Erdkunde

Naturräume Europas erkennen und vergleichen

Naturräume Europas erkennen und vergleichen
Naturräume Europas erkennen und vergleichen
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Ein Naturraum ist ein Gebiet mit ähnlichen natürlichen Merkmalen. Besonders wichtig sind Relief, Klima und Vegetation. Naturräume enden selten an einer scharfen Linie: Meist gehen sie allmählich ineinander über.

Deine Lernziele

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Woran erkennst du einen Naturraum?

Ein Naturraum wird nicht durch Staatsgrenzen bestimmt. Er kann sich über mehrere Länder erstrecken. Die Alpen sind dafür ein Beispiel.

Definition

Naturraum

Ein Naturraum ist ein Gebiet, dessen natürliche Ausstattung der Umgebung gegenüber ähnlich oder deutlich abweichend ist. Zur Beschreibung dienen vor allem Relief, Klima und Vegetation. Auch Böden und Gesteine können berücksichtigt werden.

Das Relief bezeichnet die Formen der Erdoberfläche, zum Beispiel Ebenen, Täler, Hänge und Gebirge. Welche Merkmale bei einer Abgrenzung am stärksten gewichtet werden, hängt von der jeweiligen Gliederung ab.

Beispiel

An den Alpen steigt das Relief deutlich an. Zugleich unterscheiden sich Klima und Pflanzenwelt von der Umgebung und verändern sich mit der Höhe. Deshalb lassen sich die Alpen als eigener, staatsübergreifender Naturraum beschreiben.

Merke

Naturraumgrenzen sind meist Übergangszonen. Relief, Klima, Vegetation, Böden und Gesteine ändern sich nur selten genau an derselben Linie.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt einen Naturraum am besten?
Lösung: Ein Gebiet mit ähnlicher natürlicher Ausstattung, das Staatsgrenzen überschreiten kann — Für eine naturräumliche Gliederung werden mehrere natürliche Merkmale betrachtet. Staatsgrenzen sind dafür nicht entscheidend.
Wie unterscheiden sich Tiefland und Gebirge?

Eine vereinfachte schulische Gliederung unterscheidet Tiefland, Mittelgebirge und Hochgebirge. Relief und Höhenlage stehen dabei im Mittelpunkt. Die Höhenangaben sind Orientierungshilfen und ersetzen nicht die Betrachtung der Landschaftsform.

LandschaftsformTypisches ReliefHöhenorientierung der vereinfachten GliederungBeispiele
Tieflandüberwiegend flach, örtlich mit Senken, Hügeln oder Tälernnahe dem Meeresspiegel; einzelne Senken können darunter liegenNorddeutsches Tiefland, Poebene
MittelgebirgeHügelländer, Hochebenen, Täler und meist rundlichere Gipfelmeist etwa 1000 bis 1500 m, teilweise höherBayerischer Wald, Vogesen, Sudeten
Hochgebirgesteile Hänge, schroffe Felsen und teilweise vergletscherte Hochlagenin der vereinfachten Einteilung über 2000 mAlpen, Pyrenäen, Karpaten

Mittelgebirge sind geologisch älter und stärker abgetragen als junge Hochgebirge. Verwitterung und Abtragung tragen dazu bei, dass ihre Formen häufig rundlicher erscheinen.

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Frage 1 von 1MittelEine Landschaft erreicht etwa 1400 m. Sie besitzt bewaldete, eher rundliche Höhen und tief eingeschnittene Täler. Welcher Landschaftsform entspricht sie am ehesten?
Lösung: einem Mittelgebirge — Die mittlere Höhe, die rundlichen Formen und die Bewaldung passen gemeinsam am besten zu einem Mittelgebirge.
Wie verändern Höhe und Lage Klima und Vegetation?

Klima und Vegetation gehen in Europa häufig allmählich ineinander über. Besonders an hohen Gebirgsrändern können die Unterschiede deutlicher ausfallen.

In Gebirgen ändern sich die klimatischen Bedingungen mit der Höhe. Dadurch verändert sich auch die Pflanzenwelt. Im deutschen Teil der Alpen liegt die 2962 m hohe Zugspitze oberhalb der Baumgrenze. Dort wachsen keine Nadelbäume mehr.

Hohe Gebirge können außerdem Klimabereiche voneinander trennen. Die Skanden, Alpen und Pyrenäen bilden beispielsweise markante Barrieren. In flacheren Gebieten erfolgt der Übergang zwischen maritimen und kontinentalen Einflüssen dagegen meist in einem breiten Band.

Merke

Relief, Klima und Vegetation hängen zusammen: Ein deutlicher Höhenunterschied kann klimatische Bedingungen verändern und dadurch verschiedene Vegetationsstufen entstehen lassen.

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Frage 1 von 1MittelWarum ist der Übergang zwischen zwei Naturräumen an einem hohen Gebirgsrand häufig deutlicher als in einem Tiefland?
Lösung: Weil sich dort Relief, klimatische Bedingungen und Vegetation auf kurzer Strecke verändern können — Gebirgsränder können mehrere Naturmerkmale zugleich beeinflussen. Im Tiefland verlaufen Veränderungen oft gleitender.
Welche Kräfte formen Europas Landschaften?

Europas heutige Oberflächenformen entstanden über sehr lange Zeiträume durch das Zusammenspiel von Kräften aus dem Erdinneren und Kräften, die an der Erdoberfläche wirken.

Definition

Endogene Kräfte

Endogene Kräfte stammen aus dem Erdinneren. Dazu gehören Plattenbewegungen, Vulkanismus und Erdbeben. Sie können Gestein auffalten, heben, verstellen oder vulkanisches Material an die Oberfläche bringen.

