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Algorithmische Grundstrukturen einfach erklärt

Algorithmische Grundstrukturen einfach erklärt
Algorithmische Grundstrukturen einfach erklärt
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Algorithmische Grundstrukturen sind Bausteine, mit denen du einen Ablauf ordnest: Eine Sequenz führt Schritte nacheinander aus, eine Verzweigung wählt nach einer Bedingung einen Weg, und eine Wiederholung führt passende Schritte mehrfach aus. So kannst du eine Aufgabe präzise beschreiben, prüfen und später in verschiedenen Programmiersprachen umsetzen.

Deine Lernziele

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Von der Aufgabe zur Sequenz

Ein Algorithmus ist eine eindeutige Schrittfolge zur Lösung eines Problems. Er verarbeitet eine Eingabe und liefert eine Ausgabe. Ein Programm setzt einen solchen Lösungsweg in einer Programmiersprache um.

Definition

Sequenz

Eine Sequenz ist eine festgelegte Reihenfolge von Anweisungen. Jeder Schritt wird einmal ausgeführt, danach folgt der nächste.

Beispiel

Du möchtest ein Buch ausleihen:

  1. Wähle ein Buch aus.
  2. Lege das Buch auf den Ausleihtisch.
  3. Scanne deinen Ausweis.
  4. Nimm das verbuchte Buch mit.

Die Reihenfolge gehört zur Lösung. Wenn du das Buch mitnimmst, bevor es verbucht wurde, ist die Aufgabe nicht korrekt abgeschlossen.

Merke

Bei einer Sequenz beantwortest du die Frage: Was geschieht als Nächstes?

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Beschreibung ist eine Sequenz?
Lösung: Öffne das Heft, schreibe die Überschrift und notiere das Datum. — Eine Sequenz legt eine Reihenfolge fest, ohne einen Weg auszuwählen oder Schritte mehrfach auszuführen.
Mit einer Bedingung den Weg wählen

Manchmal passt nicht für jede Eingabe derselbe nächste Schritt. Dann prüft der Ablauf eine Aussage, die entweder wahr oder falsch ist.

Definition

Bedingung

Eine Bedingung ist eine prüfbare Aussage, zum Beispiel „Die Tür ist verschlossen“. Ihr Wahrheitswert bestimmt, welcher Weg ausgeführt wird.

Definition

Verzweigung

Eine Verzweigung wählt abhängig von einer Bedingung zwischen verschiedenen Wegen. Bei zwei Ausgängen lautet das Grundmuster: Wenn die Bedingung wahr ist, führe Weg A aus, sonst Weg B.

Beispiel

Ein Garderoben-Ablauf lautet:

  • Eingabe: Regnet es?
  • Wenn es regnet: Nimm den Regenschirm.
  • Sonst: Lass den Regenschirm zu Hause.
  • Ausgabe: passende Entscheidung für den Weg nach draußen.

Für die Eingabe „ja“ wird der erste Weg ausgeführt. Für die Eingabe „nein“ wird der Sonst-Weg ausgeführt. Es werden nicht beide Wege nacheinander ausgeführt.

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Frage 1 von 2LeichtWas steuert bei einer Verzweigung den ausgeführten Weg?
Lösung: Der Wahrheitswert einer Bedingung. — Die Bedingung wird geprüft. Je nachdem, ob sie wahr oder falsch ist, folgt der Ablauf dem passenden Weg.
Frage 2 von 2MittelDie Bedingung lautet: „Die Karte ist rot.“ Die Karte ist blau. Welcher Weg wird ausgeführt?
Lösung: Der Sonst-Weg. — Bei einer falschen Bedingung wird der Sonst-Weg ausgeführt. Eine einfache Verzweigung wählt genau einen der beiden Wege.
Gleiche Schritte mit einer Wiederholung bündeln

Wenn derselbe Schritt mehrfach gebraucht wird, musst du ihn nicht immer wieder ausschreiben. Du kannst ihn als Wiederholung formulieren.

Definition

Wiederholung

Eine Wiederholung, auch Schleife genannt, führt einen Anweisungsblock mehrfach aus. Sie kann eine festgelegte Anzahl von Durchläufen haben oder an eine Bedingung gebunden sein.

Beispiel

Aus der langen Schrittfolge

  1. Lege einen Aufkleber auf Umschlag A.
  2. Lege einen Aufkleber auf Umschlag B.
  3. Lege einen Aufkleber auf Umschlag C.

wird die kürzere Anweisung: Wiederhole für jeden der drei Umschläge: Lege einen Aufkleber darauf.

Die Wiederholung ersetzt drei gleichartige Abschnitte. Der wiederholte Schritt bleibt eindeutig.

