Aktor einfach erklärt: Funktion und Beispiele
Ein Aktor ist die ausführende Komponente eines technischen Systems. Er empfängt ein Steuersignal und erzeugt eine Wirkung in der realen Welt, zum Beispiel Bewegung, Licht, Schall oder Wärme. Auf dieser Seite lernst du, Aktoren zu erkennen, von Sensoren zu unterscheiden und in einem einfachen System richtig einzuordnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du einen Aktor?
Aktor
Ein Aktor, auch Aktuator genannt, setzt ein Signal in eine physische Wirkung oder Zustandsänderung um. Er bildet damit die Ausgabeseite eines technischen Systems.
Typische Aktoren sind:
- ein Motor, der etwas bewegt;
- eine Lampe oder LED, die Licht erzeugt;
- ein Lautsprecher, der Schall erzeugt;
- ein elektrisches Heizelement, das die Temperatur erhöht;
- ein Ventil, das einen Stoffstrom öffnet oder schließt.
Im hier betrachteten Grundmodell entscheidet der Aktor nicht selbst, welche Handlung sinnvoll ist. Diese Entscheidung trifft die Steuerung oder ein Prozessor. Das Signal legt fest, was der Aktor tun soll; für die Wirkung benötigt der Aktor außerdem Energie.
Bei einer Ampel sendet die Steuerung ein Signal an eine Signallampe. Die Lampe setzt das Signal in Licht um und ist deshalb ein optischer Aktor.
Ein Sensor erfasst etwas. Eine Steuerung verarbeitet Informationen. Ein Aktor führt eine Wirkung aus.
Wie arbeiten Sensor, Steuerung und Aktor zusammen?
In einem typischen automatisierten System läuft die Information in einer klaren Richtung:
- Ein Sensor erfasst eine Größe aus der Umwelt.
- Die Steuerung verarbeitet das Sensorsignal und entscheidet nach einem festgelegten Ablauf.
- Der Aktor empfängt das Steuersignal und erzeugt die gewünschte Wirkung.
Kurz geschrieben:
Umweltgröße → Sensor → Verarbeitung und Entscheidung → Aktor → physische Wirkung
Ein automatischer Seifenspender arbeitet so:
- Ein Näherungssensor erkennt eine Hand.
- Die Steuerung verarbeitet dieses Signal.
- Sie sendet einen Befehl an einen mechanischen Aktor.
- Der Aktor bewegt den Ausgabemechanismus, sodass ein Tropfen Seife austritt.
Der entscheidende Gedanke: Der Sensor erkennt die Hand, aber erst der Aktor verändert etwas in der realen Welt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der erfasst die Hand. Die verarbeitet das Signal. Der führt die physische Handlung aus.
Welche Wirkungen können Aktoren erzeugen?
Aktoren lassen sich nach der erzeugten Wirkung ordnen. Diese Einteilung beschreibt, was der Aktor bewirkt.
| Wirkung | Was verändert sich? | Beispiel |
|---|---|---|
| mechanisch | Bewegung oder Stellung | Motor, Zylinder oder Ventil |
| optisch | Licht oder Helligkeit | LED oder Signallampe |
| akustisch | Schall | Lautsprecher |
| thermisch | Temperatur | elektrisches Heizelement |
Ein Aktor kann zusätzlich nach seiner Energiequelle beschrieben werden. Bewegung kann beispielsweise elektrisch, mit Druckluft, hydraulisch durch eine Flüssigkeit oder mithilfe von Wärme erzeugt werden. Das ist eine andere Einteilung: Die Wirkung beschreibt das Ergebnis, die Energiequelle beschreibt den Weg dorthin.
Ein pneumatischer Zylinder ist nach seiner Wirkung mechanisch, weil er eine Bewegung erzeugt. Nach seiner Energiequelle ist er pneumatisch, weil Druckluft die Bewegung antreibt. Beide Beschreibungen können gleichzeitig richtig sein.
Wie wählst und prüfst du einen Aktor?
Gehe bei einem einfachen System in vier Schritten vor:
- Bestimme die gewünschte Wirkung: Soll etwas bewegt, beleuchtet, erwärmt oder geöffnet werden?
- Wähle einen Aktor, der genau diese Wirkung erzeugen kann.
- Lege fest, welches Signal die Steuerung bei welcher Bedingung sendet.
- Prüfe normale Fälle, den Grenzfall sowie fehlende oder unplausible Messwerte.
Ein Bewässerungssystem soll trockenen Boden bewässern.
- Eingabe: Ein Feuchtigkeitssensor misst die Bodenfeuchtigkeit.
- Verarbeitung: Die Steuerung vergleicht den Messwert mit einem festgelegten Schwellwert.
- Ausgabe: Liegt der Messwert unter dem Schwellwert, erhält ein elektronisches Ventil den Befehl zum Öffnen.
- Wirkung: Wasser fließt.
Das Ventil ist der Aktor, weil es den Stoffstrom tatsächlich verändert. Für einen eindeutigen Ablauf muss außerdem festgelegt sein: Ab dem Schwellwert bleibt das Ventil geschlossen. Für dieses Beispiel wird auch bei einem fehlenden oder unplausiblen Messwert der geschlossene Zustand als sicherer Zustand festgelegt.
Zum Prüfen kannst du verschiedene Situationen gedanklich durchspielen:
| Situation | Erwartete Entscheidung | Zustand des Ventils |
|---|---|---|
| Messwert unter dem Schwellwert | bewässern | offen |
| Messwert genau am Schwellwert | nicht bewässern | geschlossen |
| Messwert über dem Schwellwert | nicht bewässern | geschlossen |
| Messwert fehlt oder ist unplausibel | Fehler behandeln, nicht bewässern | geschlossen |
Ein zuverlässiges System braucht klare Bedingungen und sorgfältige Programmierung. Dazu gehört ein vorher festgelegter Zustand für Fehlerfälle. Welcher Zustand sicher ist, hängt vom Zweck des Systems ab; beim Bewässerungsbeispiel verhindert das geschlossene Ventil eine unkontrollierte Wasserzufuhr.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
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