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OSI-Modell: 7 Schichten einfach erklärt

OSI-Modell: 7 Schichten einfach erklärt
OSI-Modell: 7 Schichten einfach erklärt
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Das OSI-Modell zerlegt Netzwerkkommunikation in sieben Schichten. Jede Schicht übernimmt bestimmte Aufgaben, nutzt die Dienste der darunterliegenden Schicht und bietet der darüberliegenden Schicht eigene Dienste an. So kannst du einen Datenweg beschreiben, Protokolle nach ihrer Hauptaufgabe einordnen und Netzwerkfehler systematisch eingrenzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum gibt es das OSI-Modell?

Geräte, Betriebssysteme und Programme verschiedener Hersteller müssen dieselben Kommunikationsregeln verstehen. Das OSI-Modell dient dafür als Referenzmodell: Es beschreibt notwendige Aufgaben und ordnet sie sieben Ebenen zu.

Definition

Referenzmodell

Ein Referenzmodell ist eine gedankliche Ordnungshilfe. Es zeigt, welche Aufgaben bei einer Kommunikation anfallen und wie sie zusammenhängen. Es schreibt nicht vor, dass jedes praktische Protokoll exakt nur eine Schicht abdecken muss.

Die Aufteilung macht ein komplexes Netzwerk überschaubar:

  • Entwickler können einzelne Aufgaben getrennt bearbeiten.
  • Protokolle und Geräte lassen sich nach ihrer Hauptfunktion vergleichen.
  • Bei einer Störung kannst du untersuchen, auf welcher Schicht das Problem wahrscheinlich liegt.

Gleichartige Schichten auf Sender- und Empfängerseite folgen logisch denselben Regeln. Tatsächlich wandern die Daten beim Sender jedoch durch benachbarte Schichten nach unten und beim Empfänger wieder nach oben.

Merke

Das OSI-Modell beschreibt Aufgaben und Beziehungen. Es ist keine maßstabsgetreue Darstellung eines bestimmten realen Netzwerks.

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Frage 1 von 1LeichtWozu dient das OSI-Modell vor allem?
Lösung: Es ordnet die Aufgaben der Netzwerkkommunikation in sieben Schichten. — Das OSI-Modell ist ein Referenzmodell. Es strukturiert Kommunikationsaufgaben, ist aber selbst kein einzelnes Übertragungsprotokoll.
Die sieben Schichten und ihre Aufgaben

Die Nummerierung beginnt unten bei der physischen Übertragung und endet oben bei den Diensten für Anwendungen.

Nr.SchichtKernaufgabeTypische Beispiele
7AnwendungNetzwerkdienste für Anwendungen bereitstellenHTTP, DNS, SMTP
6DarstellungDatenformate, Kodierungen, Kompression und Verschlüsselung behandelnkonzeptionell etwa Zeichenkodierung oder Datenverschlüsselung
5SitzungSitzungen zwischen Kommunikationspartnern aufbauen, steuern und beendenSitzungssteuerung, RPC
4TransportDaten zwischen Endpunkten transportieren und über Ports Anwendungen zuordnenTCP, UDP
3Vermittlunglogisch adressieren und Pakete über Netzgrenzen weiterleitenIP, ICMP, Router
2SicherungFrames im lokalen Netz übertragen, lokal adressieren und Übertragungsfehler erkennenEthernet, WLAN, MAC-Adressen, Switch
1BitübertragungBits als elektrische, optische oder Funksignale übertragenKupfer, Glasfaser, Funk

Von unten nach oben gedacht

Schicht 1 – Bitübertragung: Sie legt fest, wie Bitfolgen als Signale übertragen werden. Ein loses Kabel oder ein fehlendes Funksignal verhindert bereits diesen ersten Schritt.

Schicht 2 – Sicherung: Sie bildet Frames, verwendet im lokalen Netz unter anderem MAC-Adressen und ergänzt Informationen zur Fehlererkennung. Ein Switch arbeitet hauptsächlich mit dieser lokalen Weiterleitung.