Definition

Exogene Kräfte

Exogene Kräfte wirken an der Erdoberfläche. Wasser, Wind, Eis und Verwitterung lösen und zerkleinern Material, tragen es ab, transportieren es und lagern es an anderer Stelle wieder ab.

Während der letzten Eiszeit transportierte ein mächtiger Eispanzer Gestein durch Nordeuropa. Große erhaltene Gesteinsblöcke heißen Findlinge. Schmelzwasser spülte Sand aus dem Eis und lagerte ihn vor dem Gletscher als Sander ab. Das Wasser floss weiter in breite Senken, die als Urstromtäler bezeichnet werden.

Die Prozessfolge lautet vereinfacht:

  1. Schnee bleibt über lange Zeit liegen und verdichtet sich zu Eis.
  2. Das Eis bewegt sich und transportiert Gestein.
  3. Ein Teil des Materials wird zerkleinert; größere Blöcke können als Findlinge erhalten bleiben.
  4. Schmelzwasser sortiert und transportiert Sand.
  5. Sandflächen und breite Abflussräume entstehen.
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Frage 1 von 2MittelWelcher Vorgang wird hauptsächlich durch exogene Kräfte verursacht?
Lösung: Schmelzwasser transportiert Sand und lagert ihn ab. — Transport und Ablagerung durch Wasser wirken an der Erdoberfläche. Deshalb handelt es sich um einen exogenen Vorgang.
Frage 2 von 2SchwerWarum können in einer eiszeitlich geprägten Landschaft sowohl Findlinge als auch Sander vorkommen?
Lösung: Das bewegte Eis transportierte große Gesteinsblöcke, während Schmelzwasser Sand auswusch und ablagerte. — Eis und Schmelzwasser formten unterschiedliche Landschaftselemente: Das Eis bewegte Gesteinsblöcke, das Schmelzwasser transportierte und lagerte Sand ab.
Wie vergleichst du zwei Naturräume?

Vergleiche Naturräume immer nach denselben Kriterien. So stellst du nicht nur einzelne Merkmale nebeneinander, sondern erkennst Zusammenhänge.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  1. Relief: Ist die Landschaft flach, hügelig oder steil?
  2. Klima und Vegetation: Welche Unterschiede hängen mit Lage und Höhe zusammen?
  3. Gewässer und Landschaftselemente: Gibt es Küsten, Flüsse, Seen, Gletscherformen oder Täler?
  4. Nutzung und Siedlung: Wie nutzen Menschen den Raum?
  5. Entstehung: Welche endogenen oder exogenen Prozesse erklären auffällige Formen?

Aufgabe

Vergleiche die Alpen mit dem Norddeutschen Tiefland. Nutze mindestens die Kriterien Relief, Vegetation sowie Nutzung und Siedlung.

Lösung zum Prüfen

Beispiel

Die Alpen besitzen ein hohes, steiles Relief. Ihre Vegetation verändert sich mit der Höhe; oberhalb der Baumgrenze wachsen keine Bäume mehr. Viele Täler sind dicht besiedelt, und der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.

Das Norddeutsche Tiefland ist überwiegend flach. Es umfasst unter anderem Küsten, Heidelandschaften, Moore, Seen und Flussräume. Laub- und Mischwälder kommen ebenso vor wie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Zu den typischen Nutzungsmerkmalen zählen ausgedehnte Verkehrsnetze, Siedlungen und intensive Landwirtschaft.

Der Vergleich zeigt: Unterschiedliches Relief wirkt mit Klima und Vegetation zusammen und beeinflusst, wie Menschen einen Raum nutzen.

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Frage 1 von 1SchwerEin Raum überschreitet mehrere Staatsgrenzen. An seinem Rand steigt das Gelände stark an; zugleich verändern sich Klima und Vegetation. Welche Schlussfolgerung ist am besten begründet?
Lösung: Der Raum kann aufgrund mehrerer gemeinsamer Naturmerkmale als Naturraum abgegrenzt werden. — Entscheidend ist die gemeinsame natürliche Ausstattung. Das Zusammenwirken von Relief, Klima und Vegetation liefert eine stärkere Begründung als eine politische Grenze.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Naturräume Europas
    • werden durch Relief, Klima, Vegetation, Böden und Gesteine beschrieben
    • besitzen meist Übergangszonen statt scharfer Grenzen
    • umfassen zum Beispiel Tiefland, Mittelgebirge und Hochgebirge
    • entstehen durch endogene und exogene Kräfte
    • lassen sich anhand gleicher Kriterien vergleichen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Merkmal bezeichnet die Formen der Erdoberfläche?
Lösung: Relief — Ebenen, Täler, Hänge und Gebirge sind Formen des Reliefs.
Frage 2 von 3MittelWelche Merkmalskombination passt am besten zu einem Hochgebirge?
Lösung: steile Hänge, schroffe Felsen und deutliche Höhenstufen der Vegetation — Hochgebirge zeichnen sich durch ein starkes Relief aus. Mit der Höhe verändern sich außerdem Klima und Vegetation.
Frage 3 von 3SchwerZwei Gliederungen ziehen die Grenze eines Naturraums unterschiedlich. Was ist die beste Erklärung?
Lösung: Sie gewichten Relief, Klima, Vegetation, Böden oder Gesteine unterschiedlich. — Natürliche Merkmale ändern sich selten gleichzeitig an derselben Linie. Deshalb können fachlich begründete Gliederungen voneinander abweichen.

Du kannst einen Naturraum nun erkennen, seine Entstehung einordnen und ihn mit einem anderen Raum vergleichen. Prüfe dabei immer mehrere Merkmale und rechne mit Übergangszonen statt mit überall scharfen Grenzen.

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