schlussfolgerung ist fachlich sinnvoll?
Lösung: Eine Veränderung des Wasserwegs kann einen verbundenen Speicher beeinflussen. — Die Hydrosphäre ist ein vernetztes System. Eingriffe können deshalb räumlich entfernte Folgen haben.

Du hast den Kern verstanden, wenn du nicht nur Wasserspeicher aufzählen kannst, sondern auch die Wege und Antriebe erklärst, durch die sie miteinander verbunden sind.

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