Schicht 3 – Vermittlung: Sie versieht Pakete mit logischen IP-Adressen und ermöglicht den Weg über mehrere Netze. Router entscheiden anhand ihrer Routinginformationen, an welchen nächsten Knoten sie ein Paket weitergeben.

Schicht 4 – Transport: Sie verbindet Kommunikationsendpunkte. Ports helfen dabei, Daten dem richtigen Programm zuzuordnen. TCP prüft unter anderem Reihenfolge und Vollständigkeit; UDP arbeitet ohne Zustellgarantie und mit geringerem Verwaltungsaufwand.

Schicht 5 – Sitzung: Sie organisiert eine zeitlich begrenzte Kommunikation und kann deren Zustand verwalten.

Schicht 6 – Darstellung: Sie sorgt dafür, dass beide Seiten die übertragenen Daten gleich interpretieren können. Dazu gehören je nach System Formatumwandlung, Kodierung, Kompression und Ver- oder Entschlüsselung.

Schicht 7 – Anwendung: Sie stellt Anwendungen Netzwerkfunktionen bereit. Ein Browser nutzt beispielsweise HTTP, ein Mailprogramm kann SMTP verwenden. Die Benutzeroberfläche des Programms ist nicht mit dem gesamten Inhalt dieser Schicht gleichzusetzen.

Beispiel

Ein Router liest die Ziel-IP eines Pakets und bestimmt den nächsten Übertragungsschritt. Seine Kernaufgabe ist damit das Routing zwischen Netzen. Deshalb wird er der Vermittlungsschicht, also Schicht 3, zugeordnet.

Ein Switch leitet dagegen Frames innerhalb eines lokalen Netzes anhand von Informationen der Sicherungsschicht weiter. Seine Kernaufgabe gehört damit zu Schicht 2.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Schicht übernimmt Routing anhand logischer IP-Adressen?
Lösung: Schicht 3 – Vermittlung — IP-Adressierung und netzübergreifende Weiterleitung sind Kernaufgaben der Vermittlungsschicht.
Frage 2 von 2MittelEin ankommender Datenstrom muss über eine Portnummer dem Webserver zugeordnet werden. Welche Schicht ist zuständig?
Lösung: Schicht 4 – Transport — Ports kennzeichnen Kommunikationsendpunkte von Anwendungen. Sie gehören zur Transportschicht.
Wie Kapselung und Dekapselung funktionieren

Beim Senden laufen Daten von Schicht 7 nach Schicht 1. Dabei ergänzt jede beteiligte Schicht die Steuerinformationen, die sie für ihre Aufgabe benötigt. Dieser Vorgang heißt Kapselung.

Definition

Header

Ein Header ist ein Vorspann mit Steuerinformationen. Er kann beispielsweise Ports, IP-Adressen oder Angaben für die lokale Übertragung enthalten.

Ein vereinfachter Webaufruf zeigt den Weg:

  1. L7 Anwendung: DNS hilft zunächst, den Domänennamen in eine IP-Adresse aufzulösen. Anschließend erzeugt HTTP eine Anfrage.
  2. L6 Darstellung: Daten können in eine gemeinsame Darstellung gebracht, komprimiert oder verschlüsselt werden. Die genaue Zuordnung von TLS ist in realen Protokollstapeln nicht völlig eindeutig.
  3. L5 Sitzung: Die laufende Kommunikation wird als Sitzung organisiert.
  4. L4 Transport: TCP bildet Segmente und ergänzt Quell- und Zielport.
  5. L3 Vermittlung: IP bildet Pakete mit Quell- und Ziel-IP-Adresse.
  6. L2 Sicherung: Ethernet oder WLAN bildet Frames für den jeweiligen lokalen Übertragungsabschnitt.
  7. L1 Bitübertragung: Die Bits werden als elektrische, optische oder Funksignale übertragen.

Am Ziel läuft der Vorgang umgekehrt. Das heißt Dekapselung: Die Schichten werten ihre jeweiligen Steuerinformationen aus und entfernen sie. Schließlich erhält die Anwendung die ursprünglichen Nutzdaten.

