Erdkunde

Rohstoffe und Energie nachhaltig bewerten

Rohstoffe und Energie nachhaltig bewerten
Rohstoffe und Energie nachhaltig bewerten
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Rohstoffe sind natürliche, noch nicht verarbeitete Ausgangsmaterialien. Einige dienen als Energieträger, andere werden zu Produkten verarbeitet. Weil Förderung und Nutzung Umwelt und Menschen belasten können, musst du Nutzen, Folgen und Wiederverwertung gemeinsam betrachten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Grundbegriffe sicher unterscheiden

Ein Smartphone, ein Haus und eine Heizung benötigen unterschiedliche natürliche Ausgangsmaterialien. Erst die genaue Bezeichnung zeigt, ob es um einen Stoff, ein Vorkommen oder einen nutzbaren Vorrat geht.

Definition

Rohstoff

Ein Rohstoff ist ein natürlich entstandenes, noch nicht verarbeitetes Ausgangsmaterial. Er wird zu einem Produkt weiterverarbeitet oder zur Energiegewinnung genutzt. Beispiele sind Erdöl, Kohle, Holz, Salz, Sand und Erze.

Nicht regenerierbare Rohstoffe bilden sich so langsam, dass ihre Vorräte aus menschlicher Sicht begrenzt sind. Dazu gehören fossile Energieträger wie Erdöl und Kohle sowie mineralische Rohstoffe. Regenerierbare Rohstoffe können nachwachsen oder sich erneuern, wenn ihre Nutzung ihre Erneuerung nicht dauerhaft übersteigt. Holz und Getreide sind Beispiele.

Für Vorkommen gilt auf dieser Seite folgende schulische Abgrenzung:

  • Eine Ressource ist ein vorhandenes oder geologisch erwartetes Vorkommen, das gegenwärtig nicht unbedingt gewonnen werden kann.
  • Eine Reserve ist ein nachgewiesenes Vorkommen, das technisch gewinnbar, in ausreichender Menge vorhanden und wirtschaftlich nutzbar ist.
Merke

Ein Rohstoff ist das Material. Ressource und Reserve beschreiben dagegen Vorkommen und deren mögliche Nutzung.

Die Bedingungen können sich verändern: Neue Technik oder ein höherer Preis kann die Gewinnung eines bekannten Vorkommens wirtschaftlich machen. Eine Ressource kann dadurch zur Reserve werden.

Auch die statistische Lebensdauer ist keine feste Ablaufzeit. Sie beschreibt, wie lange bekannte Reserven bei einem angenommenen gegenwärtigen Verbrauch reichen würden. Neue Funde, veränderte Nachfrage, Technik und Preise können das Ergebnis verändern.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt eine Reserve?
Lösung: Ein nachgewiesenes Vorkommen, das technisch und wirtschaftlich gewonnen werden kann. — Für eine Reserve reichen bloßes Vorhandensein oder eine Vermutung nicht aus. Das Vorkommen muss nachgewiesen und unter den gegebenen Bedingungen gewinnbar sein.
Frage 2 von 2MittelNeue Technik macht ein bekanntes Vorkommen erstmals wirtschaftlich abbaubar. Was kann sich dadurch ändern?
Lösung: Die Ressource kann als Reserve gelten. — Ressource und Reserve unterscheiden sich nach Nachweis, Gewinnbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Sekundärrohstoffe entstehen dagegen durch Wiederverwertung.
Den Lebensweg eines Rohstoffs verfolgen

Der Lebensweg beginnt nicht im Geschäft. Er reicht vom natürlichen Vorkommen über Gewinnung und Verarbeitung bis zur Nutzung und möglichen Wiederverwertung.

  1. Vorkommen: Der Stoff liegt in der Natur vor.
  2. Gewinnung: Er wird etwa durch Bergbau, Bohrungen oder Ernte entnommen.
  3. Verarbeitung: Aus dem Rohstoff entsteht ein Werkstoff, Energieträger oder Produkt.
  4. Nutzung: Das Produkt erfüllt seinen Zweck.
  5. Sammlung und Trennung: Verwertbare Bestandteile werden vom übrigen Abfall getrennt.
  6. Recycling: Geeignete Materialien werden erneut als Rohstoffe eingesetzt.
Definition

Primär- und Sekundärrohstoff

Ein Primärrohstoff wird unmittelbar aus der Natur gewonnen. Ein Sekundärrohstoff stammt aus Produktionsresten, Abfällen oder nicht mehr gebrauchten Produkten und wird wieder als Ausgangsmaterial genutzt.

Beispiel

Metall wird zunächst aus einem natürlichen Vorkommen gewonnen und zu einem Produkt verarbeitet. Nach der Nutzung kann das Altmetall gesammelt und aufbereitet werden. Das zurückgewonnene Metall ist nun ein Sekundärrohstoff. Seine Verwendung senkt den Bedarf an neu gewonnenem Primärrohstoff.