Eine bedingungsgesteuerte Wiederholung kann lauten: Solange noch eine Karte auf dem Stapel liegt, nimm die oberste Karte herunter. Nach jedem Durchlauf wird erneut geprüft, ob die Bedingung noch wahr ist.

Merke

Eine Schleife braucht eine klare Wiederholungsregel. Bei einer bedingungsgesteuerten Schleife muss sich die Situation so verändern können, dass die Bedingung schließlich falsch wird. Sonst kann eine unbeabsichtigte Endlosschleife entstehen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aufgabe passt am besten zu einer Wiederholung?
Lösung: Lege auf jedes Blatt im Stapel einen Stempel. — „Auf jedes Blatt“ verlangt denselben Schritt für mehrere Blätter. Genau dafür eignet sich eine Wiederholung.
Frage 2 von 2MittelEine Schleife lautet: „Solange die Lampe aus ist, drücke den Schalter.“ Was muss für ein kontrolliertes Ende möglich sein?
Lösung: Das Drücken kann den Zustand der Lampe so ändern, dass die Bedingung falsch wird. — Eine bedingungsgesteuerte Schleife prüft ihre Bedingung erneut. Sie endet, sobald diese falsch ist.
Grundstrukturen passend kombinieren

Ein vollständiger Ablauf besteht oft aus mehreren Grundstrukturen. Entscheide für jeden Teil nach seiner Aufgabe:

  • Feste Reihenfolge: Sequenz
  • Auswahl nach einer prüfbaren Aussage: Verzweigung
  • Gleicher Schritt mehrfach: Wiederholung

Grundstrukturen können ineinander liegen. Eine Schleife kann zum Beispiel bei jedem Durchlauf eine Bedingung prüfen.

Beispiel

Ein Sortier-Ablauf für einen Kartenstapel lautet:

  1. Wiederhole, solange noch Karten im Stapel liegen:
  2. Nimm die oberste Karte.
  3. Wenn die Karte rot ist, lege sie in die rote Box.
  4. Sonst lege sie in die andere Box.

Die äußere Wiederholung verarbeitet alle Karten. Die Verzweigung innerhalb der Wiederholung entscheidet für jede einzelne Karte über die passende Box. „Karte nehmen“ muss vor der Farbprüfung stehen; diese Sequenz ist ebenfalls wichtig.

Deine Aufgabe

Plane einen Ablauf für drei Arbeitsblätter. Jedes Blatt soll gelocht werden. Blätter mit dem Vermerk „abgeben“ kommen danach in das Abgabefach, alle anderen in die eigene Mappe. Benenne die Wiederholung, die Bedingung und beide Ausgänge.

Lösung

  • Wiederholung: Für jedes der drei Arbeitsblätter werden die folgenden Schritte ausgeführt.
  • Sequenz im Durchlauf: Nimm ein Blatt und loche es.
  • Bedingung: Steht auf dem Blatt „abgeben“?
  • Wenn-Weg: Lege das Blatt in das Abgabefach.
  • Sonst-Weg: Lege das Blatt in die eigene Mappe.

Die Lösung ist vollständig, weil jedes Blatt bearbeitet wird und die Bedingung für beide möglichen Wahrheitswerte einen Weg besitzt.

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Frage 1 von 2MittelWarum liegt die Verzweigung im Kartenbeispiel innerhalb der Wiederholung?
Lösung: Weil für jede Karte neu geprüft werden muss, in welche Box sie gehört. — Die Wiederholung liefert jeweils eine neue Karte. Die Verzweigung trifft anschließend für genau diese Karte die Entscheidung.
Frage 2 von 2SchwerWas geschieht, wenn man im Kartenbeispiel die Farbprüfung vor „Nimm die oberste Karte“ setzt?
Lösung: Es ist noch keine aktuelle Karte ausgewählt, deren Farbe geprüft werden kann. — Auch beim Kombinieren bleibt die Reihenfolge wichtig: Erst wird eine Karte genommen, dann kann ihre Farbe geprüft werden.
Programmblöcke in Python erkennen

Die Grundideen sind nicht an eine bestimmte Programmiersprache gebunden. In Python werden zusammengehörige Anweisungen durch Einrückung sichtbar gemacht. Eine Kopfzeile endet mit einem Doppelpunkt; die eingerückten Zeilen darunter bilden den Block.

Beispiel

Betrachte dieses allgemeine Muster:

  • Anweisung 1
  • Kopfzeile:
  • Anweisung 2
  • Anweisung 3
  • Anweisung 4

Anweisung 2 und Anweisung 3 haben dieselbe Einrückung und gehören zum Block der Kopfzeile. Anweisung 4 steht wieder weiter links und gehört nicht mehr zu diesem Block.