Merke

Sender: L7 → L1, Kapselung. Empfänger: L1 → L7, Dekapselung.

Beispiel

Ein TCP-Segment wird auf Schicht 3 in ein IP-Paket und auf Schicht 2 in einen Frame eingeschlossen. Der Frame gilt nur für den aktuellen lokalen Übertragungsabschnitt. Das IP-Paket trägt dagegen die logische Zieladresse für den Weg über Netzgrenzen hinweg.

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Frage 1 von 2MittelIn welcher Reihenfolge entstehen bei einer vereinfachten TCP/IP-Übertragung die Einheiten?
Lösung: Anwendungsdaten → TCP-Segment → IP-Paket → Frame → Signale — Beim Sender erfolgt die Kapselung von oben nach unten. Die umgekehrte Reihenfolge beschreibt die Dekapselung beim Empfänger.
Frage 2 von 2SchwerEin Empfänger verarbeitet zuerst die Funksignale und zuletzt die HTTP-Anfrage. Welcher Vorgang liegt vor?
Lösung: Dekapselung von Schicht 1 nach Schicht 7 — Beim Empfänger werden die Informationen der Schichten von unten nach oben ausgewertet, bis die Anwendungsdaten bereitstehen.
Protokolle sinnvoll zuordnen

Reale Protokolle passen nicht immer vollkommen in genau eine OSI-Schicht. Ordne sie deshalb nach ihrer Kernaufgabe zu und kennzeichne Grenzfälle.

Protokoll oder TechnikHauptaufgabeÜbliche OSI-Zuordnung
Ethernet oder WLANlokale Übertragung von FramesL2, mit technischen Anteilen auf L1
ARPIP-Adresse innerhalb eines Segments einer MAC-Adresse zuordnenmeist L2, Grenzfall zu L3
IPlogische Adressierung und Weiterleitung über NetzeL3
ICMPStatus- und Fehlermeldungen auf NetzwerkebeneL3
TCPzuverlässiger, geordneter Transport und PortzuordnungL4
UDPverbindungsloser Transport und PortzuordnungL4
DNSDomänennamen in IP-Adressen auflösenL7
HTTPAnfragen und Antworten für Webkommunikation regelnL7
TLSDaten schützen und verschlüsselnhäufig L6 zugeordnet, praktisch schichtübergreifend
Gut zu wissen

Das TCP/IP-Modell und das OSI-Modell besitzen unterschiedliche Schichtgrenzen. Eine Zuordnung praktischer Internetprotokolle zum OSI-Modell ist deshalb eine nützliche Annäherung, aber nicht immer eindeutig.

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Frage 1 von 2MittelWelche Zuordnung verbindet ein Protokoll mit seiner Kernaufgabe korrekt?
Lösung: DNS – Auflösung eines Domänennamens in eine IP-Adresse — DNS arbeitet anwendungsnah, TCP übernimmt Transportaufgaben und Ethernet die lokale Frame-Übertragung.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann TLS je nach Darstellung unterschiedlich eingeordnet werden?
Lösung: Weil es Daten schützt, von Anwendungen genutzt wird und auf Transportdiensten aufbaut. — Das OSI-Modell trennt Aufgaben idealtypisch. Praktische Protokolle können mehrere dieser Aufgaben berühren.
Netzwerkfehler Schicht für Schicht eingrenzen

Bei der Fehlersuche beginnst du häufig unten. Wenn bereits die Signalübertragung scheitert, sind Prüfungen von HTTP oder DNS noch nicht sinnvoll.

Beispiel: Eine Website lädt nicht

  1. L1 prüfen: Sind Kabel, Stecker, Link-Anzeige und Funksignal in Ordnung?
  2. L2 prüfen: Besteht eine Verbindung zum lokalen Ethernet- oder WLAN-Netz?
  3. L3 prüfen: Hat das Gerät eine passende IP-Konfiguration? Ist das Ziel mit Ping erreichbar? An welcher Stelle endet der Weg laut Traceroute?
  4. L4 prüfen: Ist der benötigte Zielport erreichbar, beispielsweise Port 443 für einen üblichen verschlüsselten Webzugriff?
  5. L7 prüfen: Funktioniert die Namensauflösung? Liefert der Webserver eine HTTP-Antwort oder einen Fehlercode?