Recycling verändert jedoch nicht die Entstehungszeit eines fossilen Rohstoffs. Wiederverwertetes Metall ist ein Sekundärrohstoff; Erdöl wird durch sparsamen Verbrauch nicht erneuerbar.

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Frage 1 von 2MittelWelche Reihenfolge bildet einen schlüssigen Rohstofflebensweg?
Lösung: Vorkommen – Gewinnung – Verarbeitung – Nutzung – Recycling — Der Lebensweg folgt dem Material: aus der Natur über Herstellung und Nutzung bis zur möglichen Rückgewinnung.
Frage 2 von 2SchwerEin Betrieb stellt neue Metallteile aus gesammeltem Schrott her. Welche Aussage trifft zu?
Lösung: Der Schrott dient als Sekundärrohstoff und kann neue Förderung teilweise ersetzen. — Entscheidend ist die Herkunft im aktuellen Nutzungsschritt: Wiedergewonnenes Material ist ein Sekundärrohstoff.
Rohstoffe als Energieträger vergleichen

Energierohstoffe sind Rohstoffe, die zur Gewinnung von Wärme, Strom oder Antriebsenergie eingesetzt werden. Ihre Herkunft beeinflusst ihre Verfügbarkeit und ihre Folgen.

MerkmalFossile EnergierohstoffeNachwachsende Energierohstoffe
BeispieleKohle, Erdöl, Erdgaspflanzliche Stoffe für Biogas
Erneuerungentstehen über sehr lange geologische Zeiträumekönnen erneut angebaut werden
Gewinnungetwa Bohrung, Tagebau oder Untertagebaulandwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher Anbau
mögliche BelastungenLandschaftseingriffe und Verschmutzungen bei Förderung und NutzungMonokulturen und steigende Pachtpreise bei großflächigem Anbau

Erdöl und Erdgas dienen unter anderem als Treibstoff und Heizmittel. Erdöl ist außerdem ein Ausgangsstoff für Kunststoffe. Kohle wird je nach Art und Lagerstätte im Tagebau oder Untertagebau gewonnen.

Biogasanlagen erzeugen Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie können Arbeitsplätze schaffen. Werden dafür große Flächen einseitig genutzt, können jedoch Monokulturen entstehen und Pachtpreise steigen.

Merke

„Nachwachsend“ bedeutet nicht automatisch „ohne Nachteile“. Entscheidend sind auch Anbaumethode, Flächenbedarf und Folgen für Menschen und Umwelt.

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Frage 1 von 2LeichtWelcher Stoff ist ein fossiler Energierohstoff?
Lösung: Erdöl — Erdöl, Erdgas und Kohle entstanden über sehr lange Zeiträume aus organischem Material und sind nicht regenerierbar.
Frage 2 von 2MittelWarum reicht die Einteilung in „fossil“ und „nachwachsend“ für eine Bewertung nicht aus?
Lösung: Auch nachwachsende Energierohstoffe können Flächenkonflikte und Umweltbelastungen verursachen. — Die Herkunft ist wichtig, ersetzt aber keine Untersuchung der konkreten Gewinnung, Nutzung und Folgen.
Folgen von Gewinnung und Nutzung erkennen

Rohstoffnutzung verbindet häufig einen Nutzen mit einem Eingriff. Eine gute Analyse benennt deshalb eine Kette aus Handlung, Veränderung und Folge.

Beispiel

Beim Braunkohletagebau werden Erdschichten mit großen Geräten abgetragen. Der Eingriff verändert die Landschaft. Der Nutzen der Energiegewinnung und die Belastung des betroffenen Raums müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden.

Weitere Wirkungsketten sind:

  • Erdöl- oder Erdgasbohrung → Risiko austretender Stoffe → Verschmutzung von Wasser und Lebensräumen
  • großflächige Bewässerung → sinkender Grundwasserspiegel → Wasserknappheit und Nutzungskonflikte
  • Versiegelung durch Straßen und Gebäude → geringere Wasseraufnahme des Bodens → höhere Hochwassergefahr
  • Abholzung → weniger Schutz der Bodenoberfläche → verstärkte Erosion durch Wind und Wasser

Manche Stoffe gelten als kritische Rohstoffe, weil sie nur begrenzt verfügbar sind oder aus Regionen mit politischen Risiken, hohen Umweltbelastungen oder problematischen Arbeitsbedingungen stammen. Coltan, aus dem Tantal gewonnen wird, zeigt den Zusammenhang zwischen technischer Bedeutung und problematischen Förderbedingungen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Kette ist vollständig und sachlich schlüssig?
Lösung: Bodenversiegelung – geringere Wasseraufnahme – steigende Hochwassergefahr — Eine Wirkungskette verbindet den Eingriff mit einer nachvollziehbaren Veränderung und deren Folge.
Frage 2 von 2SchwerEin Rohstoff ist für Technik wichtig, wird aber unter hohen Umweltbelastungen in politisch instabilen Regionen gewonnen. Welche Einordnung passt?
Lösung: Er kann als kritischer Rohstoff gelten. — Bei kritischen Rohstoffen treffen hohe Bedeutung oder begrenzte Verfügbarkeit auf Risiken der Versorgung, Umwelt oder Arbeitsbedingungen.
Entscheidungen nachhaltig beurteilen

Eine nachhaltige Entscheidung berücksichtigt drei Bereiche. Keine einzelne Säule genügt für ein vollständiges Urteil.