Blöcke können ineinander geschachtelt werden. So kann ein eingerückter Schleifenblock einen noch weiter eingerückten Verzweigungsblock enthalten. Die Einrückung zeigt dann, welche Anweisungen zu welcher Struktur gehören.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Zeilen gehören im Beispiel zum Block der Kopfzeile?
Lösung: Anweisung 2 und Anweisung 3. — Die beiden gleich weit eingerückten Anweisungen unmittelbar nach der Kopfzeile bilden den Block.
Einen Ablauf Schritt für Schritt prüfen

Beim Nachvollziehen eines Algorithmus spielst du seine Anweisungen mit einer konkreten Eingabe der Reihe nach durch. So erkennst du ausgelassene Fälle, eine falsche Reihenfolge oder eine Schleife ohne erreichbares Ende.

Gehe dabei so vor:

  1. Notiere die Eingabe und den Anfangszustand.
  2. Markiere die nächste auszuführende Anweisung.
  3. Prüfe jede Bedingung mit dem aktuellen Zustand.
  4. Notiere nur den tatsächlich gewählten Weg.
  5. Prüfe nach einem Schleifendurchlauf die Wiederholungsregel erneut.
  6. Vergleiche die Ausgabe mit der Aufgabe.
Beispiel

Ablauf: „Wenn die Karte rot ist, lege sie in Box R, sonst in Box A.“

EingabeBedingung „rot“Ausgeführter WegAusgabe
rote KartewahrWenn-WegBox R
blaue KartefalschSonst-WegBox A

Die Tabelle zeigt: Unterschiedliche Eingaben können unterschiedliche Wege auslösen. Entscheidend ist immer der aktuelle Wahrheitswert der Bedingung.

Gut zu wissen

Ein Algorithmus ist die abstrakte Vorgehensweise; ein Programm ist eine konkrete Umsetzung. Deshalb kannst du einen Ablauf zuerst mit Alltagssprache, Listen oder Tabellen prüfen und ihn danach in einer visuellen oder textbasierten Programmiersprache umsetzen.

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Frage 1 von 1MittelBeim Prüfen einer Schleife wurde ein Durchlauf beendet. Was ist der nächste sinnvolle Schritt?
Lösung: Die Wiederholungsregel mit dem neuen Zustand erneut prüfen. — Nach jedem Durchlauf entscheidet die Wiederholungsregel, ob die Schleife fortgesetzt oder verlassen wird.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Algorithmische Grundstrukturen
    • Sequenz: Schritte ordnen
    • Verzweigung: Weg nach Bedingung wählen
    • Wiederholung: Schritte mehrfach ausführen
    • Kombination: Strukturen ineinander einsetzen
    • Programmblock: Zusammengehörigkeit durch Einrückung zeigen
    • Prüfung: Ablauf mit konkreter Eingabe nachvollziehen

Mit diesen drei Bausteinen kannst du überschaubare Abläufe beschreiben: Sequenzen ordnen, Verzweigungen entscheiden und Wiederholungen bündeln. Beim schrittweisen Prüfen erkennst du, welchen Weg eine Eingabe nimmt und ob der Ablauf sicher endet.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Grundstruktur beantwortet die Frage „Was geschieht als Nächstes?“
Lösung: Sequenz. — Eine Sequenz legt die Reihenfolge der Schritte fest.
Frage 2 von 4MittelEin Ablauf soll bei einer grünen Karte „weiter“ und bei jeder anderen Karte „warten“ ausgeben. Welche Formulierung ist vollständig?
Lösung: Wenn die Karte grün ist, gib „weiter“ aus, sonst gib „warten“ aus. — Eine Bedingung mit Wenn- und Sonst-Weg deckt beide möglichen Wahrheitswerte ab.
Frage 3 von 4MittelDrei gleichartige Pakete sollen jeweils etikettiert werden. Welche Lösung fasst die Wiederholung passend zusammen?
Lösung: Wiederhole für jedes Paket: Bringe ein Etikett an. — „Für jedes Paket“ beschreibt, dass derselbe Schritt für alle drei Pakete ausgeführt wird.
Frage 4 von 4SchwerIn einer Schleife wird bei jedem Gegenstand geprüft, ob er zerbrechlich ist. Was zeigt, dass die Strukturen sinnvoll kombiniert sind?
Lösung: Die Schleife verarbeitet jeden Gegenstand; die Verzweigung wählt für jeden Gegenstand die passende Behandlung. — Die äußere Wiederholung sorgt für die Mehrfachausführung. Die innere Verzweigung reagiert jeweils auf die Eigenschaft des aktuellen Gegenstands.

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