Eine erfolgreiche Prüfung zeigt, dass bestimmte Funktionen bis zu dieser Schicht arbeiten. Eine fehlgeschlagene Prüfung beweist jedoch nicht automatisch eine einzige Ursache. Du musst das Symptom zusammen mit den vorherigen Ergebnissen bewerten.

Beispiel

Der Rechner ist mit dem WLAN verbunden und kann die Ziel-IP anpingen. Der Browser meldet aber, dass keine Verbindung zum Webdienst hergestellt werden kann.

  • L1 und L2 funktionieren wahrscheinlich, weil die WLAN-Verbindung besteht.
  • L3 funktioniert bis zum Ziel wahrscheinlich, weil Ping eine Antwort erhält.
  • Als Nächstes ist L4 zu prüfen: Ist der benötigte Port erreichbar?
  • Ist auch der Port erreichbar, rückt ein Problem auf der Anwendungsschicht in den Vordergrund.

Der entscheidende Gedanke lautet: Beginne nicht erneut bei allen Möglichkeiten, sondern nutze jedes Prüfergebnis zur Eingrenzung.

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Frage 1 von 2MittelEin Laptop zeigt kein WLAN-Signal und keine Verbindung zum Access Point. Wo beginnst du sinnvollerweise?
Lösung: Bei Schicht 1 und Schicht 2 — Das Symptom betrifft zunächst Funkübertragung und lokale Verbindung. Deshalb prüfst du zuerst die unteren Schichten.
Frage 2 von 2SchwerPing zum Server funktioniert und der benötigte Port ist erreichbar, aber der Server liefert einen HTTP-Fehlercode. Welche Schicht ist nun am wahrscheinlichsten betroffen?
Lösung: Schicht 7 – Anwendung — Ein HTTP-Fehlercode stammt aus der Anwendungskommunikation. Die erfolgreichen Prüfungen der unteren Schichten grenzen die Suche ein.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • OSI-Modell
    • Zweck: Kommunikationsaufgaben trennen und standardisieren
    • L1 Bitübertragung: Signale
    • L2 Sicherung: Frames und lokale Übertragung
    • L3 Vermittlung: IP-Adressen und Routing
    • L4 Transport: TCP, UDP und Ports
    • L5 bis L7: Sitzung, Darstellung und Anwendung
    • Sender: Kapselung von L7 nach L1
    • Empfänger: Dekapselung von L1 nach L7
    • Diagnose: von Symptomen zur wahrscheinlichen Schicht
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Reihenfolge nennt die Schichten von unten nach oben korrekt?
Lösung: Bitübertragung, Sicherung, Vermittlung, Transport, Sitzung, Darstellung, Anwendung — Von L1 nach L7 geht es von der physischen Signalübertragung zu den Diensten für Anwendungen.
Frage 2 von 3MittelEin Router liest eine Ziel-IP und leitet das Paket zum nächsten Netzwerkknoten weiter. Welche Aufgabe führt er aus?
Lösung: Vermittlung auf Schicht 3 — Logische IP-Adressierung und Routing über Netzgrenzen gehören zur Vermittlungsschicht.
Frage 3 von 3SchwerBei einem Webaufruf funktionieren WLAN und Ping. Die Auflösung des Domänennamens schlägt jedoch fehl. Welche Untersuchung passt am besten?
Lösung: DNS auf der Anwendungsschicht prüfen — DNS löst Domänennamen in IP-Adressen auf und wird üblicherweise Schicht 7 zugeordnet. Die erfolgreichen unteren Prüfungen helfen, den Fehler einzugrenzen.

Wenn du die Schichten nicht nur auswendig nennst, sondern bei jedem Schritt nach Adresse, Dateneinheit, Aufgabe und Prüfmöglichkeit fragst, wird das OSI-Modell zu einem praktischen Werkzeug: Du kannst Kommunikationswege erklären und Störungen gezielt untersuchen.

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