  • Ökologie: Welche Folgen entstehen für Boden, Wasser, Landschaft und Rohstoffvorräte?
  • Ökonomie: Welche Kosten, Erträge, Arbeitsplätze oder wirtschaftlichen Abhängigkeiten entstehen?
  • Soziales: Wie verändern sich Lebensbedingungen, Arbeit, Versorgung und mögliche Konflikte?
Beispiel

Eine Gemeinde erwägt eine neue Biogasanlage.

Ökologisch spricht für die Anlage, dass sie nachwachsende Rohstoffe nutzt. Dagegen können Monokulturen und ein hoher Flächenbedarf sprechen.

Ökonomisch können neue Arbeitsplätze ein Vorteil sein. Steigende Pachtpreise können dagegen andere landwirtschaftliche Betriebe belasten.

Sozial muss geprüft werden, wer von den Arbeitsplätzen profitiert und wer die Folgen der Flächenkonkurrenz trägt.

Ein begründetes Urteil könnte lauten: Die Anlage ist nur dann überzeugend, wenn der Anbau vielfältig bleibt, Flächenkonflikte begrenzt werden und die wirtschaftlichen Vorteile nicht einseitig verteilt sind. Das Urteil nennt damit Bedingungen statt nur „gut“ oder „schlecht“ zu sagen.

Für deine Bewertung kannst du vier Schritte nutzen:

  1. Beschreibe die geplante Nutzung oder Maßnahme.
  2. Ordne Nutzen und Belastungen den drei Säulen zu.
  3. Benenne Zielkonflikte: Was verbessert sich, während an anderer Stelle ein Nachteil entsteht?
  4. Formuliere ein Urteil mit Begründung und Bedingungen.
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Frage 1 von 1SchwerEine Stadt möchte mehr Bauschutt erneut verwenden. Welches Urteil ist am besten begründet?
Lösung: Die Maßnahme ist sinnvoll, wenn geeigneter Bauschutt sicher getrennt und als Sekundärrohstoff eingesetzt wird, weil dadurch weniger neuer Baustoff benötigt wird. — Ein tragfähiges Urteil verbindet die Maßnahme mit ihrer Wirkung und nennt die Bedingungen, unter denen der erwartete Vorteil eintritt.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Rohstoffe und Energie
    • Verfügbarkeit
      • Ressourcen und Reserven unterscheiden
      • statistische Lebensdauer nur unter Annahmen deuten
    • Lebensweg
      • gewinnen und verarbeiten
      • nutzen und recyceln
    • Energieträger
      • fossil und nicht regenerierbar
      • nachwachsend mit möglichen Flächenkonflikten
    • Folgen
      • Eingriff, Veränderung und Wirkung verbinden
      • Umwelt und Lebensbedingungen beachten
    • Nachhaltigkeit
      • Ökologie, Ökonomie und Soziales prüfen
      • Zielkonflikte benennen und Urteil begründen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas unterscheidet eine Reserve von einer bloß erwarteten Ressource?
Lösung: Sie ist nachgewiesen und unter den gegebenen Bedingungen gewinnbar. — Für eine Reserve zählen Nachweis, technische Gewinnbarkeit, ausreichende Menge und Wirtschaftlichkeit.
Frage 2 von 3MittelEin altes Metallprodukt wird gesammelt und zu einem neuen Bauteil verarbeitet. Welche Beschreibung passt?
Lösung: Das Metall wird als Sekundärrohstoff erneut genutzt und kann den Bedarf an Primärrohstoffen senken. — Der neue Nutzungsweg beginnt mit einem bereits verwendeten Material. Deshalb handelt es sich um einen Sekundärrohstoff.
Frage 3 von 3SchwerEin Energieprojekt schafft Arbeitsplätze, benötigt aber große Anbauflächen und fördert Monokulturen. Wie gehst du für ein Urteil vor?
Lösung: Ich ordne Nutzen und Nachteile den drei Nachhaltigkeitssäulen zu, benenne den Flächenkonflikt und formuliere Bedingungen für mein Urteil. — Ein begründetes Urteil wägt ökologische, ökonomische und soziale Folgen ab und macht Zielkonflikte sowie Bedingungen sichtbar.

Du hast das Ziel erreicht, wenn du einen Rohstofflebensweg erklären und eine neue Gewinnungs-, Recycling- oder Energieentscheidung mit nachvollziehbaren Kriterien beurteilen kannst.

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